ich möchte hier nochmal etwas mehr zum Thema Wildbienen los werden. Es ist absolut richtig, dass die Honigbiene nicht gefährdet ist und als Supergeneralist auch mit nahezu allem was irgendwie Pollen / Nektar liefert zurecht kommt.
Wildbienen gibt es über 300 verschiedene Arten in Deutschland. Etwa zwei Drittel davon sind Generalisten, ein Drittel sind Spezialisten, dabei muss man aber auch noch zwischen denen unterscheiden die eine ganze Pflanzengattung nutzen und denen die wirklich nur an eine einzige Pflanze gehen.
Bei der Spezialisierung geht es im wesentlichen um den Pollen. Beim Nektar sind die meisten Bienen flexibel.
Damit sich eine Biene im Garten wohl fühlt benötigt sie neben Nahrung und Pollen für die Brut auch noch Lebensraum. Und bei dem benötigten Lebensraum unterscheiden sich die Bienen auch wieder stark. Manche nisten in Röhren, viele im offenen Boden, manche in Steilwänden aus Lehm...
Sich über Wildbienen zu informieren ist wahnsinnig spannend und kann ich grundsätzlich empfehlen.
Bei der Auswahl der Gartenpflanzen würde ich aber schauen, dass ich etwas wähle was zu dem Garten und zu mir passt.
Ich finde es wenig sinnvoll, wenn Kubikmeterweise Sand gekauft werden um gute Böden abzumagern für eine Blumenwiese, das ist absolut nicht ressourcenschonend und auch meist nicht nachhaltig. Wenn man Pflanzen wählt sollte man schauen, dass sie zu dem Standort den man hat gut passen und unkompliziert dort wachsen.
Natürlich sollte der Fokus auf heimischen Arten liegen. Aber zB werden meine Kugeldiesteln auch von Wildbienen gern besucht. Und meine Astern, von denen ich echt viele habe, weil sie auf meinem Boden unkompliziert wachsen, werden sehr gerne von Hummeln genutzt.
Natürlich erfreut es mein Herz, wenn jemand sagt, er habe Platz und pflanzt sich erstmal eine Hecke aus Schlehe, Haselnuss, Holunder etc. in zweiter Reihe dann Heckenrosen und davor ein üppiges Blumenbeet mit heimischen Pflanzen. Das ist natürlich ein Traum. Aber in der Realität sind die meisten Gärten klein und die Besitzer schnell frustriert wenn sie versuchen eine Haselnuss durch Schnitt klein zu halten.
Ich finde die Mischung machts!
Ich wünsche mir so, dass Gärten wieder Wohlfühlräume für alle werden und dieser Fetisch für einen Grünen Fußbodenbelag verschwindet. Ein echter Lebensraumbooster ist ein Teich! Da ist immer etwas los und meine kleine Tochter möchte immer Wap Wap gucken.
Ein must have insbesondere mit Kindern finde ich Obst. Wir ernten seit Mai täglich Obst aus dem Garten und die Mutz liebt es so sehr. Aktuell gibt es noch Himbeeren und Äpfel.
Alle Obstblüten sind bienenfreundlich. Und übrige Früchte erfreuen die Vögel. Und ich empfinde es auch als kulturelle Bildung wenn Kinder erstens lernen wann etwas reif ist und zweitens mit Sorten in Kontakt kommen, die im Supermarkt nicht so verbreitet sind. Noch dazu lohnt es sich tatsächlich auch finanziell. Ganz besonders empfehle ich Herbsthimbeeren.
Wir haben Erdbeeren, Johannisbeeren, Heidelbeeren, Stachelbeeren, Minikiwi, Äpfel, Birnen, Kirschen und versuchen uns mit bisher geringem Erfolg an Pfirsich, Indianerbanane, Zwergmaulbeere und Feige. Außerdem Wildobst wie Kornelkirsche, Schlehe, Mispel, felsenbirne, Holundeer und Honigbeeren und Aronia und Quitten.