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Re: Abstill-Plauder-Strang
Verfasst: 23.03.2022, 09:54
von Arnat
Valeska hat geschrieben: 23.03.2022, 09:40
Ich hab nicht schreien lassen bzw kann ich vermutlich die Gelegenheiten, bei denen wirklich mehr als 30 sec gekreischt wurde nachts, an einer Hand abzählen.
Ich mir haben solche Programme mit festen Stillpausen und Kind begleitet brüllen lassen persönlich nicht getaugt, ich hab stattdessen Stillen und einschlafen getrennt und das Stillen nachts verkürzt und ausgeschlichen. Das hat hier gut geklappt, allerdings deutlich (!) länger gedauert als 2 Wo. und bei einem Ü2 Kind. Letztlich hat das Kind ihre Durchschlafphase (im Halbschlaf ein schsch oder eine Hand brauchen zählt als durchschlafen) immer länger ausgedehnt, bis alles Stillen nachts wegfiel.
Wir waren dann letztlich ziemlich stressfrei bei Stillpause von gut 10 h nachts, nun war Kind krank und da hatte es sich wieder auf 7-8 h oder so verkürzt (immer noch lang ...), jetzt müssen wir das Stillen früh um halb fünf-fünf nochmal loswerden - da gab's heute Nacht kurz Protest, ging dann aber ohne. Ich hoffe, es schleicht sich jetzt wie zuvor wieder mehr oder weniger von selber aus ...
Ja, Bett von Busen zu trennen ist vmtl noch die aller beste Variante - allerdings schläft sie abends so schnell am Busen ein, dass ich es auch fast zu angenehm finde
Meine 1,5 jährige schläft mittags in der Kita ohne Busen ein und auch abends, wenn ich nicht da bin, mit Papa. Das akzeptiert sie seit kurzem echt gut, wenn man ihr das vorher erklärt dass die Mama erst nachts wieder kommt. Als ich wegen einer OP vor Weihnachten im Krankenhaus war hat sie nach nach zwei Nächten alleine mit Papa die dritte Nacht sogar angefangen durchzuschlafen und morgens dann eine banane verdrückt. Als ich wieder da war, wurde es nicht akzeptiert, dass ich nicht nacht stillen will - und ich war vmtl aufgrund des "schlechten Gewissens" weil ich so lange weg war, nicht konsequent genug, es weiter so durchzuziehen.
Sie trinkt auch nur so 2 bis drei mal nachts höchstens, was mich nicht stören würde, wenn ich nicht wüsste, dass meine Dienstreisen echt unangenehm werden, wenn meine Brüste sich nicht vorher daran gewöhenen, dass sie nachts keine Milch produzieren müssen.
Re: Abstill-Plauder-Strang
Verfasst: 23.03.2022, 09:59
von Serafin
Arnat hat geschrieben: 23.03.2022, 09:54
Valeska hat geschrieben: 23.03.2022, 09:40
Ich hab nicht schreien lassen bzw kann ich vermutlich die Gelegenheiten, bei denen wirklich mehr als 30 sec gekreischt wurde nachts, an einer Hand abzählen.
Ich mir haben solche Programme mit festen Stillpausen und Kind begleitet brüllen lassen persönlich nicht getaugt, ich hab stattdessen Stillen und einschlafen getrennt und das Stillen nachts verkürzt und ausgeschlichen. Das hat hier gut geklappt, allerdings deutlich (!) länger gedauert als 2 Wo. und bei einem Ü2 Kind. Letztlich hat das Kind ihre Durchschlafphase (im Halbschlaf ein schsch oder eine Hand brauchen zählt als durchschlafen) immer länger ausgedehnt, bis alles Stillen nachts wegfiel.
Wir waren dann letztlich ziemlich stressfrei bei Stillpause von gut 10 h nachts, nun war Kind krank und da hatte es sich wieder auf 7-8 h oder so verkürzt (immer noch lang ...), jetzt müssen wir das Stillen früh um halb fünf-fünf nochmal loswerden - da gab's heute Nacht kurz Protest, ging dann aber ohne. Ich hoffe, es schleicht sich jetzt wie zuvor wieder mehr oder weniger von selber aus ...
Ja, Bett von Busen zu trennen ist vmtl noch die aller beste Variante - allerdings schläft sie abends so schnell am Busen ein, dass ich es auch fast zu angenehm finde
Meine 1,5 jährige schläft mittags in der Kita ohne Busen ein und auch abends, wenn ich nicht da bin, mit Papa. Das akzeptiert sie seit kurzem echt gut, wenn man ihr das vorher erklärt dass die Mama erst nachts wieder kommt. Als ich wegen einer OP vor Weihnachten im Krankenhaus war hat sie nach nach zwei Nächten alleine mit Papa die dritte Nacht sogar angefangen durchzuschlafen und morgens dann eine banane verdrückt. Als ich wieder da war, wurde es nicht akzeptiert, dass ich nicht nacht stillen will - und ich war vmtl aufgrund des "schlechten Gewissens" weil ich so lange weg war, nicht konsequent genug, es weiter so durchzuziehen.
Sie trinkt auch nur so 2 bis drei mal nachts höchstens, was mich nicht stören würde, wenn ich nicht wüsste, dass meine Dienstreisen echt unangenehm werden, wenn meine Brüste sich nicht vorher daran gewöhenen, dass sie nachts keine Milch produzieren müssen.
Mit zwei oder drei Mal sich schnell volltanken hätt ich auch leben können. Ich war im November 4 oder 5 Nächte weg, ich hatte gar keine Probleme. Mich hat dann ne Freundin mit Baby gefragt, obs geht. Aber nö, war nix.
Mit 1,5 hätt ich hier bei beiden keine Chance gehabt.
Re: Abstill-Plauder-Strang
Verfasst: 23.03.2022, 10:09
von Valeska
Ja, natürlich kommt es auch aufs Kind an.
Aber da ich das Gefühl ha, diese Methode mit Zeitschaltuhr, dunklem Stillpausefenster und "hart bleiben" ist hier eh ziemlich bekannt, wollte ich nochmal da lassen, dass man sich durchaus auch an Alternativen versuchen kann, wenn man sich mit dem Toben in der Stillpause nicht anfreunden kann
Mein Kind hat auch nicht freiwillig verzichtet, keineswegs.
Ich finde aber auch diesen behavioristischen Ansatz "wenn man dann doch nachgibt, merkt das Kind, dass es gewinnt und nur länger kreischen muss" nicht sinnvoll, mein Kind ist nämlich erst zwei und nachts müde und fertig und bestimmt nicht dabei, irgendsolche Pläne umzusetzen - also unterstelle ich auch keinen Vorsatz.
Ich hab zuerst das Einschlafstillen abends aufs Sofa verlegt (was zu meiner Überraschung kaum ein Problem darstellte) und auch nachts möglichst oft vorm Wiedereinschlafen angedockt, aber immer mit Vorwarnung: "Du darfst noch die andere Seite kurz stillen, dann kuscheln wir und schlafen ...", "Okay, du darfst eine Seite kurz nuckeln, aber dann ist es wieder Zeit zum Schlafen ..." und irgendwann direkt "Die Brust braucht Pause, es ist jetzt Zeit zum Schlafen, du kannst morgen früh wieder stillen" (zu dem Zeitpunkt taten mir dann schwangerschaftsbedingt auch die Brustwarzen phasenweise so weh, dass ich wirklich Pause brauchte) - aber wenn nur Worte nicht gereicht haben und das Kind ernsthaft das Brüllen anfing, hab ich vor allem anfangs doch immer mal nachgegeben und "okay, du darfst kurz nuckeln, aber dann ist es Zeit weiterzuschlafen". Bis dann erstens das Aufwachen seltener wurde und auch öfter die Worte nach kurzem Protest gereicht haben ...
Aber das war wirklich ein ausgedehnter, schleichender Prozess - wie gesagt, sicher eher gut zwei Monate als zwei Wochen. Irgendwie wurde mir dann irgendwann klar, dass wir regelmäßig Stillpause bis um ca. 5 haben und das war dann erst einmal ausreichend für mich - das Stillen ist dann tatsächlich quasi komplett ohne mein Zutun weggefallen, sodass wir dann wirklich erst gegen sieben vorm Aufstehen nochmal gestillt haben. Darauf hoffe ich jetzt nochmal
Hier wurde der Prozess evtl. auch unterstützt durch die Tatsache, dass im selben Zeitraum meine Milch immer weniger wurde. Erst abends und definitiv schwangerschaftsbedingt (Kind fing plötzlich an, zwischen Einschlafstillen und ins Bett kuscheln ein Glas Wasser zu fordern), da hatte ich aber nachts definitiv noch Milch. Dann reduzierte sich nachts das stillen und meine Milch wurde immer weniger und ich kann wirklich nicht sagen, was davon Ursache und was Wirkung war - letztlich wird es vermutlich eine Kombi von Schwangerschaft UND weniger stillen gewesen sein, ich hab inzwischen höchstens noch tröpfchenweise Milch.
Re: Abstill-Plauder-Strang
Verfasst: 23.03.2022, 10:12
von Valeska
Ich hab zuerst das Einschlafstillen abends aufs Sofa verlegt (was zu meiner Überraschung kaum ein Problem darstellte) und auch nachts möglichst oft vorm Wiedereinschlafen angedockt
-> abgedockt natürlich
Dieses Wort lernt die Autokorrektur anscheinend nie ....
Re: Abstill-Plauder-Strang
Verfasst: 23.03.2022, 10:18
von Valeska
Arnat hat geschrieben: 23.03.2022, 09:54
Ja, Bett von Busen zu trennen ist vmtl noch die aller beste Variante - allerdings schläft sie abends so schnell am Busen ein, dass ich es auch fast zu angenehm finde
Das ging mir auch so, letztlich war mir aber klar, dass ich was ändern wollte (auch wenn unsere Stillfrequenz nachts gar nicht sooo hoch war, ich war durch und hab mich ständig verlegen beim Stillen nachts und hatte morgens regelmäßig Rückenschmerzen plötzlich

) und das war dann irgendwie wirklich ein guter Einstieg. Und es hat zu meiner Überraschung wirklich nicht dazu geführt, dass das Einschlafen viel länger gedauert hat. Wir stillen jetzt immer im Wohnzimmer, (dann noch Wasser trinken) und dann geht's ins Bett kuscheln und schlafen.
Früher hab ich beim Stillen im Bett immer noch am Handy gedaddelt, bis das Kind schlief - das war fast die größte Umstellung, beim Kuscheln wirklich NUR zu kuscheln und auch die geringste Lichtquelle und Ablenkung wegzulassen ...

Re: Abstill-Plauder-Strang
Verfasst: 23.03.2022, 10:26
von Serafin
Valeska hat geschrieben: 23.03.2022, 10:09
Ja, natürlich kommt es auch aufs Kind an.
Aber da ich das Gefühl ha, diese Methode mit Zeitschaltuhr, dunklem Stillpausefenster und "hart bleiben" ist hier eh ziemlich bekannt, wollte ich nochmal da lassen, dass man sich durchaus auch an Alternativen versuchen kann, wenn man sich mit dem Toben in der Stillpause nicht anfreunden kann
Mein Kind hat auch nicht freiwillig verzichtet, keineswegs.
Ich finde aber auch diesen behavioristischen Ansatz "wenn man dann doch nachgibt, merkt das Kind, dass es gewinnt und nur länger kreischen muss" nicht sinnvoll, mein Kind ist nämlich erst zwei und nachts müde und fertig und bestimmt nicht dabei, irgendsolche Pläne umzusetzen - also unterstelle ich auch keinen Vorsatz.
Ich hab zuerst das Einschlafstillen abends aufs Sofa verlegt (was zu meiner Überraschung kaum ein Problem darstellte) und auch nachts möglichst oft vorm Wiedereinschlafen angedockt, aber immer mit Vorwarnung: "Du darfst noch die andere Seite kurz stillen, dann kuscheln wir und schlafen ...", "Okay, du darfst eine Seite kurz nuckeln, aber dann ist es wieder Zeit zum Schlafen ..." und irgendwann direkt "Die Brust braucht Pause, es ist jetzt Zeit zum Schlafen, du kannst morgen früh wieder stillen" (zu dem Zeitpunkt taten mir dann schwangerschaftsbedingt auch die Brustwarzen phasenweise so weh, dass ich wirklich Pause brauchte) - aber wenn nur Worte nicht gereicht haben und das Kind ernsthaft das Brüllen anfing, hab ich vor allem anfangs doch immer mal nachgegeben und "okay, du darfst kurz nuckeln, aber dann ist es Zeit weiterzuschlafen". Bis dann erstens das Aufwachen seltener wurde und auch öfter die Worte nach kurzem Protest gereicht haben ...
Aber das war wirklich ein ausgedehnter, schleichender Prozess - wie gesagt, sicher eher gut zwei Monate als zwei Wochen. Irgendwie wurde mir dann irgendwann klar, dass wir regelmäßig Stillpause bis um ca. 5 haben und das war dann erst einmal ausreichend für mich - das Stillen ist dann tatsächlich quasi komplett ohne mein Zutun weggefallen, sodass wir dann wirklich erst gegen sieben vorm Aufstehen nochmal gestillt haben. Darauf hoffe ich jetzt nochmal
Hier wurde der Prozess evtl. auch unterstützt durch die Tatsache, dass im selben Zeitraum meine Milch immer weniger wurde. Erst abends und definitiv schwangerschaftsbedingt (Kind fing plötzlich an, zwischen Einschlafstillen und ins Bett kuscheln ein Glas Wasser zu fordern), da hatte ich aber nachts definitiv noch Milch. Dann reduzierte sich nachts das stillen und meine Milch wurde immer weniger und ich kann wirklich nicht sagen, was davon Ursache und was Wirkung war - letztlich wird es vermutlich eine Kombi von Schwangerschaft UND weniger stillen gewesen sein, ich hab inzwischen höchstens noch tröpfchenweise Milch.
Beim großen lief das von selbst. Keine Milch mehr wegen Schwangerschaft, damit wenig attraktiv. Der kleine, äh, ist anders. Ich bin seit November dabei. Bei Papa kann man nämlich durchschlafen. Also das kann er. Wenn er will. Dann habe ich es auch mit Zeitfenster etc versucht. Jedes Mal, wenn ich doch schwach geworden bin, war das Kind die nächste Nacht noch eher wach und hat da schon nen Tanz gemacht. Ich mag nicht mehr. Meine Grenzen wurden jede Nacht massiv überschritten. Abdocken? Kannst vergessen. Dann fängt der instantan an zu brüllen nachts. Und zwar laut, langanhaltend und ausdauernd. Die sanfte Tour habe ich echt versucht. DAnn halt nicht. Ich mag einen fast dreijährigen nicht mehr dauernuckeln lassen, nicht mehr 6 oder 7 Mal die Nacht geweckt werden. Mich nachts nicht bewegen dürfen, weil er sonst aufwacht. Es reicht jetzt.
Re: Abstill-Plauder-Strang
Verfasst: 23.03.2022, 10:29
von Serafin
Achso, das ist bei quasi allen Themen hier so. Ich erwarte schon gar nix mehr anderes. Jeden Tag diskutieren wir zwei Mal, ob ein Helm im Anhänger getragen werden muss. Seit 2 Jahren. Es gab noch NIE eine Ausnahme. Wir diskutieren regelmäßig über Süßkram als Mittagessen, zum Frühstück...
Re: Abstill-Plauder-Strang
Verfasst: 23.03.2022, 10:40
von Valeska
Dass du bei deinem Kind eine andere Strategie verfolgst/brauchst, hab ich schon verstanden, Serafin.
In Verbindung mit dem riesigen Zitat meines Beitrags entsteht bei mir allerdings der Eindruck, dass du implizierst, ich wolle irgendwen überzeugen, meine Strategie funktioniere bei jedem müsse, und das, gelinde gesagt, nervt.
Nun ja, ich hab ja meine Geschichte jetzt für alle Interessierten da gelassen. Und bin dann jetzt wieder raus.
Re: Abstill-Plauder-Strang
Verfasst: 23.03.2022, 10:45
von ShinyCheetah
Ich wollte nochmal Gordon erwähnen. Das ist nämlich NICHT "Stillfreies Fenster, Zeitschaltuhr, hart bleiben", sondern das Kind wird Schritt für Schritt an den "neuen Normalzustand" gewöhnt. Auch das ist bei F nicht komplett ohne Protest gewesen, aber weit entfernt von "das muss man halt durchziehen".
Re: Abstill-Plauder-Strang
Verfasst: 23.03.2022, 11:08
von Lösche Benutzer 27440
Ich denke es gibt keinen Weg der 100% ig zu jedem Mama-Kind-Gespann passt. Jeder muss einfach durch ausprobieren herausfinden, wie es am Besten geht.
Und für manche Kinder ist vielleicht ein "ab jetzt ist Ende" besser und ein "kürzerer Schmerz" als ein längerer Prozess.
Ich denke da an meinen fast 3 Jährigen für den JEDE Änderung von Gewohnheiten ein Grund zum emotionalen wüten sind. Bei ihm fahren wir grundsätzlich auch besser damit kurz zu Erklären und dann direkt die Änderungen vorzunehmen. Für ihn (und uns) ist das einfacher 3 Tage lang emotional sehr viel zu stützen und zu begleiten als über Monate hinweg in Minischritten.
Das Baby ist da wieder anders... für ihn kann ich mir einen schleichenden Prozess sehr gut vorstellen.
Es gibt einfach nicht "diesen einen Weg" und das was bei Kind 1 wunderbar funktioniert geht bein Kind 2 vielleicht nur nach hinten los.