So, hier ist noch mal alles schön hingekrempelt.
Idealerweise treffen jetzt das Futter von Schaft und Umrandung exakt Stoß an Stoß aufeinander
Wenn es nicht ganz passt, macht man es halt passend und schneidet noch irgendwo nen Millimeter ab
Dann alles Äußere nochmal wegkrempeln
Jeweils bis zur Oberkante der Umrandung Stoß an Stoß nähen
Das ist etwas fummelig, aber zum Glück sieht man die Stellen später im Schuh eh kaum, auch wenn es etwas schief (links) oder etwas fehlstichig (rechts) wird
Schuhe richtig herum hinkrempeln und Hackenpolster kontrollieren, evtl. nochmal richtig reinstopfen
Es wird jetzt von links genäht, also Fäden wechseln
Knapp an der Belegkante von vorne nach hinten absteppen und im selben Zug den Polstertunnel mit ein paar Stichen verschließen
Man kann das Absteppen des Belegs auch weglassen, vorne wird der eh ja auch noch von den Ösen gehalten. Generell bin ich mit diesen Nähten oft so unzufrieden (von links wird einfach nie so schön wie von rechts), dass ich da bestimmt noch mehr experimentiere.
Ich mach das Absteppen des Belegs übrigens erst jetzt, damit das Futter beim Annähen von Umrandung/Fersenschutz mehr Spiel hat. Bei so dünnem weichem Futter wie hier ist es aber fast egal.
Innen das Futter nochmal schön glatt nach unten streichen und schauen, ob es alles exakt richtig ist. Da ist ja ringsum nur minimal NZ, da soll also quasi das Futter nur gerade so den Außenschaft bedecken bzw. vorne bei der Umrandung das Futter gerade bis auf die spätere Nahtlinie der Außensohlennaht (ca. 1 cm von der Kante der Umrandung) reichen.
Im Zweifel das Futter noch leicht kürzen. Das bedeutet, im Zweifel den 1 mm NZ noch mehr oder weniger komplett abzuschneiden.
Das ist okay! Der Schuh wird trotzdem groß genug

(Ich hatte auch überlegt, das gleich ganz ohne NZ zuzuschneiden, ehrlich gesagt

)
Die Futtersohle kriegt eine genauso minimale NZ von 1 mm
Alles schön rechts auf rechts aneinanderklammern
Sohle nach unten und Schuh nach oben unter die Nähmaschine
Schmalen Zickzack (ca. 2 mm breit) einstellen
Einmal um die Sohle drumrumnähen, sodass die Nadel außen immer neben das Leder trifft
Weil der Stich so schmal ist, muss man wirklich drauf achten, das immer alles bündig liegt und man beide Schichten erwischt. Man kann aber dabei wieder problemlos unterbrechen und die Naht neu ansetzen, wenn es irgendwie krumm wird, das sieht man später auch von innen nicht.
Von innen ist dann alles hübsch. Man hat die Naht als minimalen Knubbel ringsherum, zum Glück ist der Fuß an der Kante nicht rechteckig, sondern rund, sodass das kein Problem ist und nicht drückt.
(Wenn die spätere Schuhträgerin kooperativ ist, kann man jetzt auch schon mal scherzeshalber den Fuß reinstecken ... oder man begnügt sich halt damit, mal einen ausgeschnittenen Fußumriss vom Größenmessen reinzuschieben ...)
*
Ich glaub, bei der Originalanleitung wird bei Leder die Futtersohle so angenäht, dass die NZ letztlich innen im Schuh zu liegen kommt (sichtbar). Dann soll man noch eine Einlegesohle zum Ausgleich (und Aufhübschen) anfertigen. Mich hat das bisher nicht so sehr überzeugt, dass ich das mal ausprobiert hätte

Insbesondere bei den ganz kleinen Größen ist dann mit noch 2-3 Schichten Leder für eine Einlegesohle ziemlich bald in der Höhe auch gar kein Platz mehr für Füße (und Babyspeckfüße neigen jetzt ja auch nicht dazu, besonders flach zu sein

).
Ich hab es bei meiner Variante eh leichter. Beim Original näht man konstruktionsbedingt sogar noch den Außenschaft mit an die Futtersohle. Das macht es halt jetzt auch nicht gerade un-knubbeliger ... (und taugte mir wieder insbesondere für die ganz kleinen Größen so gar nicht).
Na ja ... das alles mal so am Rande ...