Oh krass, Seehkuh, das hört sich total schrecklich an bei euch! Ich hoffe, ihr könnt daran arbeiten!
Ich bin extrem zufrieden mit unserer Situation. Ich hab mir das vor dem Kinder kriegen auch so vorgestellt, mein Mann hat das zwar abgenickt, aber insgeheim gedacht „Wenn die Kinder kommen und die Hormone durchschlagen, will sie eh nur zuhause sein.“
Naja auf jeden Fall hat uns eh das Schicksal dazu gezwungen, dass mein Mann bei allen Kindern sehr viel Elternzeit genommen hat und ich im Prinzip immer mindestens ein bisschen gearbeitet hab. Das erste Mal hab ich beim dritten Kind Elternzeit genommen und da auch nur zwei Monate. Allerdings hatte ich bei allen Kindern 4 Monate Vollzeit voll bezahlten Mutterschutz (erstes Kind war Frühchen, die anderen hab ich mit Vertrag in der Schweiz geboren, wo ich 4 Monate Mutterschutz bekam). Allerdings gab es bei mir (Kind 2 bis 4) oder beim Kind (1) immer gesundheitliche Probleme, die die Anfangszeit oder Schwangerschaft sehr erschwert haben und mein Mann musste übernehmen. Aktuell ist er mal wieder zumindest im Hintergrund als 100 % notfalls verfügbar nötig, weil ich einen gebrochenen Arm habe. Mental Load im Sinne von Arztterminen und Kleiderbeschaffung und so teilen wir uns auf. Klar, da gibt es auch Reibereien, was jetzt nun nötig ist und so. Vor allem weil bei uns die Kleidung echt teuer ist, weil ich viel selbst nähe aus high tech Stoffen und bio Wolle, aber da haben wir uns mittlerweile eigentlich auch gut ausgewogen. Arzttermine, vor allem jetzt gerade mit der Kleinen (die hat eine krasse Fehlstellung im Fuß und alle naselang müssen wir damit irgendwohin, das SPZ hat schon gesagt „wir sehen uns jetzt die nächsten Jahre noch“) macht vor allem er. Dafür mache ich so Schul- und Kindergartenorganisation, obwohl eigentlich ihm die Schulsachen wichtiger sind als mir. Ich würde am liebsten alles Schulmäßige den Kindern überlassen und mache das teilweise auch - gegen seinen Willen und den der Schule (zum Beispiel sollen die Eltern JEDEN TAG die Hausaufgaben komplett korrigieren und abzeichen. Finde ich unsinnig, ich finde halt aber auch Hausaufgaben an sich unsinnig. Da frage ich meinen Sohn nur „Hast du Hausaufgaben gemacht?“ - „Ja“ - „Ist alles richtig oder soll ich drüber schauen?“ - „Ist alles richtig“ - „Okay, kannst es dir selbst abzeichnen“

. Und bis jetzt hab ich noch keinen Ärger bekommen

).
Vom Arbeiten her hab ich nie reduziert, also theoretisch immer „Vollzeit“ gearbeitet, was auch immer das bei der jeweiligen Stelle gehießen hat. Ich arbeite in der Wissenschaft und bei mir bedeutete das meistens in normalen Wochen etwa 30 Stunden, aber ein paar Mal pro Jahr für ne Werkwoche auf Dienstreise (wo man dann entsprechend mehr arbeitet, aber öfter hatte ich da auch mal Kinder dabei). Mein Mann hat ne zeitlang Teilzeit (30 Stunden, dann 35) gearbeitet, aber das bringt halt auch nichts außer weniger Geld. Wenn es kein Zeiterfassungssystem gibt, arbeitet man eh so viel wie man will und bei 30 oder 35 oder 40 Stunden hat man normalerweise die gleichen Aufgaben. Da er jetzt im Homeoffice arbeitet ohne Zeiterfassung, arbeitet er 40 Stunden, was aktuell wohl eher 30 oder 35 sind, in normalen Zeiten (ohne Krankheit von mir und ohne Corona) aber schon eher Richtung 40.
Wenn ich nicht gerade einen gebrochenen Arm habe, ist unsere Routine so: Wir machen morgens zusammen die Kinder fertig, ich fahre sie um 7:45 weg, mein Mann macht sich dann selbst fertig (morgens hat er die ganze Zeit die Kleine und kann sich nicht fertig machen, ich schon). Dann können wir beide gegen 8 Uhr anfangen zu arbeiten. Der Sohn geht ja alleine in die Schule, die kleine Tochter lässt sich immer sehr schnell bei der Tagesmutter abgeben und die mittlere Tochter fahre ich mit dem Fahrrad zu Freunden (und lasse das Fahrrad dort) und die bringen sie mit ihren Kindern zusammen in den Kindergarten.
Dann arbeiten wir beide und machen zusammen Mittagspause (gerne bestellen oder außerhalb vom Lockdown auswärts draußen essen) und an drei Nachmittagen hole ich die Kinder ab (14:45 aus dem Haus) und bespaße sie am Nachmittag und an zweien er. Das dann bis zum Abendessen um 18 Uhr, da hört dann der andere auf zu arbeiten und wir machen zusammen Abendessen, danach Kinder fertig machen und er legt die Kleine schlafen, ich die Großen.
Donnerstags hat unsere Tagesmutter zu, da hatten wir bisher eine Babysitterin. Aber die hat da jetzt Vorlesung und wir wollten es dann eigentlich so machen, dass er Donnerstag Vormittag macht bis zum Mittagsschlaf und ich danach und dafür darf er Samstag Vormittag nochmal arbeiten. Jetzt mit meinem gebrochenen Arm haben wir donnerstags Vormittags noch eine Freundin da, die sich auf Krankenkassenkosten um die Kleine kümmert. Wenn ich dann ab Januar wieder meinen Arm benutzen darf, schauen wir mal, wie wir da weiter machen. Dann bin ich ja auch immer mehr schwanger und will vielleicht gar nicht mehr so viel arbeiten und mache selbst die donnerstag Vormittage. Und ab Mitte Februar sind eh Semesterferien und die Babysitterin hat wieder Zeit. Vielleicht kann man auch die Physio auf Donnerstag Vormittag legen und wir schlagen zwei Fliegen mit einer Klappe, mal sehen...
Achso weil ich Elena gerade lese: Obwohl ich im Prinzip immer nach wenigen Monaten angefangen habe, zu arbeiten, habe ich immer gestillt: Kind 1 bis 20 Monate, Kind 2 bis 16 Monate, Kind 3 bis 13 Monate. Also mal sehen, ob es bei Kind 4 noch ein Jahr wird

Aufgehört zu stillen habe ich IMMER aus dem Grund, dass das Kind zu oft gestillt hat (wenn es mich gesehen hat quasi ohne Pause). Arbeiten war niemals der Grund, denn wenn ich nicht da war, war nicht stillen kein Problem. Kind 1 und 3 sind mit einem Jahr in die Krippe/Tagesmutter gekommen, Kind 2 schon mit 9 oder 10 Monaten zwei Tage pro Woche wenn ich in der Schweiz war.
Hausarbeit teilen wir auch ziemlich gleichmäßig auf und für das grobe und regelmäßige haben wir eh zweimal die Woche drei Stunden eine Putzfrau.