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Re: Nachts Abstillen - Gehts nicht ohne Schreien???

Verfasst: 25.10.2009, 22:22
von Joni
kja1985 hat geschrieben:Hallo,

ich würde nachts auch gerne abstillen, aber er wird so wütend und verzweifelt, dass ich jedes Mal wieder einknicke. Wobei ich "begleitetes" Schreienlassen eigentlich gar nicht schlimm finde, immerhin hat man als Mama auch das Recht irgendwann wieder selbst über seine Brüste verfügen zu dürfen und solang man das Kind in seiner Traurigkeit (die es berechtigterweise hat) nicht allein lässt finde ich es okay.
Das ist bei uns genauso, ich kann dieses wütende und verzweifelte Weinen auch einfach nicht ertragen, und ich bin auch inzwischen wirklich alle. Das ist jetzt die 5te Woche gewesen, in der er mich wirklich jede Stunde weckt :roll: und ich zermarter mir das Hirn, wie wir da raus kommen (vor allem weil es ja schon viel besser war).
Und ich bin mir halt auch nicht sicher, was das "begleitete Schreienlassen" für Auswirkungen aufs Kind hat. Dass es nicht schlimm ist, nur weil man das Kind auf dem Arm hat, glaube ich irgendwie nicht so richtig, keiner kann wissen, wie groß der Vertrauensbruch fürs Kind ist (oder ob es überhaupt einer ist) und mir ist das Risoko zu groß, dass ich sein Vertrauen mißbrauche. Ausserdem fällt es mir so schwer zu glauben, dass es keinen Mittelweg gibt. Muss ich mich wirklich zwischen Aufopferung und Schreienlassen entscheiden???
Wenn es so ist, hab ich ein Problem, weil eigentlich beides keine tragbare Option für mich ist :roll:

...ich stecke wohl in der Klemme und das doofe Universum ignoriert meine Bestellungen :evil: .

Re: Nachts Abstillen - Gehts nicht ohne Schreien???

Verfasst: 26.10.2009, 07:31
von Sagittaria
Cornelia, Du sprichst mir aus der Seele :wink:

Re: Nachts Abstillen - Gehts nicht ohne Schreien???

Verfasst: 26.10.2009, 08:00
von daifuku
Doch, es geht. Bei uns hat's geklappt - Abstillen von 0 auf 100 (oder bessser umgekehrt :wink: ) in nur 3 Monaten! :) OHNE eine Träne, ohne Frust, ohne Wut! :D Allerdings lag es bei uns daran, dass ich durch die Schwangerschaft plötzlich keine Milch mehr hatte und mir meiner Sache sehr sicher war. Das nächtliche Nuckeln ist bei uns allerdings bis zuletzt geblieben und fiel erst vor ca. 1 Woche weg, jetzt sind wir stillfrei - vor 3 Monaten hat er noch alle 2-3 Stunden gestillt und ohne Einschlafstillen war undenkbar, ihn ins Bett zu kriegen!

Ich habe zuerst das abendliche Einschlafstillen abgeschafft bzw. ein halbes Stündchen nach vorne verlegt, auf der Couch, als neues Kuschel- aber nicht Einschlafritual. Hat nur am ersten Abend leichtes Gequengel bedeutet, als er nur mit Kuscheln einschlafen sollte, aber keine Träne und nach 1 Stunde ist er friedlich eingeschlafen. Ab den zweiten Abend ging es problemlos, auch mein Mann kann ihn seither ins Bett bringen! (Halleluja!)

Dann habe ich tagsüber vom Stillen abgelenkt, wenn er wollte. Manchmal ließ er sich nicht ablenken, dann hab ich eben gestillt, aber es hat sich ziemlich schnell reduziert.

Dann habe ich das Mittagsschlaf-Einschlafstillen abgeschafft, das war hart (für mich), weil er jetzt manchmal gar nicht einschläft oder ewig braucht. Aber das Nuckeln war so unangenehm, dass es mir trotzdem lieber ist so.

Zuletzt hab ich mich ans nächtliche Stillen gewagt. Er hatte das Kuscheln schon so als Alternative verinnerlicht, dass es ihm oft gereicht hat, wenn ich gesagt habe "Stillen mag ich jetzt nicht, aber ich kuschel mit dir, komm her!" Manchmal nimmt er auch einen Schluck Wasser, manchmal soll ich was singen. Vor 5 Tagen hat er das letzte Mal nachts genuckelt und spricht zwar noch vom Stillen, aber wenn ich dann sage "Ist doch keine Milch mehr da!", dann ist das okay für ihn und er akzeptiert es.

Also: Ohne Tränen, ohne Frust, aber eben mit einer Menge Geduld. Ich hab mich nach seinem Tempo gerichtet und bin immer nur so weit gegangen, wie er mich gehen ließ. Kann durchaus länger dauern, denke ich, aber jeder kleine Erfolg macht Mut und gibt die Kraft, weiter langsam in die Abstillrichtung zu "pushen". Man muss nur innerlich fest davon überzeugt sein, glaube ich, und eben geduldig und verständnisvoll!

Re: Nachts Abstillen - Gehts nicht ohne Schreien???

Verfasst: 26.10.2009, 10:34
von Sagittaria
Alex, das hört sich toll an - jetzt muss ich nur noch wirklich wollen, dann wird das gewuppt!

:D

Re: Nachts Abstillen - Gehts nicht ohne Schreien???

Verfasst: 26.10.2009, 10:55
von ricky1974
ohne mehr als das ausgangsposting gelesen zu haben...

unser nächtliches abstillen war nicht hart. aber meine tochter war zu dem zeitpunkt auch schon knappe 2,5 jahre alt und die letzten backenzähne waren durchgebrochen.
daraufhin wurden die nächte von selbst schon wesentlich ruhiger und dann hat ein einfaches: "die nana schläft, komm kuschel in meinen arm und schlaf weiter" gereicht.
aber im alter deines kindes wäre es wohl ohne viel weinen nicht gegangen...

lg

Re: Nachts Abstillen - Gehts nicht ohne Schreien???

Verfasst: 26.10.2009, 11:12
von daifuku
Ja, das stimmt! Auch bei uns sind jetzt alle Zähne da und die Nächte sind auch ohne Abstillen schon viel ruhiger gewesen. Das hat bestimmt auch mit rein gespielt!

Re: Nachts Abstillen - Gehts nicht ohne Schreien???

Verfasst: 16.02.2015, 14:35
von julilicht
Alex wie alt war damals dein Kind?