Spannend, wie die Logopädin die Veränderungen beschreibt. Da hat sich ja wirklich sehr viel getan. Die Massage der Kaumuskeln und das Mobilisieren des Kiefers ist sicher noch eine gute Sache, mach das ruhig bei jeder sich bietenden Gelegenheit ein bißchen, da kommt es eher auf die Häufigkeit an als auf die Länge der Massage. Wichtig ist, es gerade anfangs wirklich ein paar Tage regelmäßig durchzuhalten. Das "Klemmen" spricht schon sehr für eine bestehende Verspannung im Gesicht.
Zur Stillposition: Da kannst Du wirklich nur ausprobieren und üben. Kann er sich aufrecht schon recht gut halten? Dann könntest Du ihn quasi auch mal auf Deinem Schoß "knien" lassen, also dass er aufrecht von vorne an die Brust rangeht statt halbliegend, da wäre die Schulter auch frei. Klappt aber manchmal auch erst ab Sitzalter oder Du musst Dich dafür halb zurücklehnen.
Beikost: Einfach dranbleiben. Was esst ihr denn selbst so? Biete ihm ruhig davon etwas an, wenn es nicht stark gewürzt ist, und zwar mal ganz klein zerdrückt und mal als Fingerfood. Und lass ihn ruhig mal mit einem ganz weichen Löffel "selbst essen", auch wenn es eine große Sauerei ist. Manche Babys haben wirklich seltsame Vorlieben und essen nur Dinge, von denen man absolut nicht erwartet hätte, dass ausgerechnet das ihnen schmeckt...
Schlafsituation: Da Du durchs nächtliche Stillen ja häufiger einen freien Oberkörper hast, kann das schon die Neigung zu Halsschmerzen begünstigen. Ein Halstuch oder ein kleiner Schal (ohne baumelnde Enden!) können Wunder wirken, wenn der Hals warm bleibt auch beim Stillen. Ich kenne auch Stillmütter, die dünne Unterzieh-Rollis einfach über Brusthöhe abschneiden und als "Kragen" unter das Schlafzeug anziehen - so bleiben Hals, Bronchien und Schultern warm, egal wie das Schlafzeug beim Stillen verrutscht. Erlaubt ist, was hilft
Es könnte natürlich für Dein Baby etwas zu warm sein so. Versuch vielleicht noch mal einen Schlafanzug ohne Füßchen dran oder einfach LA-Body und dünne Leggings, wenn er unter einer eigenen oder Deiner Decke ist. Oder eben tatsächlich mal Fenster auf, wenn Du wärmer angezogen bist.
Brustpflege: Einmal am Tag cremen könnte ja ein guter Kompromiss sein. Welche Salbe benutzt Du aktuell genau? Welche anderen hast Du ggf. schon probiert?
Ernährung: Ok, ist unauffällig. Schokolade ist eigentlich kein Problem. (Also vielleicht für die Figur. Aber nicht fürs Stillen.) Weizenbrötchen auch nicht - wobei Du Dir selbst aus Ernährungssicht auch noch mal einen Gefallen tun kannst und auch mal Roggenbrötchen oder Dinkelbrötchen verwenden könntest, dann bekommst Du einfach ein breiteres Nährstoffspektrum ab. Isst Du Vollkornprodukte und Gemüse als Rohkost, wenn Du keine Zeit zum Kochen hast? Ansonsten könnte es sein, dass Deine Nährstoffreserven so langsam leerlaufen. Da man mit Baby nunmal einfach nicht so gut zum Kochen kommt, könnten auch Nahrungsergänzungsmittel zeitweilig sinnvoll sein, falls Du Dich müde, schlapp und kraftlos fühlst.
Salbeitee darfst Du dann übrigens soviel trinken, wie Deinem Hals gut tut, wenn Du Dir da keine Sorgen um die Milchmenge machen brauchst, weil es eh keinen Einfluss hat. Du könntest auch Salbeibonbons lutschen (vorsichtig ausprobieren).
Unruhe: Schön, dass das Abhalten teilweise hilft. Wenn er heute nur rumzappelt, drücken vielleicht wirklich die Zähne. Dann lass ihn nicht zu viel an der Brust zappeln, sondern pack ihn ins Tuch, und geht raus in die Sonne - vielleicht braucht er einfach mal 1-2 Stunden Schlaf am Stück, um innerlich runterzukommen. Vielleicht war der Logopädenbesuch auch aufregend und muss noch verarbeitet werden, oder die Verdauungsregulierung nach dem vermuteten Infekt ist etwas unangenehm. Unruhe hat oft andere Gründe als Hunger, aber die Brust soll dann als Tröster herhalten, deswegen der Wunsch nach Stillen. Tragen klappt dann aber häufig auch, vor allem draußen, wo es Spannendes zu gucken gibt.
Viele Grüße!