Nadine212 hat geschrieben: 07.05.2019, 10:01
Ja keine Ahnung meine Mama meinte nur kein Wunder das ihr schlecht ist und ich soll mal stundenlang immer nur eine Kleinigkeit essen das ist nicht gut. Hat mich total verunsichert.
Das verstehe ich. ((())) Aber sie trinkt ja nicht durchgehend, sondern nuckelt, döst mal weg. Das nennt man im Fachjargon
Breastsleeping und das ist für Menschenbabys ein völlig normales Verhalten. Nur wissen das viele nicht, weil Babys durch Fütterung nach Plan überhaupt kein natürliches Verhalten an den Tag legen
können. In unseren Eltern- und Großelterngenerationen wurde das sehr rigoros durchgezogen. Immer nach der Uhr, nie nach Bedarf. Deshalb "konnten" viele Frauen nicht stillen. Einfach, weil es zu wenig Stimulation gab und die Babys dadurch zu wenig Milch. Genau deshalb empfiehlt man heute Stillen nach Bedarf.
Hm aber ich hatte wirklich das Gefühl sie hatte Hunger ohne Ende. Soll ich dann vielleicht öfter die Brust wechseln?
Wenn sie hingrig ist, aber an der einen Brust unzufrieden, dann kannst Du gerne wechseln.
Ach und heute morgen war sie zb schon relativ satt durch eine Seite und hat nur noch etwas aus der anderen Seite getrunken, muss ich dann da abpumpen oder einfach bei der nächsten Mahlzeit die Seite zuerst anlegen?
Genau. Biete immer beide Seiten an und wechsel die erste Brust immer von Stilleinheit zu Stilleinheit.
Ne ich kenne das nicht und im Krankenhaus wurde ja auch was anderes zum stillen gesagt daher dachte ich die ganze Zeit ich mache das richtig sie nach 15 Minuten von der Brust zu nehmen.
Du musst bedenken, dass der Klinikalltag streng getaktet sein muss, damit er reibungslos funktioniert. Da ist kein Raum für natürliches Stillen. Die dortigen Regeln sind im Alltag zuhause jedoch eher kontraproduktiv.
Ja sie spuckt und Pipi funktioniert auch, dh sie bekommt genug oder? Und 11x stillen ist doch auch normal?
Genau.
Das hat mir die Hebamme auch schon mal gesagt "Speikinder sind Gedeihkinder", aber oftmals hat sie auch (anhand der Flasche) gerade mal 20-30 ml getrunken und trotzdem gespuckt.
Das liegt am Ventilmechanismus am Mageneingang. In den ersten Monaten spuckt die Mehrheit der Babys, manche mehr, manche weniger. Das verwächst sich mit der Zeit.
Die Brust ist schon total rot und heiß wo der Milchstau sitzt und die kleine Maus trinkt auch gerade nicht so kräftig. Da wir aber gleich zur physiotherapie müssen habe ich auch keine Zeit zum abpumpen. Meinst du ich könnte noch die nächste Stillzeit abwarten und dann ggf abpumpen?
Das halte ich für riskant. Hast Du eine Handpumpe, die Du in der Praxis verwenden kannst?
Ich kannte das Clustern nicht und mich hat da auch vorher niemand aufgeklärt. Wollen die Babys dann wirklich ohne Pause an der Brust hängen?
Ja, so ist es.
Ich werde es versuchen im liegen zu stillen hab nur so Angst dann einzuschlafen.
Warum sicheres Co-sleeping für Euch sinnvoll wäre, habe ich ja bereits ausgeführt. Es ist wirklich gefährlich, wenn Du im Sessel beim Stillen mit ihr einschläfst. Aber
auf Deiner Decke, neben Dir ist es sicher. Japan hat die niedrigste SIDS-Rate der Industrieländer und das Familienbett ist dort Standard.
Ach also ist das ein normales Verhalten mit dem Schreien? Ich kannte das so noch nicht von ihr
Und ich mache mir dann schnell Sorgen das etwas schlimmes sein könnte.
So geht es allen Müttern, glaub mir. Selbst bei meinem dritten Kind haben mich solche Zeiten fix und fertig gemacht. Irgendwann sind wir dazu übergegangen, dass mein Mann das Baby immer in den Schlaf getragen hat, wenn er abends da war. Wir haben vorher gestillt und dann ging es zu Papa ins Tuch. Wenn er dann ins Bett ging hat sie bei ihm und nach dem ersten Aufwachen bei mir geschlafen. An Abenden, an denen mein Mann arbeiten musste, habe ich, wenn stillen nicht half, getragen. Dabei muss man auch nicht stehen/laufen. Auf dem Gymnastikball wippend habe ich am Schreibtisch Stillberatung gemacht oder einen Film geschaut, mein Mann hat dabei gerne Wäsche gefaltet.
Ich bin mir sicher, dass auch Ihr kreative Wege finden werdet, solche Phasen gut zu überstehen. Bald werdet Ihr ein großes Beruhigungsrepertoire haben.
Die Optimierung Eurer Schlafsituation solltest Du dennoch in den Griff nehmen. Sonst gehst Du auf dem Zahnfleisch.