Seite 2 von 8
Re: "Im Notfall muss das Baby die Flasche kriegen"
Verfasst: 06.11.2024, 09:46
von Nerina
Erstmal: herzlichen Glückwunsch zum Baby!
Mein Großer war nach der Geburt auf der Frühchen-Station und hat dort die Flasche bekommen. Wir haben extrem ums Stillen gekämpft und sind nach etwa 6 Wochen beim Vollstillen angekommen. Mit Fläschchen füttern ging weiterhin, allerdings NUR, wenn ich nicht da war. Das fanden wir in einigen Situationen dann durchaus praktisch. Bei der Kleinen hat das Stillen von Anfang an geklappt und nach einigen Wochen hat mein Mann mal versucht, sie mit der Flasche zu füttern (ich hatte Rückbildung ohne Baby). Dieses Kind hat sich benommen, als wolle man es umbringen und die Flasche zum Verrecken nicht genommen

. Keine Chance, auch nach diversen Versuchen nicht. Die hat gewartet, bis ich wieder da war! Also nein, nicht jedes Kind nimmt die Flasche!
Zu den ersten Nachsorgeuntersuchungen hatte ich die Kinder dabei, meine Gyn hat sich total darüber gefreut! Und wenn du nach einem Jahr wieder arbeiten gehst, ist dein Kind sicherlich so weit, dass es einen Tag ohne Stillen aushält. Da können die Zwerge ja schon etwas essen und normal trinken. Mein Großer hat das ab 10 Monaten geschafft, da war ich zwei Tage pro Woche ganztägig weg. Und auch die Kleine, die mit einem Jahr noch keine nennenswerten Mengen gegessen hat, wenn ich da war, hat gegessen, wenn ich NICHT da war. Das ist ganz sicher kein Grund, deinem Baby jetzt die Flasche zu geben.
Mach es so, wie es sich für dich richtig anfühlt! Wenn du keine Flasche willst: sie ist echt nicht nötig. Wenn du es ab und zu ganz praktisch fändest: probier es aus.
Re: "Im Notfall muss das Baby die Flasche kriegen"
Verfasst: 06.11.2024, 09:48
von Valeska
Ich würde auch eine klare Ansage machen. Und auf wen du dich nicht verlassen kannst, der/die kann dein Baby nicht ohne deine Aufsicht betreuen ... Notfalls würde ich auch das genau so kommunizieren.
Ich hatte keins meiner Kinder mit bei der Nachsorgeuntersuchung oder bei der Rückbildung. Rückbildung war ich bei der Kleinen gut zwei Stunden weg. Solange hat das Kind gewartet. Flasche wollte sie nicht und da ja klar war, dass ich in absehbarer Zeit wieder da bin, war es auch Quatsch ihr irgendwas reinzuzwingen. Mein Mann hat da in 10 Terminen vielleicht (in Summe) 30 ml Milch verfüttert

Kind lebt noch!
Auch später waren gelegentlich ein paar Stunden Abwesenheit nie ein Problem.
Wenn es zur Situation kommt, dass es sich die Flasche sein MUSS, weil Katastrophe, dann kann man das immer noch machen. Hier nie vorgekommen.
Re: "Im Notfall muss das Baby die Flasche kriegen"
Verfasst: 06.11.2024, 09:51
von Valeska
Eigentlich sagt der Titel schon alles aus. Im Notfall kann man die Flasche einführen.
Im Moment liegt keiner vor, also gibt's keinen Grund dazu

Wenn du es wolltest, würde nix dagegen sprechen, wenn du es nicht willst - ich würde meinem Mann was erzählen, wenn er oder seine Mutter an der Stelle meine Wünsche übergehen würden!
Re: "Im Notfall muss das Baby die Flasche kriegen"
Verfasst: 06.11.2024, 10:15
von Serafin
Oder du sagst: ja lieber Mann. Im Notfall muss das Baby die Flasche kriegen. Und im Notfall wird das Baby die Flasche nehmen. Ist jetzt ein Notfall? Nein? Dann braucht das Baby jetzt auch keine Flasche.
Re: "Im Notfall muss das Baby die Flasche kriegen"
Verfasst: 06.11.2024, 11:20
von Pelufer
Sehr gut zusammen gefasst Serafin
Im Notfall schlafen meine Kinder auch wenn Papa sie ins Bett bringt. Ist Mama verfügbar, kann Papa sich auf den Kopf stellen, dann muss Mama ins Bett bringen.
Genauso läuft das mit Flasche, bzw Löffel, Glas whatever.
Re: "Im Notfall muss das Baby die Flasche kriegen"
Verfasst: 06.11.2024, 11:26
von Serafin
Pelufer hat geschrieben: 06.11.2024, 11:20
Sehr gut zusammen gefasst Serafin
Im Notfall schlafen meine Kinder auch wenn Papa sie ins Bett bringt. Ist Mama verfügbar, kann Papa sich auf den Kopf stellen, dann muss Mama ins Bett bringen.
Genauso läuft das mit Flasche, bzw Löffel, Glas whatever.
Hust. So ist es.
Re: "Im Notfall muss das Baby die Flasche kriegen"
Verfasst: 06.11.2024, 13:56
von DerStoepsel
Wenn er unsicher ist könnte er sich „Stillen- ein Geschenk für das ganze Leben“ von Gonzales durchlesen.
Das nimmt alle Unsicherheiten und liefert auch gute Argumente die man bei der Schwiegermutter vorbringen könnte. Oder die Schwiegermutter liest es und lässt dich danach automatisch „in Ruhe“


Re: "Im Notfall muss das Baby die Flasche kriegen"
Verfasst: 06.11.2024, 14:15
von GemeineEsche
Ich ernähre jetzt das zweite Kind ohne Flasche. Schnuller gibts auch nicht. Denk dran, deine Brust ist nicht der Schnullerersatz, sondern der Schnuller ist der Ersatz für die Brust
Alles was du aufgezählt hast, geht auch ohne Flasche und künstliche Sauger.
Ich persönlich würde sagen: ok, mach. Kümmer dich drum. Ich werde aber keine Flasche in die Hand nehmen, nichts sterilisieren, nichts nachkaufen und einfach wie es mir passt das Kind stillen. Und vielleicht auch nicht extra abpumpen.
Re: "Im Notfall muss das Baby die Flasche kriegen"
Verfasst: 06.11.2024, 14:18
von Schlumpfine32
DerStoepsel hat geschrieben: 06.11.2024, 13:56 liefert auch gute Argumente die man bei der Schwiegermutter vorbringen könnte
Darf ich mal ganz doof fragen, welche guten Argumente es denn gibt? Ich habe dieses konkrete Buch nicht gelesen aber ansonsten sehr viele Infos zum Thema Stillen gehört und auch mit einer befreundeten Stillberaterin und meiner Hebamme darüber gesprochen und die waren wirklich geschlossen der Ansicht, dass eine Saugverwirrung bei Kindern mit stabiler Stillbeziehung nicht vor kommt.
Pelufer hat geschrieben: 06.11.2024, 11:20
Im Notfall schlafen meine Kinder auch wenn Papa sie ins Bett bringt. Ist Mama verfügbar, kann Papa sich auf den Kopf stellen, dann muss Mama ins Bett bringen.
Ich persönlich empfinde eine gleichberechtigte Elternschaft als großen Gewinn. Nicht nur für mich selber, wegen größerer Freiheiten sondern auch für das Kind und für den Mann und für unsere Beziehung. Ich weiß, dass es nicht immer möglich ist aber persönlich wäre das für mich persönlich ein Ziel bzw war es ein Ziel über dessen Erreichung ich sehr froh bin.
Re: "Im Notfall muss das Baby die Flasche kriegen"
Verfasst: 06.11.2024, 14:56
von nido56
Mein Sohn wurde wegen anfaenglicher Schwierigkeiten von Tag 2 per Flasche zugefuettert. Nach ein paar Wochen konnte ich ihn vollstillen, aber wir haben die gelegentlichen Flaschenfuetterungen durch den Papa beibehalten, aus Gruenden wie hier angefuehrt. Aber nach einer Weile hat der Pirat die Flasche verweigert und wollte ausschliesslich gestillt werden.
Ich denke, wenn ein Baby, das Brust und Flasche bekommt, nach einigen Wochen ploetzlich die Flasche verweigert, dann ist es doch nur logisch, dass auch das Gegenteil passieren kann und das Baby verweigert die Brust.
Eine gleichberechtigte Elternschaft kann man auch dann leben, wenn das Kind die ersten 6 Monate seines Lebens ausschliesslich gestillt wurde. Ja, fuer das ins-Bett-bringen mit Einschlafstillen war lange ich zustaendig, wenn ich zuhause war. Trotzdem haben wir uns ansonsten die Kinderbetreuung 50/50 aufgeteilt. Der Piratenpapa hat den Kleinen 2-3 Tage die Woche aus der Krippe abgeholt, ihm das Essen gemacht, ist mit ihm spazieren gegangen, hat ihn gewickelt etc. Die beiden haben bis heute eine sehr enge Bindung zueinander, obwohl der Pirat mir die ersten 6 Monate staendig an der Brust hing.
Also, wenn es fuer die Familie passt, dass der Papa mit der Flasche fuettert, weil die Mama Zeit fuer sich allein moechte oder zB frueh wieder arbeiten geht, dann ist es prima, dass es diese Moeglichkeit gibt. Ob das dazu fuehrt, dass das Baby irgendwann die Brust ablehnt? Kann sein, kann auch nicht sein. Aber es ist keine Voraussetzung dafuer, dass der Papa sich gleichberechtigt um das Kind kuemmert und eine gute Beziehung zu ihm aufbaut.