Der Mensch verfügt über einige Klammer- und Haltereflexe, die dem TRagen dien(t)en. Beispielsweise der Moro-Reflex (wohl eher als Reaktion bezeichnet, jaja, ich les nochmals die Unterschiede nach

), Fußgreifreflex und eben das besprochene Anwinkeln der Beine in Rückenlage / beim Hochnehmen. Sicherlich gehen diese Reflexe auch irgendwann verloren, was ja auch so sein soll, eins baut aufs andere auf und Störungen in der Reflexintegration können gravierende Auswirkungen haben .(ich empfehle "Greifen und Begreifen" von Sally Goddard) Die anfangs reflexartige Bewegung wird ersetzt durch eine "erlernte" Haltung. Also das reflexartige Anhocken der Beinchen lässt nach, Traglinge machen diese Bewegung aber trotzdem weiterhin, so daß sie weiter bestehen bleibt.
Beispiel: meinen Mittleren habe ich in den ersten 6 Monaten nicht getragen, danach aber dann mit wachsender Begeisterung und ausschließlich, mit dem Tragen aufgehört haben wir mit etwas über 3 Jahren. Er ist heute 5 und wenn ich ihn hochhebe, reißt er die Benchen hoch, die mageren, umd klammert sich kraftvoll an mich

Sein Klammer"reflex" ist ganz sicher längst weg, hat aber die Bewegung des Anhockens so oft gemacht, die ist einfach drin. Wenn ich mich ins Auto setze, trete ich auch immer die Kupplung, ohne auch nur darüber nachzudenken, jetzt den linken Fuß vorzunehmen. Ich weiß, ich hatte wohl auch nie einen Kupplungstretreflex
Ja, und dann kommen eben noch die individuellen Faktoren dazu: ist mein Kind eher hyper- oder hypoton? Liegen vielleicht Blockaden vor? Beim älteren Kind: hat es Lust mitzumachen? Was ist genetisch mitgegeben, wie wars bei Mama und Papa? Usw.
Soll heißen, daß selbst das, was uns allen biologisch und genetisch vor- und mitgegeben ist, doch bei jedem Individuum eine andere Ausprägung besitzt und dazu noch entscheidend ist, was in der Umgebung davon gefördert und unterstützt und was eben gar nicht genutzt wird.
Daher würde ich sagen, die Anhockhaltung ist beides: erst angeboren, später dann antrainiert.
Liebe Grüße Alex