nido56 hat geschrieben:Ich bin mir aber sicher, dass ich auf Spanisch zwar absolut fliessend spreche, aber einfach nicht dieselbe Intuition und das Sprachgefuehl habe, was ich auf Deutsch habe. Ausserdem ist mir wichtig, dass sich der Pirat wenigstens rudimentaer mit seinen Grosseltern verstaendigen kann. Und ich freue mich, Lieder, Spiele und Lieblingsbuecher weitergeben zu koennen, die ich aus meiner Kindheit kenne. Ich habe einfach das Gefuehl, dass in der Sprache auch ein ganzes Stueck meiner Persoenlichkeit steckt, und dass ich nicht richtig "komplett" waere, wenn ich mit ihm Spanisch sprechen würde.
Hier will ich mal ganz fett unterschreiben, so geht es mir auch. Ein bisschen anstrengender fände ich es schon, aber ich könnte problemlos nur Dänisch mit der Kleinen sprechen. Wenn ich nicht aufpasse, antworte ich ihr in der Sprache, in der sie mich gefragt hat ...
Das mit der Authentizität ist ohnehin eines der Dinge, die mich am Expat-Dasein manchmal nerven: dass man halt nicht so ganz "man selbst" ist bzw. viele Facetten der Persönlichkeit beim Sprachwechsel irgendwie verloren gehen, geht das Euch anderen Expats auch so?
Das gilt übrigens auch für die Kommunikation mit meinem Mann, die ersten Jahre unserer Beziehung haben wir Deutsch miteinander gesprochen; irgendwie vermisse ich das... (oder diese Zeit...[emoji6])
Ich spreche mit ihm 90% Dänisch und mit der Kleinen 90% Deutsch und springe dadurch ständig hin und her. Mir macht das nix aus. Ihn nervt es gewaltig und wir kriegen uns regelmäßig in die Wolle deswegen. [emoji20]
Er findet mich da fanatisch und zu sehr daran orientiert, was ich "irgendwo im Internet" gelesen habe. [emoji35] Er hat sich mit dem Thema kaum auseinandergesetzt und googelt dann mal kurz "Zweisprachigkeit schädlich" und liest irgendeine dubiose Quelle... *seufz*
Dabei will er ja durchaus, dass die Kinder deutsch lernen und hier in die deutschen Institutionen gehen usw.
Es nervt ihn nur zuhause. [emoji20]
Er hält mir immer wieder mal Beispiele von anderen Paaren (wir haben da viele in unserem Umfeld) vor "die XY spricht aber nicht so viel xx mit ihren Kindern wie Du"... ja, aber deren Kinder sprechen z.T. die "Zweitsprache" eben nicht so gut wie unsere Maus jetzt schon - also zumindest wie sich das jetzt so abzeichnet [emoji6], sie ist ja erst 3. Aber ich habe das Gefühl, sie spricht beide Sprachen gleich gut. Sie mischt nicht mehr so viel und scheint langsam zu verstehen, dass nicht alle Menschen Deutsch UND Dänisch können (manchmal habe ich fast das Gefühl, es ist ein Nachteil, dass es in unserem Umfeld eben so viele können!).
Sorry für den Roman, da bin ich doch etwas abgeschweift [emoji6]
Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie das wird, wenn der kleine Bruder zu sprechen beginnt, für welche Sprache sie sich dann entscheidet.
Mädchen (10/13) und Junge (08/16)