Hier kam ja die Frage auf, was überhaupt "die" Steinzeiternährung sein soll. Wie uns allen klar ist, können wir das nicht wissen - wir wissen aber, dass sie von Region zu Region, von Klima zu Klima sehr unterschiedlich gewesen sein muss. Ich hatte ja ein paar Posts vorher erwähnt, dass es Untersuchungen zur Ernährung von Steinzeitkulturen gibt.
Hier habe ich einen Blogeintrag gefunden, der recht knapp, aber übersichtlich die Ernährung heutiger Jäger- und Sammlerkulturen zusammenfasst. Man sieht schön die Unterschiede (v.a. unterschiedliche Anteile von Pflanzlicher und tierischer Nahrung - wobei der Anteil tierischer Nahrung so gut wie nie unter 50 Prozent liegt).
Am Ende werden sehr schön die Gemeinsamkeiten der untersuchten Kulturen zusammengefasst:
JAGD
Die Jagd ist ein wichtiges Element jeder Jäger-Sammler Gesellschaft, unabhängig von Breitengrad und Klima in dem sie leben. Je näher man dem Äquator kommt um so größer wird der Anteil pflanzlicher Nahrung.
VON KOPF BIS SCHWANZ
In allen traditionell lebenden Jäger-Sammler Kulturen wird das ganze Tier gegessen. Je fetter das Teil um so größere Beliebtheit erfreut es sich. Innereien wie Hirn, Herz, Leber, Niere, Schilddrüse und Knochenmark werden zuerst gegessen. Der Großteil der konsumierten Fette ist gesättigtes und einfach-ungesättigtes Fett.
KEINE VEGETARIER ODER VEGANER
Tiere liefern pro Gramm gesehen die meiste Energie und weise auch oft eine sehr hohe Dichte an bioverfügbare Nährstoffe auf. Pflanzenfresser müssen ständig essen um die notwendige Energiemenge aufnehmen zu können. sie brauchen spezialisierte Verdauungsorgane und auch die entsprechenden Mikroorganismen um an die Nährstoffe und die Energie, die in den Pflanzen steckt heran zu kommen.
Pflanzliche Nahrung alleine ist für den Menschen einfach nicht ausreichend und das war auch die Realität für mehrere Millionen Jahre menschlicher Evolution.
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KEINE INDUSTRIELL VERARBEITETEN PFLANZENFETTE
Auch wenn Nüsse und Samen bei Kulturen wie den !Kung eine wichtige Rolle spielt, so sind Pflanzenfette aus Mais, Raps, Soja und Co auf keinen Fall Teil der Ernährung.
KEIN INDUSTRIELL VERARBEITETER ZUCKER
Ungefilterter, wilder Honig ist nicht mit dem Honig, den wir in den Geschäften zu kaufen bekommen vergleichbar. Wilder Honig wie ihn die Ache essen ist voller Larven, Flügel, Bienenbeinen, Dronen, Pollen und anderen nahrhaften Teilen.
KEIN GETREIDE
Getreide spielt kaum bis eigentlich gar keine Rolle in der Ernährung traditioneller Jäger-Sammler Gesellschaften. Wird Getreide konsumiert, dann hat dieses nichts mit den Hochleistungssorten der westlichen Welt zu tun. Außerdem muss Getreide sehr aufwendig vorbehandelt werden, um es genießbar zu machen. Dies geschieht durch sprossen, einweichen und oder fermentieren.
INSEKTEN
Überall dort wo Insekten vorkommen sind sie ein äußerst wichtiger Teil der Ernährung von Jäger und Sammler Kulturen.
Ich finde das ist eine gute Basis, von der aus man selbst schauen kann, was einem gut bekommt und was nicht. Ich bin zum Beispiel auch nicht so krass drauf, dass ich das Mark aus einem Knochen schlürfe oder so. Auch Insekten habe ich bisher noch nicht probiert. Und ich esse durchaus Milchprodukte. Aber es zeigt doch sehr gut, dass es eben doch eine recht breite Wissensbasis über "die" Steinzeiternährung gibt, und das das Argument "Aber es gibt doch gar nicht die eine Paleo-Ernährung" im Grunde nur vorgeschoben ist, um das ganze Konzept zu diffarmieren.