Ich hab hier ja auch so eine schlechte Esserin, und muß auch sagen, daß es einfach Kinder gibt, die sich allem verweigern, und seien sie noch so hungrig.
In schlechten Eßphasen wog meine Tochter nur noch knapp so viel wie die kleine, nämlich 14 Kilo auf 1,10 m.
Es war heftig, und es war kein Ranführen an irgendwelche lebensmittel möglich.
Wir arrangieren uns mit ihrem einseitigen Eßverhalten so gut es geht, und seit ich gelassener bin, klappt das auch.
Klar denk ich auch oft, es muß doch gemüse, Salat oder Obst in das Kind, aber zu einem solchen Preis? (Kämpfe, Tränen, auf den Teller erbrechen, Geschrei)
Jedes Essen war bei uns ein Kampf, und ich hab mir Vorwürfe gemacht ohne Ende, dabei fing sie von heute auf morgen mit gut 2 Jahren einfach aus heiterem Himmel an, auszusortieren, jeden Tag fast kamen Lebensmittel dazu, die sie nicht (mehr!) mochte.
Bis zu diesem Zeitpunkt aß sie alles, wirklich alles außer Eier, Zucchini und Spinat.
Ich konnte es mir nicht erklären, habs drauf geschoben, daß eben 2 Jährige einen eigenen Willen haben.
Als das Essbverhalten immer komischere Auswüchse annahm, sprach ich beim Ki-Arzt vor, damals war sie 3. Er sagte mir auf den Kopf zu, daß das Problem hierbei unser verhältnis sei, meine Tochter wisse genau, daß sie hier einen Nerv trifft. Und das nutze sie aus, erpresse mich praktisch mit jedem Bissen, den sie verweigert.
Ich mache mir selber keinen Druck mehr, lasse sie wählen, ob sie essen will oder nicht, bleibe dann aber auch hart (und es fällt schwer), wenn sie dann nach den Mahlzeiten 10 min. später Essen fordert, wenn es geht hebe ich den nicht gegessenen Teller auf, und biete ihn erneut an, wenn sie nicht möchte, ist der hunger nicht groß.
Es erfordert unheimliche Disziplin, und eine große Portion Überwindung, aber wir fahren nicht schlecht.
Sie ißt zwar immer noch keinerlei Gemüse (nicht 1 Sorte) und Salat, und nur alle paar Wochen einen Apfel, aber sie ißt immerhin die Nudeln nicht mehr nur trocken sondern mit Soße, ißt wieder Brot mit Wurst, statt ohne alles, und einfach der Kampf hört auf.
Ich muß nicht mehr kämpfen am Tisch.Und das ist gut so.
Ich gucke, daß meine kleine sich mehr an mir und Männe denn an ihr orientiert, und das klappt (noch) gut. Sie ißt auch sehr gern von meinem Teller, und ißt auch mal rohe Gemüse usw.
Und ich konnte mittlerweile, nach 2 Jahren essen ohne Druck feststellen, daß sie wider Erwarten nicht abgenommen hat, im Gegenteil.
Anfangs ja, sie nahm weiter ab, v.a. dann, wenn sie krank wurde, aber irgendwann stagnierte ihr Gewicht, ging etwas runter, wieder rauf, mittlerweile sogar über die unterste Perzentille.
Meine Tochter macht das schon, das mußte ich lernen. Ich hab ihr Blut abnehmen lassen, um auszuschließen, daß sie mangelernährt ist, und heimlich erwartet, es gäbe zumindest einen leichten Eisenmangel (kein gemüse, kein fleisch, wo solls herkommen?

), und wurde eines besseren belehrt.
Sie
ißt nicht gesund, aber sie
ist gesund, und noch viel wichtiger, sie ist wieder fröhlich und glücklich, und entspannt. Und das ist mir persönlich wichtiger als alle gesunden Gerichte der Welt.
Sorry, daß ich vielleicht etwas abgeschweift bin, aber ich wollte einfach schildern, wies uns ging, und geht.