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Re: Montessori
Verfasst: 18.11.2013, 13:46
von netteanne
Daumen gedrückt

Re: Montessori
Verfasst: 31.01.2014, 19:22
von jente
Danke fuers Daumendruecken - es hat geholfen! Ich freue mich, das hatte ich mir sehr gewuenscht. Bin schon unheimlich gespannt auf den Spielkreis und dann natuerlich darauf, wie es im Herbst wird, wenn es richtig losgeht

Re: Montessori
Verfasst: 31.01.2014, 21:47
von netteanne
Echt, hast du eine Zusage bekommen? Wie schön, das freut mich für euch!
Re: Montessori
Verfasst: 01.02.2014, 08:16
von kÜRBISHEXE
Re: Montessori
Verfasst: 01.02.2014, 08:17
von jente
Herzlichen Glückwunsch!
Re: Montessori
Verfasst: 06.02.2014, 13:43
von EmiliasGini
Ich habe mir als der Größte langsam von der Tagesmutter in die Kita sollte auch eine Montessori- und eine Walddorfeinrichtung angesehen.
Bei der Montessori gefiel mir gut, dass die Stimmung wirklich ruhig und angenehm war und die Erzieher sehr aufmerksam waren. Ich hatte das Gefühl, dass dort individuelle Entwicklungsschritte (Schlafen, Windeln, Sprache) anerkannt wurden und nicht so viel an den Kindern rumerzogen wird. Ich mochte auch die Einrichtung gerne. Bei uns zuhause herrscht oft Chaos und das fand ich dort toll, dass trotz vieler Kinder alles ordentlich war obwohl nicht ständig gemeckert wurde, dass die Kinder aufräumen sollten.
Besonders viel gesprochen wurde tatsächlich nicht. Es wurde aber sehr schön und klar gesprochen und dem Kind geantwortet. Das fand ich ausreichend. Man sagte mir dort, dass es wichtig ist dem Kind das Gefühl zu geben, dass seine Worte verstanden werden und er damit etwas erreicht. Da das System aber ohne Lob und Strafe funktioniert und die Kinder frei arbeiten, müsse da nicht immer reingeredet werden. Das fand ich logisch. Hatte aber auch kein Kind mit Sprachproblemen und habe mir da nicht so Sorgen gemacht.
Was mir nicht so gut gefiel und was hier ja auch schon angesprochen wurde war die starke Zielausrichtung auf den idealen Menschen. Es geschieht so viel "heimlich gesteuert" mit Zielausrichtung. Ich finde das vernünftig betrachtet durchaus sinnvoll und für ein Beschulungskonzept auch richtig. Für mich zu hause finde ich die Vorstellung, dass ich mein Kind so zielorientiert behandle aber irgendwie komisch. Kann das gar nicht so gut beschreiben. Für die Kinder ist das ja Spielen und gefällt ihnen. Dieses Gefühl neben meinem Kind zu stehen und zu denken "ja du denkst du spielst nur aber ich weiß, dass du gerade deine mathematischen Fähigkeiten trainierst" seltsam. Das hat so etwas lenkendes, manipulierendes. Kann das schwer beschreiben und denke es hat auch sicherlich mit meiner Jungendzeit zu tun (in der meine Eltern jede Menge psychologische Kurse besucht haben und ich nichts tun konnte, weil ich das will sondern alles in der aktuellen Pubertätsphase xyz begründet wurde). Das ist so ein wenig von oben herab.
Wir haben uns schlussendlich für eine staatliche Kita entschieden. Dort gefiel uns Konzept und Erzieher auch und es war praktischer von den Öffnungszeiten, Entfernung und hatte kaum Treppe und große Räume, wo die mittlere auch hätte mit dem Rollstuhl klar kommen können.
Der grundsätzliche Eindruck war aber positiv. Momentan sind wir sogar wieder in der Überlegung den Großen von der staatlichen Schule zu nehmen. Durch seinen Ehrgeiz ist er sehr angespannt und es gibt sehr wenig Ruhephasen. Er dreht dauerhaft hoch und ist dann abends (Ganztagsschule) schwer genießbar.
Die Mittlere dagegen ist auf der staatlichen Schule sehr glücklich und kommt super klar. Sie ist eher faul und verträumt. Da könnte ich mir vorstellen, dass sie der Freiraum überfordert.
Gibt's hier Kinder die auf einer Montessori Schule sind? Von Kinderhäusern hab ich schon einiges gelesen aber von der Schule wenig. Jemand der vielleicht gewechselt hat und beides vergleichen kann?
Re: Montessori
Verfasst: 08.02.2014, 11:49
von Nuala
Weils grad geschrieben wurde und man es ja immer wieder hört:
"...für mein Kind ist das zu viel Freiraum..."
oder
"...mein Kind überfordert die viele Freiheit..."
Woran erkenne ich das?
Auf was bezieht sich das? Auf den Lernstoff, die Struktur, die Umgebung...?
Hat das was mit der Schulform/pädagogischen Richtung/dem Kind... zu tun?
Ich grüble schon die ganze Zeit drüber nach, Anlass ist meine Große.
Sie war erst in einer Kindergruppe, die sehr frei gewirkt hat. Die tat ihr aber nicht gut, das lag aber an fehlenden Konzepten und dass die Kinder sich in einem Art Struktur"vakuum" befanden, und wenn es eskaliert ist, wurde gestraft. Leider hab ich das erst viel zu spät überrissen und sie dann sofort rausgenommen.
Jetzt ist sie in einer Waldorfgruppe mit viel Struktur und viel liebevollen Eingehen auf die Individualität der Kinder. Das tut ihr total gut. Meine Mutter liegt mir in den Ohren, dass sie die Struktur unbedingt unbedingt braucht, ergo Waldorfschule. Aber da kommt's ja dann dich wieder auf den Lehrer an!
Das gleiche bei Montessori: das kann auch voll in die Hose gehen, wenn ein Lehrer "schlecht" ist.
Wir haben einen Vorschulplatz in einer montessoribasierten Schule für sie. Und uns wird von Familienseite prognostiziert dass die Freiheit sie überfordern wird. Aber es GIBT dort ja Struktur!!! Nur was sie spielen (oder lernen wenn sie wollen) ist frei. Damit kann man ja nicht überfordert sein, oder doch?
In der Schule ist es dann ein bisschen anders, und... ach ich weiß auch nicht.
Kommt es DOCH mehr auf den Lehrer an als auf die Pädagogik? Und ist das nicht sehr unideal dann?
Danke fürs laut denken dürfen...

Re: Montessori
Verfasst: 08.02.2014, 15:38
von Talgaro
Meine Tochter ist in einem Montessorihaus und mein Mittlerer in der 2. Klasse einer Montessori-orientierten-Grundschule (staatlich). Mein Großer hat die gleichen Institutionen durchlaufen und er ist/war eine "Herausforderung" (O-Ton der Lehrerin

), aber es hat wunderbar geklappt und er ist definitiv ein Kind, was ganz klare Ansagen braucht! Die zwei Jahre 3./4. Klasse bei einer Nicht-Montessorilehrerin waren eher schwer.
Nach nun mitterweile fast 10 Jahren Erfahrung als Elternteil von Kindern in Montessorieinrichtungen kann ich jedenfalls dieses "zuviel Freiheit" Gerede nicht bestätigen. Struktur im Tagesabauf und klare Regeln sind den Kindern immer präsent! Klar können sie ihre Freiarbeit selber wählen, aber deswegen verlieren sie sich doch nicht in zuviel Freiheit?? Sie sind nicht abhängig von der Bewertung durch einen Erwachsenen, weil die selbstständige Fehlerkontrolle eingebaut ist, nichts desto trotz sind die Betreuer des Kindes absolut auf dem Laufendem vom Entwicklungsstand des Kindes und können gegebenfalls in 1:1 Situation gegensteuern, eben weil alle anderen selbstständig arbeiten.
Bei Waldorf finde ich einen schlechten Lehrer übrigens viel fataler als bei Montessori, da das Waldorfsytem lehrerkonzentriert ist. Wobei ich nie verstehe, warum die beiden Systeme in einem Atemzug genannt werden - sie sind dermaßen konträr!
Re: Montessori
Verfasst: 08.02.2014, 18:01
von Nuala
Danke, du beschreibst genau das, was ich eigentlich glaube, aber eben keine Erfahrung dazu habe.
Ich nenne übrigens Montessori und Waldorf in einem Atemzug weils zwei ziemlich konträre Konzepte sind. Ja und stimmt, bei Waldorf wäre ein schlechter Lehrer fataler.
Mich spricht Waldorf ja total auf der Seelenebene an, aber ich halte nicht viel von dem Lehrkonzept (zu frontal, zu wenig Inhalt). Bei Montessori überzeugt mich der Zugang zum Wissen, aber da kann es - je nach Einrichtung - halt sein dass es zu kopforientiert ist.
Interessanterweise find ich genau deswegen die beiden Richtungen absolut vereinbar. Ich würde von Waldorf vor allem die Ästhetik und den künstlerisch-seelischen Zugang übernehmen, sowie die Struktur (rhythmischer Teil, Erzählteil, Projekte, Hintergrund zur Kindesentwicklung, Soziales) und von Montessori die Materialen (grenzgenial!), die individuelle Entwicklung, das Zu- und Freilassen im kognitiven (Lern)Bereich.
Das wäre dann meine Traumschule!

Re: Montessori
Verfasst: 08.02.2014, 22:33
von Talgaro
Ich finde Montessori - so wie ich es in der Praxis erlebe - in künstlerischen Bereichen als sehr viel freier. Bei Waldorf gibt es sehr restriktive Vorgaben, wann welches Stiftart dran ist, wie man etwas zu malen und was genau. Das habe ich bei meinem Kinder so nie erlebt. Klar sehen Aquarelle und gelauges Holz für uns schön aus - aber wenn man genau hinschaut, ist es keine echte Freiheit. Übrigens steht ein Werk der klassichen Waldorfarbeitsweise mit dieser gedellten Außenfläche bei Holz auch bei uns im Ökogarten der Schule. Man kann also auch woanders mit einem Stechbeitel umgehen

. Und Jahreszeitentische sind hier im Montessorihaus in jeder Gruppe Standard - nur das sie eben nicht nur aus Filzpüppchen bestehen, sondern in Zusammenarbeit mit den Kindern eben auch andere Dinge, wie Sonnenbrillen im Juli.
Nur weil Montessori für die Materialien bekannt ist, heißt das ja nicht, dass es nichts anderes gibt. Hier wird natürlich ebenso gesungen, getanzt, gereimt, gegärtnert, mit allen Sinnen erforscht... Im Montessorihaus gibt es auch einen Experimentierraum und einen Kreativraum.
Ich war übrigens früher ganz großer Waldorffan, deshalb kann ich die Liebe zu dieser Ästhetik sehr genau nachvollziehen. Meine Tochter hat ein Holzbaumhaus mit Filzpüppchen und die Babys bekamen natürlich Seidentücher zum Spielen. Aber schon früh habe ich leider auch die eingrenzenden Auswirkungen erlebt und ab da hat ein Umdenken bei mir stattgefunden. Ich kann deshalb auch nicht wirklich neutral bleiben, ich hoffe das ist ok für dich.