Wie weit hast Du es denn von der Arbeit zur Tagesmutter? Könntest Du nicht in der Mittagspause zum Stillen hinfahren? Immerhin brauchst Du ja auch 3x Zeit fürs Abpumpen. Und denkst Du auch daran, dass Dir die gesetzlichen Stillpausen zustehen?
Ansonsten möchte ich Dir auch Mut machen, dass es durchaus realistisch ist weiterzustillen. Ich finde die Aussagen Deiner Hebamme nicht gerade hilfreich. Beim 1. Kind habe ich direkt nach dem Mutterschutz Vollzeit weitergearbeitet und voll gestillt, jetzt beim 4. arbeite ich seit dem Mutterschutz wieder 20h und stille noch.
Bei meinem ersten Kind hatte ich den Vorteil, dass wir ganz in der Nähe meiner Arbeitsstelle wohnten (ca. 5min mit dem Rad), da habe ich 1x vormittags abgepumpt, mittags bin ich nach Hause zum Stillen, nachmittags hat sie dann nicht gestillt, bis ich wieder da war. Regulär hätte ich 8h pro Tag arbeiten müssen, mit den Stillpausen verkürzte sich dann die Arbeitszeit.
Jetzt habe ich in der ersten Zeit an vier Tagen jeweils 5h gearbeitet, hatte außerdem eine Fahrzeit von ca. 40min (hin und zurück), in dieser Zeit reichte eine Pumpmahlzeit aus. Dann musste ich den Arbeitsplatz wechseln und meine Arbeitszeit auf 3 Tage aufteilen, da habe ich dann an 2 Tagen den ganzen Tag gearbeitet, bin aber mittags wieder nach Hause gefahren zum Stillen. Die Fahrerei war tierisch nervig und stressig, und optimal für die Kleine war es auch nicht, dass ich kam und kurz später gleich wieder weg musste, trotzdem war ich froh um jede Mahlzeit, die ich nicht pumpen musste, sondern stillen konnte. Seit Einführung der Beikost fahre ich mittags nicht mehr nach Hause und pumpe an den Arbeitstagen 1x pro Tag.
Zum Abpumpen: Wie die anderen schon schrieben, ist es das wichtigste, den Milchspendereflex auszulösen. Oft ist es eine Sache vom Kopf her. Beim ersten Kind habe ich in den ersten Wochen problemlos abgepumpt und bekam immer so gute 200ml zusammen, dann wurde mir irgendwann alles zu viel, vor allem die Arbeit, ich wollte bei meinem Kind sein, da lief die Milch nicht mehr, stillen klappte gut, aber das Abpumpen nicht

. Jetzt klappt es ganz gut, wenngleich ich nicht so viel Milch abpumpen kann wie damals, ich bekomme beim Pumpen an beiden Seiten normalerweise um die 140ml zusammen. Das hat der Kleinen immer als Mahlzeit gereicht.
Wichtig ist auch: das letzte, was Du machst, bevor Du zur Arbeit fährst, sollte Stillen sein, und das erste, wenn Du wieder da bist, ebenso.
Ach so, wenn ich bei der Arbeit bin und dementsprechend dort nicht stille, klappt das Abpumpen oft besser als zu Hause, weil die Brust ja sozusagen aufs Stillen "wartet". Wenn ich zu Hause abpumpen will, geht das meistens nur, dass ich eine Seite pumpe, während an der anderen Seite gestillt wird, zusätzlich zwischendurch abpumpen war oft schwierig.