Milcherhaltung bei 3-wöchiger Trennung

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Sabsi
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Re: Milcherhaltung bei 3-wöchiger Trennung

Beitrag von Sabsi »

Viel mehr Gedanken als um die Milcherhaltung würde ich mir auch echt darüber machen, dass mein Kind ein Trauma davon trägt. Förderlich fürs Urvertrauen ist es sicher nicht, wenn die Hauptbezugsperson so lange von der Bildfläche verschwindet. Ich würde mich jetzt noch nicht längere Zeit von meiner Tochter trennen, und die ist immerhin schon 2 Jahre+4 Monate alt. Und in dem Alter können die Kinder echt so einen langen Zeitraum absolut nicht abschätzen. Ich würde auch schauen, dass der Mann mit dem Kind mitkommt oder dass Du wenigstens alle paar Tage heim kannst. 3 Wochen ununterbrochene Trennung von einem Baby oder Kleinkind geht in meinen Augen gar nicht :?
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Lösche Benutzer 1828

Re: Milcherhaltung bei 3-wöchiger Trennung

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Letztendlich muss das jede Familie selber entscheiden - ich selber würde es nicht machen.
Als ich schwanger eine Woche ins KH mußte, hat meine Tochter (drei Jahre) ganz schön darunter gelitten - udn sie hat mich jeden Tag eine Stunde besucht. Daran hatten wir noch lange zu knabbern. Wäre sie noch jünger gewesen, hätte ich sie mitgenommen.
Wenn wirklich die Existenz davon abhängt - dann muss man das überlegen.
jusl
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Re: Milcherhaltung bei 3-wöchiger Trennung

Beitrag von jusl »

monsmasima hat geschrieben:
Meinst du mit "verlernt" daß er noch stillen will, aber nicht mehr weiß, wie man das macht? Kann das passieren?
Wenn er nur kein Interesse mehr am Stillen hat, würde ich das nicht so schlimm finden. Aber ich möchte ihm die Möglichkeit bieten, wenn er noch will.
Frieher hat Recht, das kann definitiv passieren - es ist gar keine Seltenheit, dass Kleinkinder nach einigen Tagen/Wochen Pause es technisch nicht mehr hinkriegen. Da für Dich ein Abstillen zu diesem Zeitpunkt in Ordnung wäre, war das ja nicht weiter schlimm.
sandküste hat geschrieben:Es konnte auch sein, dass er Dich erstmal zurückweist, nicht mehr Stillen will - für ein Kind in dem Alter kann das schon traumatisch sein, so eine lange Trennung.
Ich persönlich mag hier "Drohungen" dieser Art nicht so gerne stehen haben... zumal das betreffende Kind offenbar sichere Bindung an weitere Bezugspersonen hat (und meine laienhafte Interpretation der entwicklungspsychologischen Fachliteratur das auch nicht hergibt).
Allein Wegfahren wird ja nicht umsonst als Abstilltip weitergegeben.
Dies passt hier nicht. "Alleine wegfahren" als (defintiv NICHT empfehlenswerter) Abstilltipp stellt oft das Ende einer ganzen Kette negativ erlebter Situationen und familiärer Konflikte dar: meist um bereits mehrfach nicht geglücktes(!) Abstillen endgültig durchzusetzen wird dann räumliche Trennung von Mutter und Kind erwogen. Die Geschichte, die dem i.d.R. vorausgehen, stellt AN SICH(!) oft bereits eine Riesenbelastung dar, die dann tatsächlich nicht noch mit Trennung gekrönt werden sollte.
Das Ausgangsposting scheint hiermit allerdings gar nichts zu tun zu haben (jedenfalls kann ich das da jetzt nicht herauslesen).

LG;
Julia
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Sabsi
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Re: Milcherhaltung bei 3-wöchiger Trennung

Beitrag von Sabsi »

jusl hat geschrieben:
Allein Wegfahren wird ja nicht umsonst als Abstilltip weitergegeben.
Dies passt hier nicht. "Alleine wegfahren" als (defintiv NICHT empfehlenswerter) Abstilltipp stellt oft das Ende einer ganzen Kette negativ erlebter Situationen und familiärer Konflikte dar: meist um bereits mehrfach nicht geglücktes(!) Abstillen endgültig durchzusetzen wird dann räumliche Trennung von Mutter und Kind erwogen. Die Geschichte, die dem i.d.R. vorausgehen, stellt AN SICH(!) oft bereits eine Riesenbelastung dar, die dann tatsächlich nicht noch mit Trennung gekrönt werden sollte.
Das Ausgangsposting scheint hiermit allerdings gar nichts zu tun zu haben (jedenfalls kann ich das da jetzt nicht herauslesen).

LG;
Julia
Naja, das ist vielleicht oft so, aber es gibt durchaus auch Leute, die im Gespräch, wenn es ums Abstillen geht, einfach raten "Ach, fahr doch einfach mal ein langes WE weg, dann erledigt sich das von selbst", OHNE das vorher irgendwelche (halbherzigen) Versuche gestartet wurden. Jemand, der sich gerade erst mit dem Gedanken ans Abstillen trägt und diese Variante empfohlen bekommt (und der sich dann nicht ins Internet hängt und Infos einholt...) , der setzt es dann u.U. auch wirklich durch, weil es bei Cousine, Nachbarin oder Schwägerin ja so wunderbar geklappt hat...

Liebe Grüße,
Sabsi
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Lösche Benutzer 1828

Re: Milcherhaltung bei 3-wöchiger Trennung

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

jusl hat geschrieben:
Ich persönlich mag hier "Drohungen" dieser Art nicht so gerne stehen haben... zumal das betreffende Kind offenbar sichere Bindung an weitere Bezugspersonen hat (und meine laienhafte Interpretation der entwicklungspsychologischen Fachliteratur das auch nicht hergibt).
Allein Wegfahren wird ja nicht umsonst als Abstilltip weitergegeben.
Dies passt hier nicht. "Alleine wegfahren" als (defintiv NICHT empfehlenswerter) Abstilltipp stellt oft das Ende einer ganzen Kette negativ erlebter Situationen und familiärer Konflikte dar: meist um bereits mehrfach nicht geglücktes(!) Abstillen endgültig durchzusetzen wird dann räumliche Trennung von Mutter und Kind erwogen. Die Geschichte, die dem i.d.R. vorausgehen, stellt AN SICH(!) oft bereits eine Riesenbelastung dar, die dann tatsächlich nicht noch mit Trennung gekrönt werden sollte.
Das Ausgangsposting scheint hiermit allerdings gar nichts zu tun zu haben (jedenfalls kann ich das da jetzt nicht herauslesen).

LG;
Julia
Für mich ist Wegfahren auch ein absolut NICHT empfehlenswerter Rat - er wird aber oft gegeben und auch oft in Erwägung gezogen.....auch ohne vorherige Dramen.
Und eine Drohung wollte ich ganz sicher nicht aussprechen - habe aber schon von Kindern gehört, die nach einer so langen Trennung recht verstört sind und sich dann erstmal zurückziehen.
Lösche Benutzer 2178

Re: Milcherhaltung bei 3-wöchiger Trennung

Beitrag von Lösche Benutzer 2178 »

jusl hat geschrieben:
sandküste hat geschrieben:Es konnte auch sein, dass er Dich erstmal zurückweist, nicht mehr Stillen will - für ein Kind in dem Alter kann das schon traumatisch sein, so eine lange Trennung.
Ich persönlich mag hier "Drohungen" dieser Art nicht so gerne stehen haben... zumal das betreffende Kind offenbar sichere Bindung an weitere Bezugspersonen hat (und meine laienhafte Interpretation der entwicklungspsychologischen Fachliteratur das auch nicht hergibt).
Danke, da möchte ich mich sehr gern anschließen. Ich empfinde es als recht unangenehm, dass monsmasima Antworten auf eine Frage erhält, die sie gar nicht gestellt hat und sich für mich unbeteiligten Dritten auch tatsächlich "bedrohlich" lesen und mich; wäre ich betroffen, wirklich sehr "treffen" würden. Da uns die Lebens- und Betreuungssituation des Kindes nicht bekannt (und das war auch nicht Thema) ist, halte ich einige Einschätzungen für ziemlich anmaßend.

Wollt ich gern loswerden.

Ich drück dir dicke die Daumen, dass das gut klappt. Zu dem Verlernen hab ich leider keine Erfahrungen, dazu kann ich nix beitragen. Die Milchproduktion per Pumpen aufrecht zu erhalten, würde ich aber für gut möglich halten. Als Tipp vielleicht noch: Sehr gut ist die (elektrische) Doppelpumpe "Symphony" von Medela. Die kann man aber nicht mal so eben kaufen (viel zu teuer), aber man kann sie in Apotheken ausleihen (auf Rezept vom Arzt; du zahlst pro Tag einen Betrag dazu; ich meine ca. 1 Euro? Also übersichtlich).

Alles Gute!
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BEcKa
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Re: Milcherhaltung bei 3-wöchiger Trennung

Beitrag von BEcKa »

Mein Mann war mal für 2 Wochen in Indien - da war Kaya 1,5 Jahre alt. Die erste Woche war alles ganz normal. Dann fing si en jede Nacht aufzushrecken und zu weinen, war nicht merh zu beruhigen...bis ich ihr wieder und wieder und wieder erzählt habe, dass Papa bald wiederkommt. Ehrlich....ich würde es nicht tun....ich hätte zu große ANgst, dass a) mein Kind ein Problem bekommt und b) das stillen verlernt.
Liebe Grüße
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und ein Bild- Dich trag ich bei mir, bis der Vorhang fällt...



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Lalumama
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Re: Milcherhaltung bei 3-wöchiger Trennung

Beitrag von Lalumama »

BEcKa hat geschrieben:Mein Mann war mal für 2 Wochen in Indien - da war Kaya 1,5 Jahre alt. Die erste Woche war alles ganz normal. Dann fing si en jede Nacht aufzushrecken und zu weinen, war nicht merh zu beruhigen...bis ich ihr wieder und wieder und wieder erzählt habe, dass Papa bald wiederkommt. Ehrlich....ich würde es nicht tun....ich hätte zu große ANgst, dass a) mein Kind ein Problem bekommt und b) das stillen verlernt.
Ich schließe mich hier an - und finde das überhaupt nicht anmaßend.

Wenn mich jemand fragt, wie er es anstellen kann, dass seinem Kind nicht immerzu schlecht wird, wenn es Bier trinkt (blöder Vergleich :roll: ist spät...), sag ich doch auch, dass Alkohol schädlich ist, auch wenn das nicht explizit gefragt wurde.

Ich würde mich nicht mal ein Wochenende lang von meinen 2,5jährigen trennen (der übrigens leider das Stillen verlernt hat, nachdem ich gegen Ende der Schwangerschaft abgestillt habe :( )

Ich wünsche euch, dass ihr eine irgendwie eine andere Lösung findet. Du bist wichtig für dein Kind, viel mehr als das Stillen!
Das Muli
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Re: Milcherhaltung bei 3-wöchiger Trennung

Beitrag von Das Muli »

schilf hat geschrieben: Ich empfinde es als recht unangenehm, dass monsmasima Antworten auf eine Frage erhält, die sie gar nicht gestellt hat und sich für mich unbeteiligten Dritten auch tatsächlich "bedrohlich" lesen und mich; wäre ich betroffen, wirklich sehr "treffen" würden. Da uns die Lebens- und Betreuungssituation des Kindes nicht bekannt (und das war auch nicht Thema) ist, halte ich einige Einschätzungen für ziemlich anmaßend.
Das würde ich auch sagen. So wie sich das für mich anhört, wurde in der Familie schon viel nachgedacht und hin und herüberlegt, wie das alles zu schaffen ist - und nun ist die Entscheidung eben gefallen - sie wird fahren. Und es ist wirklich nicht hilfreich, wenn monsmasima dann fährt und ein total schlechtes Gewissen hat und sich Vorwürfe macht - ich würde sagen, das macht das ganze dann noch schlimmer. Für sie, weil sie eher Probleme mit der Milch bekommt, wenn sie das ganze stark psychisch belastet und für das Kind, weil es merkt, wie Papa sich Sorgen macht etc. So jedenfalls meine Laienhafte Einschätzung.
Ich denke, es gibt eben Situationen, die sind nicht ideal, aber da muß man dann eben irgendwie durch. Und wenn man das ganze nicht aufbauscht und versucht, so gut wie es geht zu bewältigen, dann wird auch keiner ein bleibendes Trauma davon tragen.
Als mein Großer 11 Monate war, wurde der Papa krank und war ca 5 Wochen im Krankenhaus, davon lange auf der Intensivstation (dh Baby konnte ihn nicht beauchen). Der Große war ein ziemliches Papakind und noch nie länger mit jemand anderem als einem von uns alleine gewesen. Und von einem Tag auf dne anderen war Papa weg und ich war täglich 1-2 std im KKH, dh das Kind war dann bei den Omas oder auch mal beim Patenonkel oder auch mal bei einer Freundin - wer eben gerade Zeit hatte. Von heute auf morgen, wir hatten ja keine Eingewöhnungszeit ans Krankwerden. Es war nicht leicht für ihn, bei anderen gelassen zu werden, aber er hat es verkraftet - schließlich waren das alles Leute, die er oft sah und gut kannte. Erst nach ca 2 Wochen durfte er mal ganz kurz Papa wieder sehen. Er fand das alles doof, man hat auch gemerkt, dass er Papa vermissst hat und die Papafotos oft rumgetragen hat - aber im Endeffekt blieb nichts zurück. Papa kam Heim und er hat sich gefreut und alles wurde wieder gut :-)
Eine gute stabile Bindung und Geborgenheit in einer Familie kann sehr viel auffangen.
LG Muli
Das Muli mit großem Fohlen (11/04) und kleinem Fohlen (12/07)
...und jaaaa ich weiß dass sich Mulis eigentlich nicht vermehren...aber ich bin nunmal das Tragtier der Familie

GEGEN Rechts!
monsmasima
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Re: Milcherhaltung bei 3-wöchiger Trennung

Beitrag von monsmasima »

Danke, Schilf. Ich werde mal in der Apotheke fragen.

Und danke, Muli. Ich möchte die Entscheidung an sich tatsächlich nicht diskutieren. Also macht's mir bitte nicht schwerer als es ohnehin schon ist. Wenn ich wirklich starke Bedenken hätte, daß mein Sohn es nicht verkraftet, würde ich nicht fahren.
mit Simon (Juni 08)
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