FÄ rät zum Abstillen in der Schwangerschaft

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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jusl
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Re: FÄ rät zum Abstillen in der Schwangerschaft

Beitrag von jusl »

Iris hat geschrieben:Ja, das Östrogen braucht Dein Körper für die Schwangerschaft. Für das Stillen brauchst Du aber kein Östrogen, sondern Prolaktin (und natürlich Oxitocin). Und Östrogen kann die Prolaktinproduktion hemmen, weshalb bei vielen Frauen in der Schwangerschaft die Milch zurückgeht. (oder so ähnlich... Jusl??? :oops: ) Aber wie auch immer, der gesunde Menschenverstand sagt mir: Wenn Schwangerschaft und Stillen hormonell nicht zusammenpassen würden, dann wärest Du ja nicht schwanger geworden, oder? :wink:
Abstillen ist eigentlich nur dann erforderlich, wenn eine Frau muttermundwirksame Wehen hat. Das ist aber normalerweise erst im Endstadium der Schwangerschaft der Fall und dann ist es ja auch erwünscht.
Alles richtig :wink: :lol:

LG;
Julia
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Sonnenblume23
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Re: FÄ rät zum Abstillen in der Schwangerschaft

Beitrag von Sonnenblume23 »

Ich habe in drei Schwangerschaften gestillt und es gab keine Probleme. Nur für mein jeweiliges Stillkind war es in der Mitte der Schwangerschaft nicht so nett, denn die Milch hat sich da umgestellt bzw. ist weniger geworden. Zwei Kinder hat es nicht gestört und sie haben weitergestillt und einer hat sich dann von alleine abgestillt.

Meine Kleine - jetzt ein Jahr und acht Monate - stillt auch nach wie vor noch fröhlich weiter, auch wenn sie nach dem Stillen immer einen Schluck Wasser braucht, weil die Milch so süss ist :P

Mir hat das körperlich nicht geschadet, mir hätte es aber geschadet, wenn ich aufgehört hätte. Wenn ich den Kindern das einfach weggenommen hätte. Mit der Entscheidung hätte ich nicht leben können.

Mit meinen Frauenärztinnen habe ich darüber nicht gesprochen, ich wollte das gar nicht thematisieren. Warum auch ? Es ist meine Sache und es geht niemanden etwas an. Und so lange alles in Ordnung ist, mache ich mir da keine Gedanken.

Und eine Bekannte, die ihre Kleine auch noch stillt und auch schwanger ist, erzählte, das sie trotz eines Klinikaufenthaltes wegen vorzeitiger Wehen weiter gestillt hätte. Und es hätte ihr gut getan. Das wäre bei mir vielleicht so der Punkt, wo ich zumindest überlegen würde, Mahlzeiten zu streichen. Aber sie hat weitergestillt und jetzt ist sie auch schon fast am ET.
Liebe Grüße
Andrea mit sieben Kindern an der Hand und zwei Sternchen im Herzen

Alle Kinder getragen und gestillt - beides ziemlich lange ;-)
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Minchen
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Re: FÄ rät zum Abstillen in der Schwangerschaft

Beitrag von Minchen »

Hallo und herzlichen Glückwunsch auch von mir!

Ich habe in der Schwangerschaft durchgestillt, mein Großer war damals auch erst 7 MOnate alt. Ich wäre niemals auf die Idee gekommen, ihn abzustillen, weil er es ja wirklich dringend noch brauchte und weil ich dachte, die Natur macht es schon so, wie es für alle Beteiligten gut ist. Und so war es auch. Der Große bekam noch bis zu seinem 10. Lebensmonat richtig gut Milch, dann wurde sie weniger und er begann zu essen. Gleichzeitig fing das Kind in meinem Bauch an, so richtig zu wachsen. Der Kleine ist zwar 300g leichter gewesen als der Große, das schiebe ich aber ua darauf, dass ich natürlich auch körperlich viel aktiver war durch den Großen. Habe mich eben so gut wie gar nicht geschont und es hat nicht geschadet. Der Kleine hat gut aufgeholt und ist heute ein prächtiges Kerlchen.

Mir hat es insofern zugesetzt, als dass meine ohnehin schon schlechten Zähne mit Beginn der Schwangerschaft schlagartig noch schlechter wurden (war wirklich schlimm und auffällig) und ich den ganzen Winter durch immer wieder heftig krank war. Meine Hebi (auch Heilpraktikerin) sagte damals auch, dass das mit der Doppelbelastung zu tun habe. DA ich aber auch durch den Großen unheimlich wenig schlief, denke ich, ich wäre auch so oft krank gewesen, vielleicht nicht ganz so heftig. Wenn Du darauf achtest, Dich gut und gesund zu ernähren, muss das bestimmt auch nicht sein - ich bin leider so jemand, der unter Stress das essen vergisst und ich hab auch nicht wirklich viel zugenommen in der Schwangerschaft.

Heute stillen wir tandem und ich bin damit superglücklich. Der Große braucht es so sehr und ich wüsste manchmal gar nicht, was ich ohne tun würde...

Meine FÄ war da übrigens ziemlich locker - sie ist das zweite Mal in der Stillzeit schwanger geworden, da war ihr großer Sohn grad 4 Monate alt. Ich glaube, sie findet es ziemlich cool, was wir machen, denn sie fragt wirklich interessiert nach und sagt auch nur, ich solle unbedingt an mich und meine Bedürfnisse denken - aber das tue ich ohnehin.

Hör auf Dein Bauchgefühl und lass Dich nicht verunsichern, Ich glaube, ich würde versuchen, es ihr gegenüber weiter zu vertreten. Es wird ja am Ende der BEweis angetreten, dass es dem Kind in Deinem Bauch nicht geschadet hat. Also: Augen zu und durch durch die Termine - so viele sinds ja nicht... :wink:
"Tanze mit Deinem Baby im Mondschein, wenn es die Nacht zum Tag macht, singe fröhliche Lieder mit Deinen Kindern im Regen, mache Kissenschlachten, matsche mit ihnen im Schlamm und springe in Pfützen, macht ein Picknick UNTERM Tisch - vergiss nie: in 20 Jahren wirst Du sagen, es war die schönste Zeit Deines Lebens!"
von Minchen mit Frühling (2008), Sommer (2009), Herbst (2013) und Winter (2011)
Marilu

Re: FÄ rät zum Abstillen in der Schwangerschaft

Beitrag von Marilu »

Beim ersten Besuch der Hebamme wollte der Große Mumi haben. Sie "Ach, da stillen Sie ja bald Tandem!" Und sie meinte noch, dass das Stillen am Ende die Geburt erleichtern könnte. Wie genau, keine Ahnung - aber ich wollte sagen: Es gibt auch positive Reaktionen von "medizinischem Personal" auf Stillen in der Schwangerschaft. Es kommt immer drauf an, an wen man gerät.

Wenn du es aushalten kannst, versuch dich nicht vor der FÄ zu verstellen. Du musst dich ja auf keine Diskussion einlassen. Soll sie ihre Argumente sagen und gut ist.
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Bara
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Re: FÄ rät zum Abstillen in der Schwangerschaft

Beitrag von Bara »

Meine FÄ hat das auch geraten, ich habe gesagt, dass ich das nicht vor hätte und sie hat nie wieder nachgefragt. Raten kann sie was sie will, entscheiden musst Du das. Ich denke nicht, dass das ein GRund ist, die FÄ zu wechseln, wenn Du sonst zufrieden bist.
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Re: FÄ rät zum Abstillen in der Schwangerschaft

Beitrag von Nimue1212 »

Mein Frauenarzt hat damals in der Schwangerschaft gesagt, dass es ok ist, wenn ich weiterstille. Allerdings hat sich meine Tochter dann mit 16 Monaten selbst abgestillt. Da war ich so ungefähr im sechsten Monat. Einerseits war ich darüber ziemlich traurig und fand es sehr schade, andererseits war es auch schön zwischen den Stillzeiten eine kleine Pause zu haben. Aktiv abgestillt hätte ich aber sicher nicht.
Liebe Grüße
Anika mit Lisa (03/95), Livie (07/06), Nottie (03/08 ) und

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mikiund4
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Re: FÄ rät zum Abstillen in der Schwangerschaft

Beitrag von mikiund4 »

Hallo!
Ich habe zu meinem FA ein sehr gutes Verhältnis, ich mag ihn wirlich gerne und doch: Ich hab ihn angelogen oder besser verheimlicht das ich Stille. Ich wusste dass er das aufgrund meiner Vorgeschichte nicht gut heissen wird oder kann (Fehlgeburten, Frühgeburten,vorzeitige Wehen,...) aber ich wusste dass ich für mich diese Entscheidung getroffen habe und mir da nicht reinreden lassen will. Im Endeffekt ist meine Tochter als Einzige voll ausgetragen zur Welt gekommen (39SSW). Die Einzige Zeit in der mir selbst unwohl war , war in der 13 SSW wo ich starke Blutungen hatte aber da hab ich halt seeeehr reduziert bzw tageweise gar nicht gestillt.
Lg Michaela
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Schwertlilie
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Re: FÄ rät zum Abstillen in der Schwangerschaft

Beitrag von Schwertlilie »

Ich häng mich mit meiner Frage mal an diesen Thread ran.

Ich weiß seit heute früh, dass ich schwanger bin und bin jetzt auch am überlegen, ob ich einfach uneingeschränkt weiterstillen kann. Meine Große ist 2 1/2 Jahre alt und liebt das Stillen noch sehr. Die Stillabstände sind unregelmäßig, meistens stillt sie tagsüber so ca. alle 4 Stunden und nachts stillt sie zum Einschlafen, morgens zum Aufwachen, und zwischendurch wacht sie meistens 1x zum Stillen auf, manchmal schläft sie aber auch schon durch. Gerade heute aber hat sie wieder alle 2 Stunden die "Bus" verlangt, so häufig wie schon lange nicht mehr. Vielleicht spürt sie, dass ich bezüglich Stillen jetzt unsicher bin.

Ich habe sehr lange auf diese Schwangerschaft warten müssen, seit der Geburt haben wir nicht verhütet, aber erst jetzt hat es mit Nr. 2 geklappt. Ich möchte dieses neue Leben auf keinen Fall verlieren. Falls es einen erwiesenen Zusammenhang zwischen Stillen und erhöhter Fehlgeburtsrate gibt, würde ich mir das mit dem Abstillen oder zumindest Reduzieren vielleicht doch überlegen. Hat von euch vielleicht jemand Zahlen oder eine Quelle zu dieser Frage?

Und mich würde auch interessieren, wie oft ihr während der Schwangerschaft gestillt habt, also wie groß die Stillabstände waren, besonders in den ersten 3 Monaten. Findet ihr 5-6x täglich viel?

Herzlichen Dank schon mal im Voraus für eure Hilfe.
Liebe Grüße von der Schwertlilie (*78 ) mit Mann (*68 ), großer Tochter (*25.3.07), Sohn (*20.05.10) und kleiner Tochter (*17.04.12).
"Seid unbequem, seid Sand, nicht das Öl im Getriebe der Welt!" (Günther Eich)
jusl
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Re: FÄ rät zum Abstillen in der Schwangerschaft

Beitrag von jusl »

Ich habe sehr lange auf diese Schwangerschaft warten müssen, seit der Geburt haben wir nicht verhütet, aber erst jetzt hat es mit Nr. 2 geklappt. Ich möchte dieses neue Leben auf keinen Fall verlieren. Falls es einen erwiesenen Zusammenhang zwischen Stillen und erhöhter Fehlgeburtsrate gibt, würde ich mir das mit dem Abstillen oder zumindest Reduzieren vielleicht doch überlegen. Hat von euch vielleicht jemand Zahlen oder eine Quelle zu dieser Frage?
Solche Untersuchungen gibt es: Stillen scheint keinerlei Auswirkungen auf das Fehlgeburts-Risiko zu haben. Primärquellen siehe Link ganz unten im engl. Originaltext. ;-)

LG und alles Gute weiterhin,
Julia
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Daria
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Re: FÄ rät zum Abstillen in der Schwangerschaft

Beitrag von Daria »

Schwertlilie hat geschrieben: Und mich würde auch interessieren, wie oft ihr während der Schwangerschaft gestillt habt, also wie groß die Stillabstände waren, besonders in den ersten 3 Monaten. Findet ihr 5-6x täglich viel?
Wir haben tagsüber etwa 6 Mal gestillt solange, bis es mir zu weh getan hat. Dann hab ich es zeitweise auf 3 Mal reduziert, bis es wieder besser ging. Nun sind wir wieder bei etwa 6 Mal. Nachts stillt Theo nicht, abends gegen 19 Uhr das letzte Mal und dann gegen 6 Uhr morgens.

Den LLL Artikel hast Du ja schon gelinkt bekommen. Ich denke v.a. dass die Zuversicht in den eigenen Körper viel bringt. Wenn DER entscheidet, dass er stillend schwanger werden kann, wird er nicht gleich wegen des Stillens eine Fehlgeburt herbeiführen. Und ich denke auch nicht, dass man den Körper überfordern kann - jedenfalls nciht, wenn man alles rational betreibt, ist klar. Fehlgeburten sind so vielschichtig in Ursache und Form - wenn es passieren soll, dann wird es das - aber ICH bin überzeugt, dass es nciht durch das Stillen passiert (und man sich gleichzeitig beobachtet, also - bekomm ich immer beim Stillen wirklich Wehen oder sowas, gell - hab ich übrigens nicht einmal erlebt bisher. Wehen hab ich schon, aber nie in Verbindung mit Milchspendereflex oder so).
Viele Grüße von Daria mit Theo (02/08), Lotti (12/09) und Flora (07/12)
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