Bei uns klappt es mit den drei Sprachen gut. Allerdings merkt man vor allem bei der Kleinen (knapp 4), dass Finnisch die wesentlich stärkere Sprache ist. Mit ihrer Schwester spielt sie fast ausschließlich auf Finnisch. Überhaupt ist Finnisch die Spielsprache - mit anderen Kindern würde sie wohl also grundsätzlich erstmal Finnisch reden, außer man sagt ihr etwas anderes. Außer sie hört, dass das Kind deutsch redet - dann redet sie auch deutsch.
Die Große (6) ist inzwischen sehr interessiert daran, was wir miteinander auf Englisch reden. Sie fragt oft nach, was dies und das und jenes Wort heißt, und lernt so passiv mit. Aktiv spricht sie nicht viel. Allerdings haben wir Kinder im Freundeskreis, die wachsen zweisprachig Englisch und Finnisch auf. Das Mädchen ist 2 und spricht noch nicht so viel, und zu ihr sagt meine Große öfters mal "No!"
Obwohl sie auch finnisch reden könnte

Das find ich schon interessant.
Das was vor ein paar Seiten geschrieben wurde, mit dem Papa der Schulenglisch spricht, finde ich irgendwie schwierig. Ich merke selbst immer ganz stark, wie wenig Sprache mit Vokabeln und Grammatik zu tun hat. Ich kann wirklich gut englisch und wirklich gut finnisch, aber wenn ich die Sprachen spreche, ist da dennoch ein anderes Gefühl im Hintergrund. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dauerhaft mit meinen Kindern so zu reden. Und wenn ich es noch so fließend könnte, es wäre einfach nicht dasselbe.
Ja, Zweisprachigkeit ist cool und bringt einige Vorteile. Aber mir würde es total gekünstelt vorkommen, würde ich mit meinen Kindern eine andere Sprache sprechen, um eine künstliche Zweisprachigkeit zu erlangen. Das hat was von Förderwahn...
Meine Freundinnen hatten mal eine hitzige Diskussion untereinander. Freundin A ist aus Island, der Mann Finne. Sie machen OPOL und reden untereinander Englisch. Freundin B ist aus den USA, Muttersprache Englisch, aber mit Ureinwohnerwurzeln. Diese Freundin war der Meinung, dass Freundin A ihr Kind unbedingt auf die englischsprachige Schule hier im Ort schicken müsse. Freundin A war der Meinung, das nicht zu wollen für ihre Kinder - die würden ja ohnehin quasi dreisprachig aufwachsen und hätten später eh Englisch in der Schule. Und da wollte sie lieber, dass ihre Kinder sich auf die zwei Hauptsprachen konzentrieren und ansonsten eben Kinder in der Nachbarschaft haben, das war ihr wichtiger, als das Englisch auch noch aktiv zu vertiefen. Das konnte Freundin B gar nicht verstehen. Sie war der Meinung, es können nie genug Sprachen sein, vor allem, wenn die Kinder noch so jung sind und es gut lernen können, später wäre es zu spät... und am liebsten hätte sie noch Frühchinesisch für ihr Kind... und Förderung wäre wichtiger als dass die Freunde in der Nähe wohnen, denn das wäre ja für die Zukunft...
Ich persönlich bin da eher bei Freundin A. Auch ich werde meine Kinder nicht auf die Englische Schule schicken, sondern lieber auf die vor Ort. Ich denke, sie haben im Englischen eh schon einen großen Vorsprung ihren Klassenkameraden gegenüber. Und ich denke, die sozialen Kontakte sind wichtiger als Förderung. Aber das sieht jeder anders... daran musste ich gerade denken, als ich das von dem Englischredenden Papa gehört habe. Künstliches Fördern. Für mich fühlt es sich einfach nicht richtig an, nicht authentisch. Und wir alle wissen ja eigentlich aus Erfahrung, dass wir authentisches am besten lernen. Das, wo Gefühl dahinter steckt. Klar kann man auch beim Schulenglischsprechen mit Herzblut dabei sein, aber ich denke mir, die Reaktion wird nie so authentisch sein wie in der Muttersprache - und damit wird es künstlich.
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