Re: Zwillinge stillen - Milch reicht nicht
Verfasst: 11.09.2010, 00:11
Liebe Julia, liebe Blueberry,
herzlichen Dank für die rasche Rückmeldung!
Also zu unserem Start: Da ich "unsere" Hebamme und Freundin mit in die Klinik genommen habe und obwohl sie nicht mit in den OP durfte, haben sie und mein Mann gleich nach der Sectio darauf bestanden, dass unsere Babies zu mir in den Aufwachraum kommen dürfen, um angelegt zu werden. Also wurden sie ca. 1,5-2 Stunden nach der Geburt erfolgreich angelegt. Aber meine Milch ist nicht wie erwartet am 3. Tag reichlich gekommen und die 10% Grenze der Gewichtsverluste wurde bis auf 10 g erreicht. Geburtsgewichte waren 3080 und 3210. Nun hat das Klinikpersonal viel Druck gemacht, es sei nun Zeit, etwas dazu zu geben. Nach viel Weinen und telefonischer Rücksprache mit "meiner" Hebamme habe ich zugestimmt und mein Mann hat je ein Fläschchen (20-30 mL) in der 3. Nacht dazu gegeben. Danach wurde nach jedem Stillen etwas angeboten (30-40 ml).
Nach der Entlassung am 6. Tag haben wir die Gewichte Zuhause weiterhin täglich kontrolliert und festgestellt, dass sie wieder runter gingen (2840 und 2990). Isabel und Felipe mussten zunehmen, um kräftiger saugen zu können, deshalb haben wir Fläschchen nach dem Stillen immer angeboten. Am 15. Lebenstag wurden die Geburtsgewichte wieder erreicht. Dann haben wir 10 Tage später - als sie schon stärker waren und besser saugen konnten - mit dem BES statt Flasche angefangen. Ausnahme waren einzelne 1-2 Fläschchen in den Nächten, in denen ich aufgrund der Schmerzen nicht mehr Sitzen konnte. Hintergrund hierfür war: ich musste körperlich fit werden, damit ich das Stillen hätte durchziehen können. Zusätzlich hatte ich ca. 3 Mal am Tag abgepumpt, oder öfter, immer wenn ich noch die Kraft dazu hatte.
Mir ging es nach dem Kaiserschnitt sehr, sehr schlecht und ich hatte starke Schmerzen, auch lange noch nach der Entlassung. Noch in den 4. und 5. Wochen hatte ich nachts noch Schmerzen. Dadurch konnte ich das lange Sitzen zum Stillen nicht immer aushalten.
Um das Zufüttern zu reduzieren habe ich bisher "nur" versucht, die Mengen bzw. Häufigkeit mit BES zu reduzieren und öfter anzulegen, neben Abpumpen. Allerdings ist es vor allem gegen Ende des Tages (ab ca. 18 Uhr) nicht mehr möglich ganz ohne BES, weil sie frustriert saugen, zappeln und keine Milch kommt. Nach 2-3 Stunden Schlaf habe ich dann Nachts wieder die ausreichende Menge für die nächste Mahlzeit.
* Wie oft in 24 Stunden stillst Du?
8 bis 10 Mal
* Wie viele Milliliter fütterst Du in 24 Stunden ungefähr zu, pro Kind?
200-300 ml täglich pro Kind, hängt stark davon ab, wie wir sie "ohne" beruhigen können, bis ich wieder etwas Milch habe
* Wir oft in 24 Stunden fütterst Du zu? Nach jedem Stillen, oder manchmal auch nicht?
Vormittags kommen wir gut ohne durch und am späten Nachmittag kommen 2-3 BES dazu (je 100 mL), wobei es im Schnitt eher bei 300 mL insgesamt bleibt (ca. 150 ml täglich pro Kind). Also nicht nach jedem Stillen, nur manchmal (3-4 Mal in 24 Stunden) am späten Nachmittag.
* Wie war die bisherige Gewichtsentwicklung Deiner Babys? (bitte ALLE Daten aufschreiben):
Hier sind die wöchentlichen Daten:
Geburt 15.07: 3080 und 3210
1. Woche: 2880 und 3020
2. Woche: 3030 und 3180
3. Woche: 3300 und 3490
4. Woche: 3520 und 3730
5. Woche: 3840 und 3980
6. Woche: 4070 und 4240
7. Woche: 4320 und 4450
8. Woche: 4330 und 4510
* Hast Du ein gutes Stillbuch daheim?
Das Stillbuch von H. Lothrop
* Wie sind Deine Babys so? Schläfrige Murmeltiere, hastige Zappelkinderchen, wache Weltgucker? In welcher Schwangerschaftswoche kamen die beiden auf die Welt?
Sie sind sooo unterschiedlich
Isabel ist eher eine wache Weltguckerin und Felipe ein entspannter Murmeltier, das sich in den letzten Tagen zu einem willenstarken "Nimmersatt" entwickelt (hat ständig Hunger). Sie sind in SSW 38 per Sectio wegen BEL geholt worden.
* Hast Du schon mal versucht, beide gleichzeitig zu stillen? Klappt das Andocken auf Anhieb?
Ja, seit der Geburt werden sie gleichzeitig angelegt. Aber ich stille sie gerne auch nacheinander, weil ich besser auf jeden einzelnen eingehen kann. Das Andocken klappt super, sogar "im Flug", schon bevor sie richtig liegen sind sie fest angesaugt.
Dies beschreib doch bitte genauer - Du hast eine Woche lang nur 100-150ml pro Kind zugefüttert, anstatt 200-300ml, und nach dieser Woche haben beide Babys weniger gewogen als vorher?!?
Richtig, während der letzten Woche haben sie 10-20 g verloren, obwohl der Durchschnitt positiv blieb (hatten in den Wochen davor immer Gewichtszunahme > 200 g).
Ich trinke so viel, weil ich dachte, so sollte es sein - und nun bin ich diszipliniert und ziehe die Wassermengen durch. Bei jedem Stillen trinke ich locker 500 mL stilles Wasser, dazu noch Tee, 1-2 Gläser Malzbier und 1-2 Tassen Milch mit Caro. Nein, ich habe nicht jedes Mal so viel Durst. Aber warum kann sich das viele Trinken negativ auswirken? Im Milchbildungstee ist auch Brennnessel (wirkt nicht entwässernd?)...
Was ich aber wirklich nicht mehr aushalten kann, ist der ständige Eindruck, dass meine lieben Schätze wegen Hunger ständig weinen müssen und nicht zufrieden und friedlich einige Stunden am Stück ruhig und lächelnd sein können. Das ständige Stillen-und-Beruhigen-und-bis-zur-nächsten-Mahlzeit-Aushalten, wenn einige Tropfen Muttermilch wieder zur Verfügung stehen, das macht mich fertig.
Ich hoffe, Ihr habt eine Hilfestellung und ich freue mich auf Eure Antwort.
Viele Grüße
herzlichen Dank für die rasche Rückmeldung!
Also zu unserem Start: Da ich "unsere" Hebamme und Freundin mit in die Klinik genommen habe und obwohl sie nicht mit in den OP durfte, haben sie und mein Mann gleich nach der Sectio darauf bestanden, dass unsere Babies zu mir in den Aufwachraum kommen dürfen, um angelegt zu werden. Also wurden sie ca. 1,5-2 Stunden nach der Geburt erfolgreich angelegt. Aber meine Milch ist nicht wie erwartet am 3. Tag reichlich gekommen und die 10% Grenze der Gewichtsverluste wurde bis auf 10 g erreicht. Geburtsgewichte waren 3080 und 3210. Nun hat das Klinikpersonal viel Druck gemacht, es sei nun Zeit, etwas dazu zu geben. Nach viel Weinen und telefonischer Rücksprache mit "meiner" Hebamme habe ich zugestimmt und mein Mann hat je ein Fläschchen (20-30 mL) in der 3. Nacht dazu gegeben. Danach wurde nach jedem Stillen etwas angeboten (30-40 ml).
Nach der Entlassung am 6. Tag haben wir die Gewichte Zuhause weiterhin täglich kontrolliert und festgestellt, dass sie wieder runter gingen (2840 und 2990). Isabel und Felipe mussten zunehmen, um kräftiger saugen zu können, deshalb haben wir Fläschchen nach dem Stillen immer angeboten. Am 15. Lebenstag wurden die Geburtsgewichte wieder erreicht. Dann haben wir 10 Tage später - als sie schon stärker waren und besser saugen konnten - mit dem BES statt Flasche angefangen. Ausnahme waren einzelne 1-2 Fläschchen in den Nächten, in denen ich aufgrund der Schmerzen nicht mehr Sitzen konnte. Hintergrund hierfür war: ich musste körperlich fit werden, damit ich das Stillen hätte durchziehen können. Zusätzlich hatte ich ca. 3 Mal am Tag abgepumpt, oder öfter, immer wenn ich noch die Kraft dazu hatte.
Mir ging es nach dem Kaiserschnitt sehr, sehr schlecht und ich hatte starke Schmerzen, auch lange noch nach der Entlassung. Noch in den 4. und 5. Wochen hatte ich nachts noch Schmerzen. Dadurch konnte ich das lange Sitzen zum Stillen nicht immer aushalten.
Um das Zufüttern zu reduzieren habe ich bisher "nur" versucht, die Mengen bzw. Häufigkeit mit BES zu reduzieren und öfter anzulegen, neben Abpumpen. Allerdings ist es vor allem gegen Ende des Tages (ab ca. 18 Uhr) nicht mehr möglich ganz ohne BES, weil sie frustriert saugen, zappeln und keine Milch kommt. Nach 2-3 Stunden Schlaf habe ich dann Nachts wieder die ausreichende Menge für die nächste Mahlzeit.
* Wie oft in 24 Stunden stillst Du?
8 bis 10 Mal
* Wie viele Milliliter fütterst Du in 24 Stunden ungefähr zu, pro Kind?
200-300 ml täglich pro Kind, hängt stark davon ab, wie wir sie "ohne" beruhigen können, bis ich wieder etwas Milch habe
* Wir oft in 24 Stunden fütterst Du zu? Nach jedem Stillen, oder manchmal auch nicht?
Vormittags kommen wir gut ohne durch und am späten Nachmittag kommen 2-3 BES dazu (je 100 mL), wobei es im Schnitt eher bei 300 mL insgesamt bleibt (ca. 150 ml täglich pro Kind). Also nicht nach jedem Stillen, nur manchmal (3-4 Mal in 24 Stunden) am späten Nachmittag.
* Wie war die bisherige Gewichtsentwicklung Deiner Babys? (bitte ALLE Daten aufschreiben):
Hier sind die wöchentlichen Daten:
Geburt 15.07: 3080 und 3210
1. Woche: 2880 und 3020
2. Woche: 3030 und 3180
3. Woche: 3300 und 3490
4. Woche: 3520 und 3730
5. Woche: 3840 und 3980
6. Woche: 4070 und 4240
7. Woche: 4320 und 4450
8. Woche: 4330 und 4510
* Hast Du ein gutes Stillbuch daheim?
Das Stillbuch von H. Lothrop
* Wie sind Deine Babys so? Schläfrige Murmeltiere, hastige Zappelkinderchen, wache Weltgucker? In welcher Schwangerschaftswoche kamen die beiden auf die Welt?
Sie sind sooo unterschiedlich
* Hast Du schon mal versucht, beide gleichzeitig zu stillen? Klappt das Andocken auf Anhieb?
Ja, seit der Geburt werden sie gleichzeitig angelegt. Aber ich stille sie gerne auch nacheinander, weil ich besser auf jeden einzelnen eingehen kann. Das Andocken klappt super, sogar "im Flug", schon bevor sie richtig liegen sind sie fest angesaugt.
Dies beschreib doch bitte genauer - Du hast eine Woche lang nur 100-150ml pro Kind zugefüttert, anstatt 200-300ml, und nach dieser Woche haben beide Babys weniger gewogen als vorher?!?
Richtig, während der letzten Woche haben sie 10-20 g verloren, obwohl der Durchschnitt positiv blieb (hatten in den Wochen davor immer Gewichtszunahme > 200 g).
Ich trinke so viel, weil ich dachte, so sollte es sein - und nun bin ich diszipliniert und ziehe die Wassermengen durch. Bei jedem Stillen trinke ich locker 500 mL stilles Wasser, dazu noch Tee, 1-2 Gläser Malzbier und 1-2 Tassen Milch mit Caro. Nein, ich habe nicht jedes Mal so viel Durst. Aber warum kann sich das viele Trinken negativ auswirken? Im Milchbildungstee ist auch Brennnessel (wirkt nicht entwässernd?)...
Was ich aber wirklich nicht mehr aushalten kann, ist der ständige Eindruck, dass meine lieben Schätze wegen Hunger ständig weinen müssen und nicht zufrieden und friedlich einige Stunden am Stück ruhig und lächelnd sein können. Das ständige Stillen-und-Beruhigen-und-bis-zur-nächsten-Mahlzeit-Aushalten, wenn einige Tropfen Muttermilch wieder zur Verfügung stehen, das macht mich fertig.
Ich hoffe, Ihr habt eine Hilfestellung und ich freue mich auf Eure Antwort.
Viele Grüße