Das muss ich auch noch mal vorkramen, denn hier passt unsere frische Erfahrungen gut hin!
Vor Katharinas Geburt habe ich hier im Forum schon die Windelfrei-Ecke entdeckt, aber mein Mann hat die ganze Sache sehr belächelt. Also hab ich mich nicht weiter damit auseinander gesetzt (der Papa hat Elternzeit seit Geburt und wird für 2 Jahre zu Hause bleiben, ich gehe bald wieder arbeiten, deswegen war seine Auffassung so gewichtig für mich).
Als die kleine dann da war, haben wir häufig beisammen gesessen und ihr beim "drücken" zugeschaut. Beim abendlichen surfen ist mir dann bei den raben mal wieder "windelfrei" begegnet und ich habe gelesen vom "auf-die-Signale-achten". Das war mein Moment, es auszuprobieren: Wenn ich meinem Kind beim "drücken" zuschauen kann, dann kann ich es auch gleich abhalten! Und das waar auch mein Argument meinem Mann gegenüber

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Gedacht, getan: Zuerst habe ich die kleine direkt nach dem Stillen abgehalten, sie war keine 4 Wochen alt. Prompt hatten wir beim ersten Versuch Pipi und Kacka in der Toilette. Ich war stolz wie Oskar! So habe ich es dann die nächsten Mahlzeiten über gehalten und dazwischen gewickelt. Außerdem habe ich immer "PSSSSSSS" gemacht als Schlüsselgeräusch. Sie machte immer was in die Toilette, aber dazwischen auch in die Windel. Als nächstes (also am nächsten Tag) habe ich versucht, zwischen den Mahlzeiten ihre Signale zu verstehen. Ich habe dann ziemlich schnell ihren Rhythmus erkannt: ca. 1-2 Stunden nach dem Stillen muss sie wieder. Die erste Woche lief für uns also sehr erfolgreich, es war selten was in der Sicherheits-Windel. Nur nachts nach 0 Uhr war garantiert die Windel nass, da schlafe ich wohl zu fest

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Wir waren dann in der zweiten Woche in der Stadt bummeln und ich war zu faul, die Wickeltasche mitzuschleppen (Kind in der Trage, also kein KiWa als Lastenpacker) und unsere kleine Maus war in einem Geschäft und in einem Restaurant auf der Toilette, ihre Windel war an diesem Tag 12 Stunden trocken! Die nächste Woche war weit weniger erfolgreich, da habe ich meinem ersten Mei Tai genäht und wirklich zu wenig auf Katharina geachtet. Nach dem Stillen habe ich sie zwar immer abgehalten und sie hat auch gemacht, dazwischen habe ich aber ihre Signale übersehen und so war immer auch etwas in der Windel. Vor allem so "Pupse mit Land" haben wir oft drinn.
Nun sind wir 3 Wochen dabei und es klappt wieder besser. Ganz windelfrei traue ich mich nicht, da ich einfach ab und zu auch abgelenkt bin. Aber das Schlüsselgeräusch ist ein riesen Erfolg: Selbst wenn ich ihre Signale zu spät richtig deute, so reagiert sie trotzdem auf mein "PSSSSSSSSS". Sie lässt auf jeden Fall raus, was gerade da ist, auch wenn es nur ein paar Tropfen sind. Ihr großes Geschäft macht sie, so ist zumindest mein Eindruck, nur sehr ungern in die Windel. Mehr als ein paar Streifen haben wir da nie drinn. Und auch ihr Pipi landet im Augenblick nicht vollständig in der Windel, wenn wir zu spät reagieren. Sie lässt sozusagen nur das Nötigste raus und wartet mit dem Rest, bis ich sie abhalte. Kennt ihr das bei so kleinen? Oder bilde ich mir das nur ein?
Etwas lustiges habe ich noch festgestellt: Ihr Signal fürs Aufstoßen ist fast genauso wie fürs Geschäft. Manchmal halte ich sie dann ab und sie macht "nur" ihr Bäuerchen. Aber was raus muss, muss halt raus und sie ist danach ja auch immer ganz froh

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Ich werde auf jeden Fall mit unserem "abhalten & trotzdem wickeln" weitermachen, auch wenn mein Mann sich noch ein wenig scheut, es selbst durchzuführen. Dann wird unser Kind eben notfalls nur nachmittags und nachts abgehalten, wenn ich wieder arbeite. Für ihren Po ist es auf jeden Fall eine Wohltat, nicht ständig im eigenen Dreck liegen zu müssen. Immerhin steht mein Mann voll dahinter, als Sicherheits-Windeln nun auf Stoffis umzusteigen (vll hält er sie ja dann lieber ab, als ständig die nassen Windeln zu waschen

).
So, das ist unsere kurze, aber durchweg positive Erfahrung mit dem Abhalten.
LG, Nadine