Kinder erfüllen unsere Erwartungen
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Maja
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Re: Kinder erfüllen unsere Erwartungen
Bei uns ist das Schlüsselwort "aufmerksam". Das funktioniert super, die Kinder wissen genau, wenn ich sage "Sei aufmerksam", dass es dafür einen Grund gibt und man merkt richtig, wie die Körperspannung ansteigt und sie nach festerem Halt suchen. Allerdings brauche ich das inzwischen auch nur noch selten, das war mehr so in der Anfangskletterzeit auf dem Spielplatz, dass beide manchmal etwas zu schnell den richtig großen Kindern hinterhergeklettert sind statt vorher nachzudenken 
2004/2006/2014
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Britta84
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Re: Kinder erfüllen unsere Erwartungen
So mache ich es auch und es klappt wirklich gut, bis Oma und Opa kommen.... wir haben seit 3 Monaten eine Schaukel mit Klettergerüst im Garten und Jakob kann das wirklich gut. Ich vertraue darauf, das er nur das macht was er kann und es ist noch NIE etwas passiert.joso hat geschrieben:Deswegen sagen wir zu unseren nicht: "pass auf, du fällst da sonst runter". sondern wir sagen: "halt dich gut fest, damit du oben bleibst." Und so versuchen wir ihnen das positive/gute sprachlich zu vermitteln.
Als Oma und Opa gesehen haben, dass er oben drauf klettert haben sie die ganze Zeit gerufen: Du fällst, pass auf, du kannst das doch noch gar nicht, etc.
Als logische Folgerung ist Jakob auf der obersten Stufe ausgerutscht und fast gefallen
Das hat mich noch mal extrem in dem betätigt, was ich schon gedacht und gefühlt habe. Ich lasse ihn machen und wenn es wirklich gefährlich ist, oder er sich zu sehr ablenken lässt bitte ich ihn gut aufzupassen was er macht und sage ihm auf keinen Fall was er NICHT tun soll.
Viele Grüße von
Britta + J (10.01.2007) + S (21.04.2009)
ClauWi-Trageberaterin (GK 07/08)
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- Laquiqui
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Re: Kinder erfüllen unsere Erwartungen
Ich versuche mich auch im positiven Formulieren (klappt natürlich nicht immer) und ich glaube, dadurch trainiert man sich selbst, auch positiver zu denken: Wenn ich meine Schwiegerfamilie teilweise höre "Fall nicht runter" Klemm Dir nicht die Finger" "Fall nicht über Emils Füße" "Beiss Dir nicht auf die Zunge" bin ich oft ganz erstaunt, wie viele Gefahren in einer für mich nicht weiter dramatischen Situation lauern können.
Liebe Grüße von Kirsten
"Es gibt mehrere Arten, etwas richtig zu machen" Mama Muh
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- LaLeMi
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Re: Kinder erfüllen unsere Erwartungen
Hier trifft das auch total oft zu.
Und die Erwartungen müssen (wenn positiv) auch "echt" sein, also sich nur einreden "heute ist alles toll" funktioniert leider auch nicht...
Das mit den positiven Verstärkungen wie "halt Dich gut fest" versuchen wir hier auch von Anfang an und haben guten Erfolg damit.
Prof. Spitzer schreibt auch, daß Kinder eine Verneinung noch gar nicht umsetzung können im Kleinkindalter, man also positiv formulieren muß.
Und die Erwartungen müssen (wenn positiv) auch "echt" sein, also sich nur einreden "heute ist alles toll" funktioniert leider auch nicht...
Das mit den positiven Verstärkungen wie "halt Dich gut fest" versuchen wir hier auch von Anfang an und haben guten Erfolg damit.
Prof. Spitzer schreibt auch, daß Kinder eine Verneinung noch gar nicht umsetzung können im Kleinkindalter, man also positiv formulieren muß.
- Altraia
- Prof. Dr. SuT
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Re: Kinder erfüllen unsere Erwartungen
Mein Sohn hat da auch sehr feine Antennen. Das liebste Beispiel ist immer noch eine Situation auf unserer Terrasse, als wir gerade hierher gezogen waren. Die Terrasse hatte damals an einer Seite einen ca. 1 m tiefen Abgrund zu den Nachbarn runter. Georg war knapp 1,5 Jahre alt und spielte täglich auf der Terrasse, ohne irgendwelche Kommentare unsererseits. Es passierte nie etwas. Unsere Nachbarn fanden das unerhört und sprachen uns immer wieder darauf an, einmal auch in Georgs Beisein. Was passierte? Er stürzte darunter, direkt in die Arme der Nachbarin, die sich natürlich bestätigt sah
Dann hatte ich eine Freundin, der unser Umgang mit unseren Kindern nicht zusagte und die unseren Sohn für frech und unerzogen hielt. Jedesmal in ihrem Beisein verhielt er sich dann auch unmöglich.
Es gibt da viele Beispiele.
Dann hatte ich eine Freundin, der unser Umgang mit unseren Kindern nicht zusagte und die unseren Sohn für frech und unerzogen hielt. Jedesmal in ihrem Beisein verhielt er sich dann auch unmöglich.
Es gibt da viele Beispiele.
Liebe Grüße,
Christine mit Sohn (2/05), Tochter (6/07) und Tochter (2/14)
Christine mit Sohn (2/05), Tochter (6/07) und Tochter (2/14)
- Laquiqui
- alter SuT-Hase
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Re: Kinder erfüllen unsere Erwartungen
So ist das mit meiner Schwiegerfamilie auch.Altraia hat geschrieben: Was passierte? Er stürzte darunter, direkt in die Arme der Nachbarin, die sich natürlich bestätigt sah![]()
Bald fahren wir mit ihnen in den Urlaub, da gruselts mich schon ein bisschen.
Letztes Jahr waren wir auch mit ihnen unterwegs und Emil (damals 10 Monate) hat an einer kleinen steilen Steintreppe gespielt. Ich stand dabei und hatte kein gutes Gefühl. Deswegen habe ich meinen Mann gebeten, sich an meiner Stelle hinzustellen und "Zuversicht auszustrahlen" (er ist da oft viel lockerer als ich). Während ich dachte: Ich will nicht denken, dass er da runter fällt, ist Emil gefallen. Und ich wurde von den anderen lange mit meinem "Zuversicht ausstrahlen" aufgezogen.
Liebe Grüße von Kirsten
"Es gibt mehrere Arten, etwas richtig zu machen" Mama Muh
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- Katja13
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Re: Kinder erfüllen unsere Erwartungen
Bei uns gabs gestern auch so eine Situation: Mein Kleiner saß auf Omas Schoß am Laptop (war an, aber kein Programm offen) und hämmerte auf den Tasten rum, was er mit Leidenschaft macht. Sie fragt mich, sichtlich beunruhigt: "Schau mal, der drückt da rum..." Ich: "Ach, lass ihn ruhig, da kann er nix kaputt machen." Und was passiert? Einen ganz kleinen Moment später hält er die Leertaste in der Hand 
Aber hat er nun Omas Unruhe und Erwartung, dass was passieren könnte, gespürt, oder hat er das Wort "kaputt machen" aus meiner Antwort umgesetzt, obwohls gar nicht negativ gemeint war?
Ich versuch auch, so gut wie möglich positiv zu formulieren und bin gerade dabei, das auch meiner Mama anzugewöhnen, die sehr viel Zeit mit dem Kleinen verbringt und zum Glück offen dafür ist.
Aber hat er nun Omas Unruhe und Erwartung, dass was passieren könnte, gespürt, oder hat er das Wort "kaputt machen" aus meiner Antwort umgesetzt, obwohls gar nicht negativ gemeint war?
Ich versuch auch, so gut wie möglich positiv zu formulieren und bin gerade dabei, das auch meiner Mama anzugewöhnen, die sehr viel Zeit mit dem Kleinen verbringt und zum Glück offen dafür ist.
- kruemel09
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Re: Kinder erfüllen unsere Erwartungen
In dem Buch "Auf der Suche nach dem verlorenen Glück" wird das auch ungefähr so beschrieben:
Wenn die Eltern ständig zu dem Kind sagen "Pass auf, dass du nicht runterfällst", dann merkt das Kind: "Meine Eltern erwarten ja, dass ich runterfalle" und - prompt fällt es runter. Also dass Kinder halt auch die negativen Erwartungen der Eltern erfüllen (wahrscheinlich unbewusst, aber es passiert).
Wenn die Eltern ständig zu dem Kind sagen "Pass auf, dass du nicht runterfällst", dann merkt das Kind: "Meine Eltern erwarten ja, dass ich runterfalle" und - prompt fällt es runter. Also dass Kinder halt auch die negativen Erwartungen der Eltern erfüllen (wahrscheinlich unbewusst, aber es passiert).
- Katja13
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yogamama
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Re: Kinder erfüllen unsere Erwartungen
... ich kann das auch nur bestätigen...
ich versuche mich auch seit "Auf der Suche nach dem verlorenen Glück" im positiven Formulieren. Leider gehen mir manchmal echt die Ideen aus, und ich verwende leider in letzter Zeit auch oft das Wort "Nein". Trotzdem stelle ich immer wieder fest, daß das Vertrauen in die Kinder sich immer wieder selbst rechtfertigt.
Gerade war ich 3 Wochen zu Besuch bei meinen Eltern, und bin da auch so über einige Situationen gestolpert... Insbesondere wenn Linnéa wegrennt, rufe ich normalerweise immer "Stop" und meistens hört sie auch darauf (in letzter Zeit nicht mehr ganz so gut). Dennoch versuche ich immer Vertrauen zu haben, daß sie auch auf mich hört.
Und was machen meine Eltern in solchen Situationen: Sobald mein Kind nur ein paar Schritte wegläuft, fangen sie an hinter ihr herzurennen, wie von einer Wespe gestochen. Linnéa rannte dann natürlich fröhlich lachend noch weiter weg, und reagiert überhaupt nicht mehr auf mein Stop rufen. Am Ende der 3 Wochen war selbst ich bei einem Zoobesuch ständig am Hinterherrennen, weil einfach meiner Erwartungshaltung und mein Vertrauen wohl im Beisein meiner Eltern erstens per se nicht so stark sind, wie wenn ich mit Linnéa alleine bin, und zweitens die doppelte negative Erwartungshaltung von Oma und Opa halt auch ihren Teil dazu beiträgt.
Wobei es sicher auch Situationen gibt, in denen andere Leute oder eben Oma und Opa eine sinnvollere Erwartungshaltung an Linnéa haben, als ich.
Auf jeden Fall vielen Dank fürs wieder mal ins Gedächtnis rufen.
ich versuche mich auch seit "Auf der Suche nach dem verlorenen Glück" im positiven Formulieren. Leider gehen mir manchmal echt die Ideen aus, und ich verwende leider in letzter Zeit auch oft das Wort "Nein". Trotzdem stelle ich immer wieder fest, daß das Vertrauen in die Kinder sich immer wieder selbst rechtfertigt.
Gerade war ich 3 Wochen zu Besuch bei meinen Eltern, und bin da auch so über einige Situationen gestolpert... Insbesondere wenn Linnéa wegrennt, rufe ich normalerweise immer "Stop" und meistens hört sie auch darauf (in letzter Zeit nicht mehr ganz so gut). Dennoch versuche ich immer Vertrauen zu haben, daß sie auch auf mich hört.
Und was machen meine Eltern in solchen Situationen: Sobald mein Kind nur ein paar Schritte wegläuft, fangen sie an hinter ihr herzurennen, wie von einer Wespe gestochen. Linnéa rannte dann natürlich fröhlich lachend noch weiter weg, und reagiert überhaupt nicht mehr auf mein Stop rufen. Am Ende der 3 Wochen war selbst ich bei einem Zoobesuch ständig am Hinterherrennen, weil einfach meiner Erwartungshaltung und mein Vertrauen wohl im Beisein meiner Eltern erstens per se nicht so stark sind, wie wenn ich mit Linnéa alleine bin, und zweitens die doppelte negative Erwartungshaltung von Oma und Opa halt auch ihren Teil dazu beiträgt.
Wobei es sicher auch Situationen gibt, in denen andere Leute oder eben Oma und Opa eine sinnvollere Erwartungshaltung an Linnéa haben, als ich.
Auf jeden Fall vielen Dank fürs wieder mal ins Gedächtnis rufen.
Liebe Grüsse von Satyavati, Linnéa (knapp 7 J.), Fenya (4J.) und Anandi (10 Monate
Om Shanti
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