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Re: Belohnung /Bestechung

Verfasst: 31.08.2010, 12:14
von Lösche Benutzer 1828
wunderpflanze hat geschrieben:
Klar, wenn's mir wichtig genug wäre, könnte ich es immer noch lernen.
Das ist aber letztlich der schwerere Weg, denn mit Mitte 30 lernt sich eine Sprache schwerer als mit 14.
nicht unbedingt - weil Du es dann freiwillig machst, es möchtest......

ich war in Mathe immer auf 5 oder 6 - wobei es bei mir so war, dass sich keiner gekümmert hat. Nicht weil meine Mutter das aus Überzeugung getan hätte, sondern weil sie uns eh total vernachlässigt hat, in allen Bereichen.
Ich habe immer Hausaufgaben gemacht, gelernt - in meinem Rahmen. Ich hätte gerne Nachhilfe gehabt - darum hat sich aber keiner gekümmert. Ich hätte auch erne Abitur gemacht - aber habe das wegen der Noten nicht geschafft.

Und klar: nicht jeder hier hat einen Teenie zu Hause - aber wir waren alle meine welche....bei einigen nicht mal lange hier ;-)

Re: Belohnung /Bestechung

Verfasst: 31.08.2010, 12:22
von wunderpflanze
Sandküste hat geschrieben:
wunderpflanze hat geschrieben:
Klar, wenn's mir wichtig genug wäre, könnte ich es immer noch lernen.
Das ist aber letztlich der schwerere Weg, denn mit Mitte 30 lernt sich eine Sprache schwerer als mit 14.
nicht unbedingt - weil Du es dann freiwillig machst, es möchtest......
Naja, nicht unbedingt :wink: - das wäre dann wohl eher äußere Einflüsse, wie braucht man heutzutage oder weils vielleicht der Job so vorsieht ...

Re: Belohnung /Bestechung

Verfasst: 31.08.2010, 12:28
von lala
Sehr interessante Diskussion, ich möchte gerne mal ein paar Punkte aufgreifen, zu denen mir beim Lesen spontan etwas eingefallen ist. (Und was im Nachhinein total lang wurde :oops: :oops: )
Maren hat geschrieben:Das Problem ist ja, wenn sie sitzen bleiben oder so, dann darf ich mir das Geheule anhören und ich gebe zu, dass ich mir ein "Selbst Schuld" doch sehr verkneifen müsste...
Grundsätzlich, in einem System, in dem die Kinder die Verantwortung für den schulischen Erfolg übertragen bekommen habe, ist der Gedanke "selber schuld" meiner Meinung nach nicht so verkehrt. Er darf halt dem Kind nicht schadenfroh entgegen geschmettert werden. Aber ist nicht das Sitzenbleiben (vorrausgesetzt intellektuel bestehen keine Schwierigkeiten) ein sehr gutes Beispiel für logische Konsequenz?
Und: oft höre ich von Eltern, wenn es um den Zeitpunkt der Einschulung geht "das eine Jahr Kindergarten gönnen wir ihm/ihr noch". Warum wäre es dann (aus Elternsicht) so schlimm, wenn das Kind eine Klasse wiederholt?
Ob ich selbst cool genug sein werde, das so mit meinen Kindern durchzuziehen, weiß ich nicht genau, nehme ich mir aber fest vor...
Das Muli hat geschrieben:Ich habe mich in der Schule leicht getan mit Lernen, hatte immer einigermaßen akzeptable Noten. Hatte genug Ehrgeiz, um mich wenn nötig auch mal hinzusetzen (aber nicht gerne, sondern weils sein mußte) Aber Lernen hat mir nie richtig Spass gemacht, noch heute habe ich es als "unangenehme Anstrengung" abgespeichert. Hausaufgaben hätte ich vermutlich selten freiwillig gemacht. Hoffentlich kann ich diese Erfahrung meinen Kindern ersparen...
Ja, so ähnlich war es bei mir auch. Wobei ich von meiner Mutter ab Gymnasium eigentlich die Verantwort ganz gut übertragen bekommen habe (aus meiner heutigen Sicht), aber ich war vermutlich "passend" dafür und gut genug ins System integriert. So gut, dass ich mich in der fünften Klasse so sehr reingestresst habe (ohne aktives Zutun meiner Mutter!), dass ich krank wurde. Als ich dann kapiert habe, dass zuviel Anstrenung krank macht, habe ich es lockere angehen lassen :lol: .Ich habe mich selbst über gute Noten sehr gefreut, fand mittelmäßige aber auch nicht schlimm. Hausaufgaben habe ich bei weitem nicht immer selbst gemacht, ohne dass es meine Leistung groß beeinträchtig hätte.
Belohnt wurde ich manchmal von meiner Oma für gute Noten, meine Mutter nahm sie freudig hin (und erwartete sie unterschwellig auch ein wenig, aber das übte keinen negativ erinnerlichten Druck aus). Beim Zeugnisgeld kann ich mich aber schon gar nicht mehr erinnern, ob die guten Noten gezählt wurden oder es einfach pauschal ein kleines Geld gab. Ich habe mich drüber gefreut, aber unterm Jahr beispielsweise beim Lernen nie dran gedacht, dazu war es diese Belohnung einfach zu unwichtig. Ich bin heute noch meiner Mutter dankbar, dass sie mich hat machen lassen und ich beispielsweise die Nachmittage vor den Schulaufgaben selbst entscheiden durfte, ob ich zu den Pferden (wink zu Johana) oder an den Schreibtisch wollte. Was sie gemacht hätte, wenn ich schlecht gewesen wäre in der Schule, weiß ich allerdings nicht... Und ja, manchmal hätte ich mir so sehr gewünscht, dass mich meine Mutter Vokabeln abhört, hat sie nie gemacht. Und mein Mann stöhnt heute noch drüber, dass seine Mutter ihn ständig abgehört hat 8) Man hat es nicht leicht als Eltern :lol:

Mein Bruder war beispielsweise stinkefaul und schlecht, meine Mutter hat ziemlich viel versucht ihn zu motivieren, vermutlich aus dem Gedanken, der hier schon oft geäußert wurde "ich weiß, dass er es besser kann". Irgendwann hat sie dann quasi aufgegeben bzw. ihm die Verantwortung zurück gegeben. Eine Klasse hat er dann wiederholt und ein sehr mäßiges Abitur geschrieben. Und nun hat er ein super Examen hingelegt und promoviert, weil er es selbst möchte!!!

Die Aussagen, dass schlechte Schüler, bei denen sich die Eltern "nicht genug" kümmern, am sozialen Rand landen werden finde ich ganz schrecklich, und ich glaube kaum, dass nur die Schule für die Zukunft eines Menschen verantwortlich ist. Da gibt es bestimmt noch ganz andere, viel entscheidendere Faktoren. Wenn Erwachsenen sich gewünscht hätten, dass die Eltern sich mehr um den schulischen Erfolg des Kindes hätten kümmern sollen, höre ich eher heraus, dass diese Menschen sich allgemein (emotional) von den Eltern vernachlässigt gefühlt haben.

Ich schließe mich also denen an, die sagen, Schule wird überbewertet! Wir haben hier ein so durchlässiges System, wenn mein Kind wirklich nicht lernen will und irgendetwas nicht schafft, dann hat es später, wenn es sich selbst dazu entschieden hat, immer noch genug Möglichkeiten.

Johana, wie läuft es denn bei Euch in der Grundschule konkret ab? Fragst Du nach, ob Hausaufgaben auf sind? Motivierst und forderst Du auf, sie zu machen und überlässt aber die letztendliche Entscheidung Deinen Kindern? Gibt es eine feste Hausaufgaben-Zeit? Oder geschieht wirklich alles alles auf die Initiative Deiner Kinder und Du sprichst von Dir aus das Thema Hausaufgaben nie an? Ich habe ja ab nächsten Jahr auch ein Schulkind zuhause, es interessiert mich wirklich sehr.

hazelnut hat geschrieben:Meine Ausbildungsstelle habe ich nur bekommen, weil in Bayern die Leistungskursfächer doppelt gerechnet wurden und die das in Hamburg nicht wußten und so beeindruckt waren von 15 Punkten und 14 Punkten. :lol: Das war einfach nur pures Glück. Das hätte auch anders laufen können...
:mrgreen:

Belohnungen für Entwicklungsschritte mag ich auch nicht, auch wenn ich es nicht immer schaffe meine Freude über gewisse Entwicklungen nicht lautstark zu formulieren und mein nun ein wenig größeres Kind glücklich anzustrahlen. Zeugnisgeld werde ich in der Grundschule auf jeden Fall verhindern, wenn die Kinder dann mal jugendlich sind und die Großeltern sollten das Bedürfnis haben, ihnen Geld zuzustecken, fände ich das nicht so schlimm.
Johana hat geschrieben:Und das Ausbleiben einer Belohnung ist und bleibt eine Strafe. Meine Meinung :wink:
Logisch betrachtet magst Du recht haben. Aber ob Kinder das wirklich so empfinden, da bin ich mir nicht sicher.

Ich bin mir gedanklich auch nicht ganz sicher, wie ich "Anreize schaffen" (im Sinne kleiner Belohnungen) bewerten soll. Aber bis jetzt kommen wir sehr gut ohne aus. Und bis ich mir sicher bin, wird es sicher keine geben.
Ach, außer manchmal ganz kleinen Bestechungen :oops: :oops: : Kind wehrt sich mit allen Mitteln im Auto angeschnallt zu werden. Manchmal habe ich ein Gummibärchen versprochen, wenn es dann angeschnallt drin sitzt. Und auch Arztbesuche sind bei uns eine Ausnahme.

Re: Belohnung /Bestechung

Verfasst: 31.08.2010, 12:39
von Captainsparrow
Ich bin selbst (abgesehen von meine Vater, aber andere Geschichte)relativ nach "SUT-Standard" aufgewachsen, ich mir wurde das Meiste selbst überlassen und ich wurde zu nix angespornt. Ich habe mein Abi wohl nur deshalb gut geschafft, weil ich zu den glücklichen Menschen gehöre die sich mit Lernen unglaublich leicht taten. In der Grundschule hab ich noch Hausaufgaben gemacht, aber schon in der 5ten hab ich´s verweigert und meine Eltern ließen mich. Meine Mutter meinte auch immer, ich brauch auch nicht auf´m Gymnasium zu bleiben, wenn ich lieber runtermag. So war das in allem: ich wollte nicht aufräumen....es kam immer nur bittebitte aber keine Konsequenz. Ich wollte nicht im Haushalt helfen....nur ein Verständnisvolles "naja, als Kind/Teenager was-auch-immer hat man ja auch andere Interessen".Bei meinen Großeltern hab ich eh gemacht was ich wollte, meine Schwester auch. Im Resultat hatten wir den Schock unseres Lebens als wir das erste Mal auf eigenen Beinen standen und uns selbst um alles kümmern mussten.
Meine Schwester, eine eigentlich intelligente Frau die aber als Kind ganz andere Interessen hatte als lernen, packte ihre Realschule mit ach und Krach und bereut das ganze zutiefst . Sie gibt SICH SELBST die Schuld (wäre ich als Kind nicht so stinkend faul gewesen, hätte ich jetzt einen Beruf in dem ich so viel verdiene, dass ich gut über die Runden käme.)
Was ich mir Rückblickend gewünscht hätte: Eltern die mehr durchgreifen, uns stärker antreiben und uns mehr kontrollieren. Dass wir dazu gebracht werden dass wir einsehen dass man auch mal was durchbeißen muss wenn man keine Lust dazu hat. Das würden wir BEIDE uns rückblickend wünschen, dann hätten wir´s im Leben um einiges Leichter gehabt.
Wobei es sich hier irgendwie so ein wenig anhört, als ob gerade die "drucklos" aufgewachsenen unter uns strenger sind in der Durchsetzung von Geboten als diejenigen, die in der Kindhet viel Druck/Stress hatten, kann das sein?

Re: Belohnung /Bestechung

Verfasst: 31.08.2010, 12:39
von wunderpflanze
lala hat geschrieben: Mein Bruder war beispielsweise stinkefaul und schlecht, meine Mutter hat ziemlich viel versucht ihn zu motivieren, vermutlich aus dem Gedanken, der hier schon oft geäußert wurde "ich weiß, dass er es besser kann". Irgendwann hat sie dann quasi aufgegeben bzw. ihm die Verantwortung zurück gegeben. Eine Klasse hat er dann wiederholt und ein sehr mäßiges Abitur geschrieben. Und nun hat er ein super Examen hingelegt und promoviert, weil er es selbst möchte!!!
So stinkefaul kann er gar nicht gewesen sein, wenn ers bis in Gymnasium geschafft hat und durchs Abi - mäßig oder nicht.
Bei meinem Bruder ging es darum, dass er überhaupt die Hauptschule schafft ... :roll:

Re: Belohnung /Bestechung

Verfasst: 31.08.2010, 12:41
von Sinchen1985
Zum Thema Klasse wiederholen:

Ich hatte in der Realschule ab der 5.Klasse schlechte Noten (so zwischen 3 und 5). Dann habe ich freiwillig die 8.Klasse wiederholt und was passierte, ab da bekam ich fast jedes Jahr eine Belobigung.

Genauso mein Bruder, der hat sogar 2 Klassen wiederholt (5. und 8.) und hat dieses Jahr sein Abi gemacht...Die Lehrer in der Grundschule meinten, es reicht für ihn max. zum Hauptschulabschluss.

Also man sollte das locker sehen, wir müssen alle noch lange genug arbeiten und auf ein Jahr hin oder her kommts auch nicht an. Außerdem hat man dann noch etwas mehr Zeit bis zur Berufswahl.

LG,

Sina

Re: Belohnung /Bestechung

Verfasst: 31.08.2010, 12:43
von Lösche Benutzer 1828
wunderpflanze hat geschrieben:
lala hat geschrieben: Mein Bruder war beispielsweise stinkefaul und schlecht, meine Mutter hat ziemlich viel versucht ihn zu motivieren, vermutlich aus dem Gedanken, der hier schon oft geäußert wurde "ich weiß, dass er es besser kann". Irgendwann hat sie dann quasi aufgegeben bzw. ihm die Verantwortung zurück gegeben. Eine Klasse hat er dann wiederholt und ein sehr mäßiges Abitur geschrieben. Und nun hat er ein super Examen hingelegt und promoviert, weil er es selbst möchte!!!
So stinkefaul kann er gar nicht gewesen sein, wenn ers bis in Gymnasium geschafft hat und durchs Abi - mäßig oder nicht.
Bei meinem Bruder ging es darum, dass er überhaupt die Hauptschule schafft ... :roll:
hmm, ich weiß nicht - mein Mann behauptet von sich aus, nie viel gelernt zu haben, seine Eltern sagen das auch.....
andere, wie mein Bruder, hatten Schwierigkeiten, richtig lesen zu lernen......
Da i st jeder Mensch anders, ganz unterschiedlich.

Re: Belohnung /Bestechung

Verfasst: 31.08.2010, 12:53
von lala
wunderpflanze hat geschrieben:
lala hat geschrieben: Mein Bruder war beispielsweise stinkefaul und schlecht, meine Mutter hat ziemlich viel versucht ihn zu motivieren, vermutlich aus dem Gedanken, der hier schon oft geäußert wurde "ich weiß, dass er es besser kann". Irgendwann hat sie dann quasi aufgegeben bzw. ihm die Verantwortung zurück gegeben. Eine Klasse hat er dann wiederholt und ein sehr mäßiges Abitur geschrieben. Und nun hat er ein super Examen hingelegt und promoviert, weil er es selbst möchte!!!
So stinkefaul kann er gar nicht gewesen sein, wenn ers bis in Gymnasium geschafft hat und durchs Abi - mäßig oder nicht.
Bei meinem Bruder ging es darum, dass er überhaupt die Hauptschule schafft ... :roll:
Deswegen habe ich ja auch dazu geschrieben, dass eigentlich klar war, dass klar war, er kann es schaffen. Das ist natürlich die erste und wichtigste Vorraussetzung für so vieles, dass man sieht, was das Kind für Fähigkeiten und Möglichkeiten hat. Und nicht jedes ist für das Gymnasium gemacht und das ist ja überhaupt nicht schlimm. Und doch, mein Bruder war tatsächlich stinkefaul, aber halt "klug" (oder wie auch immer man das nennt) genug. Entschuldige Andrea wenn sich das vielleicht "hochnäsig" anhört, das soll es auf keinen Fall sein :cry:

Re: Belohnung /Bestechung

Verfasst: 31.08.2010, 12:59
von Lösche Benutzer 3486
Sorry, aber nur weil ich mein Kind nicht unter Druck setze in Form von Belohnung oder Bestrafung heißt das doch noch lange nicht, dass ich an seinem Werdegang und an seinem Empfinden und Zurechtkommen nicht interessiert bin.
Schule ist der Bereich des Kindes, das entzieht sich zum größten Teil meiner Verantwortung. Diese Verantwortung hat das Kind zu tragen - ich kann ihm nur stützend zur Seite stehen. Wenn ich mit Druck komme, wird mein Kind nicht mehr lange diese Stütze wollen.
Ich sehe es nicht als Vernachlässigung an, wenn ich mein Kind zur Verantwortung erziehe.
Wenn ich sehe, dass mein Kind Probleme hat, kann ich versuchen, den Grund aufzuspüren und Lösungswegen mit ihm zu suchen. Aber von oben etwas drauf setzen... Nee, das ist mir zuwider..

Re: Belohnung /Bestechung

Verfasst: 31.08.2010, 13:57
von Johana
Maren hat geschrieben:Öh, erstens mal finde ich das Totschlagargument "Hier haben so viele eine so schlechte Sicht auf das Kind!" frech!

Wer noch keinen Teenager zuhause hat/hatte, kann sich vielleicht nicht wirklich vorstellen, dass die nicht mehr freiwillig lernen. Und lernen in dem einen Fach, das ihnen Spaß macht, reicht nun mal nicht.

Mir ist auch fast egal, was meine Kinder später mal werden (okay, bei Go-Go-Tänzerin oder Soldat hätte ich schon ein Problem...), aber ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man sich manchmal nicht aufraffen kann. Meine Tochter hat wörtlich zu mir gesagt: "Bestraf mich doch bitte, wenn ich nicht lerne, sonst schaffe ich das nicht!". Ihr größter Wunsch ist es, weiterhin auf dem Gymnasium zu bleiben, obwohl ich auch kein Problem mit der Real-Schule hätte. Aber ihr fehlt der sprichwörtliche Tritt in den Hintern.
Und nein, ich habe ihr Ansinnen abgelehnt!

Wenn ich eine schlechte Sicht auf mein Kind habe, dann haben hier auch viele eine völlig verzehrte Wahrnehmung der Realtität. Ich bin mir sehr sicher, dass mein Kind später nicht sagen wird: "Danke Mama, dass Du mich nie unter Druck gesetzt hast, ich bin so glücklich als Hartz-IV-Empfängerin!". Okay, das ist sehr überspitzt, aber ich hab schon von so vielen gehört, dass sie sich gewünscht hätten, ihre Eltern hätten mal die Zügel in die Hand genommen und sie auf den Pott gesetzt, dann könnten sie jetzt - als Erwachsene - das machen, was ihnen Spaß macht.

Für mich ist das kein Totschlagargument. Es stimmt, ich habe noch keinen teenager zu Hause, aber Schulunlust kann auch einen Grundschüler betreffen (und auch ich war mal teenager :wink: ).
Dennoch ist es für mich eine traurige Sicht auf das Kind, wenn man glaubt, dass nur mit Druck der Eltern (Belohnung, Bestechung, Bestrafung) etwas aus dem Kind wird.

Dem Kind die Verantwortung zu übertragen hat nichts mit Faulheit oder Desinteresse zu tun!

Dass deine Tochter bestraft werden will liest sich für mich sehr merkwürdig. Ich weiß ja nun nicht, wie ihre Schullaufbahn bisher war, aber wenn ein Kind immer und von Anfang an das Prinzip Belohnung/ Bestrafung erlernt und erfährt, dann kann es vielleicht irgendwann nicht anders. Für mich klingt auch das traurig. Und das finde ich nicht frech von mir. Es sid meine Empfindungen.
Deshalb habe ich ja diesen thread eröffnet. Weil es mich traurig macht, dass so viele Eltern Leistungsdruck auf ihre Kinder ausübern. Von der Windel bis zur Schule. Vom Gummibär bis Zum Belohnen mit Geld, bis zu Strafe... :(

Glaubst du wirklich, dass ein Kind, was ohne Druck und Kontrolle der Eltern mal Hartz 4 Emfänger wird, und dir das dann vorwirft?
Das finde ich dann gleich nochmal traurig.

LG