Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

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Safran
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Safran »

Upps der Anfang wurde irgendwie verschluckt.

Meine Muttersprache ist Mazighisch/Berbisch, wird in Nordafrika gesprochen, Tunesien, Ägypten, Marokko, Algerien etc. Das noch mal in 1000Dialekten.
Safran mit Peanut 12/2019
Fluffy
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Fluffy »

Vielen Dank schon mal für eure ganzen Tipps und Erfahrungen!

Larala, leider sprechen die beiden nur Deutsch als gemeinsame Sprache. Daher denke ich auch, dass es für beide wichtig wäre, in der jeweiligen Muttersprache mit dem Kind zu kommunizieren.

Ich werde ihnen eure Tipps mal zukommenlassen, mal sehen, wie sie sich entscheiden.
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Serafin
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Serafin »

Safran hat geschrieben: 03.11.2020, 15:32 Upps der Anfang wurde irgendwie verschluckt.

Meine Muttersprache ist Mazighisch/Berbisch, wird in Nordafrika gesprochen, Tunesien, Ägypten, Marokko, Algerien etc. Das noch mal in 1000Dialekten.
Und wegen den vielen Dialekten gibt's dann keine Bücher?
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Safran
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Safran »

Serafin hat geschrieben: 03.11.2020, 17:04
Safran hat geschrieben: 03.11.2020, 15:32 Upps der Anfang wurde irgendwie verschluckt.

Meine Muttersprache ist Mazighisch/Berbisch, wird in Nordafrika gesprochen, Tunesien, Ägypten, Marokko, Algerien etc. Das noch mal in 1000Dialekten.
Und wegen den vielen Dialekten gibt's dann keine Bücher?
Nordafrika wurde vor etwa 1300 Jahren von Arabern erobert. Kannst dir vorstellen, dass es damals wenig geschriebenes gab und was es gab ist "verschwunden", arabisch wurde Staatssprache und damit auch die arabische Schreibsprache, die ursprüngliche Schrift verschwand eigentlich und die Sprache wurde nur noch gesprochen (wobei auch das sehr ungern gesehen/gehört würde von den Machthabern). Auch im Schulunterricht wurd/wird nur auf arabisch gesprochen, später kamen französisch und spanisch hinzu.
Erst seit einigen Jahrzehnten wird wieder das geschriebene Mazighisch in der mazighischen Schrift wiederbelebt. Das kann ich aber nicht lesen und es gibt kaum Kurse. Das dauert alles noch seine Zeit.
So in kurz, hoffe verständlich?
Safran mit Peanut 12/2019
Serafin
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Serafin »

Safran hat geschrieben: 03.11.2020, 17:16
Serafin hat geschrieben: 03.11.2020, 17:04
Safran hat geschrieben: 03.11.2020, 15:32 Upps der Anfang wurde irgendwie verschluckt.

Meine Muttersprache ist Mazighisch/Berbisch, wird in Nordafrika gesprochen, Tunesien, Ägypten, Marokko, Algerien etc. Das noch mal in 1000Dialekten.
Und wegen den vielen Dialekten gibt's dann keine Bücher?
Nordafrika wurde vor etwa 1300 Jahren von Arabern erobert. Kannst dir vorstellen, dass es damals wenig geschriebenes gab und was es gab ist "verschwunden", arabisch wurde Staatssprache und damit auch die arabische Schreibsprache, die ursprüngliche Schrift verschwand eigentlich und die Sprache wurde nur noch gesprochen (wobei auch das sehr ungern gesehen/gehört würde von den Machthabern). Auch im Schulunterricht wurd/wird nur auf arabisch gesprochen, später kamen französisch und spanisch hinzu.
Erst seit einigen Jahrzehnten wird wieder das geschriebene Mazighisch in der mazighischen Schrift wiederbelebt. Das kann ich aber nicht lesen und es gibt kaum Kurse. Das dauert alles noch seine Zeit.
So in kurz, hoffe verständlich?
Kannst du dann auch französisch? Du warst dort doch noch in der Schule, wenn ich dich richtig verstehe?
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Safran
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Safran »

Ich bin in Deutschland geboren, meine älteren Geschwister waren sehr jung als sie kamen und sprachen also auch noch kein französisch.

Hatte selbst Französisch ab der 7.Klasse als 2.Fremdsprache gewählt. Un peu ist davon hängen geblieben, aber wirklich nur ein kleines bißchen peu😅
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von neara »

ArcaFi hat geschrieben: 03.11.2020, 12:47 Hallo :) kennt das hier jemand, dass sich das Sprechen der anderen Sprache (als Deutsch) mit den Kindern doof anfühlt?
Ich kann nicht direkt zu Kindern was sagen, wir sind ja noch ganz am Anfang. Kenne es aber von anderen Freunden / Kollegen / meinem Mann, dass - auch wenn mehrere Sprachen sehr gut beherrscht werden - man doch immer eine "Hauptsprache" hat und die anderen sich befremdlich anfühlen. (ZB wenn man die Sprache wechselt je nachdem, wer noch beim Gespräch dabei ist.) Wenn es mehr zur Routine wird, braut man die gefühlte Barriere ab...

Sonst klingt es aber gerade ganz stimmig bei euch mit Fr., oder?
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von neara »

Safran hat geschrieben: 03.11.2020, 18:15 Ich bin in Deutschland geboren, meine älteren Geschwister waren sehr jung als sie kamen und sprachen also auch noch kein französisch.

Hatte selbst Französisch ab der 7.Klasse als 2.Fremdsprache gewählt. Un peu ist davon hängen geblieben, aber wirklich nur ein kleines bißchen peu😅
Safran, schön, dich auch hier zu treffen.
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von neara »

chennai hat geschrieben: 03.11.2020, 13:48 Aber seit 1-2 Jahren (also so ab 9) wurde deutlich, dass die Große sehr viel versteht. Mittlerweile schaut sie Filme auch auf Englisch, liest mal ein englisches Buch und Englisch in der Schule ist eines ihrer Lieblingsfächer. Sie macht auch Erdkunde bilingual und liebt es. Wie viel die Kleine (jetzt 9) versteht, wissen wir nicht genau, aber zumindest hat sie generell Interesse an Sprachen - im Unterschied zur Großen auch an Französisch, was hier in Belgien natürlich sehr wichtig ist.
Das klingt wirklich schön bei euch, Chennai, also dass sie beide Interesse an Sprachen haben. Das ist eigentlich auch mein Ziel. Für welche Sprache auch immer sich der Kleine entscheidet und sei es auch, er lehnt meine oder die des Vaters ab, ich wünsche mir für ihn vor allem das multilinguale "mindset" und Interesse daran.

Ich habe den Thread schon nach und nach durchgelesen, aber es ist offenbar wenig hängen geblieben. :roll: Welche Sprache ist bei euch die Umgebungssprache? Niederländisch?
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Nusserl »

nido56 hat geschrieben: 03.11.2020, 13:16 Ja, hier ich! Bei mir ist allerdings Deutsch die Sprache, mit der es einfach nicht geklappt hat. Ich bin sehr traurig deswegen, aber ich habe es einfach nicht hingekriegt, mit dem Piraten regelmäßig Deutsch zu sprechen.
nido
ich möchte dir Mut machen.
Mein GG ist in Italien geboren und aufgewachsen. Seine Mutter ( Österreicherin) hat anfangs Deutsch mit ihm gesprochen und es gab anfangs auch immer österr. Au pairs. Als mein Mann dann etwa 3 war, kam er in den Kindergarten und hat bemerkt, dass dort ja keiner Deutsch spricht. Folge war ein Sprchstreik udn meien Schwiegermutter spricht seither italienisch mit ihm. Deutsch hat er nur mehr verwendet, wenn er im Sommer bei den Grosseltern war. Und da ist er auch schnella uf Englisch ausgewichen, wenn irgend möglich.
Nach dem Studium hat er aber beschlossen anch Österreich zu ziehen. Er erzählt immer, dass die ersten Woche auf Deutsch arbeiten echt anstrengend waren. Aber seither kann er es echt gut sprechen. Bloss die Artikel wird er wohl nie mehr lernen :lol: Schreiben ist eine andere Kategorie. Da versteht man absolut den Sinn, aber bei offiziellen Briefen lese ich drüber, weil der Satzbau komisch ist und mancham die Grammatik nicht stimmt.
Er hat also seine Muttersprache erst wirklich als Erwachsener gelernt. Und er ist definitiv kein Sprachtalent.
Vielleicht erkennt der Prat irgendwann wie cool es ist, mehrere Sprachen zu können. Deutsch ist zwar sehr schwer, aber mit der Basis aus der Kindheit wird das sicher leichter.

Meine Mädels gehen weiterhin in den Italienischunterricht. Die Grosse nicht mehr, weil sie Samstag morgen eine Zumutung findet und sich lieber auf die Aufnahmeprpüfung fürs Gymnasium lernt. Und die Schwiegereltern bestätigen, dass sie sehr, sehr gut spricht.
Die beiden Kleinen gehen mehr oder weniger freiwillig in den Unterricht der Botschaft. Überraschenderweise spricht die Jüngste echt wenig Italienisch. Obwohl seit ihrer Geburt eine italienischsprachige Nanny hatten. Aber da sie 3 der 4 Jahre mit ihr kaum gesprochen hat, hat sie nicht wirklich davon profitiert. Im Gegensatz zur Mittleren. Ich finde es faszinierend.

Und wie erwartet ist Französisch für die Grosse nun ziemlich einfach zu lernen. Bloss die Aussprache ist tricky, aber das ist halt französisch :lol:
Glücklich mit drei Mädels und Mann
07/2008, 11/2011 und 04/2014
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