Stillen: kurze Frage- kurze Antwort (Bitte ersten Beitrag beachten!)

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Valeska
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Re: Stillen: kurze Frage- kurze Antwort (Bitte ersten Beitrag beachten!)

Beitrag von Valeska »

Ich schätze, weil es einen Unterschied macht, ob in 2 min 10 ml Milch gebildet werden oder 100 ml ...?
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Re: Stillen: kurze Frage- kurze Antwort (Bitte ersten Beitrag beachten!)

Beitrag von Seiltänzerin »

Das mit der meisten Milch beim Stillen ist ein Ammenmärchen, jedenfalls laut der Stillkinder-Seite. Ich finde es schön erklärt, auch mit Quellenangaben (die ich nicht einzeln überprüft habe):
https://www.stillkinder.de/wann-wird-di ... -gebildet/
https://www.stillkinder.de/wie-frauenmi ... ldet-wird/
Aus meiner Pump-Erfahrung kann ich bestätigen, dass die meiste Milch nicht beim Stillen gebildet wird. Wäre das der Fall, hätte ich die gleichen Mengen pumpen müssen egal ob eine, zwei oder drei Stunden dazwischen lagen
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Re: Stillen: kurze Frage- kurze Antwort (Bitte ersten Beitrag beachten!)

Beitrag von Gargantula »

Ah ok, danke für die Links. Da bin ich wohl einem Ammenmärchen aufgesessen.
Liebe Grüße
Gargantula

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Valeska
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Re: Stillen: kurze Frage- kurze Antwort (Bitte ersten Beitrag beachten!)

Beitrag von Valeska »

Seiltänzerin hat geschrieben: 25.09.2020, 18:42 Das mit der meisten Milch beim Stillen ist ein Ammenmärchen, jedenfalls laut der Stillkinder-Seite. Ich finde es schön erklärt, auch mit Quellenangaben (die ich nicht einzeln überprüft habe):
https://www.stillkinder.de/wann-wird-di ... -gebildet/
https://www.stillkinder.de/wie-frauenmi ... ldet-wird/
Aus meiner Pump-Erfahrung kann ich bestätigen, dass die meiste Milch nicht beim Stillen gebildet wird. Wäre das der Fall, hätte ich die gleichen Mengen pumpen müssen egal ob eine, zwei oder drei Stunden dazwischen lagen
Dass du unterschiedlich viel Milch pumpen konntest, belegt aber keineswegs, dass "meiste Milch beim Stillen gebildet" ein Märchen ist.
Viel Milch wird gebildet, wenn ein MSR ausgelöst wird.
Der MSR wird leichter ausgelöst, wenn länger nicht gestillt wurde. Deswegen wird nach dreistündiger Still-/Pumppause mehr Milch gebildet, als nach dreißigminütiger Pause.

So hab ich es gelesen. U.a. hier im Forum von Stillberaterinnen. Sie mögen mich korrigieren, falls etwas falsch wiedergegeben ist.
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Re: Stillen: kurze Frage- kurze Antwort (Bitte ersten Beitrag beachten!)

Beitrag von Glyzinie »

Also ich verstehe das so: Wenn ein Behälter (=Brust) leer ist, wird der erst mal schneller aufgefüllt und später nur noch langsam, damit nix überläuft (:mrgreen: mehr oder weniger). Vielleicht kann man es sich so vorstellen, dass der Rest unterirdisch, also unter dem Milchspiegel schon etwas eingepresst werden muss, damit noch was geht. (äh ja, das geht dann auch mit den überspannten Brüsten am Anfang gut einher). Wenn das Kind dann älter wird, wird er halt nur noch halbvoll angefüllt oder so.
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Re: Stillen: kurze Frage- kurze Antwort (Bitte ersten Beitrag beachten!)

Beitrag von Nane85 »

Wie lang darf ein Milchstau dauern? Ich habe seit gestern Schmerzen und harte Stellen, aber die üblichen Maßnahmen bringen nichts. Ich kann auch nicht ausstreichen, so als ob es verstopft wäre. Nun ist natürlich Wochenende und in der Notfallpraxis sicher kein Gyn anwesend. Warte ich bis Montag oder fahre ich auf gut Glück hin?
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Re: Stillen: kurze Frage- kurze Antwort (Bitte ersten Beitrag beachten!)

Beitrag von Glyzinie »

Solange du kein Fieber bekommst, ist erst mal alles gut.
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Re: Stillen: kurze Frage- kurze Antwort (Bitte ersten Beitrag beachten!)

Beitrag von Seiltänzerin »

Ich habe die Aussage mit der Milchbildung beim Stillen schon ziemlich oft gelesen, aber (im Gegensatz zu dem Stillkinder-Artikel) noch nie mit Quellenangaben. Eine Publikation habe ich tatsächlich gestern noch angeschaut weil frei verfügbar (Experimental Physiology (1992), 77, 79-87). Die Studie zeigt eigentlich deutlich die durchgehende Milchbildung. Die Publikation, in der gesagt wird, dass Milchbildung und MSR getrennt sind, ist leider nicht open access, aber auch schon älter. Falls hier jemand Zugriff hat: Lactation, WE Petersen, Physiological Reviews 24 (3), 340-371, 1944.
Valeska hat geschrieben: 25.09.2020, 19:47 Viel Milch wird gebildet, wenn ein MSR ausgelöst wird.
Der MSR wird leichter ausgelöst, wenn länger nicht gestillt wurde. Deswegen wird nach dreistündiger Still-/Pumppause mehr Milch gebildet, als nach dreißigminütiger Pause.
Diese Erklärung finde ich überhaupt nicht einleuchtend im Hinblick auf die zugrunde liegenden biologischen Prozesse. Vielleicht kann da wirklich eine Stillberaterin weiterhelfen (gerne auch in die Fachfragen zum Stillen schieben, falls das den kfka sprengt).

Ich lasse mich auch gerne von einer (Fach-) Publikation davon überzeugen, dass doch während dem MSR die meiste Milch gebildet wird.
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Re: Stillen: kurze Frage- kurze Antwort (Bitte ersten Beitrag beachten!)

Beitrag von ShinyCheetah »

Glyzinie hat geschrieben: 26.09.2020, 15:02 Also ich verstehe das so: Wenn ein Behälter (=Brust) leer ist, wird der erst mal schneller aufgefüllt und später nur noch langsam, damit nix überläuft (:mrgreen: mehr oder weniger). Vielleicht kann man es sich so vorstellen, dass der Rest unterirdisch, also unter dem Milchspiegel schon etwas eingepresst werden muss, damit noch was geht. (äh ja, das geht dann auch mit den überspannten Brüsten am Anfang gut einher). Wenn das Kind dann älter wird, wird er halt nur noch halbvoll angefüllt oder so.
So versteh ich es auch :)

Um diese Theorie zu ergänzen: Viele von uns haben erlebt, dass sich in den ersten Monaten die Zeit, die ein Baby zum Stillen braucht, reduziert. Wir sagen, daß Baby trinkt effektiver. Vielleicht ist der entscheidender Punkt, dass das Drüsengewebe effektiver wird, also die Milchbildungsrate einfach immer höher wird. Irgendwann hat sich das Stillen eingespielt. Eine "volle" Brust hat man quasi nie, aber wenn das Kind stillt, fließt trotzdem schnell Milch. Da ist dann die Bildungsrate bei leerer Brust so hoch, dass sie dem Kind vollkommen ausreicht. Und schon, wenn die Brust sich minimal füllt, bricht die Bildungsrate total ein, so dass es zu einem Milchstau fast gar nicht mehr kommt.

Naja, und Frauen, bei denen die Milch nicht reicht, haben eine so niedrige Bildungsrate, dass selbst, wenn sie oft stillen und abpumpen, also die Milchbildungsrate maximal hoch halten, in 24h einfach nicht ausreichend viel Milch gebildet wird.

Ich mag die Erklärung ;) Aber sie ändert überhaupt nichts an den "wichtigen" Aussagen, nämlich wie gutes Stillmanagement aussieht oder wie man seine Milchmenge steigert (z. B. viel stillen und pumpen) oder senkt (z. B. Blockstillen).

Vielen Dank für den Artikel und die Hinweise zu den Publikationen!
mit Sohn F (Ende September 18)
und Tochter V (Ende Juni 21)


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Re: Stillen: kurze Frage- kurze Antwort (Bitte ersten Beitrag beachten!)

Beitrag von Lämpchen »

Nane85 hat geschrieben: 26.09.2020, 15:53 Wie lang darf ein Milchstau dauern? Ich habe seit gestern Schmerzen und harte Stellen, aber die üblichen Maßnahmen bringen nichts. Ich kann auch nicht ausstreichen, so als ob es verstopft wäre. Nun ist natürlich Wochenende und in der Notfallpraxis sicher kein Gyn anwesend. Warte ich bis Montag oder fahre ich auf gut Glück hin?
Kein Expertenwissen, nur meine persönliche Erfahrung: ich hatte in unserer langen Vollstillzeit total oft über 2-3 (oder auch mal gar 4?) Tage harte, schmerzhafte Stellen, wo dann glaub ich auch weniger Milch rauszukriegen war (selber ausstreichen konnte ich aber eh nie), teils auch mit minimal erhöhter Temperatur und etwas Kopfschmerzen, und es hat keine negativen Folgen gehabt, ging letztlich immer selber (d.h.mit Kühlen nach dem Stillen, sonst hab ich nix gemacht) weg. Das war leider so Standard bei mir, dass ich da niemals jedes Mal irgendwen hätte draufschauen lassen können/wollen. (Das hab ich nur bei der Brustentzündung mit Fieber und Schüttelfrost gemacht, der Unterschied war aber eklatant!)
Tochter 04/18
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