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Re: Gut, dass ich eine mündige Patientin bin!

Verfasst: 16.12.2009, 15:09
von lieselliesel
Hallo Julia,

tja, Stillen wird halt als Luxus gesehen bei den Ärzten. Das kann man ja einfach weglassen (bei Klienkindern) oder eben mit der Flasche ersetzen. Macht doch keinen Unterschied, was regen Sie sich denn so auf? *ironie off*

Ich weiß ja garnicht über welchen der beiden Ärzte ich mich mehr aufregen soll: der Chirurg, der um die "Stillprobleme" bei Prilocain weiß und trotzdem nix anderes verwendet oder die minderbemittelte Ärztin, die nicht in die (ja nun wirklich überschaubare) Liste von Emryotox schauen kann. :evil:

Toll, dass du so super informiert bist.

Ma

Re: Gut, dass ich eine mündige Patientin bin!

Verfasst: 16.12.2009, 16:55
von Julia
@vroni: Genauso sehe ich das auch. Warum sollte es weniger fahrlässig sein, eine Frau wegen Faulheit oder Fehlinformation zum (wenn sie Glück hat vorübergehenden) Abstillen zu bewegen als ein Kind eventuellen Risiken auszusetzen? Das zeigt mal wieder, dass viele Ärzte sich schlichtweg nicht dafür interessieren. Heute habe ich die Ärztin nicht gesehen, den Verbandswechsel hat eine Schwester gemacht, aber ich hätte der schon was erzählt. Und bei Protest gefragt, vieviele Vorlesungen in Laktationsmedizin sie denn hatte. ;) Denn beim Stillen bin ICH die Expertin, das maße ich mir jetzt einfach mal an. Es gibt wenig, was ich nicht darüber weiß, und wenn ich mal etwas nicht weiß, weiß ich zumindest genau, wo ich mir sachlich korrekte Informationen holen kann.

@Iris: Ja, das ist schön am Stillen, zwei Schluck Sekt oder ein wenig Bier, und man hat einen netten kleinen Schwips, für den man vorher viiiiiiel mehr hätte trinken müssen! :lol: Ich habe neulich einen Glühwein getrunken und war schon nach zwei Schlucken ziemlich beduselt. Der war allerdings auch nicht mehr richtig warm. (Und ich glaube ja, wenn man nichts gewöhnt ist, macht der Alkohol keinen Umweg mehr über den Magen, der diffundiert durch die Mundschleimhaut umgehend ins Hirn.)
Auf dem Infoblatt steht ja auch das entscheidende Zitat aus dem Spielmann/Schäfer. Mann, wird Zeit, dass ich mir den selber anschaffe. Die LLL-Beraterin kann ich zwar immer anrufen, aber seitenlange Kapitel kann sie mir dann doch nicht vorlesen (vor allem, wenn Ronja gerade ein Häufchen in den Topf gemacht hat und ich ihr durch die ganze Wohnung hinterherrennen muss, weil sie sich weigert, sich den Popo wischen zu lassen... :roll: :lol: )

@Altraia: Ja, es scheint schon üblich zu sein, leider. Ich kannte das aber bisher eher aus dem SuT als aus meinem Leben, jetzt mal abgesehen von dem Fehlgriff an Gyn, den ich letztes Jahr getan habe. Der jetztige ist in der Hinsicht in Ordnung. Auch unser ZA, der KiA, die ZÄ meiner Freundin - die haben entweder Ahnung oder genug Verstand und Respekt vor uns als mündige Menschen, dass sie sich da nichts anmaßen. Und die erste Phlebologin war auch echt okay - als ich beim Venen-US fast umgekippt bin, fragte sie, ob ich gerade eben noch gestillt hätte, das könne den Flüssigkeitshaushalt dahingehend beeinflussen. Nur danach verschlechterte es sich echt rapide. :roll:

@kja1985: Das hatte ich noch im Kopf, habe auch nochmal in deinen Threads nachgelesen. ;) Vollnarkose hätten sie auch machen wollen, und dann beide Beine gleichzeitig. Dann hätte ich aber über Nacht bleiben müssen, weil die großen Venen an den Oberschenkeln auch betroffen sind. :| Ich habe jetzt einen 8 cm langen Schnitt genau in der Leistenbeuge, u8nd wenn ich den jetzt rechts auch noch hätte, wäre ich komplett behindert. Ich muss schon so echt aufpassen, dass die Kinder (die deinen im Temperament wohl recht ähnlich sind ;) ) mir da nicht drauf rumhüpfen bzw. über mich drüber klettern. Malin ist dazu schon verständig genug und erinnert sich auch rechtzeitig vor größeren Unglücken daran, aber Ronja ist eben noch sehr klein, Sie will hochgehoben werden (darf ich gar nicht, bis die Fäden in 11 Tagen gezogen werden), auf meinen Schoß klettern, sich am Bein abstützen, während sie neben mir aufs Sofa klettert. An sich habe ich keine besonderen Schmerzen, aber ich kann halt nicht wirklich schnell und geschmeidig gehen, und die Narben sind wahnsinnig berührungsempfindlich (ich habe mir heute nacht ein Sofakissen in die Schlafanzughose gesteckt, damit ich nicht versehentlich beim Stillen Tritte abbekomme.) Ist halt doof.
Arztwechsel sehe ich nicht. Da in der Uniklinik eine große Schichtfluktuation herrscht, weiß ich noch nicht mal, ob ich beim zweiten Mal vom selben Arzt operiert werde.

@all: Danke fürs Mitfühlen und Mitaufregen. ;)

Re: Gut, dass ich eine mündige Patientin bin!

Verfasst: 17.12.2009, 23:09
von kja1985
Julia hat geschrieben: @kja1985: Das hatte ich noch im Kopf, habe auch nochmal in deinen Threads nachgelesen. ;) Vollnarkose hätten sie auch machen wollen, und dann beide Beine gleichzeitig. Dann hätte ich aber über Nacht bleiben müssen, weil die großen Venen an den Oberschenkeln auch betroffen sind. :| Ich habe jetzt einen 8 cm langen Schnitt genau in der Leistenbeuge, u8nd wenn ich den jetzt rechts auch noch hätte, wäre ich komplett behindert.
Hallo,

mir wurden auch zwei Krampfadern am Oberschenkel gezogen und ich hatte diesen fiesen Schnitt in der Leistenbeuge. Alle anderen gingen, aber der tat Tage lang, fies weh, ist das bei dir auch so?
Aber ich konnte eine Stunde nach der Vollnarkose gehen. War aber auch nicht in einer Klinik, sondern im Ärztehaus. Die waren da total nett, stillbegeistert und schnell. Die Frauen kamen und gingen als Humelstilzchen :mrgreen:

Re: Gut, dass ich eine mündige Patientin bin!

Verfasst: 17.12.2009, 23:21
von christina
Ui ui ui...

DANKE FUER DIE INFOS!

ICH waere naemlich so jemand, der das erstmal glaubt und verzweifeln wuerde. ich wuerde wohl betteln ein anderes Mittel zu nehmen und ja, auch auf embryotox schauen... aber trotzdem... erstmal wuerd ichs glauben!!!

Krass... ich waer SOWAS von sauer... Gut gemacht!!!

und ab jetzt weiss ich, dass ich mich IMMER vorher informiere SELBER bevor ich sowas glaube!! DANK DIR!

Re: Gut, dass ich eine mündige Patientin bin!

Verfasst: 18.12.2009, 09:55
von Julia
kja1985 hat geschrieben:
Hallo,

mir wurden auch zwei Krampfadern am Oberschenkel gezogen und ich hatte diesen fiesen Schnitt in der Leistenbeuge. Alle anderen gingen, aber der tat Tage lang, fies weh, ist das bei dir auch so?
Aber ich konnte eine Stunde nach der Vollnarkose gehen. War aber auch nicht in einer Klinik, sondern im Ärztehaus. Die waren da total nett, stillbegeistert und schnell. Die Frauen kamen und gingen als Humelstilzchen :mrgreen:

Ach, die Schmerzen halten sich im Rahmen, ich muss halt nur aufpassen, dass die Kinder nicht drankommen. Ich humpele auch kaum noch, aber an der Humpelei war auch eher der Verband am ersten Tag schuld, der verhinderte, dass ich das Knie anständig beugen konnte, und das Pflaster in der Leiste, das ziepte, wenn ich versuchte, das Bein wie bei einem normalen Schritt nach hinten zu ziehen. :roll:

Ich ärgere mich gerade eher über meinen Mann. Der hat das mit seinem Urlaub nicht so ganz auf die Reihe bekommen und erst welchen ab dem 17. beantragt. :roll: Ich dachte ja, ihm drei Mal mitteilen, dass die OP am 15. ist, reicht. Offenbar nicht. :twisted: Dann sagt er, okay, er kümmert sich am 15. um die Kinder und geht am 16. und 17. nochmal hin. Dem war echt nicht klar, dass ich nicht einfach wieder vom OP-Tisch runterhüpfe wie ein junges runderneuertes Reh. :x Dabei wäre ich mindestens eine Woche krankgeschrieben, würde ich außer Haus arbeiten. Erschwerend kommt hinzu, dass ich eben den ganzen Tag rumlaufe, weil das für die Heilung besser ist als langes Stehen.

Re: Gut, dass ich eine mündige Patientin bin!

Verfasst: 18.12.2009, 11:52
von tania
ich lasse dir eine portion mitgefühl und ein "gut gemacht" da!
Julia hat geschrieben:(Und ich glaube ja, wenn man nichts gewöhnt ist, macht der Alkohol keinen Umweg mehr über den Magen, der diffundiert durch die Mundschleimhaut umgehend ins Hirn.)
Julia hat geschrieben:Dem war echt nicht klar, dass ich nicht einfach wieder vom OP-Tisch runterhüpfe wie ein junges runderneuertes Reh. :x
und zwei dicke fette lacher :lol:

Re: Gut, dass ich eine mündige Patientin bin!

Verfasst: 18.12.2009, 12:08
von pisces
Oh Mann, das tut mir leid, dass du an so nen Hirni geraten bist :roll:
Ich finds schade, das grade die Ärzte da keine Ahnung haben, das Stillen scheinbar immer noch als so nicht "wissenswert" angesehn wird, da scheints wohl kaum Vorlesungen im Studium drüber zu geben??... echt mies... :evil:
Grade von der Uniklinik Bonn erwarte ich da mehr Kompetenz.

Ich hoffe, dass du bei der nächsten OP an einen besser informierten Arzt gerätst- GsD kennst DU dich so gut aus und weißt was du willst und brauchst!!

Lass dich mal drücken! Ich hoffe, die Narbenschmerzen /Empfindlichkeit ist derweil besser geworden!
tania hat geschrieben:ich lasse dir eine portion mitgefühl und ein "gut gemacht" da!
Julia hat geschrieben:(Und ich glaube ja, wenn man nichts gewöhnt ist, macht der Alkohol keinen Umweg mehr über den Magen, der diffundiert durch die Mundschleimhaut umgehend ins Hirn.)
Julia hat geschrieben:Dem war echt nicht klar, dass ich nicht einfach wieder vom OP-Tisch runterhüpfe wie ein junges runderneuertes Reh. :x
und zwei dicke fette lacher :lol:
Ja :lol: :lol:

Re: Gut, dass ich eine mündige Patientin bin!

Verfasst: 19.12.2009, 17:56
von lieselliesel
pisces hat geschrieben: da scheints wohl kaum Vorlesungen im Studium drüber zu geben??.
Ne, gibts tatsächlich nicht. Allerdings ist das ja keine Rechtfertigung oder Entschuldigung, weil ja wahnsinnig viel im Studium nicht vermittelt wird, was man als Arzt wissen muss. Das kann ein Studium ja garnicht leisten.

Nach meinem Gefühl wird im Studium nur vermittelt, wann man nicht stillen darf (es gibt ja in extrem seltenen Fällen eine Mumi-induzierte Gelbsucht. Meine Kommilitonen werden sich wahrscheinlich wieder nur merken, dass man bei Gelbsucht nicht stillen darf :twisted: ). Und dass man sich jaaaa an die Percentilen halten muss... usw. Ganz nebenbei wird schon gesagt, dass Mumi das beste fürs Kind ist. Das klingt aber eher wie bei Onkel Hipp. Und die Gyn der Uniklinik hier lässt klar durchblicken, dass die Frauen, die eben uuuuunbedingt in ein stillfreundliches KKH zum Entbinden gehen wollen, quasi selbst Schuld sind, wenn es dann Probleme gibt. und wer außerklinisch entbindet hat sowieso ne Vollmaise. Da muss man sich nicht wundern, dass die Niedergelassenen keine Ahnung haben.

Ma

Re: Gut, dass ich eine mündige Patientin bin!

Verfasst: 19.12.2009, 20:00
von Inken
lieselliesel hat geschrieben:
pisces hat geschrieben: da scheints wohl kaum Vorlesungen im Studium drüber zu geben??.
Ne, gibts tatsächlich nicht.
Das würde ich nicht so verallgemeinern. (Überhaupt: Verallgemeinerungen - mich stört es schon, wenn in Threads so oft auf "DIE Ärzte" geschimpft wird.)
Egal ob in Gynäkologie, Kinderheilkunde, oder Pharmakologie - das Stillen war in meinem Studium ein Thema, welches öfter erwähnt wurde. Aber eben nur ein Thema unter vielen, vielen, vielen... Behalten kann man das alles nicht. Allerdings gehört es dann zur ärztlichen Verantwortung, sich bei Bedarf zu informieren, welche Medikamente man in welchen Situationen anwenden kann. Und - ob Ihr´s mir nun glaubt, oder nicht - ein großer Teil meiner Kollegen macht das durchaus gewissenhaft.

Liebe Grüße

Re: Gut, dass ich eine mündige Patientin bin!

Verfasst: 20.12.2009, 20:47
von lieselliesel
Inken hat geschrieben:Überhaupt: Verallgemeinerungen - mich stört es schon, wenn in Threads so oft auf "DIE Ärzte" geschimpft wird
DAS mag ich auch nicht.... Ich hatte "es gibt keine Vorlesung darüber" aber so verstanden, dass es keine eigene Vorlesung zum Thema "stillen in der Medizin" gibt. Und die gibts es bei uns an der Uni nicht.

Inken hat geschrieben:Egal ob in Gynäkologie, Kinderheilkunde, oder Pharmakologie - das Stillen war in meinem Studium ein Thema, welches öfter erwähnt wurde.
Das war bei uns nicht so. In Pharma wurde die Schwangeschaftsverträglichketi fast ausschließlich auf Anfrage erklärt. Über die Stillkompatibilität hab ich in keinem der Pharmakurse was gehört. Auch in Kinder- oder überhaupt nicht in Frauenheilkunde wurde übers stillen geredet. Nur eben, dass Säuglingsnahrung nicht der Mumi äquivalent ist und dass man bei Mumi-induzierter Gelbsucht nicht stillen darf....

Inken hat geschrieben:Aber eben nur ein Thema unter vielen, vielen, vielen... Behalten kann man das alles nicht. Allerdings gehört es dann zur ärztlichen Verantwortung, sich bei Bedarf zu informieren, welche Medikamente man in welchen Situationen anwenden kann.
Eben. Deswegen hab ich mich eigentlich dazu geäussert. Selbst WENN es unterrichtet würde, muss man sich ja immer auf den neuesten Stand bringen.

Inken hat geschrieben:Und - ob Ihr´s mir nun glaubt, oder nicht - ein großer Teil meiner Kollegen macht das durchaus gewissenhaft.
Ich habe jetzt keine Statistik dazu. Aber ich selbst hab schon einiges Negatives erlebt. Ehrlich gesagt hab ich persönlich nur 1 positives Erlebnis diesbezüglich (meine HNO-Ärztin, die sofort wusste welches AB sie mir geben muss, als ich gesagt hab, dass ich stille). Meine Frauenärztin musste sich bezüglich Migränetherapie in der Schwascha erst belesen - dabei behalten 30% aller Migränikerinnen ihre Migräne in der Schwascha! Auch beim Stillen und Migränetherapie musste ich in die Orginalliteratur gehen, um die Anwendbarkeit von Triptanen rauszufinden. (Gerade kürzlich wurde einer Patientin einer Freundin von mir in einem sehr schweren Migräneanfall das Triptan im KKH verwehrt, weil sie noch stillte! ) Auch habe ich allein 3 Freundinnen, denen von ihren FÄ gesagt wurde, dass sie abstillen müssen wegen der Mastitis und deren Behandlung. Das sind für mich mittlerweile nicht mehr nur Anekdoten.

Ich fand jetzt diesen Fred aber auch nicht sooo verallgemeinernd. vorhergehende Ärzte wurden doch sogar gelobt.

Grüßle, Ma