Du klingst so erschöpft. Ich würde Dir am Liebsten eine große Portion Kraft schicken. Ich habe solch verunsichernde, an Nerven, Kondition und körperlicher Verfassung zehrenden Phasen mit meinen Kindern in der Babyphase noch genau in Erinnerung. Jetzt in der Rückschau sind es kurze Phasen, aber während man drinsteckt...

Ich habe in solchen Situationen oft meine fünf Jahre ältere Schwester (und damals schon zweifache Mutter) angerufen, die sich alles geduldig anhörte, und mir immer und immer wieder versicherte "das kenne ich/kann ich mir vorstellen. Das ist soooo anstrengend. Aber das ist eine Phase. Das wird vorübergehen. Wirklich. Du schaffst das!" und dann mit mir geschaut, was (über Empathie hinaus) vielleicht noch helfen könnte.
Mir hat es bei den Stillproblemen mit meinem Großen geholfen, mir zu sagen, dass ich notfalls immernoch jederzeit beginnen kann, abzustillen. Niemand zwingt mich. Und welche Schritte ich vorher noch versuchen möchte - oder wieviel Zeit ich mir geben möchte. Und dass ich danach die Situation nochmal neu mit offenem Ende (gezielt Abstillen? erstmal Weiterstillen?) bewerten werde.
Du hast bis jetzt schon sooo viel geschafft, darauf kannst Du stolz sein, und niemand kann es Dir und Deinem Baby wieder nehmen

. Du hast Dich gut informiert, musst weder Flasche noch Stillhütchen noch Schnuller abgewöhnen (das ist so hilfreich!), Und jetzt holst Du Dir Hilfe sogar über Ländergrenzen hinweg. Du bist echt toll!
Wenn das Füttern mit dem Löffel zu stressig wird, gibt es dazu auch stillfreundliche Alternativen, zu denen Du Dich hier beraten lassen kannst, was davon für Euch infrage käme:
z.B. Bechern mit kleinem Plastik(eier)becher [Schnapsglasgröße] oder mit speziellen Bechern/"Flaschen", oder Zufüttern an der Brust direkt beim Stillen mit einem kleinen Schlauch [Brusternährungsset (BES) oder Sonde mit Spritze].
Es gibt zwischen den beiden von Dir formulierten Optionen "Vollstillen" oder "Abstillen" noch ganz viele Zwischenschritte, die man übergangsweise oder längerfristig gehen kann - Du musst Dich nicht zwischen Abstillen und Vollstillen entscheiden.
Du kennst Saugverwirrung von Deinem großen Kind, aber es gibt Zufüttervarianten, die man mit dem Stillen kombinieren kann, ohne eine Saugverwirrung zu riskieren, und die dennoch alltagstauglich sind.
Hier im Forum gibt es zahlreiche Threads, wo Mütter z.B. nur bis zur Beikosteinführung Milch stillfreundlich zugefüttert haben, und dann mit (hochkalorischer) Beikost plus Stillen nach Bedarf weitermachen konnten. (Und solltest Du Dich irgendwann jetzt oder später doch für Abstillen entscheiden, gibt es auch dafür babyzugewandte, bedürfnisorientierte Möglichkeiten.)
Es gibt viele verschiedene Wege - ich bin sehr zuversichtlich, dass Du und Dein Baby mit Mondenkinds Unterstützung Euren Weg finden werdet.
Mondenkind meldet sich bestimmt bald bei Dir. Da Du von "Stillmarathon" sprichst (was in manchen klassischen Stillpositionen total an die Kräfte geht) und man mit diesem Hinweis eigentlich nichts falsch machen kann:
Hast Du es mal mit zurückgelehntem Stillen versucht? Besonders auf Englisch findet man zahlreiche Videos dazu auf YouTube (Stichwort "
laid back breastfeeding"). Dieses z.B.:
https://www.youtube.com/watch?v=ZJan8xCNgY4&t=29s
Ich habe endlose Abende so mit meinem zweiten Kind auf dem Sofa verbracht - Hörbuch im Ohr, einhändig zu öffnende Trinkflasche und Snacks in Reichweite, bequem zurückgelehnt, clusterstillendes Baby allein durch die Schwerkraft auf meinem Bauch ruhend, nur leicht in meiner Armbeuge gegen Verrutschen gesichert, meine Füße auf dem Couchtisch aufgestützt (mit einer Yogamatte drunter gegen Wegrutschen)...
Alles Liebe Dir! Dein Baby kann sich glücklich schätzen, dass Du unter den schwierigen Rahmenbedingungen so am Ball geblieben bist und Dir weitere Hilfe gesucht hast!