Hallo zusammen,
um den Erfahrungsbericht meiner OP hier für andere zu dokumentieren:
Glücklicherweise konnte ich zur Vorbesprechung mit dem Anästhesisten auch noch Fragen an die Chirurgin stellen. Die war SO SO SO nett und menschlich (im Gegensatz zu allen anderen Ärzten und Helfern dort, bis auf Frau Dr. Ginter) dass ich mich unter Tränen getraut habe, zu Fragen, wie sie es sieht dass ich nicht abgestillt habe. Und sie hat gesagt, dass es ja gar kein Problem sei. Narkosemittel war Propofol, siehe Embryotox:
"Empfehlung:
Die Mutter darf stillen, sobald sie nach einer Narkose mit Propofol in der Lage ist, ihr Kind selbstständig anzulegen."
https://www.embryotox.de/arzneimittel/details/propofol/
Den Namen des Schmerzmittels habe ich leider nicht aufgeschrieben, aber sie sagte dass es ebenfalls unbedenklich sei was das weitere Stillen am selben Tag betrifft.
Zur OP selbst:
Ich hatte eine Radiowellen-Closure Fast Verödung der tiefliegenden Beinvene sowie and 7 anderen Stellen eine oberflächliche Krampfaderentfernung (habe es so verstanden, dass es eine Art Mini-Stripping war).
Ich kam mit circa 30 Minuten Wartezeit dran (der Termin war um 9 Uhr), was eine kurze Wartezeit ist wenn man bedenkt dass man für normale Untersuchungen mindestens 2-3 Stunden warten muss. Ich hörte wie die Helferinnen sagten, dass 1 Stunde Verzug im OP-Bereich normal sei.
Richtig toll war, dass ich einen warmen Pullover anbehalten durfte, dadurch wurde mir nicht so kalt als ich dann zu Fuss (in OP-Schuhen) in den OP gehen konnte (was ich auch sehr viel angenehmer fand mental als reingeschoben zu werden auf einer Liege).
Die Chirurgin, zum Glück genau die, mit der ich meine Fragen zum Stillen geklärt hatte, hat mit mir dann kurz besprochen wo überall sie operieren wird und es mit Edding angemalt. Ich habe noch kurz auf eine Krampfader im Schritt gezeigt, sie meinte zuerst, dass die eventuell nicht sein müsse, das hat sich dann aber im Nachhinein wohl als notwendig rausgestellt. Ich schreibe das extra dazu, weil ich immer fand dass die Krampfadern im Intimbereich weder von den Phlebologen noch Gynäkologen untersucht werden, was mich ehrlich gesagt wundert.
Ich war nach circa 1 Stunde 20 Minuten wieder raus. Durchschnittlich dauert es wohl 45 Minuten, die reine OP.
Nach der OP wachte ich in einem Aufwachraum auf, wo mein Mann schon wartete. Die Beine sind in festen Verbänden. Dann läuft man für knapp 1 Stunde erstmal quer durch den OP Wartebereich(der leider recht schmal ist). Danach wird man dann nochmal kurz instruiert was zu beachten und zu tun ist, und es gibt einen Nachuntersuchungstermin für den nächsten Tag.
Das Propofol hatte mich etwas euphorisch gemacht, was normal ist, aber dadurch ging der erste Tag gut vorbei.
Ich wartete bis 16.30h bis ich meinen Sohn wieder gestillt habe. Theoretisch hätte ich es ja aber auch schon eher tun können, medizinisch gesehen. Aber ich wollte sicher gehen und habe solange gewartet, wie er konnte.
Die Abnahme der Verbände am nächsten Tag, zusammen mit dem Abbau des Propofols, war widerum recht hart für mich. Denn die Beine sind etwas blutverschmiert und die blauen Flecken sehen wirklich schlimm aus, nach roher Gewalt. Das nur als kleine Vorwarnung für jeden, der die OP mal macht.
Mir hat sehr geholfen, an dem Tag nochmal lange spazieren zu gehen nachmittags. Danach hatte ich die Fremdheitsgefühle in den Beinen überwunden und konnte gefühlt wieder normal gehen, wenn auch langsamer.
Inzwischen ist es fast 2 Wochen her und bis auf pieksen habe ich keine Beeinträchtigungen. Die komplette Heilung kann wohl bis zu 6-8 Wochen dauern.
Ich hoffe, dieser Bericht hilft irgendwem irgendwann mal.