Ich habe total viel Unterstützung und gehöre zu denen, die selbst mit dieser immer wieder an die Grenze kommen. Das fühlt sich manchmal komisch an, so in der Selbstreflexion.
Ich erlebe hier die unterschiedlichsten Familien und Organisationsmodelle. Alle sind irgendwie aufwendig, ganz einfach weil Kinder im Spiel sind
Auch nicht berufstätige Mütter von Einzelkindern kommen an ihre Belastungsgrenze.
Eine Alleinerziehende Altenpflegerin im Tagschichtdienst mit zwei Kindern (6,8) hat sich mit der Nachbarin zusammen getan. Einige nutzen Babysitter. Einige gehen weniger arbeiten, um selbst ihre Reserven zu füllen und einige gehen mehr arbeiten, um die Kinder mehr in Betreuung zu geben.
Die Kindergarten Gang von meiner Tochter besteht aus 4 Kindern, von denen drei regelmäßig in diesen drei Familien nachmittags rotieren, weil Väter sind schön durch Vollzeit Tätigkeit gebunden und „können nicht“ und Mütter sind 1. Polizistin, 2. selbständige Malerin/Lackiererin, 3. alleinerziehende Verkäuferin. Unsere würde da auch mit machen, denn auch mein Mann „kann nicht“, weil er halt einen Beruf mit sehr viel Reisetätigkeit hat und ich bin halt nur Hausärztin mit 30-35h pro Woche

Aber da würden unsere zwei Omas im Achteck springen und außerdem kochen die uns auch noch was und fahren die Kinder wenn nötig in der Weltgeschichte herum (Sport, Freunde, Kindergeburtstag zB), denn das sind die Dinge, die mich eigentlich richtig fertig machen. Wenn ich nachmittags nicht mal irgendwie Pause machen kann, sondern aus der Praxis erst ein Kind holen, Hausaufgaben, dann das Kind zum Spielen fahren und das andere Kind holen, mit dem spielen, Haushalt machen oder halt abends um zehn Haushalt machen, dann Essen machen, das andere Kind holen, Drama zu Hause weil Gefühlsausbrüche sind ja normal täglich dabei, zwei Kinder bettfein machen, 1000 Geschichten lesen, zwei Kinder zum Schlafen bringen, oooops 21 Uhr - Tag vorbei.
Diese Situation hatten wir vor einiger Zeit, als ich nach Baby 2 wieder mit dem Arbeiten anfing, und ich war SOOO genervt, dass ich tatsächlich mit der Schulter gezuckt hätte, wenn entweder Mann oder Kinder mal 4 Wochen vom Erdboden verschwunden wären.
Also wichtiger Punkt in meinen Augen:
Fest eingeplante Zeiten oder Puffer für mich, Hobby festlegen zu einer Zeit, wo die Kinder grundsätzlich außer Haus sind, über eigenen Schatten springen, wenn Hilfe angeboten wird und Hilfe nutzen. Mich verabschieden von der Vorstellung, dass nur Mütter, die immerzu mit ihren Kindern auf dem Boden Holzklötzchen stapeln oder jeden Tag eine andere coole Unternehmung bieten, die guten Mütter sind. Den Partner nicht zu sehr schonen. Klar hat der zu tun (und klar muss der einverstanden sein), aber ich komm irgendwie nicht damit klar, wenn man als Frau Kinder hat und der Vater ist dann immer nur so zuständig, wie es in seinen Zeitplan passt. Mir ist klar, dass das vielleicht schroff rüberkommen kann. Ich meine damit aber nur, dass es natürlich sein kann, dass dein Mann starke, erhebliche Einschnitte in sein Privat- und Berufsleben spüren wird. Das ist sogar völlig normal. Man muss nur klären, dass das dann halt umverteilt wird, dass man sich nicht gegenseitig die Schuld geben darf und auch nicht dem Kind.
Aber Kinder bedeuten eben immer Veränderungen und zusätzliche Aufgaben sind unvermeidlich. Für dich gilt ja dasselbe und deine Belastungen und Veränderungen sind nicht weniger wichtig.