Re: Ist Mehrsprachigkeit unhöflich?
Verfasst: 01.03.2013, 10:35
Ich habe jetzt nicht alle Antworten gelesen, aber ich finde die Situation nicht ganz einfach. Zum einen verstehe ich irgendwie schon, dass es die Gruppenleiterin irritiert, wenn sie nicht weiss, worueber Ihr gerade redet. Zum anderen weiss ich aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, eine Muttersprache, die nicht Umgebungssprache ist, lebendig zu halten. Wenn ich jetzt nur noch im stillen Kaemmerlein, wenn niemand dabei ist, mit meinem Sohn Deutsch sprechen wuerde, dann haette sich das Thema Zweisprachigkeit schnell erledigt. Es beschraenkt sicherlich das Vokabular, wenn man eine Sprache ausschliesslich im haeuslichen Umfeld verwendet, und das Kind lernt, dass die Zweitsprache nichts Selbstverstaendliches ist, sondern etwas, was man in der Oeffentlichkeit besser verleugnet. Das gefaellt mir nicht.
Wenn das Kind schon alt genug ist, dass es beide Sprachen sicher beherrscht und verstehen kann, wenn ich ihm erklaere, dass die Gruppenleiterin gerne verstehen moechte, was wir sagen, dann wuerde ich mich darauf einlassen, in der Gruppe nur Deutsch zu sprechen. Bei einem kleineren Kind, das gerade mitten im Spracherwerb steckt, auf keinen Fall. Ich mache es in solchen Situationen so, dass ich entscheidende Dinge erst zu meinem Sohn auf Deutsch sage, und anschliessend auf Spanisch wiederhole.
Ich habe auch schon oefter gehoert, dass es unhoeflich und arrogant klingt, wenn ich in Anwesenheit anderer Deutsch spreche. Ich erklaere dann immer hoeflich, dass ich das verstehe, dass es aber jetzt am Anfang wirklich wichtig ist, kosequent Deutsch zu sprechen, um dem Kleinen das Lernen zu erleichtern. Die meisten Leute akzeptieren das. Viele wissen einfach wenig ueber Zweisprachigkeit und haben nie darueber nachgedacht, dass es verwirrend fuer ein Kleinkind ist, wenn Mama mal so und mal so spricht.
Recht unverschaemt finde ich die Behauptung der Gruppenleiterin, dass die Zweitsprache das Kind daran hindert, mit anderen zu spielen. Waehrend ich noch verstehen kann, dass es fuer sie unangenehm ist, wenn sie nicht versteht, was ihr redet, riecht das nun doch fuer mich sehr nach unreflektiertem Vorurteil. Wenn dieses Argument nun jedes Mal ausgepackt wird, wenn das Kind sich nicht wie gewuenscht verhaelt, dann waere das fuer mich ein Grund, die Gruppe zu verlassen.
Wenn das Kind schon alt genug ist, dass es beide Sprachen sicher beherrscht und verstehen kann, wenn ich ihm erklaere, dass die Gruppenleiterin gerne verstehen moechte, was wir sagen, dann wuerde ich mich darauf einlassen, in der Gruppe nur Deutsch zu sprechen. Bei einem kleineren Kind, das gerade mitten im Spracherwerb steckt, auf keinen Fall. Ich mache es in solchen Situationen so, dass ich entscheidende Dinge erst zu meinem Sohn auf Deutsch sage, und anschliessend auf Spanisch wiederhole.
Ich habe auch schon oefter gehoert, dass es unhoeflich und arrogant klingt, wenn ich in Anwesenheit anderer Deutsch spreche. Ich erklaere dann immer hoeflich, dass ich das verstehe, dass es aber jetzt am Anfang wirklich wichtig ist, kosequent Deutsch zu sprechen, um dem Kleinen das Lernen zu erleichtern. Die meisten Leute akzeptieren das. Viele wissen einfach wenig ueber Zweisprachigkeit und haben nie darueber nachgedacht, dass es verwirrend fuer ein Kleinkind ist, wenn Mama mal so und mal so spricht.
Recht unverschaemt finde ich die Behauptung der Gruppenleiterin, dass die Zweitsprache das Kind daran hindert, mit anderen zu spielen. Waehrend ich noch verstehen kann, dass es fuer sie unangenehm ist, wenn sie nicht versteht, was ihr redet, riecht das nun doch fuer mich sehr nach unreflektiertem Vorurteil. Wenn dieses Argument nun jedes Mal ausgepackt wird, wenn das Kind sich nicht wie gewuenscht verhaelt, dann waere das fuer mich ein Grund, die Gruppe zu verlassen.