Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
- Larala
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Bei uns hat der Lock-down auch wieder zu mehr Deutsch geführt. Inzwischen kommen sogar komplette Sätze auf Deutsch von meiner Tochter. Sie weiß aber, dass ich alles verstehe, was sie auf Niederländisch plappert, deshalb ist wohl der Anreiz für sie recht klein um Deutsch zu sprechen. Die deutschsprachige Spielgruppe, die ich versucht habe, ins Leben zu rufen, ist mit Corona wieder eingeschlafen.
Wir haben ungefähr 50% der Bücher auf Deutsch. Außerdem ist ihre Medienzeit fast komplett auf Deutsch und ich singe auch viel mit ihr. Ich merke, dass sie manchmal Wörter oder Formulierungen aus den Büchern oder Filmchen verwendet. Sie mischt ingesamt die Sprachen relativ stark (wobei Niederländisch ganz klar die starke Sprache ist). Wenn ihr zuerst das Deutsche Wort einfällt, während sie mit Papa spricht, korrigiert sie sich oft nochmal und sagt das niederländische Wort hinterher. Manchmal fehlt ihr auch tatsächlich das niederländische Wort für etwas (wir haben im Herbst Hagebuttenmarmelade gemacht, das konnte sie dann nur auf Deutsch erzählen).
Ich habe für mich akzeptiert, dass Deutsch für sie nur eine untergeordnete Rolle spielt und bin deswegen auch nicht mehr traurig. Ich weiß ja, dass ich mich gut mit ihr verständigen kann, dass sie durch die Zweisprachigkeit sehr viel mitnimmt, und dass sie spätestens in der Schule später sowieso Deutsch lernen und sprechen wird.
Cocolin, eine Freundin von mir ist Amerikanerin und sie sprechen in ihrer Familie nur amerikanisches Englisch. Der fast vierjährige Sohn geht seit zwei Jahren in den hiesigen Kindergarten, spricht aber Niederländisch auch mit einem starken amerikanischen Akzent, ganz genau wie die Eltern. Ich finde das auch immer kurios.
Wir haben ungefähr 50% der Bücher auf Deutsch. Außerdem ist ihre Medienzeit fast komplett auf Deutsch und ich singe auch viel mit ihr. Ich merke, dass sie manchmal Wörter oder Formulierungen aus den Büchern oder Filmchen verwendet. Sie mischt ingesamt die Sprachen relativ stark (wobei Niederländisch ganz klar die starke Sprache ist). Wenn ihr zuerst das Deutsche Wort einfällt, während sie mit Papa spricht, korrigiert sie sich oft nochmal und sagt das niederländische Wort hinterher. Manchmal fehlt ihr auch tatsächlich das niederländische Wort für etwas (wir haben im Herbst Hagebuttenmarmelade gemacht, das konnte sie dann nur auf Deutsch erzählen).
Ich habe für mich akzeptiert, dass Deutsch für sie nur eine untergeordnete Rolle spielt und bin deswegen auch nicht mehr traurig. Ich weiß ja, dass ich mich gut mit ihr verständigen kann, dass sie durch die Zweisprachigkeit sehr viel mitnimmt, und dass sie spätestens in der Schule später sowieso Deutsch lernen und sprechen wird.
Cocolin, eine Freundin von mir ist Amerikanerin und sie sprechen in ihrer Familie nur amerikanisches Englisch. Der fast vierjährige Sohn geht seit zwei Jahren in den hiesigen Kindergarten, spricht aber Niederländisch auch mit einem starken amerikanischen Akzent, ganz genau wie die Eltern. Ich finde das auch immer kurios.
mit der Ritterin vom "Ni" 5/17
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Schön, von euch allen zu lesen und toll, dass der Lockdown doch etwas Gutes hat 
@cocolin: ihr sprecht als Familiensprache Englisch und dein Mann mit ihm irisch oder?
Hmm also hier gibt es auch manchmal falsche Aussprache oder Artikel, wenn der Papa z. B. Ein deutsches Lied falsch singt.
Also es hat vielleicht schon einen Einfluss? Aber wenn dein Englisch gut ist, ist es wirklich komisch.
Wie schade, dass die Gruppen bei euch nicht so gut laufen. Hier ist tatsächlich besonders bei den englischen Gruppen die Auflage, dass die Eltern Muttersprachler sind.
@Larala wie schön, dass es wieder mehr deutsch gibt und du es aber auch gut annehmen kannst, dass es nicht ihre bevorzugte Sprache ist. Ich fände das auch ok, so lange man sich trotzdem gut mit dem eigenen Kind unterhalten kann
@cocolin: ihr sprecht als Familiensprache Englisch und dein Mann mit ihm irisch oder?
Hmm also hier gibt es auch manchmal falsche Aussprache oder Artikel, wenn der Papa z. B. Ein deutsches Lied falsch singt.
Also es hat vielleicht schon einen Einfluss? Aber wenn dein Englisch gut ist, ist es wirklich komisch.
Wie schade, dass die Gruppen bei euch nicht so gut laufen. Hier ist tatsächlich besonders bei den englischen Gruppen die Auflage, dass die Eltern Muttersprachler sind.
@Larala wie schön, dass es wieder mehr deutsch gibt und du es aber auch gut annehmen kannst, dass es nicht ihre bevorzugte Sprache ist. Ich fände das auch ok, so lange man sich trotzdem gut mit dem eigenen Kind unterhalten kann
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Cocolin
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Nein, irisch spricht leider keiner mit ihm. Mein Mann spricht es selber nicht gut, und die Bekannte die es muttersprachlich spricht treffen wir wegen Corona nicht mehr...MCM18 hat geschrieben: 28.01.2021, 22:43 Schön, von euch allen zu lesen und toll, dass der Lockdown doch etwas Gutes hat
@cocolin: ihr sprecht als Familiensprache Englisch und dein Mann mit ihm irisch oder?
Hmm also hier gibt es auch manchmal falsche Aussprache oder Artikel, wenn der Papa z. B. Ein deutsches Lied falsch singt.
Also es hat vielleicht schon einen Einfluss? Aber wenn dein Englisch gut ist, ist es wirklich komisch.
Also wir sind zweisprachig unterwegs!
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Thesan
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Wir sind ein dreisprachiger Haushalt...
Hier läuft es seit dem lockdown unverändert, ich spreche Deutsch/Englisch mit der Kleinen, der Schwiegervater nur British English (kümmert sich um die Betreuung vormittags), meine Eltern sprechen Bayerischen Dialekt und mein Mann soll eigentlich Dänisch mit ihr sprechen, spricht aber stattdessen ständig (nur teilweise korrektes) Deutsch oder dann American English. Wie man sieht ein ziemliches Durcheinander... Besonders das Dänisch leidet massiv (das spricht leider nur mein Mann als Muttersprachler..).
Sie spricht daher hauptsächlich Deutsch/Bayrisch, ab und an Brocken Englisch (Farben, Zahlen, Tiere und ausrufe wie "Oh No!" Oder "Thank you") und so gut wie nie Dänisch, wobei sie bei letzterem zumindest Farben und Körperteile schon relativ gut versteht und theoretisch auch benennen kann.
Sehr viel Erfolg hatte ich mit englischen Liedern, da kann sie Ruck zuck den Text und versteht auch gut die Bedeutung wenn man passende Bilder dazu hat. Dänisch versuchen wir in der Medienzeit einzubringen, leider gibt es da ja nicht so viel Material.
Hier läuft es seit dem lockdown unverändert, ich spreche Deutsch/Englisch mit der Kleinen, der Schwiegervater nur British English (kümmert sich um die Betreuung vormittags), meine Eltern sprechen Bayerischen Dialekt und mein Mann soll eigentlich Dänisch mit ihr sprechen, spricht aber stattdessen ständig (nur teilweise korrektes) Deutsch oder dann American English. Wie man sieht ein ziemliches Durcheinander... Besonders das Dänisch leidet massiv (das spricht leider nur mein Mann als Muttersprachler..).
Sie spricht daher hauptsächlich Deutsch/Bayrisch, ab und an Brocken Englisch (Farben, Zahlen, Tiere und ausrufe wie "Oh No!" Oder "Thank you") und so gut wie nie Dänisch, wobei sie bei letzterem zumindest Farben und Körperteile schon relativ gut versteht und theoretisch auch benennen kann.
Sehr viel Erfolg hatte ich mit englischen Liedern, da kann sie Ruck zuck den Text und versteht auch gut die Bedeutung wenn man passende Bilder dazu hat. Dänisch versuchen wir in der Medienzeit einzubringen, leider gibt es da ja nicht so viel Material.
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Nusserl
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Meine Grosse geht seit diesem Jahr nicht mehr in den Italienischunterricht. GG und seine Eltern sagen aber, dass sie wirklich gut spricht. Sie war in den Herbstferien auch 2 Tage auf einem Bauernhof helfen, als wir bei den Schwiegereltern waren. Da konnte sie sich problemlos verständigen und schreibt mit der Bäuerin über WhatsApp.
Die beiden Kleine reden ganz gut. Die Kleine versteht aber oft nicht alles, was die Lehrerin sagt. Das fällt erst jetzt auf, weil bis zu Beginn des Schuljahres beide gemeinsam in einem Kurs waren und immer nebeneinander sassen. Und nach wenigen Wochen wegen Corona wieder Inselbewohner Kurs waren.
Jetzt ist für Italienisch nur online möglich, und da geht die Mittlere wieder in den Kurs für die Grossen. Die Kleine hat vor 2 Wochen dann vor dem Laptop zu weinen begonnen. Dann eine Woche ausgelassen. Diese Woche hat sich die Mittlere dann daneben gesetzt und am Handy gespielt. Aber die letzte halbe Stunde hat sie dann geholfen. So funktioniert es wieder.
Ich finde es ja immer noch doof, dass die Lehrerin kein Wort Deutsch spricht und daher nicht selber weiter helfen kann.
Die beiden Kleine reden ganz gut. Die Kleine versteht aber oft nicht alles, was die Lehrerin sagt. Das fällt erst jetzt auf, weil bis zu Beginn des Schuljahres beide gemeinsam in einem Kurs waren und immer nebeneinander sassen. Und nach wenigen Wochen wegen Corona wieder Inselbewohner Kurs waren.
Jetzt ist für Italienisch nur online möglich, und da geht die Mittlere wieder in den Kurs für die Grossen. Die Kleine hat vor 2 Wochen dann vor dem Laptop zu weinen begonnen. Dann eine Woche ausgelassen. Diese Woche hat sich die Mittlere dann daneben gesetzt und am Handy gespielt. Aber die letzte halbe Stunde hat sie dann geholfen. So funktioniert es wieder.
Ich finde es ja immer noch doof, dass die Lehrerin kein Wort Deutsch spricht und daher nicht selber weiter helfen kann.
Glücklich mit drei Mädels und Mann
07/2008, 11/2011 und 04/2014
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- MarinaG
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Unser jüngster Sohn hat 2020 auch einen großen Fortschitt in seinem Russisch gemacht, teilweise durch Lockdown, da ich mit ihm viel zu Hause war. Obwohl wir coronabedingt nicht wie gehofft nach Russland reisen konnten. Sein aktiver Wortschatz ist deutlich größer geworden, er verwendet komplexe Sätze und spricht mit mir jetzt überwiegend auf Russisch, manchmal auch mit seinen Geschwistern.
Alle drei Kinder haben jetzt haben jetzt Online-Unterricht mit den Lehrern aus unserer russischen Samstagsschule. Es läuft gut, obwohl natürlich nicht alles virtuell möglich ist. Die beiden Großen lesen auch viel auf Russisch, wir haben viele tolle Bücher zu Hause. Es gibt auch relativ viele Bücher in russischen Sprache auf Antolin, was die Motivation erhöht. Mein Ziel ist, auch dem Kleinen Lesen auf Russisch bis zur Einschulung beizubringen.
Alle drei Kinder haben jetzt haben jetzt Online-Unterricht mit den Lehrern aus unserer russischen Samstagsschule. Es läuft gut, obwohl natürlich nicht alles virtuell möglich ist. Die beiden Großen lesen auch viel auf Russisch, wir haben viele tolle Bücher zu Hause. Es gibt auch relativ viele Bücher in russischen Sprache auf Antolin, was die Motivation erhöht. Mein Ziel ist, auch dem Kleinen Lesen auf Russisch bis zur Einschulung beizubringen.
Die besten Kinder überhaupt:
Alexander (April 2011), Katharina (Oktober 2013) und Julian (Februar 2016)
Alexander (April 2011), Katharina (Oktober 2013) und Julian (Februar 2016)
- Larala
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Wow, Marina, das scheint mir ein ehrgeiziges Ziel zu sein, aber wäre ja echt cool, wenn das klappt! Ich bin ganz froh, dass alle Kinder hier in der Schule sowieso Deutschunterricht haben. Daher bin ich ganz entspannt, was das Schreibenlernen auf Deutsch angeht. Das kyrillische Alphabet zusätzlich zum lateinischen zu lernen ist ja nochmal eine ganz andere Hausnummer als "nur" eine andere Sprache im selben Alphabet.
Mir ist noch was lustiges eingefallen, was ich hier gerne teilen will: Meine Tochter übersetzt öfters Lieder. Heute hat sie Häschen in der Grube gesungen und dabei das Wort "Häschen" durch das niederländische "konijntje" ersetzt.
Mir ist noch was lustiges eingefallen, was ich hier gerne teilen will: Meine Tochter übersetzt öfters Lieder. Heute hat sie Häschen in der Grube gesungen und dabei das Wort "Häschen" durch das niederländische "konijntje" ersetzt.
mit der Ritterin vom "Ni" 5/17
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Serafin
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Hier bekommt der große in der Schule dann eine deutsche Lehrerin die zusätzlichen jetzt normalen Lehrkraft kommt weil er eine andere Muttersprache hat. Im ersten Jahr in der Schule bekommt man das immer genehmigt. Danach halt, wenn man es noch braucht. Theoretisch soll die Lehrerin den Stoff nochmal auf Deutsch erklären und Norwegisch üben. Praktisch können die Kinder eh meist norwegisch und dann macht sie lesen und schreiben in deutsch.
kleiner Maulwurf 12/15
kleiner Schildkröterich 05/19
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- Mäusebaby
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Bei uns merkt man den Lockdown jetzt auch bzw. dass ich doch mehr Zeit mit unserer Tochter verbringe. Sie spricht zwar fast ausschließlich Deutsch, aber sie versteht viel mehr Englisch.
Ein wenig zum Leidwesen meines Mannes und mir, weil wir jetzt keine „Geheimsprache“ mehr haben, weil ich kein Kroatisch sprechen kann und er kein Spanisch (Französisch können wir beide nicht).
Zum Thema Dialekt: Unsere Neffen wachsen dreisprachig auf. Englisch spricht der, der schon sprechen kann, mit deutschem Akzent, Deutsch mit Holländischem und Holländisch kann ich nicht beurteilen.
Ein wenig zum Leidwesen meines Mannes und mir, weil wir jetzt keine „Geheimsprache“ mehr haben, weil ich kein Kroatisch sprechen kann und er kein Spanisch (Französisch können wir beide nicht).
Zum Thema Dialekt: Unsere Neffen wachsen dreisprachig auf. Englisch spricht der, der schon sprechen kann, mit deutschem Akzent, Deutsch mit Holländischem und Holländisch kann ich nicht beurteilen.
Liebe Grüße,
Mäusebaby mit ihrem Weihnachtswunderwunschkind (09/2015) und zwei **
"The only time you should look down on somebody is when you're trying to help them up."
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- Larala
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Das mit der Geheimsprache ist wirklich ein Problem. Meine Tochter versteht auch alles, was ich mit meinem Mann oder anderen Leuten auf Englisch bespreche.
Mir fällt in letzter Zeit öfter auf, dass mein Mann manchmal aus Versehen ein deutsches Wort benutzt, obwohl er sonst nie Deutsch spricht (er kann es zwar, aber traut sich normalerweise nicht). Die mehrsprachige Erziehung fruchtet scheinbar also auch bei den Eltern.
Mir fällt in letzter Zeit öfter auf, dass mein Mann manchmal aus Versehen ein deutsches Wort benutzt, obwohl er sonst nie Deutsch spricht (er kann es zwar, aber traut sich normalerweise nicht). Die mehrsprachige Erziehung fruchtet scheinbar also auch bei den Eltern.
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