Seite 12 von 12
Re: klapps auf den popo
Verfasst: 07.04.2013, 20:13
von Millefiori
doch, wenn sie mit einem moralisch erhobenen zeigefinger ständig auf mich deutet, dann würd ich das sehr wohl zu ihr sagen...
Re: klapps auf den popo
Verfasst: 08.04.2013, 12:46
von sTanja
Trotz krankem Kind melde ich mich auch nochmal zurück, etwas knapp aber:
Was ich meinte, war:
Einerseits sind wir alle Menschen, und schimpfen sicher mal, oft sicher auch gerechtfertigt - natürlich sollen/dürfen Kinder auch merken, das es Verhaltensweisen gibt, die bei Mitmenschen nicht gut ankommen, und nicht jeder immer nur strahlt.
Nur: Es gibt Grenzen, die sollte man nicht überschreiten. Und wenn man es doch tut, muß man sich entschuldigen. Aber: wenn die Grenzüberschreitungen zur Regel werden, sind unsere Entschuldigungen irgendwann nichts mehr wert, das möchte ich ganz deutlich sagen.
Meine Mutter, so sehr ich sie liebe, und auch wenn sie keine schlechte Mutter war, hat sehr oft die Beherrschung verloren, wenn es ihr nicht gut ging.
Sie hat mich beschimpft mit Namen, die man Erwachsenen schon nicht an den Kopf werfen sollte, gedemütigt, und selten auch Gewalt angewendet - mir Eierbecher um die Ohre geworfen, weil ich sie an die falsche Stelle in die Spülmaschine gestellt habe. Mich an den Haaren über den Fußboden geschleift, um mir die Haare abzuschneiden, weil ich mir nicht oft genug die Haare gewaschen habe.
Hinterher hat sie sich entschuldigt und mir gesagt das sie mich liebt.
Was bei mir ankam war trotzdem: ich bin nichts wert, mache alles falsch, und daher kann meine Mutter mich nicht lieben - denn würde sie das tun, würde sie mir das nicht antun.
Und wer das jetzt weit hergeholt findet: Stellt Euch vor, Euer Mann hatte einen doofen Tag, kommt heim, die Wohnung ist nicht sauber genug, er schreit Euch an, nennt Euch nichtsnutzige Sau, klebt Euch eine....um sich eine halbe Stunde später tränenreich zu entschuldigen. Und das passiert mehrmals.
Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, aber warum sollte ein Kind diese Entschuldigungen eher akzeptieren und eher an die Liebe dieser Person glauben?
Re: klapps auf den popo
Verfasst: 08.04.2013, 13:36
von klimaforscherin
Du hast viele tiefe Wunden durch sie erlitten. (((sTanja)))
Nein, das Verhalten ist nicht in Ordnung.
Re: klapps auf den popo
Verfasst: 08.04.2013, 15:26
von sTanja
Ich hab auch viele, viele Jahre, einen sehr lieben Mann, gute Freunde und ein Kind gebraucht, um mich selbst wirklich gut zu finden.
Dabei hab ich heute ein gutes Verhältnis zu meiner Mama, und sie ist und war kein Monster. Wir durften oft im Familienbett schlafen.
Das ist ja gerade das schwierige...wo ist die Grenze zwischen "authentischer Reaktion", kann mal passieren, und einem Verhalten, das einen Schaden verursacht. Ich möchte das keinem als Etikett aufkleben, nur ein bißchen sensibilisieren für das Thema.
Re: klapps auf den popo
Verfasst: 08.04.2013, 15:40
von Latascha
Heute per Zufall hat mir eine Bekannte erzählt, was sie am Flughafen über Ostern erlebt hat:
Mutter mit ca. 4 jährigem Kind. Das Kind hat geschrien, die Mutter teilt eine Watschen aus und erwartet sich dadurch, dass das Kind ruhig ist.
Es waren viele andere Mütter in direkter Nähe und keiner hat etwas gesagt
Irgendwie ist es doch noch verbreitet, oder zumindest nicht SO ein vergehen, dass die gesamte Gesellschaft darauf reagiert. Schade

Re: klapps auf den popo
Verfasst: 08.04.2013, 16:00
von manie
ich denke es wird häufig auch als "privatangelegenheit" angesehen. Traurig.
Re: klapps auf den popo
Verfasst: 08.04.2013, 17:18
von Latascha
Ist es aber nicht genau das, wieso immer wieder Kinder über Monate in der Wohnung verschwinden und misshandelt werden können, ohne das etwas passiert?!
Nur ganz ehrlich: WO ist die Grenze?
Ich hab unsere Nachbarin monatelang mit ihren beiden größeren Jungs gesehen, die kleine Tochter, die ein paar Monate jünger als L. ist aber nie. Mein Mann hatte sich auch schon gewundert, und dann ging eines Tages die Tür auf und sie kam auch mit angelaufen.
Was wäre wenn?! Ich finde das ist dann doch eine ganz schwierige Sache und ich denke Eltern die schlagen reagieren nicht gerade verständnisvoll, wenn sie in der Öffentlichkeit von anderen zur Rede gestellt werden.