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Re: Ganz viel Unsicherheit...

Verfasst: 28.04.2009, 12:06
von Eulalia
Feleni hat geschrieben: Zudem gehen grad der 12.Wochen und der 19. Woche-Schub gerne fast ineinander über. Mach dich auf ne Spannende Zeit gefasst...
Au, das klingt aber nicht gerade nach "Mut machen" :wink:

Gestern ist übrigens was ganz erstaunliches passiert: Laura ist zum ersten Mal in ihrem Leben alleine in ihrem Bett eingeschlafen! Nachdem sie beim "Zu-Bett-Stillen" nicht eingeschlafen ist und danach lieber an ihrer Hand lutschen und Geschichten erzählen wollte, habe ich sie einfach in ihr Bettchen gelegt und mich daneben gleegt. Hab ihr ein bisschen die Hand auf den Kopf gelegt, damit sie spürt, dass ich da bin und hab gewartet. Nach 10 Minuten hat sie immer noch gelutsch und erzähl, war aber "guter Dinge", also nicht weinerlich wie sonst, wenn sie alleine im Bett lag. Irgendwie hatte ich aber das Gefühl, dass das jetzt noch ne Stunde so weitergeht, wenn ich da liegen bleibe und bin raus. 5 Minuten später hab ich nochmal reingeschaut, da hat die Maus ganz friedlich geschlafen. :D Ansonsten verlief die N'acht aber weitgehend wie immer. Zeimal schlief sie nach dem Still in ihrem Bett weiter (weil mein schmerzender Rücken ein bisschen Platz für sich wollte) und danach ließ ich sie bei mir liegen (weil ich es wollte :wink: )

Re: Ganz viel Unsicherheit...

Verfasst: 28.04.2009, 14:56
von Kirsten
Hallo Eulalia,
das mit dem Teufelchen ist schon seltsam. Viele Leute sagen einem, ein Kind dürfe nicht bei den Eltern schlafen, sonst "gewöhne" es sich daran und "man kriegt es nie wieder aus dem Bett" - also soll es bitteschön von Anfang an alleine schlafen. Komisch, dass einem nie jemand sagt: "Zieh deinem Baby bloss keine Windel an! Es muss von Anfang an lernen, ohne Windel auszukommen, sonst gewöhnt es sich daran und trägt bis an sein Lebensende Windeln!"
Das Geheimnis ist, die Kinder dort abzuholen, wo sie gerade stehen. Ein kleines Baby, ein kleines Kind braucht nachts die Nähe der Eltern. Irgendwann wird es sie nicht mehr brauchen!

LG Kirsten

Re: Ganz viel Unsicherheit...

Verfasst: 28.04.2009, 16:26
von Eulalia
Kirsten hat geschrieben:Komisch, dass einem nie jemand sagt: "Zieh deinem Baby bloss keine Windel an! Es muss von Anfang an lernen, ohne Windel auszukommen, sonst gewöhnt es sich daran und trägt bis an sein Lebensende Windeln!"
:D Der Vergleich ist klasse. Den muss ich mir unbedingt merken, für den Fall, dass mal wieder jemand so gaaaanz tolle Ratschläge hat. Danke :knutsch

Re: Ganz viel Unsicherheit...

Verfasst: 29.04.2009, 12:36
von Minchen
Ach, Du erinnerst mich so sehr an uns vor einem Jahr...
Wir hatten auch keine Ahnung, woher auch? Ich fand dann eine tolle Stillgruppe und kam auch zu den besagten Büchern, die sowohl mir als auch meinem Mann die Augen geöffnet haben.

Wir waren vorher auch der Meinung, der Kleine müsse doch auch endlich alleine einschlafen, ohne Brust und auch mal ohne Mama. Das geht bis heute nur selten - inzwischen (seit er ungefähr 9 Monate alt ist) lässt er sich von Papa schlafen bringen, aber auch nur, wenn ich ihn vorher gestillt habe. In der Krippe klappt es trotz andersartiger Befürchtungen meinerseits ganz klasse, er schläft ganz schnell und unkompliziert ein. Neulich haben wir ihn tagsüber auch mal bei Oma gelassen und er schlief auch dort mittags ohne Brust - aber in Omas Arm. Die Kleinen brauchen eben Wärme und Nähe und das endet nicht kurze Zeit nach der Geburt und meiner Meinung nach auch nicht in den nächsten Jahren. Sie werden sich dann schon noch früh genug von uns abnabeln - ich mache mir jedenfalls keine Sorgen, dass mein Sohn mit 16 Jahren noch bei uns schlafen will oder zum Einschlafen die Brust braucht. :lol:

Mal ganz ehrlich: gibt es etwas schöneres als die Nähe zu diesem kleinen Wesen? Und das Gefühl, geliebt und gebraucht zu werden? Ich ärger mich im Nachhinein so sehr, dass ich den Kleinen einige Monate in der Wiege neben mir haben schlafen lassen ud auch der Meinung war, ich müsse ihn im Wagen herumfahren, obwohl ich in mir ein so großes Nähebedürfnis hatte, dass ich ih wohl besser vom ersten Tag an getragen hätte. Ehrlich, ich bin im Nachhinein richtig traurig deswegen. Aber ich hatte vorher nicht wirklich darüber nachgedacht und -gelesen, so dass ich weder vom Tragen noch vom Familienbett viel wusste. Nun, da das zweite unterwegs ist, weiß ich jetzt schon, dass ich alles anders machen werde - oder zumindest vieles.
Meine Mutter redet mi bis heute rein, aber das ignoriere ich inzwischen. Sie kann eben weder mit Stillen, noch mit Tragen oder Familienbett etwas anfangen - in ihrer Generation war das eben auch alles sehr unüblich und so kann man es ihr wohl auch nicht übel nehmen.

Hör auf Dein Gefühl, das ist meine wichtigste Erfahrung. Wenn Du sie gern nachts im Arm hältst, dann tu es! Wenn Du sie gern in den Schlaf stillst, dann tu es (und genieß es, es werden Zeiten kommen, in denen sie abends nicht schlafen will trotz Müdigkeit und Du mit Sehnsucht daran zurückdenkst, wie einfach es war...)! Lass Dir nicht von anderen reinreden und hör auf Dein Herz und Deinen Bauch. Sie ist noch sooo klein und sie braucht Dich gerade jetzt noch sooo sehr. Ich gebe zu, es ist anfangs nicht immer einfach, sein Leben so umzustellen - man ist ja absolut vom Kind bestimmt. Aber gleichzeitig ist es auch sooo schön, wenn man sich endlich richtig darauf einlassen kann und sich auf seinen gesunden Instinkt verlässt!

Ich wünsche Euch eine wunderbare Babyzeit!

Re: Ganz viel Unsicherheit...

Verfasst: 30.04.2009, 10:31
von Eulalia
Vielen Dank, Minchen, für Deine ermutigenden Worte.

Ich denke, ich habe einen ganz guten Instink was meine Maus betrifft und die Dinge, die ihr gut tun. Ich lass mich nur immer noch zu schnell verunsichern. Aber ich denke, dass das mit der Zeit auch besser wird.

Das ist zwar off topic, aber passt zum "Instinkt": gestern war ich kurz bei den Schwiegereltern, weil sie meine Maus schon "so lange" (seit 3 Tagen) nicht mehr gesehen hatten. Als Opa die Kleine auf den Arm nahm, fing sie furchtbar an zu weinen. Ich bat darum, er möge sie mir wiedergeben. Doch er wollte nicht. Er meinte, er würde das schon alleine "hinbekommen". Laura weinte aber immer schlimmer, bis hin zu Panik. Ich hab ihm dann mein Kind einfach weggenommen. Bei aller Liebe, aber ich weiß doch wann mein Kind nicht will. Und diesmal wollte sie einfach nicht. Sie wollte bei Mama bleiben (und das ist ihr gutes Recht, sie muss nicht zu Opa, nur weil er es gerade will). Bei mir war sie dann innerhalb von Sekunden ruhig. Hab mir damit böse Blicke vom Schwiegervater zugezogen und ich weiß auch, was danach "hintenrum" wieder mal geredet wurde. Ist mir aber egal. Sollen die mich doch für ne Oberglucke halten. Ich mach das so, wie ich meine und ich mache es richtig.

Zurück zum Thema: Das Schlafen ist zur Zeit ne blanke Katastrophe. Heute Nacht hatte Laura Albträume, hat geweint und gezappelt im Schlaf. Seit 5 Uhr sind wir beide auf und kuscheln auf dem Sofa. Da haben wir mehr Platz als im Bett und wenigstens Papa konnte noch ein bisschen schlafen. Ich hoffe, dass das bald wieder ein bisschen besser wird.

Re: Ganz viel Unsicherheit...

Verfasst: 30.04.2009, 16:05
von Kirsten
Oh ja, das kenn ich, ich war auch lange als Oberglucke abgestempelt, weil ich mein Baby von anderen Armen nehme, weil es dort weint. So von wegen, die werden ja ´nie selbstständig....zum Glück sind meine größeren Kinder alles andere als unselbständig, daher geht es jetzt, beim vierten Kind, viiiiiel besser und die lieben Verwandten sehen ein, dass das so in Ordnung ist. Es kommt nun höchstens mal ein wehmütiges Lächeln (und das kann ich verstehen, es ist ja schön, ein Baby auf dem Arm zu haben!), aber sie verstehen, dass es besser ist, das Baby nicht gegen seinen Wunsch zu halten. Meine Schwägerin meinte nur direkt nach dem Stillen letztens: "Gib sie mir mal, jetzt kommt doch ihre halbe Stunde Gesellschaftsfähigkeit, bevor sie wieder Urvertrauen bei Dir tanken muß!" Das hat mich ehrlich gefreut, sie lernen es noch! (Nur mit dem Stillen von Kindern, die schon laufen können, haben sie immer noch Probleme, aber da hab ich schon aufgegeben, das thematisiere ich einfach nicht mehr!)

LG Kirsten

Re: Ganz viel Unsicherheit...

Verfasst: 11.05.2009, 20:07
von Eulalia
Inzwischen ist ein bisschen Zeit vergangen und siehe da: meine Maus kann alleine einschlafen. Nicht, dass sie es muss. Ich zwinge sie nicht dazu ("ferbern2 oder sowas würde ich nie!) Aber manchmal schläft sie halt beim Stillen nicht ein und auch Schaukeln im Arm bringt sie nicht zum schlafen. Dann lege ich sie in ihr Bettchen und halte noch ein bisschen ihre Hand. Dabei "erzählt" sie mir meist noch was. Nach einer Weile sage ich ihr "Gute Nacht" und gehe raus, verspreche aber vorher, wiederzukommen, wenn sie mich braucht (ja, ich weiß, sie versteht das noch nicht wirklich, aber vielleicht kommt die Message trotzdem bei ihr an). Und bis jetzt ist sie danach jedesmal (in den letzten drei Wochen immerhin 4 Mal) ganz alleine friedlich eingeschlafen. Einfach so.
Mein Kind "kann" schlafen. Juhuuu! Aber wie gesagt, sie muss es nicht. Ich stille sie weiter vor dem zu Bett gehen. Und wenn sie dabei einschläft gut. Wenn nicht, auch gut.
Am Durchschlafen hat sich übrigens nicht geändert. Sie "kommt" nach wie vor alle zwei Stunden. Aber was soll's. Sie ist doch noch klein. Das wird sie auch noch lernen, wenn die Zeit dafür reif ist.
Ich lege sie jetzt übrigens manchmal auch wieder in ihr Bettchen neben mich nachts. Und sie bleibt auch ohne Quengeln dort. Bei den Temperaturen ist es mir einfach zu heiß mit ihr im Arm. Und sie schwitzt auch ganz schlimm. Aber ich lege sie ganz nach an die Grenze zu mir, so dass wir uns fast berühren. Sie "weiß" also immer, dass ich da bin. Das genügt offenbar.
Ihr merkt, unsere Schlafsituation ist im Moment wirklich prima. Ich bin glücklich so wie es ist und ich bin mir sicher, Laura ist es auch. :D