Ich denke, eh Du ernsthaft loslegen kannst, wäre es gut, wenn Du Dir ruhig noch etwas Zeit zu nimmst, Dir darüber klar zu werden, was Du möchtest. Wie Du Dir Eure (Still-)Beziehung wünschst, was Du an Arbeit und Engagement "investieren" möchtest und kannst. Deine Postings klingen für mich, als wärst Du Dir bislang noch nicht sicher, was Du willst. Oben schriebst Du
Ich würde meinen Sohn so gern anlegen.
und
Ich kann damit einfach nicht leben, dass es jetzt vorbei sein soll...
Weiter unten dann
Warum soll ich ihn dann an die Brust quälen?
und
Aber es muss endlich Ruhe in unsere Familie einkehren.
Für mich klingt das so, als stecktest Du noch ziemlich in Zweifeln fest und bist hin und her gerissen (was natürlich total OK und auch absolut nachvollziehbar ist - aber eine Wiederaufnahme des Stillens setzt schon ein gewisses Maß an Durchhaltewillen und Beharrlichkeit voraus). "Quälen" trifft den Kern ganz sicher auch nicht - kein Baby lernt korrektes Saugen an der Brust, während es sich gequält fühlt.
Jedenfalls: dass jemand seine Milchmenge nur(!) durch Ausstreichen nach Marmet wesentlich steigern konnte, hab ich persönlich noch nicht erlebt. Dazu ist i.d.R. ein stärkerer Saug(!)-reiz nötig, von einer Pumpe oder noch besser: vom Baby. Eine elegante Lösung wäre da das Brusternährungsset ("BES"), hier saugt das Baby (idealerweise ausschließlich) an der Brust und wird währenddessen über ein dünnes Schläuchlein zugefüttert. Damit kann man sich so lange behelfen, bis die Milchproduktion wieder voll da ist, aber manche Mütter stillen auch dauerhaft damit. Der Einsatz des BES erfordert in jedem Falle Geduld und Durchhaltevermögen seitens der Mutter, und den Willen, den Umgang damit zu lernen.
Falls die Saugschwierigkeiten des Babys größer sind (als dass es nur nicht an einer leeren Brust saugen mag), kann man auch über einen kleinen Umweg diese Saugverwirrung mitbehandeln... Der Erfolg hängt so oder so sicherlich wesentlich von der Einstellung der Mutter ab, die wohl irgendwo zwischen Gelassenheit und Beharrlichkeit liegen sollte
Falls Du feststellst, dass Dein Kräfte und Dein Willen zu gering sind, um zu sagen "Komm, mein Kind, wir ziehen das jetzt durch!", dann nimm Dir auf jeden Fall die Zeit, Deine verlorene Stillzeit zu betrauern! (Aber: bleib dann nicht bei diesen Trauergefühlen stehen - denn wie Du schon richtig schriebst: Sonst vergisst Du über all dem noch, Dein Baby zu genießen.)
Ich hoffe, diese Infos helfen Dir dabei, einen gangbaren Weg für Dich und Deinen Sohn zu finden.
LG,
Julia