Seite 179 von 214
Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Verfasst: 09.12.2017, 07:06
von Viola
Also es gibt eine Person, die sie mindestens einmal die Woche sehen und die auch wirklich eine sehr gute Beziehung zu den Kindern hat und sich um diese Beziehung bemüht. Da ist alles auf Englisch und die beiden scheinen kein Problem damit zu haben. Sie sind eben gerade in einem Alter in dem sie alles Nachplappern, da ist ihnen auch die Sprache egal. Kleine Spiele, die diese Freundin mit ihnen immer wieder macht, verstehen sie auch (”where is my nose?, where is your nose? where is my ear?...“)
Aber bei anderen Leuten wird schon klar, dass sie eigentlich nicht wirklich was verstehen. Sie wechseln dann zwischen den anderen beiden Sprachen hin und her, oder wiederholen mal ein Wort auf Englisch, aber sonst ist da nicht viel.
Ich habe aber nicht das Gefühl es würde sie stören. Es stört eher unsere Freunde... bisher sage ich immer, sie sollen einfach normal mit ihnen Englisch reden, sie würden schon was verstehen, aber so ganz richtig ist das ja nicht.
Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Verfasst: 09.12.2017, 19:13
von kathrinp
Cocolin hat geschrieben: 29.11.2017, 19:47
Mein Partner ist da skeptisch, auch seinem Können gegenüber. Aber ich denke, seine Aussprache ist gut, der Wortschatz ist halt eingerostet. Dass es der späteren Aussprache hilft, denke ich nämlich auch, zumal ich das bei der Sprache besonders schwierig finde, weil es so 'anders' ist.
Muss an Weihnachten mal mit Schwiegermutter reden, und sie schon mal drauf anfixen, die freut sich bestimmt drüber.
Wenn er sich selbst nicht traut find ich es kritisch, wenn er sagen wuerde, Aussprache und einfache Sachen kann er (noch) haette ich aber gesagt, lass ihn machen. Gerade beim Gaelischen ist die Aussprache ja der Knackpunkt, find ich, und die Aussprache ist das erste, was die Kleinen lernen, daher meine Frage. Vielleicht koennt ihr regelmaessig mit der Schwiegerfamilie skypen, auch in Babyzeiten schon, und die sprechen dann Gaelisch?
Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Verfasst: 29.12.2017, 16:44
von kleineRaupeN
Cocolin, kann sein Mann Lieder und Reime auf Gälisch? Ich selbst spreche Bretonisch und da es ürsprünglich eine mündlich überlieferte Sprache ist, gibt es jede Menge Reime und Lieder mit denen man viele Wörter lernen kann und gleichzeitig ein Gefühl für Sprache und Sprachmelodie (im Bretonischen nicht zu unterschätzen) bekommt.
Viola, und allen sagen, sie sollen mit ihnen sprechen, wie sie gerade möchten, ginge nicht? Und wenn die Kinder etwas verstehen sollen, eben auf Englisch oder Deutsch. Das wäre bei losen Bekannten wohl machbar. Wenn die Personen jedoch regelmäßigen Kontakt haben, wäre es aber bestimmt besser, eine Sprache festzulegen.
Hier ist alles wie gehabt. Die Große ist ein Sprachtalent, der Mittlere mischt in jedem Satz und der Kleine hat sich jetzt erst einmal aufs Laufen und Klettern konzentriert und spricht noch nix.

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Verfasst: 30.12.2017, 22:49
von Cocolin
Hallo kleine Raupen, ja kann er! Das ist eine gute Idee

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Verfasst: 27.02.2018, 08:40
von Blumee
Wie handhabt ihr das eigentlich, wenn eure Kinder Fehler machen? Spatz ist jetzt fast dreieinhalb, seit dem Kindergartenstart im September hat die Sprachentwicklung beeindruckend zugenommen. Am Anfang hat er seine drei Sprachen kunterbunt gemischt, wir haben ihm da auch nix reingeredet sondern einfach jeder in "seiner" Sprache reagiert (wir handhaben ein recht flexibles OPOL). Jetzt merken wir, dass er anfängt, zu "sortieren". Ich spüre mehr und mehr die Neigung, ihn da auch zu korrigieren (bin halt Lehrerin

). Typisch ist ja zB, dass Kinder grammatikalische Regeln einer Sprache in die andere übertragen. Weiß nur nicht ob das ein bisschen früh ist oder eventuell kontraproduktiv? Die "richtige" Grammatik bekommt er ja im Prinzip aus den Gesprächen mit uns raus...
Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Verfasst: 27.02.2018, 09:10
von chennai
Blumee, das ist halt die Frage, wieviel sie von Grammatik tatsächlich mitbekommen

Bei uns ist nach wie vor Dauerbrenner Dativ oder Akkusativ v.a. nach Präpositionen. Da habe ich anfangs kaum korrigiert, nur mein Mann dann ab und zu, wenn er es mitbekommen hat, weil er Deutsch ja auch als Fremdsprache gelernt hat und sich natürlich auch hin und wieder vergewissern will, ob er nun falsch liegt oder die Kinder. Mittlerweile korrigiere ich wesentlich mehr. Aber ich finde es trotzdem interessant: sie schauen Filme und Serien viel auf Deutsch, reden mit mir und meiner Familie Deutsch, lesen fast mehr auf Deutsch als auf NL, hören Hörspiele auf Deutsch, die sie sogar auswendig rezitieren können, aber ob es nun 'komm zu mich' oder 'komm zu mir' heißt, treffen sie dann doch zu 80% falsch

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Verfasst: 27.02.2018, 09:23
von RedsMama
Blumee hat geschrieben: 27.02.2018, 08:40
Wie handhabt ihr das eigentlich, wenn eure Kinder Fehler machen? Spatz ist jetzt fast dreieinhalb, seit dem Kindergartenstart im September hat die Sprachentwicklung beeindruckend zugenommen. Am Anfang hat er seine drei Sprachen kunterbunt gemischt, wir haben ihm da auch nix reingeredet sondern einfach jeder in "seiner" Sprache reagiert (wir handhaben ein recht flexibles OPOL). Jetzt merken wir, dass er anfängt, zu "sortieren". Ich spüre mehr und mehr die Neigung, ihn da auch zu korrigieren (bin halt Lehrerin

). Typisch ist ja zB, dass Kinder grammatikalische Regeln einer Sprache in die andere übertragen. Weiß nur nicht ob das ein bisschen früh ist oder eventuell kontraproduktiv? Die "richtige" Grammatik bekommt er ja im Prinzip aus den Gesprächen mit uns raus...
Der Weltenbummler ist jünger, aber was ich mache, ist nicht zu korrigieren (es sei denn, es bietet sich deutlich an, aber das passiert nicht so häufig) sondern die korrekte Formulierung zeitnah wiederzugeben, ohne Extrabetonung oder Druck. Beispiel: Weltenbummler: "Das grande!" Ich: "Oh, danke dir! Du meinst dieser Dino ist sehr gross? Das stimmt!" Das gleiche mache ich weiter bei falschem Satzbau, gemischte Sprachen und alle andere "Fehler". Bis jetzt sind wir gut damit gefahren.
Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Verfasst: 27.02.2018, 09:26
von chennai
Das funktioniert bei uns bei Wortschatz oder falschen Verbformen, bei der Dativ / Akkusativgeschichte checken sie das auf diese Weise irgendwie nicht...
Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Verfasst: 27.02.2018, 09:34
von RedsMama
chennai hat geschrieben: 27.02.2018, 09:26
Das funktioniert bei uns bei Wortschatz oder falschen Verbformen, bei der Dativ / Akkusativgeschichte checken sie das auf diese Weise irgendwie nicht...
Das glaube ich, da sind die Unterschiede nicht so deutlich. Auf Portugiesisch haben wir die Fälle nicht, also kommt die Situation eher bei Plural und Maskulin/Feminin. Da mache ich es auch so, und manchmal wiederholt er den richtigen Satz. Aber nicht immer.
Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Verfasst: 27.02.2018, 10:27
von nido56
Dativ/Akkusativ ist ja auch echt schwer, auch für Muttersprachler. Sowas wie "ich hab gerade total Stress mit mein Freund" kann man bei jeder Fahrt in Öffis in einer beliebigen deutschen Großstadt hören
Ich glaube, wenn man da Wert drauf legt, muss man wirklich verbessern und/oder richtig Übungen dazu machen. Wenn Deutsch sonst gut klappt und kein Stressthema in der Familie ist, so dass Du sicher bist, dass Du damit keine Verweigerung provoziert, würde ich das wahrscheinlich vorschlagen und dann wirklich ein Buch oder Arbeitsblätter mit entsprechenden Übungen besorgen.
Ich verbessere nicht, wiederhole höchstens, einfach richtig. Aber bei uns geht es ja auch nicht um grammatikalische Feinheiten, sondern darum, ihn zu motivieren, dass er überhaupt mal was auf Deutsch sagt.