Und nicht zu vergessen: Kopf an Kopf beim 2er-Hänger ist auch nicht zu unterschätzen...
So, dann man zu uns.
Mein man fährt schon seit ca 4 Jahren mit dem Rad zur Arbeit, weil ihn die öffis genervt haben und Auto ist verkehrstechnisch schon keine daueroption.
Anschubser war, dass wir von Freunden einen Fahrradhänger gebraucht übernehmen konnten. Ich habe damals gesagt, das zieht er nie durch, dass 300 Höhenmeter auf 10km mit 2 Kindern im Hänger. Allerdings habe zu der Zeit öfter abgeholt und er gebracht und hin geht es überwiegend bergab. So, es hat funktioniert, aber für jeden Tag ist soviel berg dann auch einfach ein Zeitfaktor. Dazu hatten wir im Sommerurlaub die eBikes meiner Eltern getestet und so zig das meines Vaters testweise ein. Da er dadurch eigentlich nur Rad gefahren ist, hat er sich ein Riese und Müller gegönnt.
Für mich stand Rad nie zur Option, da ich es als Kind/Jugendliche gehasst habe, weil ich überall nur damit hin kam...Schule, Hobbys,...das war so abgespeichert. Fahrrad ist doof. Einen guten Grund hatte ich zwischenzeitlich auch, ne Muskelschwäche Erkrankung („ich kann das eh nicht“). Seit die Behandlung gut wirkt bin ich dann ab und an für Ausflüge und dann auch immer öfter für kinderfahrten in den Nachbarort gefahren, einfach weil der Verkehr hier teils so unmöglich ist und die öffis aber zeittechnisch einfach keine gute Alternative sind.
Jedenfalls haben wir im Sommer dann einen fahrradurlaub mit Zelt gewagt nachdem ein zweiter Anhänger zu und gefunden hatte. Da dürfte ich merken, dass ich zu deutlich mehr zu leisten im Stande bin, als gedacht. Daher bin ich danach auch kurzerhand aufs Rad umgestiegen.
Ich fahre 3x die Woche ca 22km. Hin sind es ca 130 Höhenmeter, aber do easy verteilt, dass man es durchs ebike nicht merkt und viel bergab. Rückweg ist mit 300 Höhenmetern teils ziemlich knackig, ein Abschnitt bringt mich mit Anhänger trotz Turbomodus ordentlich in Wallungen und eine Stelle muss man echt mit Schwung anfahren sonst bleibenich stecken. Und dann krieg ich das Monsterfahrrad mit Anhänger auch nicht geschoben. Da müsste ich tatsächlich abkuppeln.
Zeitlich gesehen brauche ich zurück vielleicht bisschen länger als mit der Bahn, aber es ist viel stressfreier als Bahnfahren mit den Kids, jetzt mit Corona sowieso.
Ausrüstung habe ich nix speziell radeliges. Aktuell ziehe ich lange wollunterwäsche an und untenrum so ne relativ dünne wanderhose, die bisschen elastisch ist. Obenrum hab ich noch ne shellfleeceweste und ne hardshelljacke. Und natürlich ne warnweste

Handschuhe hatte Ich zunächst meine reithandschuhe zum auftragen an und jetzt so gefütterte softdhrllhabdschuhe, die ich runtergesetzt gesehen habe. Sind eigentlich nicht fürs Radfahrern. Könnten bisschen filigraner sein...
Schmuddelwetter bei über 10 Grad habe ich schon mitgenommen, da liebäugle ich tatsächlich mit so rainlegs oder vielleicht auch ne softshellhose, die wäre auch jetzt trocken bei niedrigen Temperaturen nett. Umziehen beim arbeiten muss ich mich sowieso, allerdings wurden die Sachen im Spind dann nicht trocken, aber es lebe wolle, die kann man sogar feucht geradeso ertragen.
Apropos wolle, total begeistert bin ich von meiner dünnen Merinomaske von Dilling, meinst Klappe ich sie um bis zur Unterlippe, aber einmal hab ich die jetzt morgens bergab auch über die Nase getragen und die ist auch leicht feucht durch Atemluft (oder klatschnass bei Regen) echt angenehm. Eine Stufe darunter habe ich von denen einen schlauchschal. Den so bis Mitte Kopf hochgezogen geht er schön über Ohren und den Anfang der Backen.
Noch bin ich also total begeistert, es tut mrinn Gelenken total gut, ich liebe das durch den Wald fahren (und Ruhe vor den kindern

).
Allerdings habe ich auch immer Angst vor stürzen oder Unfällen, weil bergab hat man einfach ruckzuck 30 km/h und es kann einfach so schnell gehen. Schön hier zu lesen, dass es auch glimpflich ausgehen kann, auch wenn es natürlich trotzdem nicht schön ist.
Letze Woche landete ein Kollege mit Rippenserienfraktur auf der Intensivstation, weil er bergab einer Katze ausgewichen ist. Und Anfang des Jahres ist ein Kollege beim überholen durch einen Autofahrer touchiert worden und tödlich verunglückt.
Mit Anhänger werde ich meist sehr human überholt, aber ohne ist ein Teil der Strecke trotz teilweise markierten Radweg schon doof...
So, ich schick den Roman mal ab...