Hallo,
gut das mich die Stillhormone so schön ruhig machen, sonst hätte es schon die eine oder andere bissige Antwort auf Kommentare meiner Umwelt gegeben.
Meine Topaufreger sind folgende:
Meine Tochter ist gerade mal 8 Wochen alt und ich werde allen ernstes jetzt schon des öfteren gefragt, ob sie schon durchschläft!
Unglaublich...
Wenn ich das verneine, bekomme ich zur hören, in einem halben Jahr wäre es ja soweit, dann würde sie ja sicherlich auch abgestillt werden u.s.w. - meistens sage ich dann, ich erwarte gar nicht, dass mein Kind durchschläft und abstillen werde ich auch nicht. Kommentare dazu lauten dann: und was machst du, wenn dein Kind in die Schule geht? - Dann, muß ich halt mit zur Schule gehen. Bildung hat noch keinem geschadet. (*ggg*)
Zum Thema Schlafen bekam ich dann zu hören, die wird dann ja nie alleine schlafen. Gut das ich bereits ein „großes“ Kind habe. Er wechselte mit fünf Jahren in sein eigenes Zimmer. Von alleine.
Eine Bekannte von mir ließ ihr armes Neugeborenes alleine in ihrem Kinderzimmer schlafen, weil sie sich durch die Geräusche gestört fühlten - mir sträubten sich die Nackenhaare. Ich würde kein Auge zumachen, wenn mein Kind nicht in meiner unmittelbaren Nähe schlafen würde.
Sie hat ihre Kinder auch schnell abgestillt, sie fühlte sich angebunden und es wäre zu zeitaufwändig!!!!
Wo, sind denn Fläschchen bitte praktischer? Gut, da kann ich nicht mitreden, bei mir gab es nie ein Fläschchen.
Außerdem können die Kinder ja sonst nicht bei Oma & Opa schlafen und sie für ein paar Tage verreisen.
Ich finde ein Baby muß nicht bei Oma & Opa schlafen, ein Baby gehört zu seiner Mutter und zwar solange bis es sich von selbst abgestillt hat.
Eine andere Bekannte stillte gar nicht erst, weil sie lieber weiter rauchen wollte. Jetzt hat sie laut Arzt ein "Schreikind" (dabei weint die Kleine gar nicht soviel). Ihre Mahlzeiten bekommt sie im 4 Std. Rhythmus und wehe sie trinkt nicht die empfohlene Menge oder hat mal mehr Hunger. Auf einem Foto, welches sie mir mailte, lag das arme Kind alleine im Bett mit der Flasche im Mund. Sie hat kein Geld für ein Tragetuch aber für eine elektrische Babywippe.
Mit 12 Wochen teilte sie mir mit ihre Tochter würde jetzt Brei (fertige Obstbreie!!!!) bekommen, weil die Milch sie nicht satt machen würde und das Baby immer schreit und hungrig aufs essen starrt.
AAAArrrghhhh - ich könnte im Viereck springen bei soviel Unverstand in einer Person.... Und weinen, weil mir das Kind so leid tut....
Freundes meines Mannes (mit zwei Kleinkindern) gehen nirgendwo mehr hin, weil sie zwei Kinder haben und das nur noch stressig ist.
Meine heutigen Aufreger im Supermarkt waren zum einem, dass jedes Baby in diesen Autositzen herumgefahren wurde - nicht eines, welches getragen wurde.
Der Oberhammer, den ich mal gesehen habe, war eine Neugeborenes (vielleicht ein oder zwei Wochen alt) in einem dieser Autositze mit Buggy und der Flasche im Mund.
Keiner kümmerte sich um das Würmchen, keine liebevolle Zuwendung – friß oder stirb!!!
Ich war damals ungefähr im 7ten Monat schwanger und selbst wenn ich es nicht gewesen wäre, hätte ich weinen können. Noch heute kommen mir die Tränen wenn ich an dieses Neugeborene denken muß.
Und dann die Werbung bei der Fertigsch... für Baby´s irgendwelche Fertigmilch, wurde beworben: zum zufüttern beim Stillen!!! Oder: XY-Milch nach dem Stillen. (nach dem Stillen braucht mein Kind keine Industriemilch)
Bei uns im Supermarkt um die Ecke, bin ich zurzeit die Attraktion, weil ich mein Kind im Tragetuch trage.
Aber eigentlich wundert es mich nicht, weil unsere gesamte Umwelt so geprägt wurde und wird. Egal wo man hinsieht, überall Werbung für Industrienahrung, Ammenmärchen übers Stillen, Tragen und Schlafen u.s.w..
Bisher dachte ich immer, ich wäre die einzige, die sich wie ein Alien fühlt. Als wäre ich auf einen anderen Planeten.
Zitat:
Seine Mama fragte mich übrigens, ob ich keine Angst davor hätte, mein Kind durch das Tragen zu sehr auf mich zu fixieren.....ohne Worte.
Doch da gibt es Worte oder besser eine Antwort und die lautet: Ja! Schließlich hat man ca. 40 Wochen auf diese Kind gewartet, man hat es geboren, ect., ect. und nun soll es am bestens gestern schon „Erwachsen“ sein? Mein Sohn war mind. das erste Jahr total auf mich fixiert (ein richtiges Mamakindchen) und wir habe das genossen. Irgendwann fing er an sich zu lösen und ist seit langem weitaus selbständiger als andere Kinder seines Alters. Während andere Mütter sich an ihre Kinder klammern (damit meine ich 10 jährige die noch zur Schule und zu Freunden gefahren werden und nie irgendeinen Weg alleine gehen dürfen), kann ich mein Kind guten Gewissens eigene Wege erkunden lassen (immer dem Alter entsprechend natürlich). Ich muß mich nicht an mein großes Kind klammern, weil wir die Zeit dazu genutzt haben, die dafür da war als er noch ein Baby war.
Sorry, dass ich Euch so zugetextet habe aber diese Dinge mussten endlich einmal raus…
Grüße, Jill