Ja, mir geht es ähnlich. Mittlerweile denke ich auch, dass ich ihn angucken muss. Ich will mich dafür einsetzen können, dass so ein Umgang mit Kindern nicht verbreitet wird.Mutterhenne hat geschrieben: 17.10.2018, 22:21Ich habe die Formulierung 'ganzheitlich gesundheitsorientiert' auf die psychosomatische Grundausrichtung bezogen – es gehe also darum, körperliche und seelische 'Störungen' im Zusammenhang miteinander zu begreifen... Wie das dort zu geschehen scheint - nunja... Aber selbst wenn man das alles in Ordnung findet (und das tue ich nicht): Ich finde es mindestens beunruhigend, wie (zumindest in den Kritiken/Trailern/Selbstaussagen an der Produktion Beteiligter) suggeriert wird, ein therapeutischer Ansatz sei geeignet für den ganz gewöhnlichen Familienalltag (exemplarisch dafür ist dieses unsägliche Zitat aus der SZ, mit der der Film beworben wird)Wiepaula hat geschrieben: 17.10.2018, 18:17 Krass, das als "ganzheitlichen" Ansatz zu bezeichnen. Wieso ganzheitlich? Weil die Eltern sich ändern müssen? Äh ja, aber nun sollen sie die Tyrannen sein?
Kennt hier jemand den Neufeld Ansatz? Es gibt einen schönen Satz, da sagt Dr. Neufeld über Kinder unter 7 "They are not like us and we should not be like them."
Die Petition haben wir hier beide unterschrieben.
Diskussion finde ich auch wichtig. Ich interessiere mich für Psychotherapie und habe auch eine entsprechende Ausbildung zumindest begonnen. Eine tiefenpsychologische, keine verhaltensorientierte. Genau aus diesem Grund, Verhalten kann man konditionieren und Verhalten ist für mich nur die Spitze des Eisbergs.
Am Ende schauen sich aber hunderte von Eltern den Film an ohne jegliche psychologische oder psychotherapeutische Vorbildung und denken sich " also wenn die moderne Psychotherapie so geht, dann muss das wohl gut sein".
Sehr traurig..
Inzwischen bin ich zu der Entscheidung gekommen, den Film anschauen zu müssen - das Thema lässt mich nicht los, und ich spreche ungern über Dinge, die ich mangels eigener Anschauung nicht wirklich beurteilen kannEr ist übrigens schon auf dem Münchner Dok.Fest 2018 gezeigt worden, also schon länger in der Öffentlichkeit: https://www.dokfest-muenchen.de/films/view/13240...
(k)VT ist ein sehr weites Feld, und es geht dort nicht immer nur um Konditionierung. Mittlerweile gibt es ja auch integrative Ausbildungsgänge, die tiefenpsychologische und VT-Ansätze zusammenbringen...
Was den ganzheitlichen Ansatz betrifft, fällt es mir schwer anzunehmen, dass man sowas schreiben darf. Immerhin bedeutet Psychosomatik, dass es um Körper und Seele geht und deren Zusammenspiel. Das kann dann ja wirklich jede Klinik für Psychosomatik schreiben, egal was für eine Behandlungsmethode sie wählen. Aber gut, das ist scheinbar einfach erlaubt und die bezeichnen ihre Arbeit als ganzheitlich.