meine Vergangenheit und das mache ich bei meinem Kind anders

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Manu :-)
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Re: meine Vergangenheit und das mache ich bei meinem Kind anders

Beitrag von Manu :-) »

Sandküste hat geschrieben:Alles :cry: ...

Ich hatte eine furchtbare Kindheit - mit Stockschlägen, Erniedrigung, totalem Verlassensein (ich mußte mich mit 10 um meine neugeborene Schwester kümmern..., alle Ämtergänger fü rmeine Mutter erledigen, mußte allein zum Arzt, wenn ich krank war usw.), wenig Geld (wir Kinder hatten oft tagelang nichts (!) zu essen.

Ich möchte alles anders machen..........
Das klingt so furchtbar :-( Ich finde, sowas sollte nie ein Kind erleben müssen.Es tut mir sehr leid für Dich! Wie kommst Du mit so einer Vergangenheit klar? Ich meine so in Deinem Alltag...ist es ständig präsent, wenn Du über Deine jetztige eigene Familie nachdenkst?

Ich finde es toll, daß Du den Weg da raus gefunden hast und nicht die gleiche Schiene eingeschlagen hast. Es kann eben auch anders gehen, gell :-) Ich wünsch Dir alles Gute!!!
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liebe Grüße
Manu mit T. (06/05) und J. (01/08 ) und dem Papa
Lösche Benutzer 1828

Re: meine Vergangenheit und das mache ich bei meinem Kind anders

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Danke :-) - ich habe keine Kontakt zu meinen Eltern, zu meinen GEschwistern aber leider auch nicht (die wohnen noch beide zu Hause, unglaublich). Meine Eltern sind geschieden, ich kenne meinen Vater gar nicht.
Doch, ich denke schon oft daran - und leider bin ich nicht so perfekt, wie ich gerne wäre. Ich fühle mich oft überfordert, habe das Gefühl, einfach nicht genug geben zu können (naja, woher soll es auch kommen). Ich mache schon viel falsch, würde vieles noch besser machen. Ich bin halt oft so ungeduldig, ungerecht, sage Dinge, die auch mal verletzen. Es ist schon nicht einfach.
Und mir wird immer wieder schmerzhaft bewußt, dass ich keine eigene Ursprungsfamilie habe - ich würde mich so gerne mal mit meiner Mutter streiten, so gerne mal genervt von einem Familientreffen sein, hätte gerne eine Schwiegermutter, über die sich mein Mann aufregen kann, Großeltern, die meine Kinder verziehen - aber da ist nichts.
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Manu :-)
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Re: meine Vergangenheit und das mache ich bei meinem Kind anders

Beitrag von Manu :-) »

Owei, ich les jetzt erst, daß hier offensichtlich sehr viele eine nicht so schöne Kindheit hatten. Mensch, mir tut das so leid :-(

Ich muß sagen, ich habe in den lezten Jahren eine merkwürdige Entwicklung durchgemacht. Gerade als Teenie und in meiner "ersten Erwachsenenzeit" war ich immer davon überzeugt, ich hätte eine "schlimme Kindheit" gehabt, mir fielen zig SAchen ein, die ich unbeding anders machen wollte.

Als ich dann Jungmama war und mich intensiv mit meiner eigenen Kindheit und meinen Eltern auseinander gesetzt haben, fielen mir noch mehr Dinge ein, dich ich anders machen wollte. Ich hatte sogar eine Zeit, in der ich das Gefühl hatte, so sehr entfernt von meinen Eltern zu sein, wie nie zuvor. Einfach, weil ich inzwischen selbst gewisse Werte für die Erziehung MEINER Kinder entdeckt hatte. Ihr wisst sicher, was ich meine... sonst wäre ich nicht in solch einem Forum wie diesen hier ;-)

ABER...und das finde ich auch sehr wichtig....inzwischen hat sich bei mir einiges gewandelt. Plötzlich sehe ich in meiner Mutter auch eine 18 Jähriges Mädchen, welchem durch diese plötzliche Schwangerschaft eine Ehe aufgezwungen wurde...die einen schon erhaltenen Studienplatz wieder abgeben mußte....die mit 18 Jahren all das "durchmachen" mußte, was ich mit 27 als Erstlingsmama erlebt habe...durchwachte Nächte.... Sorgen um das Kind... diese Abhängigkeit des Kindes von der Mama....

Inzwischen habe ich einfach für mich verstanden, daß meine Mama (Eltern) garantiert genauso das BEste für mich & meine Schwester wollten, wie ich es heute auch für meine Kinder wollte. Nur daß sie eben in einer anderen Zeit gelebt haben, als ich heute. Durch ihr junges Alter und die Situation, im Haus meiner Großeltern mit zu wohnen, waren meine Eltern eigentlich ständig "under fremder Fuchtel". Inzwischen weiß ich, wie schwer es ist, sich gerade beim Thema Kindererziehung von anderen Meinungen udn Ansichten und guten Ratschlägen der (Groß)Eltern frei zu machen.... wie schwer muß es damals für meine Eltern gewesen sein, mit 18 und 23 Jahren ihre eigene Eltern-Identität zu finden!

Natürlich gibt es nachwievor Dinge, die ich anders mache möchte...Zum Beispiel möchte ich unbedingt vermeiden (so gut das geht), daß zwischen meinen 2 Buben irgendwelche Feindseeligkeiten entstehen. Ich möchte bewirken können, daß sie sich lieben und füreinander einstehen. Sie können sich auch gern als Einheit gegen die Eltern sehen ;-) Hauptsache, sie lieben sich als Geschwister und stehen nicht dauernd in einem Konkurenzkampf. Letzterer wurde von meinen Eltern eigentlich nie vermieden, sondern (evtl. unwissenderweise) noch geschürt...Das ist immer in meinem Kopf und macht mir evtl. sogar jetzt ein bissl das Leben mit meinen eigenen Kindern schwer, da ich jetzt schon beginne, viel zu gerecht sein zu wollen....

Alles in Allem - und darum hab ich jetz überhaupt den ellenlangen Text geschrieben *g* - kann ich aber glücklichweise sagen, daß ich eine glückliche Kindheit hatte. Mir ging es immer gut, ich wurde geliebt (auch wenn man daran in div. Zeiten mal zweifelt) und aus mir ist was geworden ;-) Ich war stark genug, dem Gruppenzwang der Clique zu widerstehen und mich gegen Zigaretten oder Drogen zu stellen. Das war sicherlich auch mit ein Ergebnis meiner Erziehung. Ok....die Zigaretten haben später dann auch den Weg zu mir gefunden *g*, aber das war dann wirklich ne ganz freie eigene Entscheidung.....

Oki, ich hör jetzt mal auf. Ich finds schade, daß viele hier im Forum so schlechte Erinenrungen an Ihr Kindheit haben, mitunter schlimme Sachen erleben mußten... sowas sollte einfach kein Kind erleben müssen :-(
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Waldbeere
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Re: meine Vergangenheit und das mache ich bei meinem Kind anders

Beitrag von Waldbeere »

Ich hatte eine nicht so schlimme Kindheit, aber es gab ein paar Sachen, die mir heut noch hinterherhängen. Die ersten 1-2 Jahre bin ich zum großteil im Laufställchen groß geworden, meine Mutter musste ja auch was im Haushalt machen, meinte sie. Hab da sogar noch eine Erinnerung, wo Besuch da war, ich hörte meine Eltern und andere Stimmen, lag aber im Nebenzimmer im Ställchen, seh noch die Rasseln vor mir und auch wenn es blöd klingt, ich weiß noch ganz genau, das ich mich elend gefühlt habe, so allein da liegen zu müssen, nicht zu meinen Eltern zu können, einfach mir selbst überlassen zu sein. ich weiß nicht wie alt ich da war, aber diese Erinnerung ist mir dennoch geblieben :?

Schlimmer war die Zeit, als mein Bruder geboren wurde, da war ich 9 Jahre. Meine Schwester war 11. Alles drehte sich nur noch um meinen Bruder und ich musste kräftig mit anpacken, meine Schwestr ging dann aufs Gym und musste viel lernen, also hatte sie eine Sonderbehandlung. Ich wurde emotional unter Druck gesetzt, musste täglich mit meinen Bruder eine Runde mit dem Kinderwagen raus, was anfangs ja auch noch Spaß machte, aber als ich mal nicht wollte, hat meine Mutter mir dermaßen ein schlechtes Gewissen gemacht. Ich musste nach der Schule den Haushalt schmeißen und meine Mutter hat mit Sicherheit noch einen Krümel gefunden, über den sie schimpfen konnte. Ich fühlte mich ungerecht behandelt, nicht ernst genommen, denn wenn ich was sagte oder im Gespräch mal was fragte, kam oft "das verstehst du noch nicht"
Meine Schwester bekam ihr eigenes Zimmer und ich musste mit meinen 9 Jahre jüngeren Bruder in eins, musste Nachts aufstehen, wenn er weinte, da war er 1 Jahr alt. Abends konnte ich mich nicht zurück ziehen, weil Bruder ja schlafen musste. Also sollte ich mich aufs Sofa zwischen meine Eltern setzen. Meine Mutter nötigte mich jeden Abend zum Füße graulen, wollte ich nicht setzte sie mich wieder emotional unter Druck. Ich war zu der Zeit schon so psychisch labil das ich eine Zeit nur noch das nötigste mit ihnen sprach und alles andere in Form von Briefen machte, daraufhin drohten mir meine Eltern, mich in eine Klapper zu stecken, wenn ich das nicht lasse. Aber ich dachte so sind sie gezwungen, mir auch mal zuzuhören :cry:

Irgendwann gabs dann mächtig Probleme mit meiner Schwester, woran dann fast die Familie zerbrochen wäre, nur noch Streit, schreien, meiner Mutter rutschte regelmäßig die Hand aus, gab öfter mal Ohrfeigen. Ich verbündete mich mit meiner Schwester, das gab mir wieder Halt.
Gab es Streit mit unserer Mutter, hat sie darauf oftmals bis zu einer Woche nicht mit uns geredet, was für mich total schrecklich war. Mein Vater stand früh schlecht gelaunt auf und kam auch wieder schlecht gelaunt von Arbeit.

Für Außenstehende mag das alles als normal ausgesehen haben, aber bei mir hat es zu der Zeit tiefe Wunden hinterlassen. Ich bin kein Stück selbstbewußt, verkaufe mich immer unter Wert, war sehr lange und teils heute noch ein immer JA-SAGER. Kann mich oft mit Worten nicht wehren, weil ich sonst anfange zu weinen und komm heute noch besser mit schreiben als reden klar.

Es gibt sicher noch mehr, aber das war jetzt was mir spontan einfiel bzw am meisten einprägte. Seit ich ausgezogen bin und mein Leben selbst in die Hand nahm, hat sich das Verhältnis zu meinen Eltern gebessert.

Ich möchte all das meinen Kindern nicht antun, will das sie selbstbewusste Menschen werden und ich ihnen immer zuhöre, drauf achte wenn sie etwas bewegt, sie wissen das ich immer, egal was passiert, für sie da bin, hinter ihnen stehe und jeder von ihnen mir gleich viel wert ist. Das ich sie mit all ihren Eigenheiten akzeptiere und ihnen so oft es geht zeige das sie mein ganzer Stolz sind und wenn ich Fehler mache, nicht darüber schweige, sondern sie mir einzugestehen.
Fehler werd ich sicher auch machen, andere, aber ich kann mich auch bei meinen Kindern entschuldigen.

Schönes trauriges Thema, aber es tut auch gut, darüber zu schreiben.

@Sandküste: Deine Vergangenheit ist sehr, sehr traurig und es ist total verständlich das dir das Nachhängt, was wohl auch ein Grund ist, das du alles richtig machen willst. Fehler machen alle Eltern, aber ich bin mir sicher, das deine Kinder eine ganz tolle Mama mit dir haben und den ein oder anderen menschlichen Fehler gut verkraften.
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Lösche Benutzer 1828

Re: meine Vergangenheit und das mache ich bei meinem Kind anders

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Waldbeere hat geschrieben: Das ich sie mit all ihren Eigenheiten akzeptiere und ihnen so oft es geht zeige das sie mein ganzer Stolz sind und wenn ich Fehler mache, nicht darüber schweige, sondern sie mir einzugestehen.
Fehler werd ich sicher auch machen, andere, aber ich kann mich auch bei meinen Kindern entschuldigen.

@Sandküste: Deine Vergangenheit ist sehr, sehr traurig und es ist total verständlich das dir das Nachhängt, was wohl auch ein Grund ist, das du alles richtig machen willst. Fehler machen alle Eltern, aber ich bin mir sicher, das deine Kinder eine ganz tolle Mama mit dir haben und den ein oder anderen menschlichen Fehler gut verkraften.
Ich danke Dir!

Das ist, wie ich finde, auch ein riesengroßer Unterschied. Ob man bereit ist, darüber auch zu sprechen, seine Handlungsweise zu überdenken, versucht, Dinge zu verändern. Jeder macht Fehler - das ist ganz klar (wäre auch erschreckend, wenn es nicht so wäre).
Als ich meine Mutter mal darauf ansprach, tat sie total verletzt, wies alle Schuld von sich und meinte, ich sei undankbar usw. - naja, Gespräche sind auch schwer, sie ist eher "einfach" gestrickt :oops: (hatte selber auch eine nicht leichte Kindheit - erschreckend, wie sich das oft durch ganze Generationen zieht).

Ich möchte für meine Kinder da sein - sie respektieren und Ernst nehmen. Und sie sollen immer wissen, wie sehr ich sie liebe.
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milkshake
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Re: meine Vergangenheit und das mache ich bei meinem Kind anders

Beitrag von milkshake »

ich habe mir schon als kleines kind geschworen, mit meinen kindern einmal anders umzugehen, oft habe ich sogar darüber gebetet! und ich habe immer gehofft, daß ich das eigene erlebte bis dahin nicht vergessen werde. naja, das wäre eh wunschgedanke gewesen.

meine kindheit war auch mehr oder weniger hart, wobei ich immer noch denke, daß es viel härtere schicksale gibt und es sicher auch alles seinen sinn macht warum man bestimmte wege gehen muss. meine geschwister und ich wurden körperlich und seelisch während unserer gesamten kindheit teils schwer mißhandelt. unsere pflegebrüder wurden noch brutaler mißhandelt und ich mußte immer alles mit ansehen (das hat mich teils viel mehr belastet als die eigenen qualen). angst und aggression war der grundtenor in unserem haus, und nach außen hin war alles eitel-sonnenschein.

ich hatte zudem noch eine traumatische trennung von meiner mutter im alter von 3 monaten, denn ich erlitt eine lebensbedrohliche sepsis und mußte für geschlagene 9 monate ins krankenhaus, wo ich steril und ohne körperkontakt in einem einzelzimmer "aufbewahrt" wurde, ans bett angeschnallt - da ich mich nicht bewegen durfte. dafür konnte meine mutter natürlich nichts, aber es war sicher sehr prägend. ich habe mich in meiner familie sehr lange leider nie richtig zuhause gefühlt, als kind dachte ich immer ich wäre adoptiert oder gefunden worden.

naja, ich will keinen roman schreiben.

jedenfalls resultierte aus diesen erfahrungen - vor allem auch aus den gewalterfahrugen - ein ganz tiefer glaube, es mal besser machen zu müssen! um jeden preis wollte ich sicherstellen, daß mein kind wärme und liebe bekommt, und vielleicht auch etwas unbewußt habe ich meine tochter das gesamte 1. lj praktisch ständig mit mir rumgeschleppt im tt :lol: ich glaube auch, daß der liebe gott mir absichtlich ein mädchen als 1. kind geschickt hat, weil ich nicht sicher bin ob ich einem jungen soviel liebe hätte geben können zu dem zeitpunkt - einfach aufgrund meiner eigenen lebensgeschichte. jetzt würde ich mich zb für einen jungen bereit fühlen :D

aufgrund meiner erfahrungen fällt es mir aber in der tat manchmal wiederum schwer, behutsam und liebevoll mit meiner tochter umzugehen - also zb in stressituationen nicht so schnell zu schreien, wie ich es selbst gelernt habe und es ggf. auch meinem charakter entspricht :oops:

war das jetzt worum es ging oder bin ich vom thema abgeschweift? :oops:
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Waldbeere
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Re: meine Vergangenheit und das mache ich bei meinem Kind anders

Beitrag von Waldbeere »

Sandküste hat geschrieben:
Waldbeere hat geschrieben: Das ich sie mit all ihren Eigenheiten akzeptiere und ihnen so oft es geht zeige das sie mein ganzer Stolz sind und wenn ich Fehler mache, nicht darüber schweige, sondern sie mir einzugestehen.
Fehler werd ich sicher auch machen, andere, aber ich kann mich auch bei meinen Kindern entschuldigen.

@Sandküste: Deine Vergangenheit ist sehr, sehr traurig und es ist total verständlich das dir das Nachhängt, was wohl auch ein Grund ist, das du alles richtig machen willst. Fehler machen alle Eltern, aber ich bin mir sicher, das deine Kinder eine ganz tolle Mama mit dir haben und den ein oder anderen menschlichen Fehler gut verkraften.
Ich danke Dir!

Das ist, wie ich finde, auch ein riesengroßer Unterschied. Ob man bereit ist, darüber auch zu sprechen, seine Handlungsweise zu überdenken, versucht, Dinge zu verändern. Jeder macht Fehler - das ist ganz klar (wäre auch erschreckend, wenn es nicht so wäre).
Als ich meine Mutter mal darauf ansprach, tat sie total verletzt, wies alle Schuld von sich und meinte, ich sei undankbar usw. - naja, Gespräche sind auch schwer, sie ist eher "einfach" gestrickt :oops: (hatte selber auch eine nicht leichte Kindheit - erschreckend, wie sich das oft durch ganze Generationen zieht).

Ich möchte für meine Kinder da sein - sie respektieren und Ernst nehmen. Und sie sollen immer wissen, wie sehr ich sie liebe.

ja meine Mutter ist auch recht einfach gestrickt und den wahsinn der allgemeinen gesellschaft verschrieben. bestimmte dinge müssen so sein basta. sie erinnert mich immer mehr an meinen opa und der war auch kein feiner. das ich viele dinge grundsätzlich anders mache versucht sie zu verstehen, fühlt sich aber in gewisser weise angegriffen, in dem wie sie dinge anders machte und versucht sich zu rechtfertigen.
Aber man hat sein Leben selbst in der Hand und kann aus den Erfahrungen der Vergangeheit ausbrechen, auch wenn manches durchkommt, aber solange es einen noch bewusst ist.
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milkshake
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Re: meine Vergangenheit und das mache ich bei meinem Kind anders

Beitrag von milkshake »

ich habe das hier witzigerweise gerade in einer ibäh-auktion gelesen, finde es aber total schön und auch so passend für diesen fred hier:

Ein Kind - was ist das?
Das ist Liebe, die Gestalt angenommen hat,
das ist Glück, für das es keine Worte gibt,
das ist eine kleine Hand, die zurückführt
in eine Welt, die wir längst vergessen haben.
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Re: meine Vergangenheit und das mache ich bei meinem Kind anders

Beitrag von Das Muli »

Hallo,
das ist ja mal ein wirklich spannender Thread!
Also ich hatte zum Glück eine sehr schöne Kindheit, und eine für mich etwas schwierige Jugendzeit....aber einiges würde ich doch anders machen.

- ich möchte meine Kinder im Selbstständigwerden und Abnabeln bestärken, nicht behindern, dass sie eigene Persönlichkeiten werden und ich möchte vermeiden, dass ich unbewußt erwarte, dass sie so werden/denken/handeln wie ich (nungut, ich habe 2 Söhne, vielleicht ist es da leichter ;-) Witzigerweise hat mein Großer irgendwie eine Abneigung gegen das Selbstständigwerden - er wäre gerne noch länger klein...vielleicht geht das nach hinten los? :roll: )

- Ich möchte weniger Schreien im Alltag (leider ist das auch Temperamentsache :oops: )

- Ich werde mich immer für die Gedanken, Interessen und Meinungen meiner Kinder interessieren, auch wenn ich selbst sie nicht teile. ich werde ihnen nicht das Gefühl geben, ihre Interessen seien minderwertig oder unwichtig und werde auch keine Vorschläge machen, für was sie sich gefälligst zu begeistern hätten :roll:

- Ich bin selbstkritisch und kann Fehler zugeben - ich werde nicht versuchen, mich als unfehlbar und allwissend darzustellen, ich werde mich entschuldigen, wenn ich einen Fehler gemacht habe und auf meine Kinder zugehen.

Das sind die wichtigsten Punkte, die meine Eltern etwas anders gehandhabt haben ;-)
LG Muli
Das Muli mit großem Fohlen (11/04) und kleinem Fohlen (12/07)
...und jaaaa ich weiß dass sich Mulis eigentlich nicht vermehren...aber ich bin nunmal das Tragtier der Familie

GEGEN Rechts!
kja1985

Re: meine Vergangenheit und das mache ich bei meinem Kind anders

Beitrag von kja1985 »

Puh, ich habe das Glück sagen zu können, dass ich fast nichts anders machen möchte wie meine Eltern. Klaro haben sie den ein oder anderen kleinen Fehler gemacht. Aber nur menschliche Fehler, die sowieso allen Eltern unterlaufen und vor denen ich mich auch nicht drücken kann ;-)

Aber ein bisschen was gibts da natürlich, was ich hier aber nicht ausbreite, weil ich loyal bin 8) Ich bemerke immer wieder wie ähnlich ich meiner Mama bin und bin echt am Kämpfen Verhaltensweisen die ich an ihr blöd fand/finde nicht an meinen Kindern auszuleben. Aber mit einiger Selbstdisziplin klappt es (immer wieder).
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