Ganz lieben Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt, eure Meinungen und Erfahrungen mit mir zu teilen!
Die Mehrheit hier hält anscheinend nichts vom Abstillurlaub, und was ihr schreibt bezüglich Begleiten/Beziehung sehe ich prinzipiell auch so. Ich wollte hier einfach mal hören, ob es vielleicht doch mal jemand gemacht hat und wie das Kind damit klarkam.
Ich versuche mal, der Reihe nach auf alles einzugehen.
Wie kam ich auf die Idee des Abstillurlaubs?
Eine Bekannte hatte im ähnlichen Alter des Kindes einen Abstillurlaub gemacht und war sehr zufrieden damit, wie es gelaufen ist. Das Kind hat allerdings schon deutlich besser gegessen und war auch nicht so sehr auf sie fixiert.
Eine Sache, die mich außerdem auf die Idee gebracht hatte, war, dass meine Tochter ohne mich sehr zufrieden ist (tagsüber). Gestern erst hatte ich einen längeren Arzttermin. In der Zeit meiner Abwesenheit hat sie wohl sehr gut gegessen (mit meinem Mann) und war danach gut drauf und hat fröhlich gespielt. Als ich wieder nach Hause kam, fing sie von jetzt auf gleich an zu weinen und ist mir ans T-Shirt gegangen. Ähnliche Situationen hatten wir schon häufig. So kam ich auf die Idee, dass "Aus den Augen, aus dem Sinn" gut funktionieren könnte.
Eine kleine Nebenmotivation ist, dass ich gerne nochmal in Ruhe Exklusivzeit mit meinem Sohn verbringen würde, der häufig zu kurz kommt. Aber dieser Punkt ist jetzt hier nicht relevant, hier soll es um meine Tochter gehen und wie sie damit klarkäme.
Sehr interessant, dass einige von euch schreiben, dass die Kinder evtl auch nach einer Woche Abwesenheit doch wieder stillen wollen (und so lange hatte ich noch nicht mal vor, wegzufahren, hatte eigentlich an ein langes Wochenende gedacht). Das hatte ich zuvor tatsächlich gar nicht bedacht. Aber klar, sie ist jetzt 13 Monate alt und kann sich auch schon über einen gewissen Zeitraum an Dinge erinnern.
Embryotox:
Vielen Dank für den Hinweis bzw die Erinnerung. Ich kenne Embrytox und habe da auch schon häufiger etwas nachgeschlagen. Jetzt hatte ich allerdings blind auf die Anweisung meines Arztes vertraut, dass die Therapie nicht stillkompatibel ist. Bei meinem Sohn damals stellte sich die Frage gar nicht, weil er eben nur 11 Monate gestillt hat, und weil ich keine gesundheitlichen Probleme hatte. Wenn ich jetzt nachlese, steht da nur, dass es nur sehr wenige Erfahrungswerte gebe und man keine genaue Einschätzung vornehmen könne. Ich werde das tatsächlich aber mal mit meinem Arzt besprechen, übernächste Woche ist mein jährlicher Termin. Vielleicht hat er als Spezialist mittlerweile weitere Erkenntnisse darüber, die es vor drei Jahren noch nicht gab. Danke für den Gedankenanstoß!
Durchschlafen nach Abstillen:
Mir ist deutlich bewusst, dass abstillen nicht bedeutet (auch wenn es einem häufig suggeriert wird), dass die Nächte besser werden. Und stillen ist sicher einfacher und schneller, als ggfs ein Fläschchen zubereiten zu müssen. Der Punkt für mich wäre, dass ich mich mit meinem Mann abwechseln könnte.
Kita-Beginn:
Die schlechten Nächte und das häufige Stillen liegen leider nicht am Kita-Beginn (da hätte ich wirklich volles Verständnis für ein paar Monate extra-Nähe). Leider ist es schon so, seit meine Tochter sechs Monate alt ist. Vorher ist sie nur 1x in der Nacht wachgeworden, da kann ich jetzt nur wehmütig dran zurückdenken.
Mittlerweile ist sie aber seit ein paar Wochen "fertig" eingewöhnt, geht gerne hin, weint nicht beim Abschied und spielt fröhlich mit den anderen Kindern. Abstillen während der Eingewöhnung hätte ich nicht gemacht, aber jetzt ist die eine Baustelle erledigt und ich kann ihr möglicherweise die nächste zumuten.
Nächtliches Stillen und Wiedereinstieg:
Einige von euch schreiben, dass ihr wieder arbeiten gegangen seid und trotzdem nachts alle 0,5 bis 2h gestillt habt. Wow, Hut ab! Ich kann mir das so gar nicht vorstellen. Ich merke, wie schlecht ich mich derzeit nur konzentrieren kann. Bei der Arbeit werde ich 6h in einem Einzelbüro vorm PC sitzen und muss mich in komplexe Texte und Sachverhalte einarbeiten - da sehe ich absolut keine Chance wachzubleiben
Nachts abstillen:
Das würde ich wohl (zumindest stundenweise) an meinen Mann delegieren. Ich habe keine Kraft übrig, um mehrere Nächte alleine zuständig zu sein. Als meine Tochter 11 Monate alt war, hat uns der Kinderarzt wegen zu geringer Gewichtszunahme geraten, in der ersten Hälfte der Nacht nicht mehr zu stillen, um für mehr Appetit tagsüber zu sorgen. Das habe ich, anfangs echt motiviert, 14 Tage durchgehalten, um der Veränderung genug Zeit zum Verankern zu geben. In der Zeit habe ich regelmäßig nachts geheult, wenn ich sie um Mitternacht immer noch rumtrug (sie steht morgens ca. um 5, halb 6 auf) oder sie dadurch gar richtig wach wurde. Nach 14 Tagen habe ich damit wieder aufgehört, weil ich nicht mehr konnte. Das ist dieses Mal keine Option mehr für mich, jetzt muss der (berufstätig eingespannte) Mann ran.
Hier noch eine Frage: was denkt ihr übers Abstillen nach Gordon, wenn das Kind noch nicht viel isst? Wenn ich es richtig verstehe, wird ja bei Gordon keine alternative Milchmahlzeit gegeben, oder?
Schlafsituation:
Im Familienbett stören wir uns gegenseitig, ich mag es nicht wenn sie sich zu mir rollt, und kann dann selber nicht schlafen. Außerdem ist der Aufenthalt in unserem Bett für sie mit wach sein und toben verknüpft und sie kommt da nur schwer zur Ruhe. Momentan nehme ich sie aus ihrem Bett, stille sie im Sitzen, und lege sie danach wieder hin, wo sie mit Schnuller (meist) wieder einschläft. Stillen im Liegen konnte ich noch nie, auch bei meinem Sohn damals nicht, habe es oft versucht, auch kürzlich wieder. Ich bin anscheinend zu doof dafür. Dazu kommt, dass es auch eher sinnvoll ist, wenn das Kind im Familienbett oder Beistellbett schläft. Aber ich stehe ja so oder so auf.
Eure Beiträge haben mir geholfen, alles etwas klarer zu sehen (vom Abstillurlaub bin ich wieder weg) und ein paar gute Gedankenanstöße zu bekommen. Ganz lieben Dank dafür!