Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

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Blumee
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Blumee »

:-)

Töchterlein wiederholt im Moment ihre ersten Wörter in zwei verschiedenen Sprachen. Sie sagt also "tombé-vallen", wenn ihre Puppe gefallen ist, oder "soulier-schoenen". Ob sie wohl später Übersetzerin wird...? ;-)
Sarah, mit dem Spatz (November 2014) und der kleinen Maus (April 2018)
Cocolin
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Cocolin »

Odakko das ist ja cool dass da schon so viel Englisch kommt!

Und übersetzen ist ja nochmal höhere Kunst 😊


R fängt jetzt mehr mit Englisch an, wobei es meist noch nur kommt wenn er viel mit seinem Papa zusammen ist, wie jetzt am Wochenende.

Seine Aussprache ist auch manchmal eigenwillig... er verlangt seit Wochen ein Buch zu lesen, das er ,bieees‘ oder so ähnlich nannte. Ich hatte keine Ahnung was er meint, und er wollte mir auch den Inhalt nicht beschreiben. Heut hatte er es in der Hand: ‚the squirrels that squabbled‘.
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Blumee
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Blumee »

Jaaaa, die Aussprache... Ist auch hier manchmal sehr lustig :lol:
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Fluffy
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Fluffy »

Hallo ihr Lieben,

hier ist es ja ein wenig still geworden, aber ich frag einfach trotzdem mal :)

Meine Freundin möchte ihr Kind mehrsprachig erziehen.
Sie ist Japanerin, ihr Mann Niederländer, und das Kind wird in Deutschland aufwachsen; Familiensprache ist Deutsch, aber beide haben Deutsch als zweite Sprache im Erwachsenenalter gelernt.
In den ersten drei Jahren wird der Kleine wohl noch zu Hause bleiben, die Eltern werden aber ähnlich viel Zeit mit dem Kind einzeln verbringen (die Mutter wohl ein wenig mehr).

Sie sind nun ein wenig verunsichert, mit welchen Sprachen sie ihr Kind aufwachsen lassen wollen. Sie tendieren zur Zweisprachigkeit Japanisch/Deutsch, denn sie sind sich nicht sicher, ob Niederländisch als dritte Muttersprache in dieser Konstellation "machbar" ist, da Deutsch und Niederländisch sich ja auch sehr ähneln und drei Sprachen in dieser Konstellation das Kind vielleicht überfordern könnte; gerade, wenn nicht nur die Umgebungs- sondern auch die Familiensprache Deutsch ist.

Ich plädiere aus pädagogischer Sicht immer für eine mehrsprachige Erziehung, wenn es möglich ist, habe damit aber keine praktischen Erfahrungen.
Habt ihr da Erfahrungswerte? Vielleicht auch Tipps, wie eine solche Sprachkonstellation erfolgreich umgesetzt werden kann?
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Serafin
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Serafin »

Na ja, Mama Japanisch, Papa niederländisch und deutsch ist Straßensprech 8) . Wenn es nicht klappt, kann man ja immer noch was ändern.


Wir haben jetzt die Konstellation, dass wir zu Hause deutsch sprechen, auch nichts anderes können. Die Kinder im Kindergarten norwegisch. Da auf der Arbeit fast nur Ausländer sind, sehe ich auch irgendwie für mich kaum eine Möglichkeit, die landessprache zu lernen. Momentan spricht der Maulwurf einfach deutsch im Kindergarten. Davon auch sehr viel :mrgreen: . Er ist gut integriert und beim Vorlesen versteht er mittlerweile auch schon viel.
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neara
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von neara »

Fluffy, ich kann von unseren Freunden berichten. Bei ihnen klappt es dreisprachig wirklich gut. Da ist allerdings die Familiensprache englisch und die Umgebungssprache ändert sich immer mal wieder, weil die Familie international arbeitet. Die ersten drei Jahre war es englisch.

Beide Eltern sprechen die Tochter konsequent in der eigenen Sprache an. Sie, mittlerweile 5 Jahre alt, spricht fließend die beiden Elternsprachen, versteht gut englisch und kann auch ein wenig englisch sprechen. Die beiden Eltern verstehen und sprechen auch immer mehr die Sprache des anderen und sie alle wachsen da gemeinsam ziemlich entspannt und ohne Zwang in die Mehrsprachigkeit.

Es ist halt immer sehr abhängig von der individuellen Konstellation, aber ich finde, dass man sich drei Sprachen zutrauen kann. Vielleicht findet es das Kind irgendwann doof und wird nur deutsch sprechen wollen oder niederländisch fällt irgendwann spontan weg, man arrangiert sich ja immer aufs Neue. Ich finde aber, man kann es ruhig versuchen, more is more. 😉 ... Wir lassen hier gerade auch unseren dreisprachigen Experiment laufen.
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Cocolin »

Ich würde auch sagen, jeder seine Sprache und Deutsch kommt von alleine. Eine Schulfreundin von mir Ist so aufgewachsen und unsere Nachbarn machen es auch.

Warum ist es hier eigentlich so still geworden? 😊

Bei uns war der einzig positive Nebeneffekt der Coronazeit, dass R jetzt viel mehr Englisch spricht, weil Papa halt mehr zuhause war. Er lernt in rasender Geschwindigkeit neue Worte wenn man sie ihm „gibt“. Also sein deutscher Wortschatz ist deutlich größer und er spricht dann oft Denglisch. Also das Wort was er nicht kennt auf Englisch, sagt er einfach auf deutsch. Wenn Papa dann den Satz mit dem englischen Wort wiederholt, nutzt er es sofort auch.

Und er fragt jetzt oft nach irischen Wörtern, was nur problematisch ist weil ich es ja kaum kann und mein Mann jetzt auch keinen Riesen Wortschatz hat. Aber R hat irgendwie das Konzept Sprache verstanden bzw. versucht es, fragt ganz oft „redet der Englisch oder Deutsch“ „wie redet man da und da“ oder auch dass er hinterfragt warum ich wann Englisch rede. Und fragt dann eben auch mal „wie heißt das auf Irisch“? Ich hab mir jetzt mal ne Wörterbuch App installiert und weiß schon, dass Kacki „cac“ heißt 😂
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von nido56 »

Cocolin hat geschrieben: 07.10.2020, 22:13
Warum ist es hier eigentlich so still geworden? 😊
Ich habe mich hier zurueck gezogen, wil wir die Zweisprachigkeit aufgegeben haben. Also, der Zug Zweisprachigkeit ist ja schon seit Jahren abgefahren, aber ich hatte danach noch eine Weile das Projekt "Deutsch als Fremdscprache".

Aber dieses Jahr haben wir echt viel auf dem Buckel. Home Schooling mit gleichzeitigem Teleworking haben mich so gefordert, dass ich echt keine Kapazitaeten mehr fuer Deutschunterricht hatte. Und inzwishcen kann er eh schon mehr Englisch als Deutsch. Damit, mit viel Gestik und dem bisschen Spanisch der Grosseltern wurschteln die sich so durch.

Ich kann einfach nicht Deutsch mit jemandem reden, der mir auf Spanisch antwortet. Da blockiert mein Hirn und ich kann das Deutsch echt nicht vernuenftig abrufen. Und fuer Unterricht habe ich im Moment weder Zeit noch Nerven. Da liegen jetzt einfach die Prioritaeten anders.
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von MarinaG »

Hier läuft es weiter. Alle drei gehen samstags zum Russischunterricht (im Frühling gab es Onlineunterricht für die beiden älteren). Das gehört schon lange zum Alltag. Zu Hause wird viel (vor)gelesen. Es gibt viele (auch kostenlose) angebote online - von Malunterricht bis Sachkundethemen, sowas erweitert den Wortschatz enorm und macht Spaß.
Mein jüngste Sohn hat mit mir lange überwiegend auf Deutsch gesprochen. In den letzten Monaten höre ich immer mehr Russisch von ihm. Man sieht, dass da irgendwas click gemacht hat.
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von ArcaFi »

Hallo :) kennt das hier jemand, dass sich das Sprechen der anderen Sprache (als Deutsch) mit den Kindern doof anfühlt? Wenn ja, habt ihr es dann quasi erzwungen?

Für mich war es immer selbstverständlich dass ich meine Kinder in Deutschland auf Französisch aufziehen würde (oder andersrum). Bin selber 2-sprachig aufgewachsen. Nun sieht es so aus, dass sich das Sprechen mit den Kindern auf Französisch sehr befremdlich anfühlt. Deswegen habe ich es bei der Großen irgendwann gelassen. Wir hören Musik und lesen ab und zu Bücher auf frz. Habe mich aber immer schlecht gefühlt, ihr die Sprache nicht richtig zu vermitteln.
Nun hatten wir die riesen Chance, einen Platz in einem d-frz Kindergarten zu bekommen. Dort gibt es teilweise frz Erzieherinnen und sie sprechen mit den Kindern einfach frz, egal welche Sprache die Kinder anwenden. Nach 3 Monaten versteht sie es schon recht gut und das Bücherlesen wird so langsam auch interaktiv: ich frage sie auf Frz wo sie auf den Bildern verschiedene Gegenstände sieht und sie zeigt sie mir ganz spontan. Manchmal spricht sie die Wörter von sich aus nach. Ich bin so glücklich dass es klappt! Vielleicht kann sie die Biöder auch bald kommentieren. Vielleicht verflüssigt es sich dann auch irgendwann und fühlt sich nicht mehr komisch an :)

Wollte nur mal meine bisherige Erfahrung loswerden. Und wie gesagt, es würde mich interessieren ob jemand anderes so eine Art Blockade hat oder hatte und damit umgeht!
mit Meh (09.2017) und Leh (08.2020)
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