Hallo!
Erst einmal herzlichen Glückwunsch zur Geburt Deines Sohnes. Er hat sich ein sehr schönes Geburtsdatum ausgesucht.
chaey hat geschrieben: 19.12.2020, 20:34
Fütter mit einem BES zu und 1-3x am Tag fingerfeeding.
Super, dass Du stillfreundlich zufütterst. Fingerfeeding kann problematisch sein. Warum mischt Du die beiden Methoden?
Lege ihn alle 2h an und es dauert meistens 40min-1h20min. Wechsel alle 20min die Seite. Nachts schläft er 4-6h durch. Er schläft meistens zwischen den Stillphasen durch, hat aber imner mehr Wachphasen (2-3x am Tag für ca. 1h).
Die Abstände am Tag sind gut, jedenfalls, wenn sie von Stillbeginn zu Stillbeginn gerechnet werden. Nachts solltest Du spätestens alle 3h stillen.
Das regelmäßige Anlegen erhöht Deine Milchmenge.
Dass das Stillen so lange dauert ist vermutlich ein zeichen für suboptimale Technik. Auch diese kann durch häufigeres Stillen schneller verbessert werden.
Er kennt alles (stille leider noch mit Hütchen), aber nutzen weder Flasche noch Schnuller
Stillhütchen verringern den Milchtransfer, da die Brust geringer stimuliert wird.
Warum genau nutzt Du sie? Der Indikationsrahmen ist recht klein und meistens werden sie unnötigerweise genutzt.
könnt ihr mir Tipps geben was ich tun kann? Oder macht es wirklich nur Sinn weiter so zuzufüttern und abpumpen wie bisher und zu warten bis er mehr wiegt?
Einfaches Abwarten ist definitiv nicht empfehlenswert. Dein Baby hat Zufütterbedarf. Aber wenn wir angemessen zufüttern und das Stillmanagement verbessern, dann wird sich die Gewichtsentwicklung verbessern und wir können ggf. sogar auf das Vollstillen hinarbeiten. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um das Ruder noch rumzureißen. Dabei unterstütze ich Dich sehr gerne.
chaey hat geschrieben: 22.12.2020, 13:16
Habe nach längerem lesen hier im Forum gemerkt, dass meine Milchmenge nicht das Problem ist und dass es normal ist, dass ein so kleines Baby sehr oft gestillt werden möchte.
Die Feststellung ist leider nur halb richtig. Ja, es stimmt, dass Babys oft gestillt werden möchte, aber das, was Du in Deinen Tagesprotokollen schreibst, zeigt eher uneffektives Stillen. Oft sind zwei Stilleinheiten nur als eine zu zählen, weil fie Pause dazwischen kürzer war als das Stillen davor.
Das liegt natürlich daran, dass das Stillen einfach sehr lange dauert. Die meisten Babys trinken 20-30 min sehr effektiv bis sie satt sind und nuckeln ggf. noch etwas länger. Wenn das Stillen deutlich länger dauert, dann ist das ein Zeichen dafür, dass die Brust nicht genügend stimuliert wird.
Deine Milch reicht aktuell leider nicht aus. Aber wir können sie durch regelmäßiges Anlegen (s.o.),
Wechselstillen oder
Brustkompression sowie die Abgewöhnen der Stillhütchen erhöhen.
Die Zufütterung unterstützt Dich dabei, bis die Maßnahmen greifen und wir die PRE langsam ausschleichen können.
Jetzt müssen wir erst einmal die richtige Zufüttermenge finden. Die scheint bisher ja eher zu schwanken. Ich würde sagen, wir fangen mit 400 ml über den Tag verteilt an, z.B. 8x 50 ml. Füttere grundsätzlich erst einmal abgepumpte Muttermilch und dann ergänze mit PRE. In ein paar Tagen wissen wir, ob die Menge so passt.
Leider wurde im Krankenhaus schon mit dem zufüttern angefangen

Mir wurde sehr viel Druck gemacht, ich müsste ja ein Stillhütchen nehmen weil 'er so schlapp ist' und dann musste ich ihn zufüttern mit der Androhung 'dass er sonst in eine andere Klinik verlegt wird'

Hab ihn im KH erst nach Bedarf gestillt, aber wurde ständig angemault und mir wurde gesagt ich soll MINDESTENS 3h warten und 20min pro Seite wäre vieeeel zu lang. Es wurde sich auch geweigert mir eine Milchpumpe zu geben...noch nicht mal für den Milchstau wurde mir eine gegeben.
Da wurdest Du leider wirklich schlecht beraten. Aber das bekommen wir gemeinsam wieder hin.
Ich will mir eine Babywaage holen, weiß aber dass ich mir sehr schnell sorgen mache und es bestimmt täglich kontrollieren werde.
Das Gute ist, dass Du die Beurteilung der Werte mir überlassen kannst. Ich weiß, dass das nicht einfach ist, und es wird auch immer mal wieder Daten geben, die Dir nicht gefallen werden. Aber wir nähern uns ohnehin nur der echten Zunahme an. Die Entwicklung lässt sich nicht von einem Tag auf den anderen beurteilen, sondern nur über längere Zeiträume.
Tägliches Wiegen ist nicht dazu da, um zu sehen wieviel ein Baby von Montag auf Dienstag zugenommen hat, sondern um zeitnah zu erkennen, ob beide Werte Sinn ergeben oder einer evtl. ein Ausreißer ist.
Bitte lies Dir die
Grundinfo Gewichtsentwicklung - Gedeihen - Gewichtskontrolle durch und wenn Du die Waage hast, wiege täglich zur gleichen Zeit mit gleichem Abstand zum letzten Stillen unter den gleichen Bedingungen (z.B. nach dem Aufwachstillen um 9.30 Uhr mit frischer Windel, ansonsten unbekleidet).
Außerdem brauche ich täglich eine Liste wie folgende:
15.07. 3800 g, 11x gestillt (davon 4x BES), 150 ml PRE, 50 ml MuMi, 5x Urin, 1x Stuhl
Eine Stuhlwindel ist jede Windel mit Stuhl, egal ob mit Urin oder ohne. Reine Urin-Windeln werden als Urin gezählt.
Wichtig für die Milchsteigerung sind folgende Maßnahmen:
- mindestens 10-12 x stillen in 24 h
- tags alle 2h, nachts alle 3h (dazu auch wecken:
Tipps für schläfrige Babys)
- Stilleinheiten mit 20 min effektivem Stillen
- Wechselstillen[/url] oder Brustkompression
- keine künstlichen Sauger
22.11. 2510g KH Geburt
24.11. 2440g KH
26.11. 2530g KH
28.11. 2580g Hebamme
16.12. 2830g Hebamme
20.12. xxxxg, ca. 7x stillen (davon 5x BES), 320 ml PRE, 40 ml Mumi + 115 ml ?
21.12. xxxxg, ca. 8x stillen (davon 5x BES), 275 ml PRE, 55 ml Mumi
22.12. 2940g, Hebamme
...
Das war jetzt viel auf einmal, aber in ein paar Tagen läuft schon vieles davon ganz von alleine. Wollen wir es gemeinsam anpacken?