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Re: Empfehlungen von 1980
Verfasst: 07.07.2016, 13:34
von PaleFire
Kirschquark hat geschrieben:es gibt ja einige wenige Babys, die sich so "die Plautze vollhauen" (Zitat GVK-Hebamme) können, dass sie wirklich mit 5/6 Mahlzeiten am Tag auskommen
Heute im Babyturnen: ein Baby, 2,5 Monate alt, trinkt laut Aussage der Mama tagsüber alle 5 Stunden und schläft nachts 7-8 Stunden am Stück. Das sind ja dann auch nicht mehr Mahlzeiten als 5-6...die Mama war sehr liebevoll und bemüht, von daher glaube ich nicht, dass sie da was "reglementiert". Das Baby schien allerdings sehr ruhig/schläfrig und hat wohl immer noch leicht erhöhte Gelbsuchtwerte.
Ich wurde als Baby (Ende 70er) nicht gestillt, meine Mama hatte eine sehr schwierige Zwillingsschwangerschaft und wäre bei der Geburt fast gestorben, deshalb lag die Priorität nach der Geburt wohl woanders. Ich war auch trinkschwach und wurde ca. 6 Wochen sondiert. Ich lag getrennt von meiner Zwillingsschwester (die war fitter und durfte früher nach Hause) auf der Neo, meine Mama hat mich jeden Tag besucht und die Stunde vor meinem Brutkasten durchgeheult (rausnehmen durfte sie mich nicht, nur einen Finger durch die Glasscheibe strecken). Immerhin hat sie durchgesetzt, dass ein anderes Baby zu mir in den Brutkasten gelegt wurde, damit ich nicht so allein bin. UND sie ist nach der Geburt in Hungerstreik getreten, bis wir ihr gebracht wurden (die Aussage der Schwestern war wohl, dass sie erstmal ein paar Tage zu Kräften kommen soll bevor sie uns zu sich nimmt). Ach ja, sie ist schon ein echtes Muttertier, immer schon gewesen. [emoji4]
Ansonsten hat sie uns wohl weitgehend nach Bedarf gefüttert und teilweise auch so was wie BLW gemacht (also wir durften früh "selber essen", da gibt es lustige Fotos von). Schreien gelassen wurden wir nicht und sie hat sich unserem nächtlichen Rhythmus angepasst (sie erzählt nämlich heute noch, wie anstrengend das war, dass wir immer zeitversetzt wach geworden sind nachts). [emoji6]
Re: Empfehlungen von 1980
Verfasst: 08.07.2016, 10:43
von Cecily
Ich bin 1980 geboren. Meine Mama wollte gerne stillen und hat es auch versucht. Sie "musste" aber auch streng nach Plan stillen und vorher und hinterher wiegen. Sobald ich abgenommen habe, habe Schwestern / Familie ihr die Hölle heiß gemacht. Dann habe ich die Flasche bekommen. Sehr früh sollte sie Karottensaft / Obstsaft geben. Das habe ich gar nicht vertragen.
Wir hatten aber einen sehr guten Kinderarzt. Hätte meine Mama den im KH gehabt, sagt sie, hätte das auch mit dem Stillen geklappt. Der hat auch zu Familienbett geraten - das war ja auch gar nicht in Mode.
Meine Schwester wurde länger gestillt, sie hat gar keine Flasche bekommen.
Würde mich auch interessieren mit den Langzeitwirkungen. Bei meiner Schwester und mir sehe ich keinen Unterschied. Sie hat die Schuppengflechte und Nerodermitis meines Opas geerbt, ich nicht. Da waren die Gene stärker.
Allerdings wird doch heute viel über Allergien / Lebensmittelunverträglichkeiten geklagt. Habe ich jetzt nicht, könnte aber doch daran liegen? Oder kommt das einfach mehr zu Bewusstsein?
Re: Empfehlungen von 1980
Verfasst: 08.07.2016, 10:51
von Serafin
Man kann nicht sagen, stillen=kein Neurodermitis, keine Allergie etc. Oder mein Kind hat die Flasche bekommen, fehlt im doch auch nix.
Man muss immer eine sehr große Gesamtheit betrachten. Und da spielt stillen dann mit rein. In dem Sinne, dass einfach ein anderer Würfel mit anderen Wahrscheinlichkeiten geworfen wird, wenns um Allergien und co geht. Also z.B. (ich greiffe jetzt aus der Luft) 6 Prozent statt 30 oder so.
Re: Empfehlungen von 1980
Verfasst: 08.07.2016, 11:15
von Sakura
Kirschquark hat geschrieben:es gibt ja einige wenige Babys, die sich so "die Plautze vollhauen" (Zitat GVK-Hebamme) können, dass sie wirklich mit 5/6 Mahlzeiten am Tag auskommen
Stillproben waren ja Pflicht, meine Mutter hat das als Tagebuch festgehalten und aufgehoben. Ich als Baby hatte mit wenigen Wochen Trinkmengen von 150ml. Aus EINER Brust. Die pro Tag nur 2-3 mal dran war! Denn selbstverständlich durfte nur alle 4 Stunden UND nur eine Brust gestillt werden. Mit wenigen Monaten hatte ich Trinkmengen von 250ml pro Mahlzeit. Aus einer Brust. Ich schrieb ja, meine Mutter hatte Milch für 4. Meine Großmutter auch, die hat kurz nach dem Krieg Milch verkauft. Und auch ich selbst als Mutter war in der Stillzeit immer damit beschäftigt, die Milchmenge zu reduzieren statt zu steigern.
Also ja, vollstillen kann auch so funktionieren, wobei mir klar ist, dass die Milchmengen in meiner Familie die absolute Ausnahme sind.
Wobei ich es für das Baby schlimm finde, sich so den Bauch vollschlagen zu müssen! Gesund finde ich das nicht.
Mit dem Handy unterwegs
Re: Empfehlungen von 1980
Verfasst: 08.07.2016, 11:21
von nido56
Nuala hat geschrieben:
Das liest sich soooo traurig...

Ich finde es auch sehr traurig, vor allem fuer meine Mutter, die aufgrund ihrer Persoenlichkeit und vor allem ihrer eigenen Erziehung nicht das Selbstbewusstsein und den Mut hatte, das zu tun, was sie selbst gern getan haette.
Wir haben ein sehr gutes Verhaeltnis, und ich bin ihr sehr dankbar, dass sie mir durch ihre Erziehung die Staerke mitgegeben hat, die sie selbst nicht hatte. Allerdings war unser Verhaeltnis nie besonders koerperlich. Kuscheln, Kuessen und Umarmen gab es bei uns wenig. Meine Mutter erzaehlt immer, ich waere "kein Kuschelkind" gewesen. Ich denke aber, dass ich eher ihre eigene koerperliche Distanz gespiegelt habe. Ich bin naemlich heute ziemlich koerperlich, liebe es, mich nachts an den Piratenpapa zu kuscheln, und koennte den Piraten den ganzen Tag lang abknuddeln und abkuessen.
Re: Empfehlungen von 1980
Verfasst: 08.07.2016, 11:25
von EhMibima
nido56 hat geschrieben:Nuala hat geschrieben:
Das liest sich soooo traurig...

Ich finde es auch sehr traurig, vor allem fuer meine Mutter, die aufgrund ihrer Persoenlichkeit und vor allem ihrer eigenen Erziehung nicht das Selbstbewusstsein und den Mut hatte, das zu tun, was sie selbst gern getan haette.
Mich erstaunt auch immer wieder was Frauen mit sich machen ließen. Aber das "war damals wohl so". Meine Mutter entschuldigt auch ganz viel damit daß "man das so gemacht hat".
Re: Empfehlungen von 1980
Verfasst: 08.07.2016, 11:42
von Mutterhenne
Ja, das kenne ich auch. Meine Mutter ist anfangs de ganze Woche wach geblieben, damit sie uns (erst mich, dann meine Schwester, bei meinem Bruder weiß ich's nicht) hört. FB oder Kinderbett im Elternzimmer ging nicht, "Papa musste ja früh raus...", und das Kinderzimmer meiner Schwester war ein Stockwerk höher

...
Re: Empfehlungen von 1980
Verfasst: 08.07.2016, 11:43
von Mutterhenne
Mutterhenne hat geschrieben:Ja, das kenne ich auch. Meine Mutter ist anfangs de ganze Woche wach geblieben, damit sie uns (erst mich, dann meine Schwester, bei meinem Bruder weiß ich's nicht) hört. FB oder Kinderbett im Elternzimmer ging nicht, "Papa musste ja früh raus...", und das Kinderzimmer meiner Schwester war ein Stockwerk höher

...
Die ganze Nacht, nicht die ganze Woche. Irgendwie habe ich offensichtlich gerade ein paar Knoten im Hirn...

Re: Empfehlungen von 1980
Verfasst: 08.07.2016, 12:13
von nido56
bienesmama hat geschrieben:nido56 hat geschrieben:Nuala hat geschrieben:
Das liest sich soooo traurig...

Ich finde es auch sehr traurig, vor allem fuer meine Mutter, die aufgrund ihrer Persoenlichkeit und vor allem ihrer eigenen Erziehung nicht das Selbstbewusstsein und den Mut hatte, das zu tun, was sie selbst gern getan haette.
Mich erstaunt auch immer wieder was Frauen mit sich machen ließen. Aber das "war damals wohl so". Meine Mutter entschuldigt auch ganz viel damit daß "man das so gemacht hat".
Wenn man mal das SuTiversum verlaesst und sich in anderen Familien- und Babyforen oder auch im RL umschaut, dann kann man sich darueber noch immer wundern. Ich kenne persoenlich einige Geschichten von Muettern der heutigen Generation, die weinend im Wohnzimmer sassen, waehrend das geferberte Baby im Kinderzimmer weinte, weil sie sich tatsaechlich hatten ueberzeugen lassen, dass ihre Gefuehle falsch waren und zur Erziehung eines lebensuntauglichen, verweichlichten Kinders fuehren wuerden.
Oder Frauen, die im Grunde ihres Herzens mit der Hausfrauenrolle total unzufrieden sind, sich aber ueberzeugen lassen, dass das Kind in den ersten 3 Jahren zur Mutter gehoert, und alles andere egoistisch und reucksichtslos waere.
Re: Empfehlungen von 1980
Verfasst: 08.07.2016, 12:18
von Serafin
och, was ich schon alles müsste. Mir wird ein Haufen Blödsinn eingeredet, vor allem von den lieben Schwägerinnen (außer der jüngsten) und hierbei vor allem von denen in meinem Alter ohne Kinder...