Erfahrungsberichte und Links zum Thema Schreien lassen

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

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Lila
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Re: Erfahrungsberichte und Links zum Thema Schreien lassen

Beitrag von Lila »

prinzesschenmama hat geschrieben: Es geht ja auch nicht darum, dass ein kind grubdsätzlich nie weinen darf.
Ich habe das andere nicht gelesen und bin gerade nur hier rüber gestolpert. Es geht nicht darum, dass ein Baby nicht weinen darf, sondern darum, dass man sich darum bemühen sollte, dass ein Baby nicht weinen braucht.
Weinen bedeutet für das Baby Stress, Stress der im Gehirn und an den Hormonen messbar ist, Stress verringert die Möglichkeiten positiv die Umgebung wahrzunehmen, Stress kann sogar Einfluss darauf haben, wie sich die Synapsen verbinden und die Reduzierung abläuft ... daher einen jungen Säugling sollte man durchaus so gut es geht aktiv beruhigen ... ich glaube allerdings, dass manche in eine Interaktionsfalle tappen und selber nervös und unruhig werden und sich das Verhalten gegenseitig hochschaukelt über die Anfangszeit hinaus. D.h. es ist wichtig mit dem Baby in Kontakt zu kommen und es nicht gestresst durch die Gegend zu "schaukeln".
Lila mit zwei Kindern (*2003 und *2006)
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prinzesschenmama
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Re: Erfahrungsberichte und Links zum Thema Schreien lassen

Beitrag von prinzesschenmama »

dann solltest du dir vielleicht doch den rest mal durchlesen. :wink:
dann wird vielleicht der zusammenhang klar, in dem ich das geschrieben habe. ich bin auch absolut gegen schreien lassen in jeglicher Art.
Allerdings ging es mir darum, dass man beim besten willen von niemandem verlagen kann, mit einem sehr bedürfnisstarken kind 24 stunden rumzulaufen und anchts um 12 noch auf dem Pezziball zu hopsen, weil man in manchen Fällen einfach nciht mehr KANN. Wem ist denn damit geholfen?
Ich kenne jetzt Dein Kind und deine Geschichte nicht, daher weiß ich nicht, ob du es schon erlebt hast, dass ein kind sog. "schreistunden" hat und wirklich durch NICHTS zu beruhigen ist. und da ist es doch egal, WO in meinem Arm das Kind schreit, ob ich total in aktivismus verfalle oder ob ich mich dabei wenigstens hinlege.
Wichtig ist doch dann nur meine Nähe. Im gegenteil denke ich,d ass eine völlig erschöpfte Mutter, die ihr baby mit letzter kraft durch die Wohnung trägt, eher kontraproduktiv ist beim beruhigen des Kindes. :?
mit Mario 12.3.2000;*P.N.(2.`08) im Herzen; Clara Luna *13.12.2008 und Merlin Gabriel *18.7.2010- gestillt, getragen, Familienbett und seit 4/12 auch mit gebarftem Hund ;-)
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Lila
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Re: Erfahrungsberichte und Links zum Thema Schreien lassen

Beitrag von Lila »

ich hatte zwei schreibabys. davon das eine noch etwas heftiger, vielleicht aber auch nur, weil es beim einen kind überraschender war mit so etwas konfrontiert zu werden. ich denke, dass es sehr stark vom alter des babys abhängt. ein kleiner säugling der mit geschlossenen augen brüllt und einen hochroten kopf hat, nimmt mMn die nähe nicht mehr war und benötigt bewegungsimpulse um wieder raus zu kommen.
mir ist vollkommen klar, dass dies niemand immer schaffen kann. ich war alleine mit den kids und natürlich haben sie mal geweint. mit meinem heutigen wissen und meinem weitergehen auf meinem lebensweg würde ich mit dem verhalten des babys ruhiger umgehen können und vor allem mir noch viel mehr hilfe heranholen und diese menschen klar instruieren. leider hatte ich allerdings auch sehr auf mich bezogene kinder, die sehr früh gefremdelt haben und sehr eindrucksvoll nach mama verlangt haben und keinen anderen akzeptiert haben. ja, das war anstrengend.

ich möchte hier auch keinem einen vorwurf machen ... ich wollte nur kurz etwas einwerfen, vielleicht war dies nicht sinnvoll, wenn ich nicht die zeit habe alles nachzulesen.
aber ich bin mittlerweile ziemlich davon weg, dass ein schreibaby das schreien braucht (stichwort ausweinen, kommunizieren, verarbeiten), sondern, dass dies eine extreme belastung für das baby darstellt und für die eltern. die lösung ist nicht die haltung zum weinen zu verändern und zu sagen, er / sie braucht das zum spannungsabbau oder das ist halt so, sondern alles zu mobilisieren, um durch diese heftige zeit zu kommen. und wenn gar nichts geht, den gepuckten säugling eben in eine wiege / wippe legen und duschen gehen.

lg
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prinzesschenmama
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Re: Erfahrungsberichte und Links zum Thema Schreien lassen

Beitrag von prinzesschenmama »

hm..ok, das ist vielleicht das Problem, wenn man hier schreibt und nicht gegenüber sitzt und redet.
Ich bin auch nicht soo überzeugt davon, dass ein baby das schreien "braucht", aber ich halte es schon für möglich,d ass dadurch in manchen Fällen eben doch Stress vom tag verarbeitet wird. in dem Sinne, dass es einfach zuviel war und jetzt so geäußert wird (hatte kich bei merlin mal nach einem Ausbildungskurs, da hat er den ganzen tag super "mitgemacht" und hat abends erst, als wir zu hause waren 2,5 Stunden am stück gebrüllt. :? ). IN solchen Fällen kann man die ursache ja nicht immer beseitigen, anders als z,B. bei zahnungsschmerzen o.ä. Da bin ich dann auch nicht zögerlich, mal ein Schmerzmittel/Globuli ,.. zu geben.
Unnötig schreien oder sonstwie leiden sollte keiner, besonders kein hilfloses baby, da sind wir uns sicher alle einig.
Aber schreien ist ja auch nicht immer gleich schreien. Für mich macht es z.B einen unterschied, ob ein Kind wie von Dir beschrieben noch sehr jung ist und mit rotem Kopf brüllt, klar ist mand ann schon fast innerlich gezwungen aktiv zu werden, tragen etc. Aber da ist ja jede Situation auch unterschiedlich. Ich hab für mich entschieden, dass ich besser versuche, es zu akzeptieren, dass ich manchmal meinem baby nicht helfen kann, egal was ich mache. Und dann "darf" es eben auch mal weinen, auch wenn es mir leid tut und natürlich besser wäre, wenn es anders wäre, aber das liegt ja nicht immer in meiner macht, das zu beenden. Denn sonst würde ich verrückt werden, wenn ich mir zum ziel setzen würde, um jeden Preis das weinen zu "beenden". Das hat aber siche r auch mit der persönlichen belastbarkeit der mutter zu tun. Da bin ich vielleicht nicht gerade ein Musterbeispiel :? :oops: Ich denke aber dennoch nicht, dass meine Kinder davon einen bleibenden Schaden davontragen werden, da kommen sicher noch ganz andere Dinge, die ich falsch machen werde :wink:
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VintageFairytale
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Re: Erfahrungsberichte und Links zum Thema Schreien lassen

Beitrag von VintageFairytale »

Der Unterschied ist eben einfach ob man sein Kind beim Weinen hält und tröstet und beruhigend zuspricht,selbst wenn das Kind dadurch nicht das Weinen stoppt. Es spürt ja dennoch die Nähe und ist nicht zusätzlich in dem schwerem Verarbeitungsprozess auch noch auf sich alleine gestellt. Das, denke ich, ist doch ein großer Unterschied dazu,ob man ein Kind,welches sich ebenso nicht beruhigen würde dann auch noch sich alleine überlässt.
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Mara09
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Re: Erfahrungsberichte und Links zum Thema Schreien lassen

Beitrag von Mara09 »

Wollte mal von unseren Erfahrungen berichten. Mir wurde und wird auch immer wieder geraten, die Kinder so schnell wie möglich ans alleine einschlafen und ihr Bett zu gewöhnen. Mir geht das so gegen den Strich, ehrlich gesagt. Ich finde, das ist wider der Natur!

Bei meiner Ältesten war ich damals in allem noch unsicher. Klar, jung, erstes Kind usw. Eine Bekannte hatte dann ferbern ausprobiert und mir stolz erklärt, dass das wirklich funktioniert und ich sollte das doch auch ausprobieren, weil unsere Tochter mit damals 5 Monaten (!) immer noch nicht alleine einschlief und schon gar nicht in ihrem Bett.
Ich habe es ein paar Mal versucht, fand es aber so grausam, dass ich abgebrochen habe. Bin echt froh darüber, dass ich auf mein Gefühl gehört habe.
Aber alleine durch dieses Hin und Her (abends in ihr Bett gelegt, aber nachts zu uns geholt, dann oft bei uns einschlafen lassen, aber immer wieder versucht, dass sie in ihr Bett schläft), hat sie noch bis vor kurzem echt Schlafprobleme und nachts Angst gehabt.
Unserer Mittlere schlief von Anfang bei uns. Sie ist beim Stillen eingeschlafen, später haben wir das so gemacht, dass wir den Mädels was vorgelesen haben und dann immer noch gesungen und mit jeder gekuschelt. Als sie so ca. ein Jahr alt war, schlief sie auch ohne Probleme von einen Tag auf den anderen in ihrem Bett. Da die Große aber immer zu uns kam und sie das bemberkte und eifersüchtig wurde, lagen beide dann sehr lange bei uns im Bett. Ich fand das ehrlich gesagt nicht tragisch, aber mein Mann war da nicht so begeistert von... Aber mit der Zeit hat er es akzeptiert und jetzt wo Baby da ist, liegen beide in ihren Betten.
Meine Eltern fanden das natürlich total schrecklich, dass die Mädels so lange bei uns lagen. Wäre ja kein Zustand, ich würde sie verwöhnen, könnte selber nicht loslassen usw.

Baby schläft nun natürlich auch bei uns. Werde es wieder genauso machen, wie bei meiner Mittleren und auf mein Gefühl hören.
Krass fand ich, dass meine Schwiegermutter schon am 2. Lebenstag von Baby fragte, ob die Kleine denn schon im Stubenwagen schläft! :shock:
LG von Mara mit ihren drei Mädels 11/03, 09/05 und 03/11
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Re: Erfahrungsberichte und Links zum Thema Schreien lassen

Beitrag von dezember2010 »

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Hermione
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Re: Erfahrungsberichte und Links zum Thema Schreien lassen

Beitrag von Hermione »

Ich habe jetzt nicht alle Beiträge gelesen und kann es auch selbst nicht ertragen, wenn die Babys schreien gelassen werden. Habe ich bei meinen Kindern nie gemacht (außer wenn sie mit 4 Jahren nach der 10. Gutenacht-Geschichte immer noch nicht schlafen wollten) und würde das auch nie weiterempfehlen. Aber vor einiger Zeit habe ich eine Familie kennengelernt, die ihre Kinder ab ca. 1/2 Jahr abends ins Bett gelegt haben, die Tür zu gemacht haben und nicht mehr reingegangen sind, es sei denn, das Baby hat nicht aufgehört zu schreien (wie lange das sein musste, weiß ich nicht).

Wir haben die Familie kennengelernt, als der Jüngste 1 Jahr alt war und sind auch schon zusammen in Urlaub gefahren. Mein Mann und ich waren echt überrascht, wie schnell die Kinder alle eingeschlafen sind, auch der Kleine. Und sie haben keine psychischen Probleme oder Verlustängste. Die Mutter geht sogar aus dem Haus, wenn der Kleine mittags schläft. Sie meint, dass er immer zwei Stunden schläft und wenn er wach wird kann ja nichts passieren, da er im Gitterbettchen ist.

Einerseits bin ich darüber immer noch entsetzt, wenn ich das von ihr höre, andererseits sind ihre Kinder völlig normal. Ich könnte das bei meinen Kindern nie ertragen, will sie dafür aber nicht verurteilen, da die Kinder - wie gesagt - völlig normal sind. Sollte man diese Methode dann also vielleicht doch nicht so verteufeln? Ich weiß es nicht.
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Re: Erfahrungsberichte und Links zum Thema Schreien lassen

Beitrag von dezember2010 »

ich glaube nicht, dass sic eventelle schäden schon so früh zeigen, sondern erst später, wenn man denn merkt, dass der mensch zb kein vertrauen zu anderen aufbauen kann, weil in den wichtigsten jahren, in den das urvertrauen gebildet wird, es ja sowieso schon enttäuscht worden ist.
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Re: Erfahrungsberichte und Links zum Thema Schreien lassen

Beitrag von kiska »

also aus dem haus gehen (außer mal zur garage mit babyphone oder sowas) finde ich IMMER erschreckend, wenn keiner da ist. weiß sie denn, ob jemand genau in dem moment einbricht? weiß sie, ob das haus in flammen aufgeht?!? das geht garnicht.

psychische schäden können sich auch später zeigen und das urvertrauen ist dann ja schon erschüttert worden. die selbstwahrnehmung ist ja auch völlig anders. wenn ich meinem kind zeige "deine bedürfnisse sind nicht wichtig genug, um wahrgenommen zu werden",am besten von einem tag auf den anderen, läuft doch irgendwas falsch! ich meine, wenn mein partner zum beispiel mich in ein bett einsperrte, damit ich lerne, ohne ihn zu schlafen, würde er verklagt. und ich würde unsere beziehung sofort beenden. ein kind kann das in dem alter noch nicht, es ist gezwungen, seinen eltern zu verzeihen (ich habe mal gelesen, dass kinder bis 8 jahren ihren eltern ALLES verzeihen), es KANN nicht anders.
und abgesehen davon geht eine mutter, die ihr kind schreien lässt, normalerweise gegen ihren instinkt. (und wenn man genauer hinhört, stellt sich oft heraus, dass die mütter das schreienlassen den vätern überlassen, weil sie selbst es nicht aushalten. allein das ist grund genug für mich anzunehmen, dass das nicht gesund ist
Annabell 08/10
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