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Re: Gedanken
Verfasst: 30.06.2011, 15:15
von kati88
Hey ihr lieben,
ich finde es auch sehr schade dass viele Frühchen Mamas nicht die Möglichkeit bekommen in der "nähe" ihrer lütten sein zu dürfen bzw auch keinen Hautkontakt haben dürfen... Gibts wirklich immernoch.
Ob Kunstmilch nun gut oder schlecht ist. Ich weiß es nicht. Ich bin ja auch groß geworden....
Bloß warum alternativen suchen wenn man doch die beste Mischung direkt an Bord hat.
Da ich ja nun auch immer Fläschchen machen MUSS kann ich sagen dass es absolut mehr aufwand ist. Reinigen...zubereiten...vorbereiten etc. Der einzige vorteil ist tatsächlich dass sich (bei meinem Kleinen jedenfalls ) ziemlich gut ein Rhytmus einstellt und längere Zeit ohne Füttern verbracht werden kann...
Also für mich praktisch um eben mal dinge zu erledigen oder so....
Naja und wenn er mehr hunger hat gibts paar ml mehr und fertig.
Aber ich finde diese Vorteile sind es einfach nicht wert auf eine schöne stillbeziehung die gute mumi und das gefühl dass man eins mit seinem kind ist zu verzichten.
Und das oft verbreitete Gerücht die Milch würde nicht reichen verbreitet sich echt rasant.
Eine Freundin hat ein 7 wochen altes mäuschen und nach 1 wocher zugefüttert weil die kleine nur stillen wollte und das auf raten der hebamme!! Ja darf denn sowas sein?
Das Kind will einfach bei mama sein oder hat einen schub.... Ich versteh auch die Hebammen nicht.
Haben die heutzutage keine Zeit mehroder selber keine ahnung?
Re: Gedanken
Verfasst: 30.06.2011, 15:22
von Amber
Seit den 60er Jahren wurden fast alle Geburten in Krankenhäusern und nicht mehr zu Hause durchgeführt. Mit der Betreuung der Wöchnerinnen durch Krankenschwestern und nicht durch Hebammen ist leider sehr viel Wissen verloren gegangen.
Meine Mutter hat auch bis zur Geburt ihres ersten Enkels geglaubt, dass sie meinen Bruder und mich nicht stillen KONNTE. Schließlich kam nach der Geburt nichts aus der Brust raus, die Schwestern haben gleich zur Flasche gegriffen... Als bei meinen Kindern und mir das Stillen so problemlos klappte, schaute mich meine Mutter traurig an und sagte "Dann hätte ich ja doch stillen können. Die haben uns damals für dumm verkauft." So sehe ich das auch, nur leider hat sich der Umgang in unserer Elterngeneration, massiv verstärkt durch zahllose Werbekampagnen und Probepackungen der Industrie, in den Köpfen festgesetzt. Flasche statt Brust. Und wir müssen jetzt wieder für die Normalität des Stillens kämpfen.
Re: Gedanken
Verfasst: 30.06.2011, 22:19
von Luzia
nwsurgeon hat geschrieben:Aber MuMi aus der Brust ist doch das Convenienceprodukt schlechthin.
Finde ich nicht. Wenn der Bedarf höher ist als meine Produktion, bin ich erstmal zwei, drei Tage damit beschäftigt, das Kind dauernd anzulegen, bis sich die Produktion dem erhöhten Bedarf angepasst hat. Man verliert zumindest für drei Tage jede Menge an Flexibilität und Eigenbestimmung über seine wertvolle Zeit, von der der moderne Mensch sowieso immer zu wenig hat. Mit Pulvermilch kann ich von jetzt auf gleich mehr ins Fläschchen füllen. Deshalb hatte ich Milchpulver als Convenienceprodukt bezeichnet.
Re: Gedanken
Verfasst: 30.06.2011, 22:30
von Luzia
Nachtfrau hat geschrieben:Luzia hat geschrieben:Gleichzeitig ist es wieder eines der vielen künstlich hergestellten Hilfsmittel, die den Alltag von Menschen bequemer machen können. Als wichtigen Trend in unserer Gesellschaft sehe ich bei vielen eine immer geringer werdende Anstrengungsbereitschaft und fehlendes Durchhaltevermögen. Dies, unter der Voraussetzung, dass man sich informiert, sind mit Sicherheit Faktoren, die viele Frauen vom Stillen abhalten oder rasch abbringen. Ich find's schade, aber es muss jeder selbst wissen, was er tut.
Das versteh ich jetzt nicht, Flasche geben mit allem Drum und Dran ist doch wesentlich aufwändiger als Stillen.
Ähnlich meinem Post von vor wenigen Minuten: Die Flasche mit beliebiger Milchmenge ist jederzeit schnell verfügbar. Beim Stillen muss ich ggfs. die Produktion über mehrere Tage hin steigern, was Zeit und Mühe kostet. Ich erinnere mich noch an die vielen Tage, an denen ich gedacht habe, ich wachse mitsamt meinem dauerstillenden Kind auf dem Sofa fest. Ein Fläschchen hätte auch mein Mann geben können, oder das Kind es alleine halten, während ich mir daneben der Maniküre oder sonstwas anderem widmen können hätte.
Ich vermute, bei der Entscheidung zum Flaschenfüttern blenden die meisten erstmal aus, was für einen Aufwand das Reinigen und Sterilisieren darstellen. Einkaufen muss man sowieso gehen, also kann man dabei auch gleich ins Milchpulverregal greifen und sich darüber freuen, mit einem Bonusprogramm dabei auch noch Geld gespart zu haben.
Ein weiteres, vielleicht hinkendes Beispiel für künstlich hergestellte Dinge, die den Alltag bequemer machen, ist z.B. Eintopf aus der Dose. Ich könnte selbst kochen, ohne Konservierungsstoffe, aber das dauert viel länger.
Re: Gedanken
Verfasst: 30.06.2011, 23:22
von Nimue1212
Dass jede Pulvermilchfirma mit "Stillen ist das Beste..." werben muss, ist klar: Muttermilch ist schließlich die optimal zusammengestellte Nahrung.
Und genau da müssen wir ansetzen! Stillen ist nicht das Beste, es ist das Normale!
Hier ist ein toller Artikel darüber!
Re: Gedanken
Verfasst: 01.07.2011, 02:03
von giraffchen84
Irgendwo hab ich mal gehört, das in Griechenland die Pulvermilch nur in den Apotheken verkauft wird. Find ich persönlich

Re: Gedanken
Verfasst: 01.07.2011, 08:27
von greenie bird
Irgendwo hab ich mal gehört, das in Griechenland die Pulvermilch nur in den Apotheken verkauft wird. Find ich persönlich
also ich kenne griechenland nicht genau, verbringe aber jedes jahr längere zeit in einem anderen mittelmeerland und da kann ich sagen, dass es dort auch die windeln in der apotheke gibt, ganz einfach, weil es keine drogeriemärkte gibt und auch manchmal der strom ausfallen kann- die apotheken sind meist klimatisiert und haben einen generator. hohe temperaturen sind sicher auch für pulvermilch nicht ideal.
hat aber wohl nichts mit verantwortungsvollem umgang zu tun, denn dort gab es schon viel länger 4er milch und ausfwärts für schulkinder

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Re: Gedanken
Verfasst: 01.07.2011, 08:56
von greenie bird
Luzia hat geschrieben:nwsurgeon hat geschrieben:Aber MuMi aus der Brust ist doch das Convenienceprodukt schlechthin.
Finde ich nicht. Wenn der Bedarf höher ist als meine Produktion, bin ich erstmal zwei, drei Tage damit beschäftigt, das Kind dauernd anzulegen, bis sich die Produktion dem erhöhten Bedarf angepasst hat. Man verliert zumindest für drei Tage jede Menge an Flexibilität und Eigenbestimmung über seine wertvolle Zeit, von der der moderne Mensch sowieso immer zu wenig hat. Mit Pulvermilch kann ich von jetzt auf gleich mehr ins Fläschchen füllen. Deshalb hatte ich Milchpulver als Convenienceprodukt bezeichnet.
ich verstehe jetzt nicht so ganz ob convenienceprodukt und einfaches erhöhen der nahrungsmenge bei bedarf ein vorteil sein soll.
die schübe sind ja schließlich nicht nur durch höheren nahrungsbedarf gekennzeichnet, sondern da geschehen ja noch viele andere dinge, weshalb es eben wichtig wäre dem kind mehr nähe zu geben um das leichter zu verarbeiten und gerade für die bindung geht es ja genau darum, oder nicht?
ich kann mich bisher nicht erinnern einen solchen 'nahrungsengpass' gehabt zu haben und kann es daher vielleicht auch nicht so gut nachvollziehen, dennoch gab es zeiten in denen meine kinder lieber ganz nah bei mir sind. und da wäre zufüttern ja auch nicht die lösung, daher würde ich diesen grund für die flasche ganz einfach als mißverständnis zwischen mutter und kind interpretieren.
Re: Gedanken
Verfasst: 01.07.2011, 09:17
von greenie bird
Nimue1212 hat geschrieben:Dass jede Pulvermilchfirma mit "Stillen ist das Beste..." werben muss, ist klar: Muttermilch ist schließlich die optimal zusammengestellte Nahrung.
Und genau da müssen wir ansetzen! Stillen ist nicht das Beste, es ist das Normale!
Hier ist ein toller Artikel darüber!
den artikel finde ich auch gut (hab ihn noch nicht ganz gelesen), aber es gibt ein problem beim vergleich von pulvermilch und mumi, denn mit pulvermilch sind vielleicht sogar alle nötigen nahrungstechnischen kriterien erfüllt um ein kind recht gut zu ernähren. muttermilch leistet ja aber viel mehr als nur irgendein anderes 'lebensmittel' in der lage wäre zu erbringen- es ist schlicht nicht 'nur' ein nahrungsmittel aber das kommt leider nirgendwo an und ist auch nicht sache der pulverindustrie, weil es unmöglich wäre viele der bestandteile der muttermilch, die das immunsystem aufbauen künstlich zu erzeugen und zu konservieren.
weil dieser wichtige teil kaum irgendwo erwähnung findet, denken viele mütter, dass das nicht nötig in der ernährung sei- es bzw. ja auch nicht wissen. selbst viele ärzte schauen nur auf die gewichtskurven im u-heft anstatt das kind an und raten oft zierliche kinder zuzufüttern, obwohl sie sich vollkommen normal entwickeln aber nur keine wonneproppen sind. da scheint es wichtiger zu sein fett anzusetzen als eine gute immunabwehr aufzubauen

Re: Gedanken
Verfasst: 01.07.2011, 10:30
von greenie bird
achso und noch etwas, es wird auch immer vergessen, dass stillen weit über die zeit hinaus, die es betrieben wird auswirkungen hat.
ich höre immer von müttern in meinem alter: ich hab nicht gestillt und mein kind ist kerngesund und hat keine allergien, dass die aber sehr wohl noch kommen können, oder wenn sie später auftreten nicht mehr als begünstigt durch das nicht-stillen gesehen werden ist auch ein problem.