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Re: Kind dockt an und schläft ein

Verfasst: 05.11.2009, 11:06
von Sally
Wo genau das Problem aktuell liegt, glaube ich sogar zu wissen. Paula stülpt die Oberlippe nach innen statt nach außen. Und ich weiß nicht, wie ich das ändern soll. Sie öffnet beim Abdocken meiner Meinung nach den Mund nicht genug (max 1-1,5 cm). Nur, wie kann ich das ändern? :?
Sie hat vorhin eine Stunde gesaugt ohne dabei einzuschlafen. Davon 45 Minuten ohne Hütchen! An sich schon toll! Aber das Ergebnis: 20 gr.!!! :( Danach hatte sie erst richtig Hunger.

Re: Kind dockt an und schläft ein

Verfasst: 05.11.2009, 11:32
von jusl
Hallo,

prima, da hast Du mit der Oberlippe schon ein Detail gefunden. (Das kannst Du evtl sogar selbst leicht korrigieren: Befeuchte vor dem Stillen Deine BW und Vorhof UND ihre Lippen mit etwas Mumi (Wasser oder 1 Tropfen Öl gingen auch). Das vermindert die Reibung zwischen Vorhof-Haut und Lippen-Haut beträchtlich; Du kannst mit Deinen Fingern (evtl umwickelt mit einem Stücken Spuckwindel oder Taschentuch) die Oberlippe dann auch einfach selbst rauszuiehen - probier es einfach mal. ;-)

Für die geringe Trinkmenge ist eine eingestülpte Oberlippe aber ganz sicher NICHT verantwortlich. Mangelnde Entleerung der Brust hat immer was mit entweder zu schwachem Saugvakuum oder falscher Melktechnik (oder beidem!) zu tun. Gerade in Punkto Melktechnik - dies betrifft v.a. Kiefer- und Zungenstellung und -bewegung - könnten wegen der Hütchenverwendung wahrscheinlich die Schwierigkeiten liegen.

Manchmal hilft es schon, "nur" das Andocken zu optimieren:
* Der Mund sollte weit geöffnet sein - das hast Du ganz richtig beschrieben. Drück den Unterkiefer ruhig sanft runter! (evtl. wieder mit umwickelten Finger, denn dann rutscht man nicht so leicht ab). Bring Dein Baby in stillposition, ganz nah an der Brust, dann warte, bis Dein Baby den Mund leicht öffnet (kannst dafür auch leicht mit der BW die Lippen kitzeln), und dann drückst Du den Unterkiefer noch ein Stück weiter runter, damit sich der Mund weiter öffnet - dann direkt andocken.
* Bei der Gelegenheit: was macht denn dabei die Zunge? Wo liegt die? Kannst Du BEIM STILLEN die Zunge sehen? (Dazu evtl etwas die Unterlippe runterzupfen)

LG;
Julia

Re: Kind dockt an und schläft ein

Verfasst: 08.11.2009, 13:19
von Sally
Kurzer Zwischenbericht:
jusl hat geschrieben:
Für die geringe Trinkmenge ist eine eingestülpte Oberlippe aber ganz sicher NICHT verantwortlich. Mangelnde Entleerung der Brust hat immer was mit entweder zu schwachem Saugvakuum oder falscher Melktechnik (oder beidem!) zu tun. Gerade in Punkto Melktechnik - dies betrifft v.a. Kiefer- und Zungenstellung und -bewegung - könnten wegen der Hütchenverwendung wahrscheinlich die Schwierigkeiten liegen.

Manchmal hilft es schon, "nur" das Andocken zu optimieren:
* Der Mund sollte weit geöffnet sein - das hast Du ganz richtig beschrieben. Drück den Unterkiefer ruhig sanft runter! (evtl. wieder mit umwickelten Finger, denn dann rutscht man nicht so leicht ab). Bring Dein Baby in stillposition, ganz nah an der Brust, dann warte, bis Dein Baby den Mund leicht öffnet (kannst dafür auch leicht mit der BW die Lippen kitzeln), und dann drückst Du den Unterkiefer noch ein Stück weiter runter, damit sich der Mund weiter öffnet - dann direkt andocken.
* Bei der Gelegenheit: was macht denn dabei die Zunge? Wo liegt die? Kannst Du BEIM STILLEN die Zunge sehen? (Dazu evtl etwas die Unterlippe runterzupfen)

LG;
Julia
Die Melktechnik scheint ok zu sein. Die Zunge kann ich sehen und die ganze Bewegung des Unterkiefers sieht ganz doll nach ordentlicher Melktechnik aus.
Was meiner Meinung nach fehlt, ist das saugen.
Sogar an der Flasche kann ich das beobachten. Sie melkt den Flaschensauger aus, aber saugt dabei kaum oder nur ganz leicht. Ich kann fast immer ohne Probleme die Flasche aus dem Mund ziehen. Da besteht null Vakuum. An der Brust besteht zwar das Vakuum, aber es sieht wirklich so aus, als würde sie nur melken und nicht saugen. Es fühlt sich auch nicht nach saugen an.
Wenn die Brust sehr voll ist und die Milch von alleine läuft, melkt sie 60 gr. raus, aber mit saugen würde sie es ruck zuck auf das Doppelte bringen.

Ich habe eine Stillgruppe in der Nähe entdeckt, die von einer IBCLC geleitet wird. Sobald ich einen Babysitter für den Großen habe, gehe ich da hin. Mein Kinderarzt hat außerdem eine Logopädin empfohlen. Mal sehen, was die sagt.

LG Sabine

Re: Kind dockt an und schläft ein

Verfasst: 20.11.2009, 22:30
von Sally
Kurzes Update:
Letzte Woche waren wir erst bei einer Logopädin, die keine muskuläre Ursache feststellen konnte, und dann zur Manualmedizin bei unserer KiÄ. Die hat eine leichte Blockade gefunden und behandelt.
Und seit gestern kann Paula plötzlich ohne Probleme ganz ohne Hütchen andocken und saugen.

Vielleicht brauchen wir jetzt nur noch ein bißchen Übung, um ganz von der Flasche/ Pumpe wegzukommen. *hoff*

Re: Kind dockt an und schläft ein

Verfasst: 21.11.2009, 18:39
von kuscheltiger
Wollte Dir nur mal kurz Mut zusprechen!
Halte durch!!!
Ich drücke Euch die Daumen, daß es klappt.

Viele Grüße
kuscheltiger

Re: Kind dockt an und schläft ein

Verfasst: 27.11.2009, 19:11
von Nellie
Hallo,

oh, gerade habe ich einen Beitrag zum Thema Stillhütchen geschrieben und jetzt lese ich das. Toll, dass es ohne geht! Ann hat jetzt ohne Stillhütchen so toll zugenommen, dass sie wieder in den Perzentilen liegt und das Stillen ist viel angenehmer, hat Anfang und Ende und ist kein Dauergenuckel mit Einschlafen.
Super, dass Du so lange durchgehalten hast! Es wird bestimmt bald belohnt werden.

LG
Nellie