Ich versuche ja grundsätzlich auch Optimismus auszustrahlen. Aber

F war auch so ähnlich und ist mit 10 Monaten in eine Krippe gekommen, die weit weniger "dörflich" war als eure. Es war z. B. völlig klar, dass er schläft, wenn er müde ist, und nicht um jeden Preis zur normalen Zeit. Das wäre auch einfach nicht gegangen. In dem Alter war er nach 1,5 h Wachzeit so völlig reizüberfordert, dass er schlafen MUSSTE, sonst hat er nur noch geweint. Weil Schlafen im Kinderwagen für ihn sehr schwierig war, durfte er sehr oft bei einer Erzieherin auf dem Rücken in der Manduca sein und schlafen. Auch beim Essen waren alle entspannt und haben situativ reagiert. Ich wurde kein einziges Mal gebeten, das Stillen einzuschränken oder so. Sie meinten irgendwann, sie hätten den Eindruck, F würde auch gerne Milch aus der Flasche trinken. Wir haben also eine Flasche und Pre angeschafft, hat er aber nicht genommen. Dann meinten sie, Essen wäre schwierig, ob wir nicht doch Brei mitgeben könnten. Haben wir uns in der Kita fand er das dann offenbar auch gut und hat sich füttern lassen.
So, es war also sehr viel Bereitschaft da, Rücksicht auf F zu nehmen und die Erzieherinnen waren auch durchaus bedürfnisorientiert unterwegs.
Trotzdem war F todunglücklich. Über ein Jahr lang. In der Corona Zeit durfte er dann 3 Monate nicht gehen, da hat er dann zu Hause viel Entwicklung aufgeholt (ein dauergestresstes Kind kann halt nicht lernen). Als er dann zurück kam, war es erst ganz gut, dann folgte die totale Eskalation und Verweigerung und die Kita hat uns in einem sehr wertschätzenden und persönlichen Gespräch nahegelegt, für F eine andere Form der Betreuung zu suchen. Da war er dann ca. 21 Monate alt.
Ich möchte damit sagen: Manche Kinder sind einfach so früh noch nicht "kitageeignet". F war unser erstes Kind, wir wussten es nicht besser, wir haben gedacht "das ist wahrscheinlich einfach so" und "bald wird es bestimmt besser", wenn über Wochen ich jeden Tag wieder ein beim Abholen gesagt bekommen habe "heute hat er wieder viel geweint". Inzwischen weiß ich dank V, wie anders es sein kann.
Ich an eurer Stelle würde mir Gedanken über einen Plan B machen, falls es mit der Kita nicht klappt. Ich wünschte, den hätte es bei F gegeben. Und ich glaube nicht, dass wir irgendetwas hätten tun können, um die "Entwicklung zur Kitatauglichkeit" zu beschleunigen. F hat einfach noch Zeit gebraucht um zu reifen. Seit er 2 ist, ist es, als ob ein Schalter umgelegt ist. Dabei war es erst noch die selbe Einrichtung, selbe Gruppe, selbe Erzieher. Plötzlich war Kita für ihn nicht mehr der ultimative Stress, sondern einfach ein Ort, an dem er mal mehr Spaß hatte und mal weniger, aber an dem er grundsätzlich gerne war.