Tyaris hat geschrieben: 01.03.2025, 14:32
Sind es nicht gerade die kleinen Trittsteine/Inseln, die den Tieren auch in einer zunehmend urbanisierten Welt das Überleben sichern? Und man kann durchaus im Garten auch Spezialisten beobachten, wenn man die passenden Pflanzen hat.
Jein.
Um Gottes Willen, ich will wirklich niemandem seine heimischen Pflanzen ausreden. Ich finde das super toll und ich selber schaue auch extrem gerne, was sich bei mir alles verbessern lässt. Mein Eindruck ist nur, dass man damit dann eben auch oft Leute verschreckt und überfordert.
Ich habe zB auch die heimische Felsenbirne bei mir, weil ich das eben schon versuche. Die gibts aber fast nur im Online Handel. Mein Vater hat jetzt die japanische, statt Spire genommen. Auf mein zureden. Soweit ich weiß, ist der Unterschied zwischen dem Nutzen der heimischen und der lemarkii sehr gering? Oder weißt du da mehr?
Spezialisten... ist auch ein weites Feld. Ich habe zb sehr viele Scherenbienen im Garten. Die genaue Bestimmung gelingt mir nie aber bis auf die Hahnenfuß-Scherenbiene sind glaube ich alle oligolektisch auf Glockenblumen? Auf jeden Fall hat deren häufige Beobachtung durchaus dazu geführt, dass ich schaue dass möglichst viele Glockenblumen die Schnecken überleben und jedes Jahr ein gutes Angebot parat ist. Also ja, auch oligolektische Arten kann man im Garten fördern.
Nun ist es aber leider doch nicht ganz so einfach. Ein typischer investiver Neophyt der massiv in bestehende Lebensräume eindringt ist die kanadische Goldrute. Und die wird nicht nur von vielen Generalisten an Wildbienen extrem gerne genutzt sondern dient auch einigen einigen Spezialisten (oligolektisch auf Korbblütler) als wichtige Nahrungsquelle. Man kann also leider nicht sagen, dass Neophyten immer weniger besucht werden. Die Goldrute ist trotzdem sehr kritisch zu sehen, weil sie wichtige heimische Flora verdrängt. Ich würde sie nie pflanzen, lasse aber immer mal etwas stehen. Nun wohne ich mitten im Siedlungsgebiet und schätze das Verbreitungsrisiko hier nicht so hoch ein. Würde ich am Feldrand wohnen, würde ich sie eher entfernen.
Gleichzeitig gibt es einige Pflanzen die nur von absoluten Spezialisten besucht werden und für andere Bienen keinen Nutzen haben. Wenn dieser Spezialist dann nie vorbei kommt, war der Wert dann auch gering... Gleichzeitig bedeutet das eben auch den Erhalt und die potentielle Verbreitung dieser seltenen Pflanzen und vielleicht wird aus dem Samen der eigenen Pflanze dann ein regelmäßig besuchter Bestand.
Ringelblume und Phacelia hatte ich angeführt weil beide nicht heimisch sind und beide trotzdem unbedenklich und häufig und nützlich.
Bei de Wahl der Gehölze muss man leider sagen, dass die Auswahl an heimischen Gehölzen die üppig blühen und vor allem gut in de Göße begrenzt werden können nicht so wahnsinnig goß ist.
Ich habe in meinem Garten (Etwa 800qm Grundstück inkl wegefläche und Gebäudefläche) auch größere Gehölze. Da gibt es drei Apfelhochstämme, eine Hochstamm Kirsche, eine Haselnuss, einen Faulbaum, eine Berberitze, einen Kreuzdorn, einen Feldahorn, eine Heckenkirsche, einen Liguster, eine echte Quitte, zwei Zierquitten, verschiedene Johannisbeeren und eine Zierjohannisbeere, eine Eberesche, ein Stück Buchenhecke, zwei Kornelkirschen, zwei Zieräpfel, zwei Weißdorne, eine Schlehe, ein Pfaffenhütchen, eine Wildrosenhecke.
Einen Teich!!
Es gibt aber auch Spieren, falschen Jasmin und Duftjasmin, gefüllte Rosen und Astern... Kirschlorbeer (gut, der war schon da und kommt irgendwann weg)...