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Re: vegane kinder

Verfasst: 11.02.2011, 18:53
von GwAMg
darkdragonsoule hat geschrieben:ana,ich dachte bis eben (lol) dass es eine natürliche reaktion von kindern sei die sowas wissen,dass sie es nicht anrühren und mitleid haben. vielleicht ist das nur meine rosabrillenvorstellung gewesen.

Ja, das dachte ich auch!
Ist aber doch nicht so....also wir haben ihr schon auch erklärt, dass die Tiere je nach Betrieb unterschiedlich gehalten werden und das manches mal die Tiere deswegen total leiden udn dass es auch Höfe gibt, die die Tiere artgerecht halten...das ist ihr wichtig, dass die Tiere gut gehalten werden...aber dass sie sterben müssen, ist ihr egal.

Wir waren schon öfter auf Höfen und haben Hühner, Hasen, Kühe, Schafe, Lämmer (ganz frisch geschlüpfte), Schweine gesehen und ihr bei Gelegenheit auch erklärt, dass das in Omas Backofen grad dieses und jenes Tier ist, so wie das neulich blabla....das macht ihr gar nix aus *schulterzuck*

Re: vegane kinder

Verfasst: 11.02.2011, 18:57
von darkdragonsoule
ui ok danke für deinen beitrag.ich habe yves letztens auch gesagt dass in papas bolognese die er isst aber eine tote kuh drin ist .er sagte dann " ja mama ist ok ich will eine kuh essen".aber er hatte noch keine gelegenheit den tieren so nahe zu kommen.das will ich dringend machen.

Re: vegane kinder

Verfasst: 11.02.2011, 19:04
von GwAMg
Es ist ja auch wichtig, dass die Kinder wissen was "tot" bedeutet....unsere Tochter weiß, dass unsere Katze tot ist und die Großtante des Papas, dass das heißt, dass man nicht mehr auf dieser Welt ist udn nicht mehr wiederkommt.....

Re: vegane kinder

Verfasst: 11.02.2011, 19:22
von Teazer
NikesMom hat geschrieben:Es ist einfach meine Erfahrung aus einigen Vegan-Threads hier im Forum, dass der Veganismus bei vielen Schreibern nicht wirklich ethisch motiviert ist. Dann würde man nämlich sein Kind nicht entscheiden lassen, was es isst
Hier im Thread geht es aber um "gemischte" Paare/Familien. Von mir bekommt meine Tochter kein Fleisch. Ihr Vater bietet es ihr auch nicht aktiv an (das ist unsere Abmachung). Aber wenn die Kleine irgendwann von Papas oder Opas Wurstbrot abbeißen will, dann werde ich ihr das nicht verbieten. Wie auch? Soll ich ihren Vater als Monster darstellen? Ich kann es leider nicht ändern, dass mein Mann nicht Veggie is(s)t. :? Und unsere Kinder leben in einer unveganen Welt. Ich hoffe jedoch, dass von meinem Vorbild etwas hängen bleibt.

Re: vegane kinder

Verfasst: 11.02.2011, 19:29
von Silke
Ich habe jetzt die links nicht nachgelesen..
kann nur sagen wie es bei uns läuft.
Anfangs habe ich gewollt und auch ca. 2 1/2 Jahre durchgesetzt, daß das 1. Kind kein totes Tier zu essen bekommt. (Mein Mann ist auch Fleischesser, wider besseren Wissens...hm und ich bin Vegi seit ich ca. 14 Jahre alt bin)

Beim 2. Kind hat das Vegetarisch-sein durch mein Nicht-präsent-sein für 4 Wochen halt nur ein knappes Jahr angehalten- er bekam in der Zeit bei Oma auch Fleisch :( .

Beim 3. Kind weiß ich es schon gar nicht mehr genau, aber so mit 2-3 JAhren wollte sie auch mal Salami/ Nürnberger Würstchen zum grillen oder Fischstäbchen essen und hat es dann auch.

Ja- und dann kam ich die böse Manipulations-Mutter :roll: :wink: und habe hie und da erzählt und natürlich haben die Großen gesehen, wenn ich auf diversen Tierschutzseiten surfte oder ein Video lief...(warum ich mich von Zeit zu Zeit damit so massiv quäle, weiß ich eigtl. auch nicht).

Dann entschied zuerst mein großes Kind- er wollte mit 11 JAhren dann nix mehr vom toten Tier und lebt seitdem vegetarisch (sammelt auch Unterschriften gegen Tierversuche), dann zog die Kleene nach und aß nix totes Tierisches mehr (setzt sich auch im Kiga durch!! was ich toll finde) und jetzt seit ca. 2 Monaten ißt auch der Mittlere (der am ehesten in der KIndheit Fleisch zu essen bekam!! :shock: :!: - alles klar - oder? :wink: ) nix mehr vom toten Tier!

Ich bin sehr glücklich damit! Somit sind hier 4 Veggies und ein Aasfresser im Hause. :mrgreen: Aber der bessert sich von Zeit zu Zeit auch schon... :wink:

LG und eine gute Entscheidung!! (wie Du schriebst, fand auch ich das Fleischessen ein ver"sauen" des Kindes/ der kindlichen Unschuld, es war nicht mehr so rein und "heilig" in meinem Empfinden)

Re: vegane kinder

Verfasst: 11.02.2011, 19:56
von Meli 307
der Link ist schon etwas krass in der formulierung, sorry.

Re: vegane kinder

Verfasst: 11.02.2011, 20:12
von Tinchen73
Meli 307 hat geschrieben:der Link ist schon etwas krass in der formulierung, sorry.
"etwas" ist gut!! Ich bin also ein Junkie der seinen Kindern Drogen verabreicht!
Danke fürs Gespräch! :roll:

Re: vegane kinder

Verfasst: 11.02.2011, 20:20
von Teazer
Ich war ja schon zu veganen Zeiten kein Fan von Maqi/Antispe (die verlinkten Seiten gehören dazu). Es gibt unterschiedliche Steigerungsformen von vegan Leben und jede/r sollte selbst entscheiden wie sie/er, dass vor sich selbst rechfertigt. Solche Seiten wirken da eher abschreckend. Achim S. fährt da eben seine ganz eigene Schiene und ich kenne viele Veganer/innen, die ihn zu krass finden ...

Re: vegane kinder

Verfasst: 11.02.2011, 20:32
von Tofuwurst
Mein Kleiner ist erst 17 Monate alt, von daher setzt er sich nicht mit Ernährung auseinander. Zum Glück sind sein Vater und ich uns aber vollkommen einig, dass er vegan "erzogen" wird.

Ich bin keine Anhängerin der These, man solle dem Kind selbst überlassen, ob es später Fleisch isst - das heißt überhaupt nicht, dass es hier ein Verbot als solches gibt. Aber nicht so sehr, weil ich es ihm grundsätzlich offen halten will, ob er Fleisch isst oder nicht, sondern viel mehr, weil ich vom Konzept des Verbietens nichts halte.

Überlasse ich meinem Kind, ob es anderen Kindern die Schippe über den Kopf zieht? Auf keinen Fall! Darf er selbst entscheiden, ob er andere Menschen wissentlich verletzt oder beleidigt? Auch nicht. Bei uns gibt es nicht viele Regeln, mein Kleiner darf eigentlich fast alles und das wird auch so bleiben. Ich setze ihm eigentlich keine Grenzen, ich setze nur meine Grenzen oder, wenn es sein muss, die von anderen. Und natürlich, natürlich, natürlich erkläre ich ihm die Grenzen von Tieren - dass sie nicht eingesperrt sein, dass sie leben wollen, und zwar nicht nur so lange wir es ihnen erlauben, sondern so, wie es ihre Natur für sie gedacht hat, in Frieden, in Freiheit und in ihrer Spezieseigenen Geselligkeit.

Bei uns wird es diesen Satz nicht geben: "Nein, das darfst Du nicht essen, da ist was vom Tier drin." Aber natürlich wird es im Rahmen unseres Wertekatalogs, zu dem z.B. das Respektieren von anderen Menschen gehört, auch die Direktive geben, dass wir Tiere und ihren Wunsch nach Unversehrtheit respektieren. Ich weiß noch nicht so ganz genau, wie das ablaufen wird, aber ich nehme an, durch Gespräche.

Übrigens: Wenn der Vater meines Kindes nicht selbst vegan wäre, würde ich nicht akzeptieren, dass er dem Kind etwas vorlebt, das ich ethisch für verwerflich halte. Das ist natürlich ein Dilemma, denn ist ein heimlicher Fleischkonsum des Vaters das Richtige? Ich weiß es nicht, zum Glück muss ich mir das für mich nicht überlegen. Aber ich würd mir vom Kindsvater auch keinen Strich durch meine "Werteerziehung" zu machen, weil der Vater die Finger von der Wurst nicht lassen kann. Das Essen von Tieren hat für mich so viel mit Gewalt, Ausbeutung, Herrschaft und Egoismus zu tun, dass ich das zu wichtig finde.

Antispe oder die anderen Seiten zu Veganen Kindern oder Veganer Familie (wie alles, was von Achim Stößer kommt) finde ich übrigens völlig unerträglich.

Empfehlenswert finde ich aber dieses Bilderbuch: "Warum wir keine Tiere essen" von Ruby Roth. :-)

Re: vegane kinder

Verfasst: 11.02.2011, 20:38
von AigU42
Ich habe den Thread mit Interesse bis hierher verfolgt, teilweise den Kopf geschüttelt.

Aber Tofuwrst ( welch genialer Nick :mrgreen: ) dein Posting finde ich wirklich aufschlussreich und bringt mir persönlich deutlich mehr Licht in den veganen Dschungel als sämtliche Links zuvor miteinander. Danke ;)