Da muss ich schmunzeln, denn ich habe auch einen Buben und er liebt Gehäkeltes und Gestricktes, die Kinderküche und die Puppenstube
Zu deinen Fragen:
@Minchen: Ich bin froh Jungs zu haben, denn ich kann nicht stricken und auch das Häkeln ist so eine Sache
Geschweige denn Nähen...
dafür mache ich Tiere aus Speckstein, mache selbstgemachte Seifen mit den Kindern, bastel soooo gerne, filze für mein Leben gerne (und steche mir dabei immer in den Finger und so schön wie bei anderen schaut es nie aus) und kann auch mit der Säge und Holzleim umgehen. Außerdem gehört das Malen zu einer meiner Lieblingsbeschäftigungen, ob Aquarell, mit Wachsmalern oder auf andere Art...
Ich finde das reicht. Ich habe das mit dem Stricken hundertmal mir angeschaut, aber ich bekomme das nicht rein.
Ist doch auch nicht schlimm, das Nähen und Stricken bringen mir nachher meine Kinder bei (sehr waldorfuntypisch ) und den Rest ja, der reicht freilich um sich richtig zu "entwickeln"...
Das Prinzip der Nachahmung wird hier auch ganz stark vom Mittleren angenommen, beim Großen merkt man nun das sich die Kräfte langsam verbinden und die Fantasie viel stärker ins Spiel kommt. Super interessant zu sehen gerade weil meine ja auch so eng zusammen sind.
An alle:
Mhh... also an Geschirr haben wir DINERA vom Schweden. Das war/ist sehr günstig und soweit ich weiß Steingut? *grübel* Aber wir haben auch Plastikbecher vererbt bekommen, die nutzen wir auch gern unterwegs. Da meine Mutter Tupperberaterin ist haben wir auch hier das ein oder andere Schmuckstück. Schneidebretter aus Holz usw. Aber da ich eine MINIKüche habe (2,3m breit insg. das war's) haben wir eh nicht viel. Und ansonsten sind 99% der Möbel aus massivem Holz, ja. Und die anderen werden nach und nach ersetzt.
Ich würde aber schon sagen, dass ich sehr bewusst lebe. Also ich nehme meine Stofftasche mit zum einkaufen, versuche Müll zu vermeiden usw. Und ich würde schon sagen wie leben sehr spartanisch

Also meine Kleidung passt komplett in eine kleine Kommode, die des Zwerges ebenso (wobei er noch die Bettwäsche mit drin hat), haben wenig bis gar keine Staubfänger, Schnickschnack, ich habe nur ein Shampoo (Naturkosmetik) usw. Nein es muss nicht alles Holz sein oder Keramik oder so. Da ich viel vererbt bekommen habe oder gebraucht kaufe/bekomme ist mir das lieber als irgendwas neu zu kaufen. Zum einen natürlich finanziell und zum anderen weil ich finde man sollte das nutzen was schon da ist statt ständig neues zu kaufen und noch mehr Müll zu machen.
Mhhh also ich kann nur von uns erzählen. Waldorf kannte ich nur von Bekannten (bester Freundin, Nachbarin) usw. Ich selbst war in den USA im jüdischen Kindergarten und hier in D dann in einem katholischen inkl. Nonnen die mitbetreut haben. Ich wurde weitestgehend "allein" gelassen, hatte viel Freiheiten usw. Also nix mit behütet und Nachahmung...und dennoch waren wir schon immer sehr naturverbunden, es wurde mir von Grund auf vertraut, das Gute in mir gesehen usw. Von gesunder Ernährung war meine Mutter weit weg (ist sie noch), der TV lief im Prinzip (Amitypisch) 24/7...

Dazu eine Schwester in der Pupertät, im Konsumalter...nee, ich bin nicht waldörflich aufgewachsen
Was mich dazu bewegt hat? Ich habe ja das erste Erzieherinnenjahr gemacht und war somit auch im Kindergarten beschäftigt. Irgendwie habe ich mich nicht wohl gefühlt. Ohne wirklich sagen zu können WAS...ich war einfach schon immer "anders"...ÖKO halt

Und da ich durch meine Mutter auch viel über die Naturspiritualität mitbekommen habe, wir viel im Wald waren usw fehlte mir das total. Waldorf hat mich schon immer angezogen irgendwie...als wäre ich dort "Zuhause". Schon vor der Schwangerschaft war klar, mein Kind würde in einen Waldorfkindergarten gehen. Jedes Mal wenn wir umgezogen sind hab ich gleich geschaut ob es einen erreichbaren Waldorfkindergarten gibt und wo die nächste Waldorfschule ist, auch wenn mein Ex damals davon so GARNICHTS gehalten hat
Vor einem Jahr habe ich mich bewusster angefangen mit Schule zu beschäftigen und irgendwie bekomme ich Bauchschmerzen wenn ich an die Regelschule denke....

Ich würde uns schon als richtige Waldorffamilie sehen...allerdings....mhhh...nicht dogmatisch. Kenne aber aus unserer Einrichtung auch von 15 Kindern nur eine einzige wirklich 100% Waldorffamilie (beide Eltern waren selbst auf der Waldorfschule). Alle anderen sind wohl ein moderner und gesunder Mix würde ich sagen.
Was mir halt ganz wichtig war, war ein Kindergarten mit gesunder Ernährung, wo die Kids nicht morgens ihre Milchschnitte und Nutellabrot mitbringen und untereinander tauschen

Und es ist SO UNSAGBAR schön, nicht "anders" zu sein im Waldorfkindergarten...sondern unter Familien zu sein, die die gleichen Ansichten haben, die ähnlich erziehen usw. Ich hätte bei keinem einzigen Zweifel mein Kind mal zum spielen mitzugeben. In einem normalen Regelkindergarten (zumindest die die ich kenne) wäre das anders...