Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
- romina
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Und wenn dein Mann Englisch spricht und du deutsch mit eurer Tochter? Klingt mir so als wären das eigentlich eure Wünsche und finde die Situation deines Mannes auch besonders.
Wir machen das Zuhause größtenteils so: Ich deutsch und mein Mann Spanisch seine Muttersprache. Da unser Alltag aber Deutsch-Spanisch abläuft Klappts auch nicht immer ohne Vermischung. Und manchmal sage ich auch was spanisches zu meiner Tochter wenn ich nicht weiß wie ich es anders ausdrücken kann. Mir also auf Deutsch die Worte fehlen. Und du solltest doch auch mit deiner Tochter die Sprache sprechen können die für die authentisch ist.
Meine Mutter ist übrigens Englischlehrerin und hat bereits als Baby viel/teilweise nur englisch mit mir gesprochen. Außer das ich früh ein paar Vokabeln konnte hat es nicht gefunzt...
Wir machen das Zuhause größtenteils so: Ich deutsch und mein Mann Spanisch seine Muttersprache. Da unser Alltag aber Deutsch-Spanisch abläuft Klappts auch nicht immer ohne Vermischung. Und manchmal sage ich auch was spanisches zu meiner Tochter wenn ich nicht weiß wie ich es anders ausdrücken kann. Mir also auf Deutsch die Worte fehlen. Und du solltest doch auch mit deiner Tochter die Sprache sprechen können die für die authentisch ist.
Meine Mutter ist übrigens Englischlehrerin und hat bereits als Baby viel/teilweise nur englisch mit mir gesprochen. Außer das ich früh ein paar Vokabeln konnte hat es nicht gefunzt...
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ixcacienfuegos
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Coccolone, aus sprachwissenschaftlicher Sicht sollte die Muttersprache gesprochen werden, Deutsch lernen die Kinder im Kindergarten. Vorausgesetzt, sie gehen da hin. In die Krippengruppe, in die Mein Sohn kommt, kommt auch ein Mädchen, das nur Usbekisch spricht. Die Erzieherinnen haben das total locker gesehen. Bis jetzt habe bei ihnen noch jedes Kind gut deutsch gelernt, sagen sie.
LG, ixca mit Minikind (*10/14) und Maikäferchen (* 05/18)
- coccolone
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Natürlich lernen Kinder im KiGa oder auch in der Schule Deutsch. Ich mache mir da auch keine Gedanken. Aber die Umgebung sieht es oft anders. Hinzu kommen halt noch die widersprüchlichen Laienmeinungen, je nachdem um welche Fremdsprache es sich handelt.ixcacienfuegos hat geschrieben:Coccolone, aus sprachwissenschaftlicher Sicht sollte die Muttersprache gesprochen werden, Deutsch lernen die Kinder im Kindergarten. Vorausgesetzt, sie gehen da hin. In die Krippengruppe, in die Mein Sohn kommt, kommt auch ein Mädchen, das nur Usbekisch spricht. Die Erzieherinnen haben das total locker gesehen. Bis jetzt habe bei ihnen noch jedes Kind gut deutsch gelernt, sagen sie.
Und wie gesagt, meine Eltern hatten verschiedene Muttersprachen zusätzlich zu einer anderen Umgebungssprache, d.h. es waren gleich drei bzw. vier (mein Opa mütterlicherseits hat noch eine weitere Sprache mit in die Familie gebracht) bei uns. Für meine Eltern fühlte es sich "richtig" und "natürlich" an, dass die Umgebungssprache Familiensprache ist, weil es eben auch ihre gemeinsame Sprache war.
Jede mehrsprachige Familie muss halt schauen, was für sie passt und im Alltag realistisch umsetzbar ist. Es gibt, wie emm auch schrieb, keine allgemeingültige Lösung.
Unser Modell hat sich mit den Jahren auch verändert, u.a. weil sich unser Wohnort verändert hat, aber auch weil wir Rücksicht auf unseren Sohn genommen haben. Ich hätte natürlich in England auf Deutsch beharren können, aber er hat es halt eine zeitlang vehement abgelehnt und mir war es wichtig den Druck zu nehmen bzw. erst keinen aufkommen zu lassen. Er spricht nun sowohl Englisch als auch Deutsch und kann zwischen den Sprachen herspringen, für andere übersetzen, etc.
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Lösche Benutzer 7240
Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Da gibt es wirklich viele Vorurteile, obwohl aus wissenschaftlicher Sicht die Lage völlig klar ist (wie ja ix...fuegos, sorry, komplizierter Nick
grad schrieb).
Ich kenn aber auch ein Elternpaar aus dem Iran, die mit ihrem Kind ausschliesslich mittelmässiges Deutsch gesprochen haben, damit das Kind deutsch spricht (Kind war in der Schweiz geboren ...). Hab irgendwann auch mal einen Artikel gelesen, dass viele Leute gar nicht auf die Idee kommen, exotischere (oder unbeliebtere) Muttersprachen im Bewerbungsbogen bei Fremdsprachenkenntnisse anzugeben, da zählt wohl in der Wahrnehmung vieler nur englisch, frz und spanisch.
Und der Tablet-Akku ist alle, ich geh dann mal
Was mir noch einfällt: Mein Cousin hat zB die Sprache seiner Mutter komplett verweigert, eine Cousine meines Mannes die Sprache des Vaters - das kommt wohl vor. Andererseits geht dann auch die Welt nicht unter, wenn nciht jedes Kind mit der Möglichkeit auch perfekt zweisprachig wird. Beide haben nur die Landessprache (die auch Muttersprache eines Elternteils war) angenommen. Mit meinem Cousin sprechen wir halt englisch, da mein Norwegisch über ein paar Floskeln nicht hinausgeht.
Ich kenn aber auch ein Elternpaar aus dem Iran, die mit ihrem Kind ausschliesslich mittelmässiges Deutsch gesprochen haben, damit das Kind deutsch spricht (Kind war in der Schweiz geboren ...). Hab irgendwann auch mal einen Artikel gelesen, dass viele Leute gar nicht auf die Idee kommen, exotischere (oder unbeliebtere) Muttersprachen im Bewerbungsbogen bei Fremdsprachenkenntnisse anzugeben, da zählt wohl in der Wahrnehmung vieler nur englisch, frz und spanisch.
Und der Tablet-Akku ist alle, ich geh dann mal
Was mir noch einfällt: Mein Cousin hat zB die Sprache seiner Mutter komplett verweigert, eine Cousine meines Mannes die Sprache des Vaters - das kommt wohl vor. Andererseits geht dann auch die Welt nicht unter, wenn nciht jedes Kind mit der Möglichkeit auch perfekt zweisprachig wird. Beide haben nur die Landessprache (die auch Muttersprache eines Elternteils war) angenommen. Mit meinem Cousin sprechen wir halt englisch, da mein Norwegisch über ein paar Floskeln nicht hinausgeht.
- amantedealmeria
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Dass Kinder auch nur im Kiga gut deutsch lernen können, hat meine Mutter jetzt einmal mehr an einem syrischen Flüchtlingskind gesehen. Es ist einfach genial, was die Lütte in nur 6 Monaten gelernt hat. Und es gab keinen extra Unterricht (sie sollte eigentlich mit zur Vorschule, das ging aber gar nicht), sondern hat nur so nebenbei alles gelernt. Daheim wird natürlich nur syrisch gesprochen. Wie sie dann im Herbst in der Schule klarkommt wird sich zeigen, vor allem mit der langen Sommerpause dazwischen. Aber das war mal wieder ein tolles Beispiel dafür, wie easy Kinder Sprachen mal eben mitnehmen können. (Und wie toll Flüchtlingskinder aufgenommen werden können, aber das ist OT).
1. Kor. 10, 23-24:
Alles ist erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten. Alles ist erlaubt, aber nicht alles baut auf. Niemand suche das Seine, sondern was dem andern dient.
Mit Sohn, 10/13 und Tochter 10/15
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- romina
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Bei mir in der Grundschule kamen auch 2 Geschwister aus Bosnien mitten im Halbjahr dazu. Sie sprachen nicht ein Wort Deutsch. Nach Ca 3 Monaten hatten sie das meiste bereits gelernt.
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Die Kinder von Freunden hier sprechen mit ihren Eltern jeweils deren Muttersprache, deutsch und russisch. Die Eltern sprechen Englisch miteinander. Beide Kinder konnten kein Niederländisch, bevor sie in den Kindergarten hier kamen, und es war überhaupt kein Problem, auch wenn sich die große Schwester im Vorfeld arge Sorgen um ihre kleine Schwester machte, weil die ja kein Niederländisch konnte.
Hart stelle ich es mir aber trotzdem vor, wenn zu der ganzen Eingewöhnungsproblematik auch noch eine Sprachbarierre hinzukommt. Aber das ist vielleicht nur aus der Sicht eines Erwachsenen so, keine Ahnung.
Hart stelle ich es mir aber trotzdem vor, wenn zu der ganzen Eingewöhnungsproblematik auch noch eine Sprachbarierre hinzukommt. Aber das ist vielleicht nur aus der Sicht eines Erwachsenen so, keine Ahnung.
Lieben Gruß,
Chennai mit Weihnachtsengel (Ende Dezember 2008) und Maikäferchen (Ende Mai 2011)
Meine Blogs: http://mamafecit.blogspot.com/ und http://minikin-pin.blogspot.com/
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Teelicht
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Die Sprachbarriere gibt es wahrscheinlich, eine Bekannte hat es bei ihrer Tochter erlebt. Ich kann aus Kinderperspektive erzählen, dass es mir mit3,5 nicht klar war, dass ich nicht sonderlich viel Deutsch konnte, als ich in dem Kindergarten anfing. Ich habe es dann schnell gelernt, wurde mir später erzählt.
Ich bin mit anderen Worten selbst zweisprachig aufgewachsen und spreche jetzt beide Sprachen mit Akzent
akzentfrei zu sprechen ist leider fundamental um als Einheimische anerkannt zu werden. Ich hoffe, dass ändert sich mehr und mehr, wenn es gewöhnlicher wird, dass mehr Personen mehrsprachig aufwachsen.
Ich bin mit anderen Worten selbst zweisprachig aufgewachsen und spreche jetzt beide Sprachen mit Akzent
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- Teazer
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Wir sprechen regulär deutsch miteinander, aber TV gibt es hauptsächlich in englischer Sprache und wir haben viele englische Kinderbücher. Wir unterhalten uns nur auf englisch, wenn die Kinder dies wünschen oder sie uns auf Englisch ansprechen. Unser Englisch ist gut, aber sicher noch verbesserungswürdig, geht jedoch definitiv weit über Schulenglisch (Abi) hinaus.
Wir waren jetzt 5 Wochen in GB und es war einfach toll zu sehen wie die Großen (3 3/4 und 5 3/4) problemlos in Kontakt mit Erwachsenen und Kindern traten. Wir wurden in Schottland durchgehend für Engländer gehalten. Lediglich der amerikanische Einschlag unserer Tochter irritierte einige Gesprächspartner. [emoji38]
Wenn man eine Nicht-Muttersprache nutzt, finde ich es wichtig, dass man selbst bereit ist zu lernen und besser zu werden. Wenn ich in einem Dialog ein Wort nicht kenne, dann schlage ich es nach. Wenn ich beim Vorlesen nicht weiß wie ein Wort ausgesprochen wird, höre ich es mir auf dict.cc an. Und wenn es wichtig ist, dass das Gesprochene korrekt ankommt, z.B. bei Gefahr oder in einem emotionalen Gespräch, dann benutze ich meine Vatersprache (meine Muttersprache beherrsche ich leider nicht).
Richtigen Input finde ich wichtig. Neben den Medien geht die Große zu English for kids, das von einer Amerikanerin geleitet wird. Und später werden wir uns um ein englisch-sprachiges Au-pair bemühen. So können Fehler der Eltern ausgebügelt werden. So geht es muttersprachlichen Kindern, deren Eltern nicht korrekt sprechen, schließlich auch. Meine Mutter kann bis heute das Wort Würstchen nicht korrekt aussprechen, ich sehr wohl.
Wir waren jetzt 5 Wochen in GB und es war einfach toll zu sehen wie die Großen (3 3/4 und 5 3/4) problemlos in Kontakt mit Erwachsenen und Kindern traten. Wir wurden in Schottland durchgehend für Engländer gehalten. Lediglich der amerikanische Einschlag unserer Tochter irritierte einige Gesprächspartner. [emoji38]
Wenn man eine Nicht-Muttersprache nutzt, finde ich es wichtig, dass man selbst bereit ist zu lernen und besser zu werden. Wenn ich in einem Dialog ein Wort nicht kenne, dann schlage ich es nach. Wenn ich beim Vorlesen nicht weiß wie ein Wort ausgesprochen wird, höre ich es mir auf dict.cc an. Und wenn es wichtig ist, dass das Gesprochene korrekt ankommt, z.B. bei Gefahr oder in einem emotionalen Gespräch, dann benutze ich meine Vatersprache (meine Muttersprache beherrsche ich leider nicht).
Richtigen Input finde ich wichtig. Neben den Medien geht die Große zu English for kids, das von einer Amerikanerin geleitet wird. Und später werden wir uns um ein englisch-sprachiges Au-pair bemühen. So können Fehler der Eltern ausgebügelt werden. So geht es muttersprachlichen Kindern, deren Eltern nicht korrekt sprechen, schließlich auch. Meine Mutter kann bis heute das Wort Würstchen nicht korrekt aussprechen, ich sehr wohl.
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)
"Mit einer Kindheit voller Liebe aber kann man ein halbes Leben hindurch für die kalte Welt haushalten." (Jean Paul)
AP estab. 2009, 2011 & 2014
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Und kannst du sagen woran das lag?Teelicht hat geschrieben:
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