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Re: Zuckerfrei(er) leben!
Verfasst: 23.09.2015, 09:51
von vivi
Pirouge hat geschrieben:Oh, oh, ich nehme meine Empfehlung zurück

. Ist mir zu unvegan und zu kritisch auch anderen Kohlenhydraten gegenüber. Es ist schon nicht so einfach mit der Ernährung...
Was genau meinst du denn? Ich höre es gerade an und würde mich über deine Kritik freuen. In meinen Laienohren klingt es erst mal sehr logisch und plausibel, hat er bestimmte Dinge außer Acht gelassen?
Re: Zuckerfrei(er) leben!
Verfasst: 23.09.2015, 10:05
von beccarei
vivi hat geschrieben:Hast du dich mal durchchecken lassen- Blutbild ect.? Wie lange warst du denn weggetreten? Wie hast du dich hinherher gefühlt und was hat dir geholfen? Sorry, dass ich dich so ausquetsche, aber das interessiert mich sehr!
An dem einen Tag letzte Woche dacht ich auch, ich kipp gleich um- hab dann mit Joghurt ( ordentlich gezuckert) gegengesteuert. Hab mich den ganzen Tag elend und zittrig gefühlt.
Ich habe Dich total übersehen.
Mir hat einmal ein Besuch beim Homöopathen geholfen. Das war aber nicht wegen der Kaffee-Reduktion. Der hat nach einem langen Gespräch mit einem Kügelchen alles wieder ins Lot gebracht. Fand ich sehr bemerkenswert, denn damit hatte ich nicht gerechnet.
Bei der Kaffee-Reduktion habe ich nichts checken lassen, sondern einfach langsamer reduziert. So eine Tasse weniger je Woche.
Re: Zuckerfrei(er) leben!
Verfasst: 23.09.2015, 17:34
von Pirouge
Hallo vivi,
erstmal klang es für mich auch schlüssig, aber schlüssig klingt so vieles...
Ich glaube einfach nicht, dass Kohlenhydrate aus Obst und Vollkorngetreide in dem Maße schädlich ist, dass man seinen Kindern morgens am besten Eier und gebratenes Gemüse gibt. Außerdem zerkocht er mir zu viel (Kichererbsen 3-4h kochen??).
In der China Study, die vegane Ernährung in China erforscht, fand man heraus, dass eine kohlenhydratreiche vegane Ernährung das optimale bzgl. Krebs-, Diabetes-, Bluthochdruck- etc-Prophylaxe darstellt. Ich halte mich da an die vegane Vollwertküche - viel Rohes und möglichst unveränderte Lebensmittel. Kein Zucker und andere isolierte KH (z.B. in Weißmehl). Aber es ist einfach so schwierig, gute Ernährungsstudien zu machen!
Vielleicht hat er Recht, aber für mich ist es nichts...
Lieben Gruß!
Re: Zuckerfrei(er) leben!
Verfasst: 23.09.2015, 17:41
von Mutterhenne
Pirouge hat geschrieben:Hallo vivi,
erstmal klang es für mich auch schlüssig, aber schlüssig klingt so vieles...
Ich glaube einfach nicht, dass Kohlenhydrate aus Obst und Vollkorngetreide in dem Maße schädlich ist, dass man seinen Kindern morgens am besten Eier und gebratenes Gemüse gibt. Außerdem zerkocht er mir zu viel (Kichererbsen 3-4h kochen??).
In der China Study, die vegane Ernährung in China erforscht, fand man heraus, dass eine kohlenhydratreiche vegane Ernährung das optimale bzgl. Krebs-, Diabetes-, Bluthochdruck- etc-Prophylaxe darstellt. Ich halte mich da an die vegane Vollwertküche - viel Rohes und möglichst unveränderte Lebensmittel. Kein Zucker und andere isolierte KH (z.B. in Weißmehl). Aber es ist einfach so schwierig, gute Ernährungsstudien zu machen!
Vielleicht hat er Recht, aber für mich ist es nichts...
Lieben Gruß!
Hab leider gerade nicht viel Zeit, aber die China Study ist extremst umstritten (bin selbst nahezu vegan, bei Kosmetika etc. ganz), insbesondere ihre (zahlreichen) Interpretationen. Es gibt aber (neuere) Studien, die einige Behauptungen der China Study nun doch wissenschaftlich zu belegen erlauben, insbesondere allerdings, was den Konsum industriell erzeugter Milchprodukte angeht:
http://www.hsph.harvard.edu/nutritionso ... -and-milk/
Ansonsten stimme ich Dir zu, Pirouge

!
Re: Zuckerfrei(er) leben!
Verfasst: 25.09.2015, 17:24
von vivi
Also ich glaube ja nicht, dass es DIE Ernährung für alle Menschen gibt. Es sind einfach viele Mutationen im Laufe der Jahrtausende/ Jahrmillionen erfolgt und nicht jeder Mensch kann die gleiche Nahrung gut verwerten. So wie z.b. sehr viele Menschen v.a. in Asien laktoseintolerant sind, andere Gluten nicht vertragen oder bei Rohlost Bauchschmerzen und Blähungen bekommen, gibt es eine große Bandbreite auch innerhalb der " Rassen" , es gibt drahtige Typen, die Massen essen und alles verbrennen. Es gibt gemütliche Typen , die normal essen und dabei rundlich sind. Vielleicht ist tatsächlich für den einen Paleo perfekt, für einen anderen vegan oder vegetarisch oder LCHF und für den nächsten ganz "normale" Mischkost, nach den Empfehlungen der Ernährungspyramide.
Ich finde, man sollte doch lieber schauen, dass man an seiner individuellen Ernährung arbeitet und sie für sich optimiert- optimal fände ich in dem Falle, dass man sich gut , gesund , fit und gesättigt fühlt.
Ich sehe z.b an meinen beiden Kindern enorme Unterschiede in der Essensauswahl in den ersten beiden Lebensjahren. Während die eine ( spät angefangen) von Anfang an auf Wurst und Fleisch abfährt und Gemüse ( außer weniges roh oder in Form fein pürierter Süppe) komplett ablehnt und insgesamt sehr wählerisch ist, isst die Andere ( zeitig essend) völlig vegetarisch, fast vegan und dafür offener für Neues. Beide in diesem Alter mit BLW , gestillt und ohne Druck oder Zwang. Da ich mit Gonzales in der Meinung übereinstimme, dass sich gestillte Kinder bei BLW das holen, was sie brauchen, scheinen beide völlig andere Nahrungsmittel zu brauchen. Ich glaube, dass man zwei Menschen da nicht unter einen Hut bekommt. Es gibt solche und solche.
Dass Mutationen nicht, wie von Darwin vermutet, über sehr lange Zeit erfolgen müssen, ist inzwischen bekannt. Je nach Selektionsdruck kann sich eine Veränderung auch innerhalb weniger Generationen vollziehen. Und nur, weil es beispielsweise in früherer Steinzeit kein gegartes Essen gab , sondern nur Rohkost, so heißt das für mich nicht, dass Rohkost die ideale Ernährungsform ist ( ich vertrage rohes sehr schlecht) , das Garen hat auch dazu geführt, dass bestimmte Nahrungsmittel besser vertragen wurden und Nährstoffe besser verwertet werden können. Vielleicht trifft das aber wieder nur auf manche Menschen zu. Und beim Thema Milch geht es weiter, wieso sollte es prinzipiell schlecht sein, Milch und Milchprodukte zu verzehren, da sich die Verwertung von Laktose ja bei vielen Menschen als vorteilhaft erwiesen hat.
Über die ethischen Aspekte sehe ich jetzt mal hinaus- dass die Tierhaltung heute nicht mehr artgerecht ist , macht es schwer, mit ruhigem Gewissen tierische Produkte zu konsumieren.
Mir geht es tatsächlich nur darum - welche Ernährung ist für wen genau richtig und ich glaube, da gibt es kein PERFEKT für ALLE.
Re: Zuckerfrei(er) leben!
Verfasst: 25.09.2015, 18:59
von Nuala
Vivi, danke für den guten Beitrag.
Es ist witzig - meine Große wurde in ihren ersten 5 Lebensjahr vegetarisch ernährt und jetzt liebt sie Fisch und Fleisch. Sie isst beides PUR und verlangt gezielt danach.
Die Kleine hingegen wurde bis drei vegetarisch ernährt und ist es auch geblieben. Ihr schmeckt Fleisch und Fisch einfach nicht, hingegen liebt sie Nüsse, auch pur, was hingegen die Große nie essen würde. Gut, ist auch eine Eiweißquelle. Vor allem Mandeln mag sie, auch Erbsen und Magerquark löffelt sie pur, Eier mag sie auch.
Das einzige zu dem ich sie "zwinge" oder zumindest überrede ist alles zu kosten, auch was sie nicht so mögen, weil manchmal schmeckt einem doch plötzlich etwas. Und zum Gemüse essen. Eine Ernährung ohne Gemüse ist für mich ein No-Go...
Re: Zuckerfrei(er) leben!
Verfasst: 12.10.2015, 19:13
von Nschotschi
Wollte euch mal kurz einen Erfahrungsbericht von der "anderen Seite" beschreiben. Ich habe ja ein Jahr nahezu zuckerfrei gelebt, nachdem ich vorher Süß in rauen Mengen futtern konnte. Seit einem halben Jahr esse ich nur Süßigkeiten, die selbst gebacken sind. Größtenteils stark zuckerreduziert, aber manchmal, bei Einladungen auch "standard". Meine Erfahrung: zwei Stücke Kuchen reichen, dass mir den Rest des Tages richtig schlecht ist. Die Verdauung ist total durcheinander und ich fühle mich fast krank.
Hab ich jetzt mehrfach festgestellt und beschlossen, bei Einladungen nur noch ein kleines Anstandsstückchen zu essen. Es ist sicher nicht nur der Zucker sondern die Kombi Fett, Milch, Zucker, Kaffee, ich hab mich halt gegen den Zucker entschieden. Milch kommt vielleicht auch noch mal, anderes Thema!
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Re: Zuckerfrei(er) leben!
Verfasst: 12.10.2015, 19:37
von vivi
Kleines Update von mir nach fast 8 Wochen zuckerfrei(er) . Inzwischen wird es zunehmend normaler, selbstverständlicher. Es gibt aber auch Tage, an denen es mir schwer fällt. Für mich funktioniert es sehr gut, dass ich in der Woche zwei Ausnahmetage habe ( meist einen mitten in der Woche, einen am Wochenende) an dem ich sündige- mal ein Eis oder etwas Kuchen, dunkle Schokolade oder mal ein Bier zum Grillabend, ich möchte auch nicht völlig auf Rotwein verzichten, dafür habe ich eine Schwäche. Das Maß halten klappt bisher sehr gut und ich bin stolz auf mich.
Es gibt mehr Obst und Gemüse, mehr Salat, oft Suppe , Müsli , wenig Brot, sehr selten Weißmehl oder Nudeln, täglich Smoothie und Weizengras. Ich bilde mir ein , dass ich ausgeglichener bin und nicht mehr so schnell hochgehe, nicht mehr so kaputt bin, wenn ich morgens aufwache. Es ist schwierig festzumachen, da es sich eher schleichend ändert und ich zusätzlich noch viel öfter Yoga mache. Meine Kleine hat ja eh bisher kaum mal Essen mit Zucker bekommen, bei der Großen schränke ich sanft ein , da ist leider vieles schon verkorkst. Aber ich bleibe dran und will sie langsam umgewöhnen.
Re: Zuckerfrei(er) leben!
Verfasst: 12.10.2015, 19:41
von vivi
Ndchtoschi, spannend was du berichtest. Ob sich deine Darmflira einfach so verändert hat?
ich kann mich noch an viele Situationen erinnern, als ich nach einem großen Eisbecher sehr durstig und irgendwie erschöpft war.
Re: Zuckerfrei(er) leben!
Verfasst: 12.10.2015, 20:41
von Lösche Benutzer 18726
An Euch muss ich mir ein Beispiel nehmen. Bei mir klappt zuckerfrei gar nicht (mehr). Ich weiß gerade nicht, wie ich wieder den Absprung schaffen kann. Menno ...
Seit 2 Monaten bin ich koffeinfrei - das ist so super. Aber nun will ich wieder zum zuckerfrei zurück!